Autor: Alexa Knitter

Warum wir jetzt nicht mehr atmen!

„Globste wirklich, dat dat jegen den Virus hilft?“ fragt mich der ältere Herr im Supermarkt und deutet auf meine zugegebenermaßen etwas in die Tage gekommene Atemschutzmaske. „Natürlich nicht,“ sage ich, „die schützt nur Sie vor meinem „Was-auch-immer-ich-habe“. „Ach, so’n Quatsch“, brummelt er und schlendert zum Bier-Regal. Ich werde nachdenklich – ist das jetzt einfach nur cool oder ziemlich dumm?

Atemschutzmasken sind das Ding des Jahres. Die Nachfrage ist immens. Mit einem entsprechenden Preisanstieg. Kosteten sie Mitte Februar noch 45 Cent das Stück, sind es mittlerweile bis zu 13,52 Euro. Ein Anstieg um 3000 Prozent. Anders gesagt: Hätten Sie im Februar einen Kredit über 1 Million Euro aufgenommen und in Atemschutzmasken investiert, wären Sie heute 29 Millionen schwer…Oder: Hätte die Lufthansa für 35 Milliarden Euro Atemschutzmasken gekauft, wäre sie heute über eine Billion schwer und könnte Apple übernehmen… Der DAX-Index läge bei einem ähnlich rasanten Anstieg bei 270.000 Punkten!

Wer hätte so etwas Anfang des Jahres gedacht? In einer Zeit, als Friedrich Merz noch von „Burka-Verbot“ träumte, nicht ahnend, dass nur Wochen später die ganze Welt nach Gesichtsverhüllung schreit. Die neue slowakische Regierung trug beim Amtseid ausnahmslos Atemschutzmasken. Da konnte auch dem Letzten dämmern, dass grade männliche Politiker mit Schleier wesentlich attraktiver wirken…

Außerdem: Wäre das Maskenfest „Karneval“ ausschließlich mit bunten Atemschutzmasken begangen worden – noch heute ahnte niemand (außer den Anwohnern), dass irgendwo am Ende der Welt ein „Kreis Heinsberg“ existiert! Dieses Nichtwissen hätte einige Leben spürbar verlängert…

Doch Menschen wie der tollkühne Atemschutzmasken-Verächter im Supermarkt haben auch ihr Gutes: Sie senken die Nachfrage. Ich segne innerlich den alten Herrn und wünsche ihm alles Gute – er ist ein Vorkämpfer für bezahlbare Atemschutzmasken!

Warum wir jetzt wieder küssen!

Reden wir nicht immer nur von denen, die in diesem Wohlstandsland in einem fetten sozialen Netz landen, all jene Selbstständigen, Friseure oder Inhaber kleiner Theater und Gaststätten. Sprechen wir von denen, die wirklich nichts haben, die in der ganzen Welt zu finden sind, und die jetzt vor dem Ruin stehen. Sprechen wir von… Adidas.

Der Weltkonzern aus Franken stellte gleich nach Inkrafttreten des „Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Covid-19 Pandemie“ seine Mietzahlungen (weitgehend und vorläufig) ein. Zusammen mit anderen Habenichtsen wie H&M oder Deichmann. Das zog einen Aufschrei des Entsetzens nach sich. Viele forderten gar einen Boykott von Adidas. Leider sieht es etwas bescheuert aus, wenn Menschen vor Geschäften stehen, die bereits geschlossen sind, und dazu lauthals „Boykott“ rufen. Das ist ein wenig, als ob man vor dem Fenster der Ex-Frau steht, die bereits mit dem Neuen zusammen wohnt, und dazu schreit: „Ich trenne mich jetzt von dir!“

Adidas war schon immer recht erfolgreich darin, im Haifischbecken des Kapitalismus erfolgreich mitzuschwimmen. Schließlich ist man ein Weltkonzern und daher geradezu verpflichtet, jegliche Produktion an schlecht gesicherte (und bezahlte) Näherinnen in Bangladesch oder gar an Kinderarbeit-affine Sub-Unternehmer outzusourcen. Dass Adidas Gründer Rudolf und Adolf Dassler NSDAP-Mitglieder waren – geschenkt. Dass der Konzern (wie H&M übrigens auch) Arbeitnehmer-Rechte in vielen Produktionsländern bereits lange vor Ankunft von Covid-19 komplett in Quarantäne steckten, ebenfalls geschenkt. An Bestechungsskandale wie den um Horst Dassler in den 80ger Jahren oder der amerikanischen Basketball-Liga 2017 haben wir uns gewöhnt. Aber dass sie Trump-Freund Kanye West als Werbeträger engagierten – wie tief kann man fallen?

Ein Boykott wird es nicht richten. Aber wenn Sie Corona-negativ sind und demnächst einen der Verantwortlichen in seiner Limousine entdecken, klopfen Sie freundlich ans Fenster, warten Sie, bis er öffnet, ziehen Sie die Gesichtsmaske nach unten und… husten Sie ihm eins!

Warum wir den Zahlmeister mal einpacken können!

Wenn man einigen Kommentaren glauben kann, geht ein neues Gespenst um in Europa: Corona Bonds! Was zuerst einmal wie ein Klassentreffen ehemaliger Bond-Darsteller bei mexikanischem Bier klingt – „Corona-Bonds“ eben – entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das, was sich bei eingefleischten Deutsche-Mark-Fans als das „Wir-wollen-nicht-mehr-Zahlmeister-von-Europa-sein“-Syndrom entpuppt.

Was aber sind Corona-Bonds? Je nach Lesart geht es dabei um zeitlich begrenzte Gemeinschaftsanleihen, bei denen südeuropäische Staaten sich günstig Geld leihen können, während nordeuropäische Staaten etwas draufzahlen. Deshalb finden Italiener, Spanier und Portugiesen diese Idee auch prima. Niederländer, Österreicher, Deutsche und Finnen hingegen sind in etwa so begeistert wie von einer Corona-Party mit dem infizierten Boris Johnson.

Das Ganze ist ein wenig wie eine fiktive Studentinnen-Wohngemeinschaft in Friedrichshain, bestehend aus der deutschen Medizinerin Paula, der Betriebswirtin Antje aus Amsterdam, der Italienerin Rosanna (Theaterwissenschaften) und der Spanierin Carmen (Kunstgeschichte). Die WG braucht einen neuen Kühlschrank und überlegt deshalb, einen gemeinsamen Kredit aufzunehmen, der zu gleichen Teilen zurückgezahlt wird. Ein „Fridge-Bond“ gewissermaßen. Carmen und Rosanna (beide bereits verschuldet) hatten die Idee, Paula und Antje finden sie doof. Unter anderem, weil die sehr attraktive Carmen in erster Linie männliche Models flachlegt und Rosanna in bester Theater-Manier das Hauptfach „Rotwein“ belegt zu haben scheint. Trotzdem wird der Kühlschrank erworben. Noch während der Kredit-Laufzeit bricht bei Paula Multiple Sklerose aus, und Antje versinkt in einer schweren Depression. Beide fallen für die Tilgung des Kredits aus. Carmen und Rosanna hingegen sind mit ihren Instagramm-Accounts „Models for every woman“ (Carmen) und „Vino Rosso“(Rosanna) sehr erfolgreich und zahlen das Geld aus der Porto-Kasse zurück…

Solidarität ist zwar teuer – Egoismus jedoch unbezahlbar!

Warum wir den Atemschutz schützen!

Sagen wir, wie es ist. Einfach nur Atmen ist Mist. Aber nicht mehr atmen ist großer Mist! Atem schützen heißt also Leben schützen. Zu heftiges Atmen andererseits ist auch großer Mist, insbesondere in Form von Niesen oder Husten. Wer solches in der Öffentlichkeit tut, muss jetzt mit Lynchmord oder, schlimmer noch, mit Internetsperre rechnen, was gleichbedeutend ist mit kompletter sozialer Ächtung oder, schlimmer noch, keinem Zugang zu irgendeiner Form von Sex.

Die Lage ist also gravierend. Um das Atmen vor dem Corona-Virus zu schützen, braucht es daher Atemschutzmasken. Sechs Millionen dieser für deutsche Ärzte bestellten und dringend benötigten Artikel sind jetzt am Flughafen von Nairobi in Kenia verschwunden. Spurlos. Folge: keine. Warum? Zählt Atemschutzmasken-Verschlampen/Raub dieser Tage nicht als Kapitalverbrechen. Ist Atemschutz etwa kein gelebter Artenschutz?

Wie hätten etwa die Amerikaner reagiert? Wahrscheinlich so: Trump verdächtigt Kenia der heimlichen Bereicherung an medizinischen Notlagen – oder gar der heimlichen Herstellung eines Impfstoffes, der nicht nur gegen Malaria, sondern auch gegen Covid-19 wirkt. Elementare amerikanische Interessen sind durch das autoritäre Regime Kenias bedroht. Um den Atemschutzmasken-Nachschub zu sichern und das unterdrückte Volk Kenias zu befreien, besetzen amerikanische Truppen das Land. Leider sind die sechs Millionen Atemschutzmasken nicht auffindbar… Stattdessen gründen sich Stammes-Milizen, die alte Rechnungen zu begleichen haben. Das Land versinkt im Bürgerkrieg, die US-Truppen ziehen sich zurück, die ganze Region wird destabilisiert. Ein gigantischer Flüchtlingsstrom ergießt sich nach Europa. Alle sind genervt. Währenddessen entdeckt ein Chinese auf einem Markt in Szechuan eine bedrohte Tierart, die er noch nicht gegessen hat, und die Träger eines der Menschheit noch unbekannten, neuen Virus der SARS-Gruppe ist…

Vielleicht ist es doch besser, einfach neue Masken zu bestellen.

Warum wir jetzt erben!

Ausgangssperren, Regale in den Läden leer, Grenze dicht – viele ehemalige DDR-Ostalgiker werden denken: endlich mal wieder Normalität! Oder wie es im Fußball gern heißt: Nach der Wende ist vor der Wende. Der einzige Staat, in dem diese Krise nicht weiter auffällt: Nordkorea!

Und es gibt Widerstand gegen die neue Bevormundung des Staates. Subversive Treffen, heimliche Zusammenrottungen, Corona-Partys. Man fragt sich, wann es die ersten Groß-Demos gegen den Corona-Terror gibt. Allerdings müsste auf den Plakaten dann stehen: „Wir waren das Volk!“ Denn so eine Groß-Demo wäre ein sicherer Weg, das Virus noch viel schneller zu verbreiten, als das ohnehin grade der Fall ist. Mit einer entsprechenden Erhöhung der Todesfälle unter Alten und Schwachen. Das kann natürlich auch ein Weg sein, Omis Erbschaft zu beschleunigen. Statt „Party machen, bis der Arzt kommt“ heißt es „Party machen, bis die Erbschaft kommt“. Und einige von denen, die vor ein paar Wochen noch wütend über „Omagate“ („meine Oma ist ne alte Umweltsau“ im WDR) herzogen, stehen bald freudig am „Omagrab“.

Corona-Partys können auf diese Weise den „Volkskörper gesunden lassen“ und Ältere sowie Menschen mit Vorerkrankungen „aussortieren“ – Adolf hätte seine helle Freude gehabt. Endlich mal einer, der durchgreift gegen die den „Volkskörper“ belastende Rentnerschwemme. „Covid19“ macht die Rente wieder sicher. Immer nach der Devise: Kuscheln bis zum „Endsieg“!

Das einzige, was anscheinend hilft: „Soziale Distanzierung“ – einst automatisches Resultat der wenig segensreichen Hand neo-liberal subventionierter Märkte, wird auf einmal erste Bürgerpflicht. Stubenhocker sind die neuen Helden der Nation. Wer Oma liebt, bleibt daheim. Oder, wie ein Freund neulich sagte: „Meine Eltern und Großeltern haben in zwei Weltkriegen gekämpft, Inflation und Hungersnöte überlebt. Vielleicht schaffe auch ich es, vier Wochen auf dem Sofa zu sitzen.“

Warum Berlin kein Netz hat!

Abseits von Corona gibt es andere Dramen. Ich habe mir in einem Anfall von „Ich-wechsele-aus-Geldgründen-den-Stromanbieter“ einen neuen Stromanbieter besorgt. Es handelt sich um Vattenfall. Aber nicht irgendein Vattenfall, sondern den „Natur Strom 12“-Tarif – gewissermaßen das Tofu-Steak unter den Stromanbietern. Freudig erregt erhalte ich bald darauf Post von Vattenfall, die mir sicherlich bestätigt, dass ich jetzt mit meinem Strom die Welt rettete. Das jedoch tat sie nicht. Vattenfall informierte mich stattdessen, dass sich niemand gemeldet hätte, der mir Strom liefere und dass ich jetzt von ihnen mit „Basis-Strom“ beliefert würde. „Basis-Strom“ – geht’s noch? Statt des erhofften Bio-Stroms würde ich mit Kohle und Atom die Welt zerstören. Zerstört war auch ich, und zwar am Boden…

Ich rufe bei Vattenfall an. „Ihr Strom-Wechsel hat nicht funktioniert? Sie wohnen vermutlich in Berlin,“ sagt der Mitarbeiter mit dem Hamburger Dialekt. Was ist das für eine Herangehensweise? Dieses platte Problembewusstsein steht auf einer Ebene mit: „Ihr Leben ist aus den Fugen geraten? Sie wohnen vermutlich in Berlin!“ „Ihr Drogenlieferant wurde nicht zum Ministerpräsidenten gewählt? Sie wohnen vermutlich in Berlin.“ „Sie können nicht wegfliegen? Sie…“ (Sie wissen schon).

Es stellt sich heraus, dass Vattenfall in Berlin ein „Software-Problem“ hat. Meine Situation würde sich von selbst regeln. Irgendwann… Oho, Software-Problem, da kann man ja nix machen! Passiert halt. Ähnlich wie Unwetter im Mittelalter werden Software-Probleme heute irgendeiner übergeordneten, fast göttlichen Macht zugeordnet. Irgendein Chip geriet vermutlich in die Wechseljahre und zack, schon liegt alles darnieder.

Vermutlich sieht so das Ende der Menschheit aus: Innerhalb weniger Tage digital vernichtet. Software-Problem. Weltweiter Computer-Corona. Sorry. Nur ich überlebe. Zusammen mit 3,8 Millionen anderen Menschen in meiner Gegend. Weil wir kein Netz hatten. Wir wohnen nämlich in Berlin!

Warum wir Zeitungen kaufen müssen!

Die Corona-Welle hat Auswirkungen. Der größte Börsencrash seit dem 11. September 2001 stürzt die Investitionswelt in Panik. Die Lufthansa ruft nach Staatshilfen, die Deutsche Bank ist fast auf Ramsch-Niveau, sogar die Erotikmesse Graz wurde „abgeblasen“ – wobei man sich bei letzterer die Frage stellen muss, ob sie dann nicht doch stattfindet…

Hier findet sich auf einmal ein Produkt an der Spitze der Verwertungskette, das bislang ein unscheinbares, fast verachtetes Schatten-Dasein fristete: Klopapier. Wer kennt sie nicht, die Bilder leer gekaufter Supermarktregale, einst voll von jener Ware, die von vielen nur verächtlich „Sch…haustapete“ geschimpft wird. Jetzt ist sie auf einmal ein Synonym für „Hamsterkäufe“, was natürlich komplett irreführend ist, weil es Hamster im Gegensatz zu Klopapier schließlich noch gibt.

Was mit dem massenhaften Erwerb der „papiernen Hintern-Schmeichler“ genau bezweckt wird, bleibt ungewiss. Vielleicht sind viele Menschen der Ansicht, dass man das Virus einfach „zukacken“ kann… Oder es bricht sich ein archaisches Wissen die Bahn, dass man in Krisenzeiten alle „Exit-Optionen“ offen halten muss…

Die flächendeckende Versorgung mit Toilettenpapier ist übrigens eine Errungenschaft der Moderne. Unsere Vorfahren hatten mit Glück Zeitungspapier – übrigens in Zeiten der Krise wieder eine nachhaltige Zweit-Verwertung dieses Mediums!

Einige Männer sollen sogar versucht haben, die Klopapierflaute bei Verabredungen mit Damen brutal auszunutzen mit dem Hinweis, dass es bei ihnen zu Hause übrigens noch Klopapier gebe…Auf dem Schwarzmarkt wird ein Blatt Klopapier demnächst den gleichen Preis erzielen wie eine Deutsche Bank Aktie – böse Zungen behaupten, es wäre eben wesentlich nachhaltiger, Kacke zu beseitigen als sie zu finanzieren – etwa durch die Unterstützung von Donald Trump!

So hat die Krise bei allen Nachteilen den einen Vorteil: Sie verdeutlicht, dass unsere Zivilisation im wortwörtlichen Sinn ziemlich „am Ar… hängt“.

Wie wir endlich wieder Weltmeister werden!

Die Deutschen sind Frustweltmeister! So das Resultat einer Auswertung von 14 Millionen weltweiten Mitarbeiter-Kommentaren. Nirgendwo sonst auf dem Planeten gehen Menschen so ungern zur Arbeit wie bei uns. Anstatt aber jetzt darüber zu meckern gilt es, die Chancen wahrzunehmen: Im Frust sind wir Weltmeister! Anders als etwa im Fußball. Oder im Handball. Oder in irgendeiner anderen ernstzunehmenden Sportart. Was wir jetzt brauchen, sind nicht irgendwelche Motivations-Seminare, sondern die gezielte Platzierung der Frust-Weltmeisterschaften im Olymp der Sportarten.

Nehmen wir beispielsweise eine nordhessische Kleinstadt als Austragungsort der Frust-Weltmeisterschaften. Teams aus aller Herren Länder werden vertreten sein: gutgelaunte Australier, Skandinavier oder Türken, die aber vom Weltmeister in Nullkomma-Nix auf Normalmaß zurecht gestutzt werden durch „Ausländer raus“ Parolen oder Affen-Schreie – kleine Gratis-Motivationsmaßnahmen, damit sie mit dem elitären deutschen Teilnehmerfeld konkurrieren können.

Dann der Einlauf der Champions ins Stadion: Ronny Lengsfeld aus Spremberg, Bronzemedaillengewinner seit 1999, der ein fröhliches „Guten Morgen“ sofort kontert mit: „Fresse, ihr Säcke – hat euch der Gute-Laune-Bär ins Müsli geschissen oder was?“ Dann Kevin Müller aus Darmstadt, der auf den „na, wie ist denn unsere Laune heute?“-Challenge mit einem „Noch so’ne schwule Frage – und ich hau dir’n Kiefer in die schiefe Lage!“ pariert, aber erst als Timo Koslowski, mehrmaliger Mecker-Weltmeister aus Jena-Löbeda und Duz-Freund von Björn Höcke kommt und schreit: „Arbeit ist das, was Windeln für ein Kleinkind sind: Für’n A….!“ explodiert das Stadion in Applaus – oder das, was man dort als Applaus bezeichnet, also ein gemurmeltes „gar nicht mal so übel“. Spätestens dann ist klar: der Weltmeistertitel ist Deutschland wieder mal sicher!

Warum wir nicht an Corona ersticken!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Corona-Virus ist gefährlich und Händewaschen erste Bürgerpflicht. Aber: Corona-Panik führt zu Überfällen auf Atemmasken-Depots, Barilla-Nudeln werden gehandelt wie eine neue Kryptowährung, die ersten Seifen-Engpässe stehen an. In Folge trauen sich Menschen nicht mehr aus dem Haus und essen zu viele Nudeln, was wiederum zu Verdauungsstörungen, Mangel-Erscheinungen sowie geschwächter Immunabwehr führt. Sie erliegen dann der Influenza, die sie sich beim Aufstocken der Nudel-Vorräte im Supermarkt zuzogen.

Luftverschmutzung andererseits tötet laut einer diese Woche veröffentlichen Max-Planck-Instituts-Studie weltweit geschätzt über acht Millionen Menschen pro Jahr. Zum Vergleich: Durch Kriege, Morde und Selbstmorde sterben auf dem Planeten jährlich etwa 1,5 Millionen Menschen. An Covid-19 starben bisland unter 5000. Schockierend: Während man öffentliche Verkehrsmittel in Virus-Panik meidet, wird der eigene SUV zum Feinstaub-Killer im Stau. Es ist ein wenig wie im Krimi, in dem der Gärtner der Hauptverdächtige ist, während die schizophrene Gattin unentdeckt weiter mordet…

Apropos schizophrene Gattin: Andreas-„Tempolimit ist gegen den gesunden Menschenverstand“-Scheuer muss im Augenblick vor einem Untersuchungsausschuss einen Maut-Schaden von 500 Millionen Euro verantworten. Die Ausländer-Maut hat also jeden Inländer (bei 83 Millionen) etwa sechs Euro gekostet! Zudem ist seine feinstaub-freundliche Verkehrspolitik Auslöser für viele Tode in Deutschland. Überspitzt formuliert: Sogar der Verkehrsminister ist tödlicher als Corona! Dagegen hilft übrigens weder Atemmaske, Händewaschen noch Nudeln. Ein Nudelholz hingegen… (Pfui – das hat man nun davon, dass man mit zu vielen Comics im TV aufwuchs).

Nur in Sachsen-Anhalt gibt es übrigens noch keine Corona-Fälle – bitter: Noch nicht mal ein Virus traut sich mehr nach Magdeburg!

Warum wir jetzt Muslime werden!

Das Corona-Virus ist mittlerweile auch in Berlin angekommen. Die Verbreitung wird praktischerweise gefördert durch Mitarbeiter der Notaufnahme, die einen Erkrankten zum Viren-Verbreiten erst mal wieder nach Hause schickten, ohne das Test-Resultat (welches positiv war) abzuwarten. So weit, so doof. Oder so „gut gerüstet“, wie die Regierung fabuliert.

Das Ganze ist natürlich eine riesige Verschwörung. Der Virus ist nämlich ein Islamist! Zwar wurde er nicht durch Araber eingeschleppt, sondern kommt aus China, wo er vermutlich von der Hufeisennasenfledermaus übertragen wurde, da dort bekanntermaßen alles auf dem Speisezettel steht, was unter „gefährdete Tierarten“ läuft. Außer der FDP, die sogar von Wildtier-Fanatikern verschmäht wird.

Ob diese Hufeisennasenfledermaus Islamist war, ist nicht bekannt. Corona führt jedoch dazu, dass wir uns auch ohne Konvertierung komplett islamisch verhalten: Trotz einer breiten Ablehnung gegen die Vollverschleierung verbergen immer mehr Menschen ihr Gesicht. Die gute Nachricht: Obwohl Atemschutzmasken weitgehend vergriffen sind und im Netz bis zu 20 Euro kosten – günstige Burkas mit ähnlicher Wirkung sind noch zu haben! Sogar in der kleidsamen Modefarbe schwarz!

Auch die Scharia wurde bereits eingeführt: Unzucht vor der Ehe – kurz Tinder – ist effektiv verboten. Wer jetzt noch an Unbekannten leckt, wird mit Quarantäne nicht unter zwei Wochen bestraft. Oder gleich mit dem potentiell tödlichen Virus.

Die Deutschen kaufen zudem Vorräte ein, als schickten sie sich an, eine Kamel-Karawane durch die Wüste zu machen. Viele kürzlich geschiedene Damen vertrauten mir allerdings an, sie hätten das Kamel bereits allein in die Wüste geschickt und die Karawane zöge jetzt ohne weiter…

Warum unternimmt die AfD da nix gegen? Weil die Beweislage zu dünn ist? Nun, hier ist der ultimative Islamismus-Beweis: Neuerdings verweigern deutsche Männer sogar deutschen Frauen das Händeschütteln. Wie jüngst Seehofer mit Merkel. Wo soll das noch enden?

Warum wir uns jetzt reich husten!

Vor drei Tagen in einem Restaurant nahe Heidelberg. Kurz vor meinem Auftritt. Jemand hustet. Die anderen Gäste schauen sich panisch um. Einige sehen so aus, als würden sie sich gleich auf den Boden werfen und die Hände über Kopf falten, um nicht von umherfliegenden Viren getroffen zu werden. „Na,“ fragt der Wirt in seinem Odenwald-Dialekt, „ha‘sch Corona?“ Mir persönlich ist es neu, dass Corona jetzt auch eine Hasch-Sorte ist, aber man lernt halt nie aus…

Das Corona-Virus verändert das Miteinander. Ich überlege, ob Bankräuber jetzt die Waffen zu Hause lassen, einfach in eine Bank marschieren und schreien: „Alles auf den Boden – oder ich huste!“ Oder ob das Burka-Verbot jetzt auch für Friedrich Merz vom Tisch ist und jetzt stattdessen ersetzt wird durch eine „Burka-Pflicht für alle“ – schließlich bleibt das Sars-CoV-2-Virus dann beim Husten im Stoff hängen…

Natürlich muss man dieser Tage den Unterschied zwischen „Sars-CoV-2“ und „Covid-19“ kennen: Ersteres beschreibt das Virus, letzteres die davon verursachte Lungenentzündung. Leider wird man wenig Gelegenheit haben, mit diesem Fachwissen zu glänzen, weil immer mehr Partys abgesagt werden. Aus Corona-Angst. Auch in meinen Vorstellungen sehe ich die ersten Corona-Angst-Lücken. Was wenig Sinn macht. Schließlich stärkt Lachen erwiesenermaßen die Abwehrkräfte. Ganz dumm ist es, auf den Kabarett-Abend zu verzichten, um sich dann mit geschwächter Abwehr im Supermarkt zu infizieren…

So schwanken wir zwischen „Panik und Pandemie“. Der Begriff „Panik“ geht zurück auf den griechischen Hirtengott „Pan“, welcher in der Mittagszeit ungern gestört wurde und dann wutentbrannt seine Ziegen erschreckte, welche in alle Richtungen davonstoben – eben in „Pan“-ik. Noch so ein nutzloses Partywissen, das Sie jetzt nicht mehr loswerden…

Doch sehen wir auch die positiven Aspekte: Der CO2-Ausstoß von China hat sich durch den Ausbruch von Corona um ein Viertel reduziert – und das ist erst der Anfang. Vielleicht hat Sars-CoV-2 das Zeug, den Klimawandel aufhalten. Das wäre doch mal eine Schlagzeile wert: Corona rettet die Menschheit!

Warum er nicht ausgeMerzt wurde!

Gestern verkündete Friedrich Merz seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz. Endlich mal jemand aus der „Mittelschicht“, denkt man erleichtert, während man den Lear-Jet betankt, um zur Konferenz nach Cottbus zu fliegen.

Leider leistet sich der Kandidat den einen oder anderen Lapsus. Neuerdings ist er sogar für Frauenrechte! Er würde sich wünschen, dass die Grünen „beim Thema „Burkaverbot“ auf unserer Seite“ wären, twitterte er neulich. Und: „Vollverschleierung ist ein Zeichen absoluter Missachtung fundamentaler Rechte von Frauen.“ Damit ist er ein kompletter Umfaller. Vor 22 Jahren immerhin stimmte Merz noch gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe und stand damit fest gegen Frauenrechte und an der Seite muslimischer Männer, die das haargenau so sehen. Zwei Jahre vorher stimmte er gegen die Straffreiheit von Frauen bei Abtreibungen bis zum vierten Monat, wiederum fest an der Seite muslimischer Männer, die das genauso sehen. Auch sein Kommentar zu Wowereits Homosexualität „ist mir egal, solange er sich mir nicht nähert“ dürfte breite Zustimmung in der muslimischen (männlichen) Community gefunden haben. Merz‘ Verrat an seinen muslimischen Kumpels schmerzt.

Ein böser Verdacht drängt sich auf: Hat sich eventuell doch etwas Sozialdemokratie in den Hardliner geschlichen? Hat Angie ihm heimlich ein paar ihrer Stammzellen verabreicht? Was kommt da noch an Feminismus auf uns zu? Fordert Merz demnächst eine „Frauenquote“? Und zwar nicht die auch unter Muslimen so beliebte Quote „vier Frauen pro Mann“…

Andererseits: Mit Merz an der CDU-Spitze ist da einer, der den Chauvinismus nicht kampflos der AfD überlässt. Einer, der Schluss macht mit diesem ganzen Weiber-Gedöns. Der die „Zwangsver-Merkel-ung“ beendet. Der für „Aufbruch und Erneuerung“ in Richtung Vergangenheit steht. Und der der SPD endlich wieder die Sozialdemokratie überlässt – Friedrich Merz ist der Traum-Kandidat aller Linken.

Warum niedrige Steuern uns in den Wahnsinn treiben!

„Wenn ich 12 mit 7,5 multipliziere,“ frage ich meinen Neffen, um ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen, „dann ist das gleich…?“ „Ach, hör doch auf mit der Gleichmacherei!“ lautet die freche Antwort. Am nächsten Tag räche ich mich: „Möchtest du heute Nudeln essen oder Fisch?“ „Ist mir gleich,“ lautet die gelangweilte Teenage-Antwort. „Ach, hör doch auf mit der Gleichmacherei!“

Denn „Gleichmacherei“, so eine verbreitete Meinung, ist schlecht. Sie ignoriert, dass Menschen verschieden sind. Was natürlich im Einzelfall zutrifft, obwohl predictive analytics, also Algorithmen, die das Einkaufsverhalten von Menschen vorherberechnen, das Gegenteil zu belegen scheinen… Deshalb, so die Anti-Gleichmacher-Ideologie, sei es schön, wenn in einer Gesellschaft alle verschieden sind, wenn es ganz reiche und ganz arme Menschen gibt. Und wenn reiche Menschen wenig Steuern zahlen, weil sie dann ganz wohltätig sein können. Was natürlich auch im Einzelfall zutrifft, klar.

Eine großangelegte Studie in Großbritannien kommt jetzt allerdings zu dem Schluss, dass in ungleichen Gesellschaften die Zahl psychisch auffälliger Menschen dramatisch in die Höhe schnellt. Die, die wenig haben, fühlen sich gestresst, weil sie nicht so viel konsumieren können. Die, die viel haben, sind gestresst, weil sie Angst haben, dass ihnen jemand etwas wegnimmt. Entweder der Staat – oder irgendwelche Räuber. Oder beide in Personalunion – also das Finanzamt.

Dieser Stress führt zu einer erhöhten Anzahl an Depressionen, Narzissmus und Psychosen. Wenn also immer mehr Menschen sich überfordert fühlen und nach einfachen Lösungen, am besten einer „Endlösung der Migrationsfrage“ suchen, wenn immer mehr wahnsinnige „Einzeltäter“ auf vermeintlich Andersartige schießen, dann kann das auch mit fehlenden Erbschafts- oder Vermögenssteuern zusammenhängen. Und an der Stelle ist Gleichmacherei vielleicht doch nicht so schlecht…

Warum wir Privatversicherte brauchen!

Keine Wartezeit beim Arzt. Sogar die Bio-Resonanz-Behandlung wird übernommen. Heilpraktiker sowieso: Das Privat-Patienten-Eldorado. Die Versicherungen der Reichen und Gesunden schwimmen in Geld, während sie Ärzten ihr Golf-Handicap und den Porsche finanzieren. Und gesetzlichen Krankenkassen den kranken, armen und alten Gesundheitsmüll überlassen…

Soweit das Klischee. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt jetzt zu dem Schluss, dass gesetzlich Versicherte bei Auflösung der Privatkassen bis zu 145 Euro weniger Beitrag pro Jahr zahlen. Und nicht mehr die runderneuerte Unternehmer-Gattin tolerieren müssten, die sofort behandelt wird, während das Gros der Anwesenden bereits seit drei Tagen im Wartezimmer vor sich hinvegetiert.

Diese Sichtweise ignoriert, dass das deutsche Gesundheitssystem auf zwei völlig unterschiedlichen Glücks-Spielen basiert. Die private Krankenversicherung wettet, dass ihre Versicherten weniger kosten, als sie einzahlen. Sollte diese Wette nicht aufgehen, erhöht sie einfach die Tarife. Im Alter müssen Privatpatienten daher häufig ihren Leistungskatalog drastisch einschränken, weil sie sich die volle Leistung einfach nicht mehr leisten können. Da stirbt man dann, weil man zwar bei Krebs ein Einzelzimmer kriegt, sich den Schlaganfall aber nicht mehr leisten konnte…

Gesetzliche Kassen hingegen wetten, dass Ärzte es irgendwann satthaben, immer nur überflüssige, aber lukrative Untersuchungen an der Unternehmer-Gattin vorzunehmen, zumal deren eingebildete Haus-Staub-Allergie echt nervt…

Die Studie schlägt vor, private Krankenkassen in die gesetzlichen zu integrieren, was allerdings nach finanziellem Ausgleich für Ärzte und Kliniken nur noch eine marginale Ersparnis für die gesetzlich Versicherte brächte. Und ganz generell die Frage aufwirft, ob man sich eine gesetzliche Kasse mit Zockern teilen möchte, die darauf wetten, im Alter gesund und reich zu sein…

Wie Sie jetzt reich werden!

Brauchen Sie Geld? Mehr Geld, als Sie je im Lotto gewinnen können? Ziehen Sie nach Hamburg. Dort klauen Sie Ihrem Nachbarn sein Erspartes. Ihr Nachbar findet das nicht so wahnsinnig toll. Er benutzt sogar die hässlichen Worte „nicht legal“ und „Riesenschweinerei“ (Finanzminister Olaf Scholz). Sie erklären Ihrem Nachbarn, dass er zufällig die Kellertür aufgelassen hätte und insofern Ihren Diebstahl geradezu einlud. Als Ihr Nachbar daraufhin antwortet, dass man nach derselben Logik Frauen in Miniröcken vergewaltigen könne, weisen Sie dieses Argument als irreführend zurück. Außerdem trügen Sie keine Mini-Röcke. Aus Prinzip nicht. Und weil Sie Mann sind.

Es vergeht etwas Zeit. Auf einmal fällt Ihrem Nachbarn auf, dass er das von Ihnen geklaute Geld zurückfordern muss, da das Vergehen sonst verjährt. Er entscheidet sich, keine Forderung zu stellen, um den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden. Sie behalten das Geld und leben glücklich bis ans Ende Ihrer Tage.

„Na ja“, sagen Sie jetzt vielleicht, „und was geht mich das an?“ Nun, der beklaute Nachbar sind Sie! Und es geht um 278 Millionen Euro! Soviel erstattete das Finanzamt der Hamburger Warburg Bank-Gruppe an zu viel entrichteten Steuern zurück. Nur hat die Bank diese Steuern nie gezahlt, da es Schein-Steuern aus Cum-Ex-Geschäften waren. Als es um eine Korrektur des Steuerbescheids ging, ließ das Hamburger Finanzamt die Frist verstreichen und schenkte der Bank etwa 50 Millionen. Das Ganze nach einem Treffen des Bank-Chefs Olearius mit dem damaligen Hamburger Bürgermeister. Sein Name: Olaf Scholz. Heute Finanzminister. Damals zuständiger Finanzsenator: Peter Tschentscher – heutiger Bürgermeister des Stadtstaats.

Das ist auch Klima-Katastrophe. Nicht nur ist der Norden so warm wie einst der Süden – auch das ehemals auf Bayern und die CSU begrenzte „Mauschel-Amigo-System“ findet man jetzt in Hamburg wieder! Und bei der SPD!

Warum die Sturmschäden so groß sind!

Zwei Stürme fegten in den letzten Tagen über Deutschland hinweg. Der eine hinterließ Verwüstung, irreparable Schäden, Verzweiflung – der andere hieß „Sabine“. Aber der Sturm „Annegret“ war bei weitem der mit den nachhaltigeren Folgen. Denn „Annegret“, bislang unter ihrem Tarn-Namen AKK bekannt, will nicht mehr wehen. Zu viel Gegenwind.

Als Folge bläst nun ein Tornado durch die CDU, und zwar leider keines von den Flugzeugen des Verteidigungsministeriums, die nicht in die Luft können. Es ist ein veritabler Hurrikan, der die Volkspartei in progressive und nicht ganz so progressive Kräfte zersplittert. Die Sozen lehnen sich derweil im Sofa zurück und gucken dankbar erstaunt, dass mal jemand anders „die zerstrittene Linke“ gibt. Eine Urheberrechtsklage wegen Patentverletzung wird nicht ausgeschlossen.

Doch nicht nur in der CDU wüten die Winterstürme. Auch so gegensätzliche Figuren wie Kardinal Marx und Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann sind auf einmal „vom Winde verweht“. Und man fragt verwirrt: Wem bläst der Höcke im Vatikan und bei Hertha? Nur Donald Trump übersteht das laue Lüftchen des Impeachments. Vermutlich, weil er selbst ein „Twister“ ist…

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung hingegen, Christian Hirte, hatte sich zu sehr über die AfD als Königsmacher von Thüringen gefreut und das auch noch öffentlich gemacht. Auch ihn fegte der Sturm hinweg. Rückenwind hat jetzt ein Mann, bei dem es gut ist, dass man nicht nach dem Nachnamen geht. Sonst wäre das Signal ein Fatales: Wo einst ein „Hirte“, folgt nun ein „Wanderwitz“…

Doch die Stürme haben auch ihr Gutes. In den letzten Tagen wurde unglaublich viel Windkraft ins Netz eingespeist. Oder um es mit einer alten chinesischen Weisheit zu sagen: Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen – die anderen Mauern. Ins Neudeutsche übertragen heißt das: Wer auf Windkraft setzt, für den wird der Sturm zum Rückenwind!

Warum Thüringen kein Hobby ist!

Ein großer Staatsmann hat mal gesagt, dass es besser sei, „nicht zu regieren als falsch zu regieren“. Keine Partei setzt dieses Motto so erfolgreich um wie die FDP von Christian Lindner, der das Bonmot vermutlich in einem Anfall von Übernächtigung schließlich auch prägte. Die Liberalen sind somit die einzig wahre anarchistische Partei der Welt: Sie lehnen – da regieren immer auch eine falsche Komponente hat – konsequent jede Form des Regierens ab. Chapeau!

Den jüngsten Beweis dieser anarchistischen Freiheit liefert der thüringische Landesverband, der in einem Anfall von Realitätsverleugnung einen Kandidaten zum Ministerpräsidenten küren ließ, der ohne die AfD chancenlos gewesen wäre. Bei der AfD klingt es folgerichtig dieser Tage verdammt nach Silvester – die Sektkorken hören mit dem Knallen gar nicht mehr auf.

Thomas Kemmerich dürfte damit der kürzeste Ministerpräsident aller Zeiten sein und als „KüMaZ“ ist die Geschichte eingehen. Geisterfahrer kannte man bisher schon aus dem Straßenverkehr – neu sind in der Demokratie „Geister-Parteien“, die aus dem Nichts auftauchen und zu schweren Unfällen führen. Gottseidank bleibt die FDP sich wenigstens in einem Punkt treu: Kemmerich wird für seine 25-Stunden-Tätigkeit mit dem vollen Ministerpräsidentengehalt sowie einem Übergangsgeld für die ersten 6 Monate (!) belohnt. Das macht zusammen mindestens 93.000 Euro – Nicht-Regieren muss sich wieder lohnen!

Und noch etwas haben die Liberalen geschafft: ein Bundesland, das mit gerade mal 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung in einer Bundestagswahl nicht über die Fünf-Prozent-Hürde käme, ist auf einmal in aller Munde. So viel Publicity hatte Thüringen seit Anfang des 6. Jahrhunderts nicht mehr. Da gab es ein eigenes „Thüringer-Reich“. Das wurde 531 zerschlagen. Von den Franken. Wenn es nach dem Franken Markus Söder geht, könnte man den Landstrich getrost in „Nord-Bayern“ umbenennen… Billiger für die Landeskasse wäre diese Art der „Wiedervereinigung“ auf jeden Fall.

Warum Studierende verarmen!

Der Studierende – ein mehr oder weniger wissbegieriges, meist junges Wesen mit relativ wenig Lebenserfahrung. Wenn man mal von dem Work and Travel-Jahr in Australien absieht, was weitgehend für Partys am Strand von Byron Bay mit Gleichaltrigen genutzt wurde, finanziert von PP (Parentales – oder Papis – Portemonnaie).

Jetzt jedoch ist zukünftige Einkommen der Studierenden in Gefahr. Seit der Tweet einer Schülerin 2015 beklagte, wie wenig sie trotz der Fähigkeit zur Gedichtsanalyse „in vier Sprachen“ von Steuern, Finanzen oder Versicherungen wisse, fragte sich die Finanzbranche besorgt, ob es nicht an der Zeit wäre, schon in der Kita Finanzdienstleister zu positionieren, die „Aufklärungsgespräche“ führen. Was in der Kita (noch) keine Realität ist, wurde mittlerweile an Hochschulen perfektioniert.

Der Finanzdienstleister MLP etwa gründete extra einen Verein, die „Hochschulinitiative e.V.“. Diese bietet finanziell erfahrungsgemäß knapp ausgestatteten Bildungsinstituten „Umsonst“-Seminare zu Themen wie „Steuererklärung“, „Stipendien“, „Bewerbung“ etc. an. Über diese Kurse erhalten die Dozenten (die auf der Gehaltsliste von Finanzdienstleistern wie MLP oder anderer „Strukkis“ stehen) Zugang zu den Daten der Studenten, die anschließend gute Kunden werden können. Und denen man im Larven-Stadium des Studierenden-Seins leicht eine Reihe provisionsgetriebener Finanzprodukte andreht, die teilweise so fragwürdig sind wie eine Krebsbehandlung mit Bachblüten-Therapie. Das ist PPP in Reinkultur – Private-Public-Partnership oder „Papiertiger-perforieren-Pickelgesichter“.

Komisch: niemand käme auf den Gedanken, einen Vampir zum Chef eines Blutspende-Dienstes zu ernennen oder einen Hai als Hüter von Makrelen. Oder einen Nazi zum Verfassungsschützer – obwohl das vielleicht dieser Tage kein so gutes Bild ist… Aber was das Geld unserer Kinder angeht, ist es uns so egal wie die klima-vergiftete Umwelt, die wir ihnen hinterlassen. Dafür gibt es leider nur ein Triple F-Rating – Frisch-Fonds-F…er“…

Warum wir England vermissen!

Seit heute sind die Briten aus der EU raus. Das ist schade und traurig. In Zeiten, wo globale Herausforderungen nur gemeinsam angegangen werden können, kochen die Briten jetzt ihre eigene Suppe. Wer die britische Küche kennt, weiß, dass das keine besonders gute Suppe sein kann…

Hoffen wir jetzt das Beste für England. Hoffen wir, dass der Traum wahr wird: dass ein von Brüsseler Fesseln befreites Land einen nie gekannten Wohlstand erlebt und zum „Singapur in Europa“ wird. Allerdings muss man leider sagen: Chinesen (und Singapur ist in erster Linie chinesisch) sind keine Fußball-Rowdys. Außerdem können sie kochen…

Doch die Briten werden uns fehlen. Sogar ihre Küche: Auch wenn das Gemüse so zerkocht ist, dass Vitamine nur noch als homöopathische, historische Erinnerung vorkommen – es wird gegessen. Genauso wie jener in Mehl gewälzte Fisch zusammen mit vor Fett triefenden Kartoffelstücken. Jedes Volk auf so einer Diät dreht irgendwann durch. Verherrlicht etwa das schottische Nationalgericht „Haggis“, das aus in Schafsmagen gekochten Innereien eben jener Tiere besteht. Oder stimmt für die Abspaltung von Europa.

Dabei waren gerade wir Deutschen und die Briten stets ein gutes Team. Allein unsere gemeinsamen Sauftouren auf Mallorca! Was sollen wir Deutschen nur tun, wenn die Visa-Gebühren so hoch sind, dass die Engländer wegbleiben? Wenn man niemand mehr die Liege am Pool mit einem Handtuch-„Blitzkrieg“ vor der Nase wegreservieren kann? Wenn wir uns nicht mehr über Briten mit rotgebrannter Haut mokieren können? Einer Haut, die fast schon sagt: „Die einen kochen Hummer, ich röste mir nen Krebs!“

Aber am meisten werden wir ihren unerschütterlichen Sinn für Humor vermissen. Oder um es in den Worten des begnadeten Komikers Stewart Lee zu sagen: „Es ist sehr unfair, die Brexiteers über einen Kamm zu scheren. Man muss da differenzieren. Es waren ja nicht nur Rassisten und Nationalisten, die für den Brexit stimmten. Es waren teilweise auch absolute A….löcher!“

Warum wir jetzt viral gehen!

In China gibt es ein neues Virus – das Corona-Virus. Verbreitet wird es insbesondere von panischen Nachrichten-Postillen an panische Leser, die daraufhin China-Restaurants als Vororte der „rätselhaften Lungenkrankheit“ panisch meiden. Werden wir jetzt wieder „SARSisiert“, verEHECkt oder „Schweinegrippisiert“?

In erster Linie verbreitet sich der Virus natürlich im Netz. Geht also viral. Es gibt 993 Millionen Treffer, wenn man in die Suchmaschine „Corona-Virus“ eintippt. Zum Vergleich: „Influenza-Grippe“ erzielt noch nicht einmal ein Prozent davon! Todesfälle durch Corona: bisher 100 (in China bei einer Bevölkerung von 1,2 Milliarden). Todesfälle durch die Influenza allein in Deutschland: Circa 25.000 jedes Jahr! Wir benehmen uns ein wenig wie der Alkoholiker, der nach der 2. Flasche Wodka täglich erschreckt beschließt, mit dem Rauchen aufzuhören. Das er noch nicht mal angefangen hatte… Oder wie Sigmar Gabriel, der immer wieder gesagt hat, dass die SPD dahin gehen müsse, „wo es brodelt, da wo es manchmal riecht, gelegentlich auch stinkt“ – und der jetzt folgerichtig bei der Deutschen Bank im Aufsichtsrat landete.

Doch wie kann sich der erschreckte Deutsche gegen die chinesische Gefahr wehren? Reicht es, das Huawei-Handy zu zertrümmern? Gilt das Erschießen eines Chinesen ohne Mundschutz als fremdenfeindlicher Totschlag oder als medizinische Vorsorgemaßnahme? Ist jetzt nicht jeder eine potentielle Gefahr, der hustet? Muss jeder Huster niedergerungen und in Quarantäne gesteckt werden, bis man auf Nummer sicher ist, dass sie/er keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt? Darf man das mit Jens Spahn auch machen, ohne dass er hustet?

Gottseidank gibt es gegen die Corona-Krankheit einen Impfstoff. Er kommt aus Mexiko, ist alkoholgelöst und am gleichlautenden Namen zu erkennen. Vor, während oder nach den Mahlzeiten eine Ampulle oral spritzen – schützt nicht hundertprozentig, entspannt aber die Lage…