Warum wir Privatversicherte brauchen!

Keine Wartezeit beim Arzt. Sogar die Bio-Resonanz-Behandlung wird übernommen. Heilpraktiker sowieso: Das Privat-Patienten-Eldorado. Die Versicherungen der Reichen und Gesunden schwimmen in Geld, während sie Ärzten ihr Golf-Handicap und den Porsche finanzieren. Und gesetzlichen Krankenkassen den kranken, armen und alten Gesundheitsmüll überlassen…

Soweit das Klischee. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt jetzt zu dem Schluss, dass gesetzlich Versicherte bei Auflösung der Privatkassen bis zu 145 Euro weniger Beitrag pro Jahr zahlen. Und nicht mehr die runderneuerte Unternehmer-Gattin tolerieren müssten, die sofort behandelt wird, während das Gros der Anwesenden bereits seit drei Tagen im Wartezimmer vor sich hinvegetiert.

Diese Sichtweise ignoriert, dass das deutsche Gesundheitssystem auf zwei völlig unterschiedlichen Glücks-Spielen basiert. Die private Krankenversicherung wettet, dass ihre Versicherten weniger kosten, als sie einzahlen. Sollte diese Wette nicht aufgehen, erhöht sie einfach die Tarife. Im Alter müssen Privatpatienten daher häufig ihren Leistungskatalog drastisch einschränken, weil sie sich die volle Leistung einfach nicht mehr leisten können. Da stirbt man dann, weil man zwar bei Krebs ein Einzelzimmer kriegt, sich den Schlaganfall aber nicht mehr leisten konnte…

Gesetzliche Kassen hingegen wetten, dass Ärzte es irgendwann satthaben, immer nur überflüssige, aber lukrative Untersuchungen an der Unternehmer-Gattin vorzunehmen, zumal deren eingebildete Haus-Staub-Allergie echt nervt…

Die Studie schlägt vor, private Krankenkassen in die gesetzlichen zu integrieren, was allerdings nach finanziellem Ausgleich für Ärzte und Kliniken nur noch eine marginale Ersparnis für die gesetzlich Versicherte brächte. Und ganz generell die Frage aufwirft, ob man sich eine gesetzliche Kasse mit Zockern teilen möchte, die darauf wetten, im Alter gesund und reich zu sein…