Autor: Alexa Knitter

Warum niedrige Steuern uns in den Wahnsinn treiben!

„Wenn ich 12 mit 7,5 multipliziere,“ frage ich meinen Neffen, um ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen, „dann ist das gleich…?“ „Ach, hör doch auf mit der Gleichmacherei!“ lautet die freche Antwort. Am nächsten Tag räche ich mich: „Möchtest du heute Nudeln essen oder Fisch?“ „Ist mir gleich,“ lautet die gelangweilte Teenage-Antwort. „Ach, hör doch auf mit der Gleichmacherei!“

Denn „Gleichmacherei“, so eine verbreitete Meinung, ist schlecht. Sie ignoriert, dass Menschen verschieden sind. Was natürlich im Einzelfall zutrifft, obwohl predictive analytics, also Algorithmen, die das Einkaufsverhalten von Menschen vorherberechnen, das Gegenteil zu belegen scheinen… Deshalb, so die Anti-Gleichmacher-Ideologie, sei es schön, wenn in einer Gesellschaft alle verschieden sind, wenn es ganz reiche und ganz arme Menschen gibt. Und wenn reiche Menschen wenig Steuern zahlen, weil sie dann ganz wohltätig sein können. Was natürlich auch im Einzelfall zutrifft, klar.

Eine großangelegte Studie in Großbritannien kommt jetzt allerdings zu dem Schluss, dass in ungleichen Gesellschaften die Zahl psychisch auffälliger Menschen dramatisch in die Höhe schnellt. Die, die wenig haben, fühlen sich gestresst, weil sie nicht so viel konsumieren können. Die, die viel haben, sind gestresst, weil sie Angst haben, dass ihnen jemand etwas wegnimmt. Entweder der Staat – oder irgendwelche Räuber. Oder beide in Personalunion – also das Finanzamt.

Dieser Stress führt zu einer erhöhten Anzahl an Depressionen, Narzissmus und Psychosen. Wenn also immer mehr Menschen sich überfordert fühlen und nach einfachen Lösungen, am besten einer „Endlösung der Migrationsfrage“ suchen, wenn immer mehr wahnsinnige „Einzeltäter“ auf vermeintlich Andersartige schießen, dann kann das auch mit fehlenden Erbschafts- oder Vermögenssteuern zusammenhängen. Und an der Stelle ist Gleichmacherei vielleicht doch nicht so schlecht…

Warum wir Privatversicherte brauchen!

Keine Wartezeit beim Arzt. Sogar die Bio-Resonanz-Behandlung wird übernommen. Heilpraktiker sowieso: Das Privat-Patienten-Eldorado. Die Versicherungen der Reichen und Gesunden schwimmen in Geld, während sie Ärzten ihr Golf-Handicap und den Porsche finanzieren. Und gesetzlichen Krankenkassen den kranken, armen und alten Gesundheitsmüll überlassen…

Soweit das Klischee. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt jetzt zu dem Schluss, dass gesetzlich Versicherte bei Auflösung der Privatkassen bis zu 145 Euro weniger Beitrag pro Jahr zahlen. Und nicht mehr die runderneuerte Unternehmer-Gattin tolerieren müssten, die sofort behandelt wird, während das Gros der Anwesenden bereits seit drei Tagen im Wartezimmer vor sich hinvegetiert.

Diese Sichtweise ignoriert, dass das deutsche Gesundheitssystem auf zwei völlig unterschiedlichen Glücks-Spielen basiert. Die private Krankenversicherung wettet, dass ihre Versicherten weniger kosten, als sie einzahlen. Sollte diese Wette nicht aufgehen, erhöht sie einfach die Tarife. Im Alter müssen Privatpatienten daher häufig ihren Leistungskatalog drastisch einschränken, weil sie sich die volle Leistung einfach nicht mehr leisten können. Da stirbt man dann, weil man zwar bei Krebs ein Einzelzimmer kriegt, sich den Schlaganfall aber nicht mehr leisten konnte…

Gesetzliche Kassen hingegen wetten, dass Ärzte es irgendwann satthaben, immer nur überflüssige, aber lukrative Untersuchungen an der Unternehmer-Gattin vorzunehmen, zumal deren eingebildete Haus-Staub-Allergie echt nervt…

Die Studie schlägt vor, private Krankenkassen in die gesetzlichen zu integrieren, was allerdings nach finanziellem Ausgleich für Ärzte und Kliniken nur noch eine marginale Ersparnis für die gesetzlich Versicherte brächte. Und ganz generell die Frage aufwirft, ob man sich eine gesetzliche Kasse mit Zockern teilen möchte, die darauf wetten, im Alter gesund und reich zu sein…

Wie Sie jetzt reich werden!

Brauchen Sie Geld? Mehr Geld, als Sie je im Lotto gewinnen können? Ziehen Sie nach Hamburg. Dort klauen Sie Ihrem Nachbarn sein Erspartes. Ihr Nachbar findet das nicht so wahnsinnig toll. Er benutzt sogar die hässlichen Worte „nicht legal“ und „Riesenschweinerei“ (Finanzminister Olaf Scholz). Sie erklären Ihrem Nachbarn, dass er zufällig die Kellertür aufgelassen hätte und insofern Ihren Diebstahl geradezu einlud. Als Ihr Nachbar daraufhin antwortet, dass man nach derselben Logik Frauen in Miniröcken vergewaltigen könne, weisen Sie dieses Argument als irreführend zurück. Außerdem trügen Sie keine Mini-Röcke. Aus Prinzip nicht. Und weil Sie Mann sind.

Es vergeht etwas Zeit. Auf einmal fällt Ihrem Nachbarn auf, dass er das von Ihnen geklaute Geld zurückfordern muss, da das Vergehen sonst verjährt. Er entscheidet sich, keine Forderung zu stellen, um den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden. Sie behalten das Geld und leben glücklich bis ans Ende Ihrer Tage.

„Na ja“, sagen Sie jetzt vielleicht, „und was geht mich das an?“ Nun, der beklaute Nachbar sind Sie! Und es geht um 278 Millionen Euro! Soviel erstattete das Finanzamt der Hamburger Warburg Bank-Gruppe an zu viel entrichteten Steuern zurück. Nur hat die Bank diese Steuern nie gezahlt, da es Schein-Steuern aus Cum-Ex-Geschäften waren. Als es um eine Korrektur des Steuerbescheids ging, ließ das Hamburger Finanzamt die Frist verstreichen und schenkte der Bank etwa 50 Millionen. Das Ganze nach einem Treffen des Bank-Chefs Olearius mit dem damaligen Hamburger Bürgermeister. Sein Name: Olaf Scholz. Heute Finanzminister. Damals zuständiger Finanzsenator: Peter Tschentscher – heutiger Bürgermeister des Stadtstaats.

Das ist auch Klima-Katastrophe. Nicht nur ist der Norden so warm wie einst der Süden – auch das ehemals auf Bayern und die CSU begrenzte „Mauschel-Amigo-System“ findet man jetzt in Hamburg wieder! Und bei der SPD!

Warum die Sturmschäden so groß sind!

Zwei Stürme fegten in den letzten Tagen über Deutschland hinweg. Der eine hinterließ Verwüstung, irreparable Schäden, Verzweiflung – der andere hieß „Sabine“. Aber der Sturm „Annegret“ war bei weitem der mit den nachhaltigeren Folgen. Denn „Annegret“, bislang unter ihrem Tarn-Namen AKK bekannt, will nicht mehr wehen. Zu viel Gegenwind.

Als Folge bläst nun ein Tornado durch die CDU, und zwar leider keines von den Flugzeugen des Verteidigungsministeriums, die nicht in die Luft können. Es ist ein veritabler Hurrikan, der die Volkspartei in progressive und nicht ganz so progressive Kräfte zersplittert. Die Sozen lehnen sich derweil im Sofa zurück und gucken dankbar erstaunt, dass mal jemand anders „die zerstrittene Linke“ gibt. Eine Urheberrechtsklage wegen Patentverletzung wird nicht ausgeschlossen.

Doch nicht nur in der CDU wüten die Winterstürme. Auch so gegensätzliche Figuren wie Kardinal Marx und Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann sind auf einmal „vom Winde verweht“. Und man fragt verwirrt: Wem bläst der Höcke im Vatikan und bei Hertha? Nur Donald Trump übersteht das laue Lüftchen des Impeachments. Vermutlich, weil er selbst ein „Twister“ ist…

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung hingegen, Christian Hirte, hatte sich zu sehr über die AfD als Königsmacher von Thüringen gefreut und das auch noch öffentlich gemacht. Auch ihn fegte der Sturm hinweg. Rückenwind hat jetzt ein Mann, bei dem es gut ist, dass man nicht nach dem Nachnamen geht. Sonst wäre das Signal ein Fatales: Wo einst ein „Hirte“, folgt nun ein „Wanderwitz“…

Doch die Stürme haben auch ihr Gutes. In den letzten Tagen wurde unglaublich viel Windkraft ins Netz eingespeist. Oder um es mit einer alten chinesischen Weisheit zu sagen: Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen – die anderen Mauern. Ins Neudeutsche übertragen heißt das: Wer auf Windkraft setzt, für den wird der Sturm zum Rückenwind!

Warum Thüringen kein Hobby ist!

Ein großer Staatsmann hat mal gesagt, dass es besser sei, „nicht zu regieren als falsch zu regieren“. Keine Partei setzt dieses Motto so erfolgreich um wie die FDP von Christian Lindner, der das Bonmot vermutlich in einem Anfall von Übernächtigung schließlich auch prägte. Die Liberalen sind somit die einzig wahre anarchistische Partei der Welt: Sie lehnen – da regieren immer auch eine falsche Komponente hat – konsequent jede Form des Regierens ab. Chapeau!

Den jüngsten Beweis dieser anarchistischen Freiheit liefert der thüringische Landesverband, der in einem Anfall von Realitätsverleugnung einen Kandidaten zum Ministerpräsidenten küren ließ, der ohne die AfD chancenlos gewesen wäre. Bei der AfD klingt es folgerichtig dieser Tage verdammt nach Silvester – die Sektkorken hören mit dem Knallen gar nicht mehr auf.

Thomas Kemmerich dürfte damit der kürzeste Ministerpräsident aller Zeiten sein und als „KüMaZ“ ist die Geschichte eingehen. Geisterfahrer kannte man bisher schon aus dem Straßenverkehr – neu sind in der Demokratie „Geister-Parteien“, die aus dem Nichts auftauchen und zu schweren Unfällen führen. Gottseidank bleibt die FDP sich wenigstens in einem Punkt treu: Kemmerich wird für seine 25-Stunden-Tätigkeit mit dem vollen Ministerpräsidentengehalt sowie einem Übergangsgeld für die ersten 6 Monate (!) belohnt. Das macht zusammen mindestens 93.000 Euro – Nicht-Regieren muss sich wieder lohnen!

Und noch etwas haben die Liberalen geschafft: ein Bundesland, das mit gerade mal 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung in einer Bundestagswahl nicht über die Fünf-Prozent-Hürde käme, ist auf einmal in aller Munde. So viel Publicity hatte Thüringen seit Anfang des 6. Jahrhunderts nicht mehr. Da gab es ein eigenes „Thüringer-Reich“. Das wurde 531 zerschlagen. Von den Franken. Wenn es nach dem Franken Markus Söder geht, könnte man den Landstrich getrost in „Nord-Bayern“ umbenennen… Billiger für die Landeskasse wäre diese Art der „Wiedervereinigung“ auf jeden Fall.

Warum Studierende verarmen!

Der Studierende – ein mehr oder weniger wissbegieriges, meist junges Wesen mit relativ wenig Lebenserfahrung. Wenn man mal von dem Work and Travel-Jahr in Australien absieht, was weitgehend für Partys am Strand von Byron Bay mit Gleichaltrigen genutzt wurde, finanziert von PP (Parentales – oder Papis – Portemonnaie).

Jetzt jedoch ist zukünftige Einkommen der Studierenden in Gefahr. Seit der Tweet einer Schülerin 2015 beklagte, wie wenig sie trotz der Fähigkeit zur Gedichtsanalyse „in vier Sprachen“ von Steuern, Finanzen oder Versicherungen wisse, fragte sich die Finanzbranche besorgt, ob es nicht an der Zeit wäre, schon in der Kita Finanzdienstleister zu positionieren, die „Aufklärungsgespräche“ führen. Was in der Kita (noch) keine Realität ist, wurde mittlerweile an Hochschulen perfektioniert.

Der Finanzdienstleister MLP etwa gründete extra einen Verein, die „Hochschulinitiative e.V.“. Diese bietet finanziell erfahrungsgemäß knapp ausgestatteten Bildungsinstituten „Umsonst“-Seminare zu Themen wie „Steuererklärung“, „Stipendien“, „Bewerbung“ etc. an. Über diese Kurse erhalten die Dozenten (die auf der Gehaltsliste von Finanzdienstleistern wie MLP oder anderer „Strukkis“ stehen) Zugang zu den Daten der Studenten, die anschließend gute Kunden werden können. Und denen man im Larven-Stadium des Studierenden-Seins leicht eine Reihe provisionsgetriebener Finanzprodukte andreht, die teilweise so fragwürdig sind wie eine Krebsbehandlung mit Bachblüten-Therapie. Das ist PPP in Reinkultur – Private-Public-Partnership oder „Papiertiger-perforieren-Pickelgesichter“.

Komisch: niemand käme auf den Gedanken, einen Vampir zum Chef eines Blutspende-Dienstes zu ernennen oder einen Hai als Hüter von Makrelen. Oder einen Nazi zum Verfassungsschützer – obwohl das vielleicht dieser Tage kein so gutes Bild ist… Aber was das Geld unserer Kinder angeht, ist es uns so egal wie die klima-vergiftete Umwelt, die wir ihnen hinterlassen. Dafür gibt es leider nur ein Triple F-Rating – Frisch-Fonds-F…er“…

Warum wir England vermissen!

Seit heute sind die Briten aus der EU raus. Das ist schade und traurig. In Zeiten, wo globale Herausforderungen nur gemeinsam angegangen werden können, kochen die Briten jetzt ihre eigene Suppe. Wer die britische Küche kennt, weiß, dass das keine besonders gute Suppe sein kann…

Hoffen wir jetzt das Beste für England. Hoffen wir, dass der Traum wahr wird: dass ein von Brüsseler Fesseln befreites Land einen nie gekannten Wohlstand erlebt und zum „Singapur in Europa“ wird. Allerdings muss man leider sagen: Chinesen (und Singapur ist in erster Linie chinesisch) sind keine Fußball-Rowdys. Außerdem können sie kochen…

Doch die Briten werden uns fehlen. Sogar ihre Küche: Auch wenn das Gemüse so zerkocht ist, dass Vitamine nur noch als homöopathische, historische Erinnerung vorkommen – es wird gegessen. Genauso wie jener in Mehl gewälzte Fisch zusammen mit vor Fett triefenden Kartoffelstücken. Jedes Volk auf so einer Diät dreht irgendwann durch. Verherrlicht etwa das schottische Nationalgericht „Haggis“, das aus in Schafsmagen gekochten Innereien eben jener Tiere besteht. Oder stimmt für die Abspaltung von Europa.

Dabei waren gerade wir Deutschen und die Briten stets ein gutes Team. Allein unsere gemeinsamen Sauftouren auf Mallorca! Was sollen wir Deutschen nur tun, wenn die Visa-Gebühren so hoch sind, dass die Engländer wegbleiben? Wenn man niemand mehr die Liege am Pool mit einem Handtuch-„Blitzkrieg“ vor der Nase wegreservieren kann? Wenn wir uns nicht mehr über Briten mit rotgebrannter Haut mokieren können? Einer Haut, die fast schon sagt: „Die einen kochen Hummer, ich röste mir nen Krebs!“

Aber am meisten werden wir ihren unerschütterlichen Sinn für Humor vermissen. Oder um es in den Worten des begnadeten Komikers Stewart Lee zu sagen: „Es ist sehr unfair, die Brexiteers über einen Kamm zu scheren. Man muss da differenzieren. Es waren ja nicht nur Rassisten und Nationalisten, die für den Brexit stimmten. Es waren teilweise auch absolute A….löcher!“

Warum wir jetzt viral gehen!

In China gibt es ein neues Virus – das Corona-Virus. Verbreitet wird es insbesondere von panischen Nachrichten-Postillen an panische Leser, die daraufhin China-Restaurants als Vororte der „rätselhaften Lungenkrankheit“ panisch meiden. Werden wir jetzt wieder „SARSisiert“, verEHECkt oder „Schweinegrippisiert“?

In erster Linie verbreitet sich der Virus natürlich im Netz. Geht also viral. Es gibt 993 Millionen Treffer, wenn man in die Suchmaschine „Corona-Virus“ eintippt. Zum Vergleich: „Influenza-Grippe“ erzielt noch nicht einmal ein Prozent davon! Todesfälle durch Corona: bisher 100 (in China bei einer Bevölkerung von 1,2 Milliarden). Todesfälle durch die Influenza allein in Deutschland: Circa 25.000 jedes Jahr! Wir benehmen uns ein wenig wie der Alkoholiker, der nach der 2. Flasche Wodka täglich erschreckt beschließt, mit dem Rauchen aufzuhören. Das er noch nicht mal angefangen hatte… Oder wie Sigmar Gabriel, der immer wieder gesagt hat, dass die SPD dahin gehen müsse, „wo es brodelt, da wo es manchmal riecht, gelegentlich auch stinkt“ – und der jetzt folgerichtig bei der Deutschen Bank im Aufsichtsrat landete.

Doch wie kann sich der erschreckte Deutsche gegen die chinesische Gefahr wehren? Reicht es, das Huawei-Handy zu zertrümmern? Gilt das Erschießen eines Chinesen ohne Mundschutz als fremdenfeindlicher Totschlag oder als medizinische Vorsorgemaßnahme? Ist jetzt nicht jeder eine potentielle Gefahr, der hustet? Muss jeder Huster niedergerungen und in Quarantäne gesteckt werden, bis man auf Nummer sicher ist, dass sie/er keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt? Darf man das mit Jens Spahn auch machen, ohne dass er hustet?

Gottseidank gibt es gegen die Corona-Krankheit einen Impfstoff. Er kommt aus Mexiko, ist alkoholgelöst und am gleichlautenden Namen zu erkennen. Vor, während oder nach den Mahlzeiten eine Ampulle oral spritzen – schützt nicht hundertprozentig, entspannt aber die Lage…

Warum wir uns kaufen lassen!

Korruption – immer noch eine Geisel der Menschheit. Der gerade erschienene „Transparency International“-Korruptions-Bericht bestätigt, dass auf dem Großteil des Planeten immer noch eine Hand die andere wäscht. In signifikanten Teilen Afrikas, Südamerikas und Asien muss man von einem regelrechten „Waschzwang“ sprechen. Manche Politiker in diesen Ländern sind so gut geschmiert, dass ihr Hautfett in Edeldrogerien als Gleitgel angeboten wird: „Corruption – damit es beim Verkehr so glatt geht wie in der Politik“!

Leider hemmt Korruption soziale, wirtschaftliche und Umwelt-Entwicklungen. In der Regel läuft es so: „Warum hat der Typ diesen Job? Der ist doch völlig inkompetent!“ „Inkompetent? Hallo? Er hat mir fünfhundert Euro gegeben! Diese Kompetenz hatten die anderen Bewerber nicht! Außerdem ist er mein Cousin.“ „Er kann noch nicht mal richtig lesen und schreiben.“ „Ich diskriminiere nun mal nicht gegen Legastheniker!“ „Die freundliche Muslima da drüben mit dem Doktortitel wäre viel besser für die Stelle geeignet.“ „Wie bitte, du findest eine Kameltreiberin besser als meinen Vetter?“ „Außerdem hat sie mir tausend Euro für dich gegeben.“ „Sag doch gleich, dass sie meine Kusine ist!“

Deutschland liegt auf einem erfreulichen Platz 9 (von 180) in der Anti-Korruptions-Skala. Doch auch bei uns gibt es Korruption. Sogar im Privaten. Neulich empört sich eine Freundin: „Mein Verlobter, dieses Schwein, hat gestern versucht, mich zu massieren!“ „Ist doch schön, so eine Massage,“ sage ich nichtsahnend. „Wie bitte? Massage?! Weiß doch jeder, wo das hinführt. Wenn er Sex will, soll er gefälligst dafür bezahlen – so wie alle anderen in der Firma auch!“

Da ist es tröstlich, dass bei aller Bestechlichkeit eine politische Partei herausragt, die nicht korrumpierbar ist: die AfD. Die nimmt nichts an. Gut, Spenden – klar. Und das möglichst anonym. Und in großen Summen. Aber sonst nimmt die wirklich nichts an. Noch nicht mal Vernunft!

Warum jetzt alles wieder gut wird!

Die Reichen und Mächtigen dieser Welt treffen sich – und da geht es nur um eins: Davos muss grün werden. Das tief verschneite Dorf mit dem komischen Namen (der vermutlich bloß eine lautmalerische Ortsangabe ist auf die Frage: „Ja, wo is’n des?“ „Da wo’s s!“ zusammengezogen kurz „Da-vo-s“…) will sich in dieser Woche der Klimarettung widmen. Denn die Märkte fürchten die finanziellen Risiken des Klimawandels. Deshalb wurde der Gipfel mit Greta Thunberg und anderen Klima-Aktivisten eröffnet. Deshalb will der Chef des Investment-Konzerns „Blackrock“, Larry Fink, nicht mehr in Firmen investieren, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle machen. Doch das reicht nicht. Blackrock sollte ein Fanal setzen. Allein dieser fürchterliche Name: „Schwarzer Stein“, das riecht doch förmlich nach Kohle, nach Öl, nach allen Ausdünstungen des Teufels. Wie wäre es mit: „Blackrock wird Greenriver“? Das klingt nach „im Fluss sein“, grün sein, mit Flexibilität auf steigende Volatilität reagieren… (und ich stifte diesen Namen völlig kostenlos!)

Der neue, grüne Davos-Tag beginnt natürlich mit einer gemeinsamen Yogastunde, von der Präsident Trump fernbleibt, weil er „nicht an islamistische Verrenkungen glaubt“. Dann folgt im Rahmen der „Davos Veggie Week“ ein veganes Frühstück, bestehend aus Selleriesaft und einem „Hirse-Tempeh-Burger“. Der offizielle Teil wird durch eine große Gesprächsrunde eröffnet, in der alle Beteiligten mal ganz offen aussprechen, was sie zum Thema Klimaschutz überhaupt fühlen… Für Präsident Trump, Bolsonaro (Brasilien) und Scott Morrison (Australien) werden Spei-Kübel bereitgehalten.

Im weiteren Verlauf des Tages gibt es Workshops zu den Themen „Bilanzen grün rechnen“, „Kohle machen ohne Kohle“ und „Hilfe, mein Aufsichtsrat ist schwul und ich finde ihn attraktiv“. Schließlich erwerben alle Anwesenden ein E-Auto, bis auf Trump, der behauptet, dass E-Mobilität auf seinen Golfplätzen schon lange Standard sei. In einer großen Abschlussgala tanzt jeder Teilnehmer seinen Namen – und die Welt hat wieder Hoffnung!

Warum die Organe wegkönnen!

Die Widerspruchslösung zur Organspende ist grade im Bundestag gescheitert. Vielleicht waren die Abgeordneten einfach verwirrt, denn so eine Organspende wirft vielerlei Fragen auf: Welche Organe kann man spenden? Gehen auch Staatsorgane? Vielleicht wäre die Zustimmung höher ausgefallen, wenn von Anfang an klar gemacht worden wäre, dass man den Gesundheitsminister an, sagen wir, Guatemala spenden kann…

Wie sieht es mit den steuerlichen Aspekten aus? Wo eine Spende fließt, gibt es in Deutschland auch eine Spendenquittung. An wen geht die? Wenn ein bankrotter Manager stirbt und seine Organe spendet, die zusammen 700.000 Euro wert sind (es sind wirklich sehr gute Organe!) – müssen die Erben dann einen geldwerten Vorteil versteuern? Oder gar selbst Organe spenden, um die Erbschaftssteuer zahlen zu können?

Ab wann gilt man überhaupt als gehirntot? Trifft das nicht bereits auf alle Insassen des Dschungelcamps in Australien zu? Könnte man nicht viel Gutes tun, wenn jeder Camper einem halbverbrannten Känguru ein paar Nierchen spendet? Das wäre super für die Quote! Bei den meisten würde es vermutlich auch nicht groß auffallen, wenn sie ihr Gehirn spendeten! Was natürlich nicht geht, weil es Tierquälerei wäre – stellen Sie sich mal ein Känguru mit der Intelligenz von Danni Büchner vor… das wäre ja gar nicht mehr in der Lage, zu hüpfen!

Das Schöne an der Widerspruchslösungs-Debatte war natürlich, Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) mal auf einer Seite kämpfen zu sehen. Denn Spender-Organe sind in Deutschland Mangelware und die Anzahl der Spender sinkt. Eine tödliche Entwicklung. Die Widerspruchslösung hätte faulen Säcken wie mir geholfen, denen es vermutlich wie den meisten geht, die sagen: „Komm, wenn oben eh kein Licht mehr brennt, ist sowieso Winterschlussverkauf – dann kann der Rest auch noch raus. Ist ja für einen guten Zweck.“ Jetzt muss ich dem Widerspruchslösungs-Widerspruch widersprechen. Wie anstrengend.

Warum wir verkohlen!

Vor kurzem sagte der australische Premierminister Scott Morrison, wie bedrückt er sei, dass Leute Waldbrände und massive Kohleförderung in Zusammenhang brächten. Das ist eine Argumentationsstufe, die in etwa auf einer Linie mit einem Vater steht, der seinem Sohn erklärt, wie bedrückt er sei, dass der Spross seine Geburt mit Sex zwischen seinen Eltern in einen Zusammenhang brächte – wo doch jedes vernünftige Kind wüsste, dass der Klapperstorch die Babys bringt!

1,25 Milliarden Tiere sind (nach konservativen Schätzungen) verbrannt – vermutlich die größte Katastrophe für die Tierwelt in einem kurzen Zeitraum seit dem Untergang der Dinosaurier. Zusätzlicher CO2 Ausstoß durch die Feuer: mindestens zwei Drittel der jährlichen Emissionen des ganzen Kontinents. Die Bevölkerung Australiens: Entweder mit dem nackten Überleben beschäftigt oder ziemlich aufgebracht.

In diese explosive Melange tappt die Firma Siemens mit grandioser Nachhaltigkeits-Desensibilisierung und verkauft der Kohleindustrie Australiens ein Signal-System für den Abtransport der Kohle an die Küste, wo sie weiter verschifft wird. Dafür erntet Siemens grade viel Kritik (um es mal milde zu formulieren). Die Firma könnte dem entgegenwirken, indem sie ein Signal-System produziert, das ausschließlich auf „Rot“ steht, ist aber auf diese Idee noch nicht gekommen. Dabei wäre sie dann nicht vertragsbrüchig geworden und hätte dem Klimaschutz einen Gefallen getan…

Gefallen für den Klimaschutz sind selten zurzeit. „Kohle-Ausstieg“ ist in Australien ein Thema, das höchstens im eigenen Portemonnaie stattfindet… Stattdessen seien die Feuer in Australien „nur durch Brandstifter entstanden“, behauptet eine Desinformationskampagne. Vielleicht sollte es besser heißen: Eine „Verkohlungskampagne“. Leider scheinen Leugnen und Lügen populistischer Akteure zur etablierten Masche zu werden. Dann sind vermutlich bald die Flüchtlinge an Bränden schuld (wie einst die Juden). Dann bringt der Storch wieder die Kinder. Und die Erde ist eine Scheibe. Was passiert, wenn Verkohlen zur Methode wird, ist derzeit in Australien zu besichtigen.

Was Harry so machen wird!

Wie bitte? Prinz Harry plant einen „Rücktritt aus der Familie“? Rücktritt aus der Familie? Erstaunliche Formulierung, die man sonst nur von alternden sizilianischen Mafia-Killern kennt, die auf ihre späten Tage eine Blut-Allergie entwickelten. Nun gibt es sicher jede Menge Menschen, die gar nicht wussten, dass „Rücktritt aus der Familie“ überhaupt eine Möglichkeit ist, die sie sicherlich gern mal wahrnehmen würden – angefangen bei diversen Mitgliedern der Kelly Family… Aber ein Prinz, und noch dazu ein britischer, also einer mit Bedeutung?

Die Welt ist aus den Fugen: Der Iran schießt aus Versehen ukrainische Flugzeuge ab, Donald Trump schafft Umweltauflagen für Energiekonzerne ab und der Dortmunder Zoo hat ein neues Nashorn-Baby – mit all diesen Schockwellen könnten wir leben, aber ein Royal, der kein Royal mehr sein will? Das ist, als ob Horst Tappert den Derrick geschmissen hätte, um auf einmal DJ Bobo zu ersetzen, als ob Angela Merkel auf einmal bei Fridays for Future mitmacht, als ob Donald Trump den Präsidenten-Job hinschmeißt, um Philosophie zu studieren… es ist, als ob zwei mehrfach prämierte Königspudel auf einmal von einer Karriere als Dackel träumen: unvorstellbar! Und was soll das heißen: Meghan und Harry wollen in die zweite Reihe zurücktreten? Die zweite Reihe ist doch schon seit Jahren komplett ausgefüllt von Prinz Charles, da ist überhaupt kein Platz mehr – es bleiben höchstens noch die Randplätze im hinteren Parkett, direkt neben Prinz Andrew und Fergie.

Und wie wollen die beiden „finanziell unabhängig“ werden? Der Herzog von Sussex hat Soldat gelernt? Also Bodyguard für seinen Bruder? Ein Sicherheitsdienst, der seinerseits von Security-Leuten beschattet werden muss – sicherlich ein schönes Bild? Und Meghan, die Schauspielerin? Keks-Werbung? Oder gleich für eigene Produkte? Etwa handgemachte Kekse aus Bio-Mehl von Charles Gütern. Immerhin haben die beiden sich den Namen „Sussex Royals“ schon schützen lassen…

Nichts schmerzt einen Zirkus so wie die beliebtesten Clowns, die auf einmal eigene Wege gehen. In einer Welt, in der alle permanent von Top-Dog-Rollen träumen, ist es vielleicht ganz heilsam, wenn die Top-Dogs auch einmal Dackel spielen wollen

Wofür der WDR sich entschuldigen sollte!

Er entschuldige sich „ohne Wenn und Aber“, sagte der WDR-Intendant, als er das Satire-Video „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ als Reaktion auf einen vermutlich rechten Shitstorm aus dem Netz nahm. Nun gibt es sicher eine ganze Reihe Dinge, für die der WDR sich „ohne Wenn und Aber“ entschuldigen könnte – eine lange Liste von Talk-Shows, Schlager-, Tier- und Kochsendungen fällt einem da spontan ein…

Aber ein Satire-Lied? Haben wir keine anderen Probleme? Zumal Oma ne alte Umweltsau ist! Nicht alle Omas, klar. Meine nicht. Die hatte zwar in der Tat einen Hühnerstall, allerdings kein Motorrad, sondern einen kleinen Fiat 500, mit dem sie auf dem Markt Eier verkaufte, um die magere Rente etwas aufzubessern. Ansonsten blieb sie daheim und trank Kaffee. Meine Oma war keine Umweltsau. Ich bin die Umweltsau. Ich und meine Generation der Baby-Boomer. Und die anderen Nachkriegsgeborenen. Also die Generation, die der WDR-Chor besingt. Wir legten es natürlich nicht darauf an, Umweltsäue zu werden. Es war nur einfach zu schön, andauernd durch die Welt zu heizen, die Bude gut zu heizen und uns gegenseitig anzuheizen. Warum können wir die Wahrheit nicht ertragen?

Weshalb wird da großspurig gefragt: Darf Satire eine ganze Generation verunglimpfen? Satire darf sogar mehrere Generationen verunglimpfen! Homo Sapiens hat in kollektiver Gemeinschaftsarbeit über Jahrhunderte hinweg sehr viele Tiere ausgerottet, Menschen aus nichtigem Anlass getötet, idiotische Aberglauben verherrlicht. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist voller Idiotien – und wo Idiotie zur Norm wird, wird Satire Pflicht!

Zumal es das „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“-Lied ja schon länger gibt. Die Melodie entstand um 1890, der Text in den 30ger Jahren. Da heißt es unter anderem: „Meine Oma bäckt im Kühlschrank eine Torte“, „…hat nen Sturzhelm mit Antenne, …Nachthelm mit Beleuchtung“ – wo bleibt ob dieser Anschuldigung der Blödheit einer ganzen Generation der Shitstorm? Seit wann sind die Deutschen solche Satire-Pussys? Jetzt fehlt nur noch, dass der WDR-Intendant sich für seine Entschuldigung entschuldigt. Ohne Wenn und Aber!

Warum wir mit Feuer spielen!

Das Affenhaus in Krefeld: Abgebrannt. Polizisten in Leipzig: Verletzt. Allein in Berlin: Mindestens 15 Schwerverletzte durch Böller… In ferner Zukunft wird man vielleicht fragen: Warum haben die das gemacht? Weil sich irgendwann ein Brauch einschlich, dass die bösen Geister des alten Jahres mit lautem Knallen und Feuerwerk vertrieben werden müssten. Nach etwa 150 Jahren wilder Knallerei muss man leider feststellen: entweder scheren sich Geister nicht ums Knallen – oder aber es lockt sie eher an…

Befürworter der Silvesterknallerei geben gern an, dass man genug von Verboten hat und es auch mal „krachen“ lassen möchte. Und dass ein Verbot nur noch mehr Wutbürger produziert, die dann AfD wählen. Und dass diese miesepetrigen Spaßverderber sich mal nicht so elitär gebärden sollen.

Im Mittelalter gab es einen anderen Brauch gegen böse Geister, der ebenfalls was mit Feuer zu tun hat: Hexenverbrennung. Irgendwann muss auch da der Gedanke aufgekommen sein, dass Hexenverbrennungen vielleicht nicht ganz so effektiv böse Geister vertrieb wie man sich das gern wünschte. „Vielleicht sollten wir Hexenverbrennungen verbieten“, wird jemand gesagt haben. „Wie bitte?“ wird es ihm entgegengeschallt haben. „Gibt es nicht schon genug Verbote? Darf man es nicht mal mehr gelegentlich krachen lassen und eine Hexe verbrennen? Diese miesepetrigen Spaßverderber sollen sich gefälligst nicht so elitär gebärden. Sonst müssen wir leider überprüfen, ob sie nicht selbst vom Teufel besessen sind…“

Vielleicht blicken die Menschen in 100 Jahren Menschen auf die Toten, Verletzten, Verstümmelten der Silvesterbräuche des frühen 21. Jahrhunderts mit ähnlicher Abscheu zurück wie wir auf Hexenverbrennungen. „Messer, Schere, Feuer, Licht – sind für kleine Kinder nicht!“ sagte meine Mutter gern in Abwandlung eines bekannten Sprichworts. Leider gibt es viel zu viel als Erwachsene getarnte kleine Kinder.

Warum wir in den Papierkrieg ziehen!

„Bon“, sagt der Franzose, wenn etwas gut ist. Wir kennen das aus Worten wie „Bonmot“, „Bonvivant“, „Bonbon“ – obwohl letzterer in erster Linie aus Zucker besteht daher tunlichst nicht „gut-gut“ sondern eher „Klebriges Gift, das die Zähne ruiniert und dich dann in den Tod treibt“ heißen sollte.

Nix ist gut, sagen jetzt auch die Bäcker folgerichtig, schon gar nicht der Bon. Denn ab Januar gilt in Deutschland die Bon-Pflicht. Um Steuerhinterziehung zu erschweren, muss jetzt für jeden Kauf ein Bon ausgestellt werden. Jetzt könnte man fragen, warum eine Nation, die sich gern als High Tech empfindet, auf ein Retro-Medium wie Papier setzt? Wird man in ein paar Jahren sagen, dass die Bon-Pflicht die letzten deutschen Wälder ausrottete? Außerdem sind die meisten Bons aus Thermo-Papier, welches bekanntlich Bisphenol A oder S enthält. Bisphenol stört den Hormonhaushalt und führt zu Fruchtbarkeitseinschränkungen sowie Verhaltensstörungen. Wenn die Deutschen also nur noch wenige, dafür aber umso verhaltensauffälligere Kinder haben, dann liegt das vielleicht an einem fortgeschrittenen Stadium von „Bon-Vergiftung“.

Die meisten Kunden werden den Bon nicht anfassen wollen. Denn die Frage „Hamse mal’n Bong?“ ist ja auch drogenstrafrechtlich relevant ist… Die Bäcker bleiben also auf Bergen von Papier sitzen. Jetzt gibt es nur eine Rettung: Freiberufler! Denn Freiberufler setzen ab. Und zwar alles! Die bekannte Frage ans Finanzamt: „Kann ich meine Frau absetzen? Wenn ja, an welcher Raststätte?“ stammt mit Sicherheit von einem Freiberufler. Freiberufler sind regelrecht Bon-süchtig. „Brötchen? Setz ich ab. Als „Büro-Dekoration““, denkt der Freiberufler und lässt den Bon mitgehen. Machen Sie sich also nebenher selbstständig. Es gibt nur eins, was der Deutsche noch lieber tut als Steuern zu hinterziehen – Steuern sparen! Für jeden Bon zahlt das Finanzamt 30-40 Prozent. Schon wird das Brötchen billiger. Der Bäcker kann den Preis erhöhen, kauft ne neue Kasse, kurbelt die Wirtschaft an – der Konsument spart trotzdem, der Staat ärgert sich. Dann ist auch die Bongerei „gebongt!“

Warum Greta Thunberg die Deutsche Bahn liebt!

Da fährt sie einmal Deutsche Bahn – und schon geht das Desaster los. Greta Thunberg postete ein Bild von sich, zwischen Gepäck auf dem Boden sitzend, mit der Unterzeile: „In überfüllten Zügen durch Deutschland“ – was die Bahn zum Anlass nahm, leicht beleidigt nachzufragen, warum sie nicht auch erwähnte, dass sie einen Teil der Strecke (den kleineren übrigens) in der ersten Klasse saß. Besser kann man eine Klima-Aktivistin nicht „enttarnen“, gewisse Zeitungen fragten bereits nach, wie „echt“ Greta sei. Für ein Unternehmen mit „Umweltschutz“ auf der Vermarktungsfahne ist das ein Kommunikations-Eigentor wie selbst Christoph Kramer es nicht schöner hätte schießen können. Ein PR-GAU fast schon in einer Liga mit Harvey Weinstein, der gerade anmerkte, dass wohl niemand soviel für Frauen im Film getan habe wie er und dabei leider zu erwähnen vergaß, dass es fast immer darum ging, die Besetzungscouch nicht erkalten zu lassen…

Dabei hätte die Bahn die Flanke so gut verwandeln können. Schließlich hat sie in unserer hektischen Zeit viele Vorteile. Wo sonst kann man analoge Ruhe genießen – schon weil es kein Handy-Netz gibt? Wo sonst schreien Menschen „Ich hab kein Netz“ – als ob sie diesen Umstand durch gesteigerte Lautstärke überbrücken könnten und diese Information dem Gesprächspartner in irgendeiner Form hülfe. Wo sonst sind sich die unterschiedlichsten Menschen einig, nie wieder Bahn zu fahren? Wo sonst ist die Raum-Zeit-Krümmung und die dadurch bedingte Verzerrung der Zeit physisch erfahrbar?

Warum also twitterte niemand: „Bahn im Transport-Höhenflug. Sogar Greta Thunberg ergatterte einen der begehrten Plätze im Parkett!“? Oder: „Am fliegenden Teppich arbeiten wir noch. Den rollenden Teppich haben wir schon!“ Oder: „Die Bahn. Wir machen Kohle auch ohne Kohle!“ Oder die aktuelle Variante: „Nix los auf dem Klima-Gipfel in Madrid – viel los beim Klima-Express der Deutschen Bahn! Willkommen, Greta!“

Warum wir so grün hinter den Ohren sind!

Klimanotstand – das hat der Senat neulich ganz offiziell festgestellt. Gut so. Notstand ist schließlich ein ernstes Problem. Und ein Bekanntes. Frauen kennen es als „Garderoben-Notstand“ – sie stehen vor überquellendem Kleiderschrank und haben „Nix zum Anziehen“. Männer kennen den „Paarungs-Notstand“ – wobei der Begriff etwas irreführend ist, da in dieser Not nix steht… und wenn, dann interessiert es halt keine Sau!

Auch die Europäische Union hat sich gedacht: Wenn die Berliner so konsequent durchgreifen, dann setzen wir jetzt noch einen drauf. Einen „European Green Deal“, welcher Europa bis 2050 klimaneutral machen soll. Leider klingt „klimaneutral“ etwas verdächtig. Wenn Ihre Partnerin oder Partner Ihnen eröffnet, sie oder er wolle bis 2025 „beziehungsneutral“ sein, wie begeistert wären Sie?

Aber der Begriff „Green Deal“ klingt schon mal gigantisch. Wenn man ihn locker fallen lässt: „Liebling, warum hast du auf einmal dieses brandneue, irre teure Kleid aus Naturwolle gekauft?“ „Mein Beitrag zum Green Deal! Und gegen den Notstand. Im Schrank.“ Oder: „Schatz, wer ist denn die Frau da an deiner Seite?“ „Ach, äh, meine Umweltreferentin. Also, äh, mein Beitrag zum Green Deal – sie reduziert meine CO2-Bilanz, indem ich nicht nach Thailand fliegen muss…“

All das blendet herrlich aus, dass es dem Klima wunderbar geht. Dem Klima ginge es auch wunderbar, wenn der Planet sich im Schnitt um 30 Grad aufheizt. Auch der Erde geht es dann wunderbar. Wem es nicht ganz so wunderbar gehen wird, ist der menschlichen Zivilisation. Die wird es dann höchstens noch in barbarischen Überresten an ehemals fürchterlich kalten und unbekannten Orten geben – und ich rede ausnahmsweise mal nicht von Bielefeld… Das Klima hat also keinen Notstand. Es muss auch nicht gerettet werden. WIR müssen gerettet werden. Wann ruft man endlich den „Menschheits-Notstand“ aus?

Warum wir bald billiger leben!

Die ersten deutschen Lebensversicherungen senken den Garantiezins bei Neuverträgen auf magere 0,5 Prozent. Die Richtung ist eindeutig. Bei einer Inflation von nur 1,5 Prozent verliert man jedes Jahr Geld – viele Lebensversicherungen sind auf lange Sicht „Altersarmuts-Versicherungen“. Wer spart, lebt also verkahrt – oder verkehrt, wenn man auf den schönen Reim verzichtet. Die ersten Volksbanken (Fürstenfeldbruck und Westmünsterland) kündigten zudem bereits Negativzinsen auf Neueinlagen an. Natürlich nennen sie das nicht so. Sondern „Verwahrentgelte“.

Das stellt unser bisheriges Wirtschaftsverständnis auf den Kopf. Niemand will mehr Geld besitzen. Wer den Banken Geld abnimmt, etwa in Form von Krediten, kann bald ebenfalls mit Negativ-Zinsen rechnen. Liegt der bei einem Prozent, muss man für einen Kredit von einer Million nur 990.000 Euro zurückzahlen und darf 10.000 Euro behalten. Wer jeden Monat einen Millionen-Kredit aufnimmt, verdient ohne große Mühe ein fünfstelliges Gehalt!

Setzen „Verwahrentgelte“ sich erst mal durch, hat das auch positive Effekte. Etwa bei Nutzung fremden Wohneigentums. Ist Ihnen etwa die Miete zu teuer, schreiben Sie dem Vermieter einen freundlichen Brief:: „Sehr geehrte(r) Hausbesitzer(in), ich habe Ihr Wohneigentum seit einiger Zeit in sicherer Verwahrung. Aufgrund meiner Nutzung vermeide ich teure Kosten, die sich Ihnen aus Verfallserscheinungen der Immobilie ergeben könnten. Insbesondere Frostschäden sowie Schimmel treten unter meiner Obhut nicht auf. Daher erlaube ich mir, für die Verwahrung Ihres Eigentums ein Verwahrentgelt in Höhe von X (Miete zuzüglich eines Verwaltungsbetrags) zu erheben. Ich verweise auf den „Banking-Verwahrentgelt-Act von 2019“ und verbleibe…“ – wer hätte je gedacht, dass ausgerechnet Banken uns eines Tages helfen würden, Miete zu sparen?

Warum wir in der PISA-Studie nicht die Besten sind!

Die neuen Pisa-Ergebnisse da, und sie sind nicht rosig. Auguren des Untergangs prophezeien bereits das Bildungsende eines Landes, in dem Schüler auf die Lehrer-Frage: „Wenn du fünf Euro hast und ich dir zwei wegnehme, was gibt das?“ nur eine Antwort kennen: „Prügel!“ Gerade die bildungsfernen Schichten entfernen sich immer vom System – bald werden sie so fern sein, dass sie „Bildung“ für eine Nachbargalaxie halten.

Die Ursachen sind vielfältig – zumal Pisa selbst auch umstritten ist, da vermutet wird, dass in führenden Ländern wie China, wo nur 80 Prozent an der Studie teilnehmen (in Deutschland 95 Prozent), die schwächeren Schüler einen Tag „Bildungsurlaub“ erhalten… Eine Ursache aber ist klar: Lehrer haben bei uns kein besonders gutes Image. Das spiegelt sich auch in Lehrerwitzen wie diesen: „Egal wie leer du bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer…“ Oder: „Können Lehrer schwimmen? Einerseits ja, sie sind ja hohl. Andererseits nein, sie sind ja nicht ganz dicht…“ – und so weiter.

Wir brauchen (neben Chancengleichheit, einem besseren Schulsystem, bundesweiter Angleichung des Bildungssystems, besseren Bildungskonzepten und so Kleinkram) eine positive Kultur der Lehrerwitze unter der Überschrift „Dein Lehrer“. Also: „Dein Lehrer ist so cool, dass es hinter ihm schneit!“ Oder: „Dein Lehrer hat bis zur Unendlichkeit gezählt – zwei Mal!“ „Wenn kleine Kinder ins Bett gehen, schauen sie vorher nach, ob Monster unterm Bett liegen. Wenn Monster ins Bett gehen, schauen sie vorher nach, ob Dein Lehrer unterm Bett liegt.“ Und mein persönlicher Lieblingswitz: Petrus, Jesus und Dein Lehrer stehen am Rande des Sees Genezareth. Jesus sagt: „Kommt, wir gehen rüber.“ Alle drei gehen los, aber Petrus versinkt sofort im See. Als die anderen beiden am anderen Ufer sind, fragt Jesus: „Sollen wir dem armen Petrus verraten, wo die Steine unter der Oberfläche liegen?“ Und Dein Lehrer sagt: „Steine? Welche Steine?“