Warum wir jetzt verunsichert sind!

Kennen Sie den? Kommt ein Versicherungsvorstand mit einer Ente unterm Arm in ne Kneipe. Fragt der Wirt: „Was machen Sie denn hier mit dem Schwein?“ Antwortet der Versicherungsvorstand: „Wieso Schwein? Können Sie nicht sehen, dass das eine Ente ist?“ Darauf der Wirt: „Ich habe nicht mit Ihnen geredet. Sondern mit der Ente!“

Im Vergleich zum Verhältnis zwischen Gastronomen und Versicherern ist die Beziehung zwischen Donald Trump und Barack Obama geradezu eine Liebesgeschichte. Der Volksmund wusste schon immer: „Wer nichts wird, wird Wirt“. Seit Corona gilt: „Wer Wirt wird, wird nichts mehr.“ Kaum eine andere Branche wurde von der Krise so hart erwischt wie die Gastronomie. Nun haben allerdings viele Wirte vorgesorgt und für den Fall krankheitsbedingter Schließungen eine Versicherung abgeschlossen. Leider wollen viele Versicherer jedoch nicht zahlen. Mit Argumenten, die teils so windig sind, dass Xavier Naidoos Verschwörungstheorien im Vergleich grundsolide wirken…

So schrieb die Bayrische Versicherungskammer noch am 4. März, das Coronavirus sei im Deckungsumfang bestehender Betriebsschließungsversicherungen enthalten. Wenige Wochen später (vermutlich hatte zwischenzeitlich jemand nachgerechnet, was das Ganze kosten würde) konnte sie sich daran nicht mehr so recht erinnern. Auf einmal meinte sie, dass der Deckungsumfang sich nicht auf flächendeckende Schließungen beziehe. Flächendeckend geschlossen war in diesem Fall also auch die Erinnerungskultur der Versicherung

Dieser „das war doch nicht so gemeint“-Ansatz kommt bei den Wirten nicht so wahnsinnig gut an. Und so bleibt bei vielen das Gefühl, dass die Vorsilbe „ver“ häufig einen Irrtum einleitet: Ver-laufen, ver-spekuliert, ver-heiratet – oder eben ver-sichert. So gesehen macht die Versicherung nicht sicherer, sondern nur ärmer.