Autor: Alexa Knitter

Warum wir den Chin-O-Mat brauchen!

Morgen ist Europawahl, und das heißt vor allem eins: Hingehen! Wählen! Kreuz machen! Historisch hat sich da viel verbessert: War „Kreuz machen“ in biblischen Zeiten noch eine Tätigkeit, bei der Exekutions-Mittel für eine Kreuzigung hergestellt wurden, bezeichnet man heute damit den Vorgang, der zur Wahl einer Regierung führt. Gut, die ist eigentlich auch ein Exekutions-Organ und noch häufiger mal ein Kreuz… vielleicht hat sich doch nicht so wahnsinnig viel verändert in den letzten 2000 Jahren.

Bei der Auswahl der wählbaren Exekutions-Parteien kann man über den Wahl-o-mat gehen und sich mühsam durchklicken, welche Interessen man hat und welche Partei man demzufolge wählen sollte. Es geht allerdings auch einfacher. Hier ist mein persönlicher Wahl-o-Mat – der Chin-o-Mat: Wählen Sie einfach das, was Sie abschaffen möchten! Haben Sie schon mal gemerkt, dass die Parteien in der Realität immer das abschaffen, was sie im Namen tragen? Die SPD hat über die Hartz-Gesetze das Soziale abgeschafft. Die CDU wendet sich mit ihrer Flüchtlings- und Sozialpolitik gegen das Christliche. Die Grünen haben (Untersuchungen zufolge) die Wähler mit dem höchsten CO2-Ausstoß (gebildet, wohlhabend, motorisiert und reisefreudig), vernichten also faktisch die Umwelt. Die FDP will die Freiheit abschaffen oder zumindest so gestalten, dass die Reichen nur noch die Freiheit haben, immer reicher zu werden während die Ärmeren nur noch Freiheit zur totalen Armut haben. Und die AfD möchte alle Alternativen für Deutschland abschaffen – bis auf eine nationalistische, diktatorische Borniertheit.

Um sicher zu stellen, dass sie dafür auch tatsächlich Stimmen erhält, empfiehlt die Partei mit dem geklauten Nike-Logo übrigens, möglichst volltrunken zur Wahl zu gehen: „Blau wählen“. Meine Empfehlung: Bleiben Sie bitte nüchtern, wenn Sie Ihr Kreuz machen!

Warum die AfD jetzt durchgreift!

So sieht sie also aus, die Solidarität unter Rechten – schmählich in den Rücken gefallen ist er ihnen, dieser FPÖ-Strache mit seiner großen Klappe und der alkohol-duseligen Tittengafferei, die verhinderte, dass er eine dreist gestellte Falle linksgrünversiffter Terroristen erkennt. Unsere Solidarität muss jetzt der AfD gelten, die durch die Handlungen dieses Idioten unschuldig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die ersten Reaktionen der deutschen Ultras sind wenig vertrauen-erweckend – da wird irgendetwas von „singulären Vorgang“ gefaselt (Jörg Meuthen, AfD). Hier zeigt sich ein dringender Beratungsbedarf: Jetzt muss die AfD dem Wähler reinen Wein einschenken und laut sagen, wer hier wirklich versagt hat: Ein Ausländer! Ein Österreicher, der seine große Klappe nicht halten konnte – und so einer hat Deutschland schließlich schon mal in den Abgrund gestürzt, in jenen Vogelschiss-Jahren, über die wir nicht mehr reden. Außer, um zu sagen, dass nicht alles schlecht war damals, und dass „die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ (Gauland) kein „Mahnmal der Schande“(Höcke) rechtfertigen.

Die AfD muss ganz klar machen, dass sie geldgeile Flüchtlinge aus Österreich nicht in unserer Heimat duldet. Hier müssen die Grenzen dicht gemacht werden, um das Vaterland vor österreichischer Korruption zu schützen. Und wo wir schon mal dabei sind, auch vor italienischem „Lega“-Schlendrian und „Franz-Frau-Le-Pen-Gehabe“. Was die eigenen Spenden-Affären angeht, wird die Partei mit harter Hand durchgreifen: Es handelt sich um eine verwirrte Lesbe (Weidel), ein Wirtschaftsflüchtling aus der Schweiz (Grenze dicht!), und um ein paar Irre aus dem Hunsrück – über die Deutschlandzugehörigkeit des Hunsrück gehen die Meinungen ja auch auseinander… Um unser deutsches Vaterland von dieser Art Sozial-Geschmeiß zu befreien, ist die AfD schließlich angetreten. Der Endsieg ist sicher.

Warum wir jetzt E-Tretrollern!

Seit gestern hat der Bundesrat E-Tretroller in Deutschland genehmigt. Kindheitserinnerungen an den alten, roten Tretroller mit den riesigen Rädern werden wach, mit dem man in den 60gern angab, bevor irgendein fieser Fettsack einem das Ding wegnahm und mit seinem Gewicht zerstörte. Doch genug von meinen Albträumen über Rainer Calmund… Treten und rollern, bislang nur als politische Taktik von Donald Trump bekannt, gibt es jetzt auch mit umweltfreundlichem Elektro-Antrieb. Also wie die politische Taktik von Boris Palmer…

Der E-Tretroller wird unsere Mobilität revolutionieren, sagen die einen. Indem er die Straßen noch mehr verstopft mit alternden Hippies im Start-Up-Look, die mit der Schnelligkeit ihres Gefährts im Verhältnis zur Fähigkeit ihres Lenkens überfordert sind, sagen die anderen. Mit der Schnelligkeit im Verhältnis zur Lenkfähigkeit überfordert zu sein, ist übrigens die politische Strategie von Kevin Kühnert…

Kritikern befürchten „San Franzisko-eske Zustände“ – dort hatte der E-Tretroller-Verkehr derart überhandgenommen, dass die Stadt 2018 fast kollabierte und überall achtlos weggetretener E-Roll-Müll zufällig angereiste Neapolitaner sehnsuchtsvoll an ihre Heimatstadt denken ließ. Brauchen wir denn noch mehr Verkehr auf den Straßen, fragen die einen wiederum besorgt? Die anderen sagen: Wenn man die sinkende Geburtenrate betrachtet, brauchen wir Verkehr egal wo – Hauptsache ohne Kondom… Apropos Verkehr: Erst wenn türkische Hochzeitsverbände auf dem E-Tretroller Innenstädte und Autobahnen lahmlegen, kann man sagen: Umweltschutz kennt keine Grenzen!

Doch wozu rollern? In Zeiten, in denen Nestle sich das Grundwasser patentieren lässt, lasse ich mir jetzt eine sensationelle, umweltverträgliche, CO2-neutrale, gesundheitsfördernde Mobilitäts-Technologie patentieren, die sogenannte „Green-Power-Hyper-Self-Mobility“ – oder, wie man früher ignoranter Weise sagte: Zu Fuß gehen!

Die Plastiktüten-Verschwörung!

Ein Amerikaner tauchte an den tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben und fand dort in fast 11.000 m Tiefe: eine Plastiktüte! Das offenbart zweierlei: Seit Entwicklungsminister Müller Plastiktüten am liebsten heute noch verbieten will, versuchen einige Menschen verzweifelt, doch noch an eine der bald seltenen Plastiktüten zu gelangen. Obwohl der Mann der Plastiktüte wegen einfach vor Thailand hätte schnorcheln können… Oder – noch simpler – im Supermarkt die 25 Cent für die doofe Tüte ausspucken…

Zum anderen offenbart es etwas weitaus Dramatischeres: Wo immer der Mensch unberührte Punkte der Erde entdeckt – die Plastiktüte ist schon vor ihm da! Man stelle sich die Enttäuschung des ersten Menschen auf dem Mars vor, wenn er bei der Landung von einem Spalier Plastiktüten begrüßt wird. Vielleicht haben Plastiktüten unbemerkt eine Art Intelligenz entwickelt und möchten nach dem Zeitalter des Menschen, dem Anthropozän, das Zeitalter der Plastiktüte einzuläuten: das „Plastikozän“.

Sie glauben das nicht? Haben Plastiktüten etwa nicht begonnen, die Oberfläche nicht nur der Erde, sondern auch der Meere zu bedecken? Und haben sie nicht begonnen, in die Zellen der Meereslebewesen einzudringen, so dass ein Plastikteller und ein darauf liegender Fisch bald dieselbe chemische Substanz haben? Hat nicht eine unerhebliche Anzahl Frauen und Männer begonnen, Teile ihrer Anatomie mit Plastikteilen auszustaffieren, was sie so selbst weitgehend in mobile Plastiktüten verwandelt? Und werden nicht auch die Äußerungen und Konversationen der Menschen immer künstlicher, gehaltloser und somit „plastikartiger“? Wer sagt denn, dass ein Donald Trump nicht schon längst „plastikgesteuert“ ist? Seine Politik ist es auf jeden Fall!

Auch mein Müllbeutel schien heute morgen beim Entsorgen fast schon triumphal zu grinsen.

Warum wir hochstapeln!

Schlimm: In den USA hat jemand mit guten Russen-Kontakten durch dreiste Lügerei viele Menschen finanziell ausgebeutet. Die durch das perfide Blendwerk Getäuschten gingen der Person, die vorgab, unfassbar reich zu sein, nur zu gern auf den Leim und blieben am Ende auf ihren Verlusten sitzen. Leider ist die Rede diesmal nicht von Donald Trump, sondern von der Deutsch-Russin Anna Sorokin. Sie hatte sich in der New Yorker „Society“ als reiche Erbin ausgegeben. Das war aufgeflogen und jetzt wurde sie verurteilt. Donald Trump hingegen, der ein viel erfolgreicherer Hochstapler ist und auch schon mal Verluste von 1,2 Milliarden Euro machte (also die 4000fache Summe von der, derentwegen Frau Sorokin in den Knast muss), ist weiterhin Präsident. Vermutlich muss er das auch bleiben, weil er sonst selbst eingebuchtet würde. Da er überdies das Geld anderer Leute in den Sand setzte, wurde er von Fox News auch noch gefeiert als „kühner Geschäftsmann“!

“Fake it till you make it” heißt ein Motto der “Instagrammer“, welche als wandelnde Litfaß-Säulen Produkte an ihre „Follower“ verkaufen. So zitierte das auch der Anwalt von Sorokin, die natürlich nach ihrer Haft einen Buch-Vertrag haben und mit der „Story“ durch die Talk-Shows tingeln wird. Hochstapeln ist keine Sünde mehr, sondern Gebot der Zeit. Nicht erst seit der Bankenkrise wird klar, dass viele Banker nur hochstapeln, wenn sie vorgeben, am Gewinn ihrer Kunden interessiert zu sein. Politiker stapeln hoch, indem sie sich für Altruisten ausgeben. Viele Eltern können bestätigen: Selbst Kleinkinder geben nur vor, Menschen zu sein. In Wahrheit sind sie fiese kleine Monster, die ihre Erzeuger mit überzogenen Erwartungen und unersättlicher Gier in den Ruin treiben.

Vielleicht ist es das, was zukünftige Zivilisationen mal über den Menschenaffen „Homo Sapiens“, also zu gut deutsch den „wissenden Gleichen“, sagen werden: Die Homos waren zwar in ihrem Egoismus gleich, aber das „Sapiens“ war eindeutig hochgestapelt!

Warum wir jetzt enteignen!

Das Gespenst ist wieder da: Enteignung. Bevor jetzt Panik im Grunewald ausbricht, hektische Ferrari-Hamsterkäufe Blankenese lahmlegen und die Fluchtrouten zu den Cayman Islands überprüft werden, ein Wort der Entwarnung. Enteignung ist völlig normal. Früher, als die Menschen noch viel Zeit hatten, erfanden sie das Spiel „Eigentum“. Allen war natürlich klar, dass es nur ein Spiel war – spätestens im Moment des Todes wird aller Besitz wieder abgegeben. Deshalb heißt es ja auch: „Die Löffel abgeben!“ Das ganze geklaute Silber geht wieder zurück ans Leben. Sogar der Körper wird als Wurmfutter kollektiviert.

Irgendwann aber wurde aus dem Spiel Ernst – und wir alle wissen, wie wenig Spaß es macht, wenn bei „Monopoly“ ein Spielverderber alle anderen abzockt. Das Konzept von „ich“ und „meins“ bohrte seinen Weg in die Köpfe der Menschen. „Mein Haus, mein Auto, mein Partner…“ – wobei Einige Häuser, Autos und Partner nur noch im Plural ertragen. Dummerweise führt die starke Ich-Sucht, die Ego-Manie, dazu, dass Vielen das Wohl nachfolgender Generationen voll am Allerwertesten vorbei geht. Die eigenen Kinder werden durch den Ernst des Spiels „Eigentum“ zu „Bauernopfern“. Die „Harakirökonomie“ des Besitzes ist dabei, uns auszulöschen.

Meine Mutter kannte einen alten Spruch, um uns Kindern vom Herd fernzuhalten: „Messer, Schere, Feuer, Licht – sind für kleine Kinder nicht!“ Vielleicht sollte man ihn für Mutter Erde umformulieren: „CO2-Schleudern, Waffen, Immobilien-Schwergewicht – sind für Egomanen nicht.“ Denn es ist ja nicht wirklich sicher, dass nach einer Enteignung das „Kollektiv“ bessere Managemententscheidungen fällt als BMW. Solange im Kollektiv die gleichen Egomanen rumtuten. Dringender als Enteignung ist eine „Ent-Egomanisierung“ – oder kurz gesagt: Spielverderber raus! Bevor der große sozialistische Diktator des Lebens, der Tod, uns alle enteignet.

 

Warum wir die FDP retten müssen!

„Mondays for Economy“ statt „Fridays for Future” fordert die FDP. So begrüßenswert es ist, dass sich endlich auch mal „die Profis“ zu Wort melden, so sehr erschüttert die Wortwahl. „Mondays for Economy“? Wirklich? „Mondays for Money!“ muss es natürlich heißen. Das hat Stil und denselben Sinn! Was ist mit den Dienstagen – warum traut die FDP sich da nicht dran? Tuesdays for Terror – denn auch der Terror ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Der Neubau des World Trade Centers kostete fünf Milliarden Dollar, aber die weltweiten Sicherheitsmaßnahmen machen einen Umsatz von 40 Milliarden – jedes Jahr. Abgesehen von Millionen schlecht bezahlter Arbeitsplätze für Menschen, die gerne Fremde befummeln, stärkt der Terror auch rechtspopulistische Bewegungen. Jeder islamistische Anschlag ist pures Gold für die AfD. Tuesdays for Terror!

Der Mittwoch wird „Wednesdays for Winners“ – hier gedenken wir einer viel geschmähten Randgruppe. Wer den Schmerz nicht kennt, den ein weißer Mann angesichts der Wahl zwischen Hummer und Kaviar aushalten muss, dem werden die Leiden der „Winner“ immer fremd bleiben.

Auf Wunsch der CSU wird der Donnerstag zum „Thursdays for Thirst“, dem offiziellen Tag des Biertrinkens. Warum liegen Tschechien und Österreich im Bierverbrauch immer noch vor Deutschland? Diesen Missstand wird durch ein diszipliniertes Volksbesäufnis beseitigt. Der hohe Trunkenheitsgrad sorgt dann auch dafür, dass die Teilnehmer den „Friday for Future-Pussys“ weitgehend verschlafen, bevor sie am „Saturday for Saturn“ zum Technikmarkt pilgern und dort den Konsum ankurbeln. An den „Sundays for Sun-Ways“ erhöhen wir noch mal kräftig unsere CO2-Bilanz, indem wir mit dem offenen Bentley durch Kreuzberg fahren, bevor wir uns am Montag dann wieder dem Geld widmen.

Warum kommt Herr Lindner da nicht drauf?

Warum es keinen Deutschen Commerz gibt!

Man kann von dem Scheitern der Fusion zwischen Commerz- und Deutscher Bank halten, was man will, aber sie hat vielen Menschen die Religion ein großes Stück nähergebracht. Jedenfalls dachte viele laut: „Gott sei Dank“! Nur im Finanzministerium gab es lange Gesichter – anscheinend hatte es sich bei den Rechenkünstlern der Kassenwarte noch nicht rumgesprochen, dass Minus plus Minus kein Plus ergibt. Zumal „Deutscher Banken-Champion“ ganz oben auf der Wunschliste von Olaf Scholz gestanden haben soll. Gleich hinter „Kanzleramt von innen renovieren“ und „nie wieder den großen ,G20-Promotionspreis für Chaoten‘ verliehen bekommen“.

Nun war es sicher eine charmante Idee: die beiden letzten verbleibenden größeren deutschen Banken steigen in die Fusionskiste und bilden eine deutsche Großbank, einen „World Player“. Immer mehr früher unvereinbare Gegensätze fusionieren heutzutage: Hippie und Monopolkapitalist – Mark Zuckerberg; Mann und Frau – Conchita Wurst; Staatschef und Idiot – muss nicht extra genannt werden… Aber nicht jede Fusion macht Sinn. Davon können Daimler und Chrysler ein Lied singen. Oder Bayer und „Glyphosat-Monsanto“. Oder Boris und Lily Becker. Wenn Olaf Scholz unbedingt einen deutschen Banken Champion möchte, sollte die Bundesregierung einfach die Mehrheit an Goldman Sachs kaufen – das Unternehmen klingt deutsch und macht wenigstens Gewinn.

Schließlich weiß niemand, was für unangenehme Risiken bei „Cum-Cum-Commerz“ und „Donald-Trump-Finanzier-Deutsche Bank“ noch lauern. Vielleicht muss der Staat bei seiner „Commerz-Sparkasse“ in einer Art „Finanz-Flagellation“ bald Strafzahlungen für Steuerhinterziehung quasi von sich selbst nehmen? Vielleicht fordern die Amis irgendwann Reparationszahlungen von der Deutschen Bank, weil die durch eine Insolvenzverhinderung von Donald Trump den US-Bürgern Milliardenverluste bescherte?

Außerdem gilt weiterhin die biologische Wahrheit: Zwei Pleitegeier machen noch keinen Adler!

Warum Eier suchen glücklich macht!

Was wünschst du dir zu Ostern? fragt mich meine Frau. Mir fällt nix ein. Ostern ist doch auch so wundervoll genug. Es ist der Tag, dem Millionen von Kindern entgegenfiebern. Der Tag der großen Eiersuche! Nun kann man schon ins Grübeln kommen, was dahintersteckt, wenn Priester es Kindern ans Herz legen, versteckte Eier zu suchen… Aber wer erinnert sich nicht gern an die kindliche Freude beim Finden eines Schoko- oder gar Marzipaneis hinterm Busch. Und an das Gefühl des Triumphes, wenn man mehr Eier gefunden hatte als die Geschwister. Und das anschließende Geheule, wenn die Eltern in einem niederträchtigen Anfall von Sozialismus verfügten, dass man die überzähligen Eier bitteschön abzugeben habe…

Ostern ist das Fest des Suchens und Findens. Jesus suchte Hingabe und Tod und fand die Erlösung. Wir suchen und finden Eier. Das ist doch schon mal ein ganz guter Anfang! Wobei es wichtig ist, dass die Eier auch tatsächlich gefunden werden. Nichts ist ärgerlicher als das vage Gefühl, dass die Eier nicht wirklich ernsthaft gesucht wurden, nachdem man sich so viel Mühe mit dem Verstecken gemacht hatte. Und dass womöglich irgendwo noch ungefundene Eier rumliegen.

Zumal die österliche Suche sich nicht auf Eier beschränkt. Alle sind am Suchen. Die Kanzlerin sucht einen würdigen Abgang, die CDU-Chefin einen würdigen Aufgang und die SPD einen würdigen Urnengang. Die Verteidigungsministerin sucht würdige Wege gegen den Niedergang. Kim Yong Un sucht einen Waffengang und Donald Trump den Weltuntergang, nur dass der bei ihm „America First“ heißt. Airbnb sucht den Börsengang und das verspeiste Osterlamm den Darmausgang. So suchen alle irgendeinen Gang; bloß Intelligenz, Einsicht und Empathie – der Zugang dafür wird nicht gesucht. Das sind die Eier, die weiter unentdeckt irgendwo rumliegen. Sehr ärgerlich! Das wird jetzt mein Osterwunsch: Dass diese Eier möglichst bald gefunden werden.

 

 

Warum wir zum Fliegen nicht mehr bereit sind!

Umwelt hin, Umwelt her – Fliegen ist eine tolle Sache: Der Triumph des Menschen über die Schwerkraft, eine beeindruckende technische Leistung und die Garantie, dass man schnell zu lebenswichtigen Terminen um den Erdball fliegen kann. Außer man gehört der deutschen Regierung an. Dann wird Fliegen zu einer unwägbaren Gefahr für Leib und Termin. Denn nach einer erneuten Panne eines Luftwaffen-Jets gestern in Schönefeld (nur dank eines sehr guten Piloten kam niemand zu Schaden) wird klar, dass die deutsche Flugbereitschaft weder „Flug“ noch „bereit“ ist, sondern in erster Linie „schaft“ ist – wie in „total ge-schafft“.

Der Flugbereitschaftsdienst der deutschen Bundesregierung ist so häufig defekt, dass der ADAC bereits befürchtet, ihm solle das Label „Pannendienst“ abspenstig gemacht werden. Es wird das große Geheimnis dieser Regierung bleiben, warum sie auf Flugzeuge setzte, die so aus der Mode gekommen waren, dass sie bereits bei Ausbruch der Napoleonischen Kriege als veraltet galten? Waren es heimliche Sabotage-Akte? Wurden die Flieger von ehemaligen Kadern des Islamischen Staates gewartet? Hatten chinesische Spione lebenswichtige Teile entwendet? War etwa der einzige Zweck des nimmer-fertigen neuen Berliner Flughafens, den dem Boden verhafteten Flugzeugen der Flugsicherheit ein standesgemäßes Grab zu setzen?

Man kann dieser Tage schon von Glück sprechen, im Gegensatz zur Notre Dame Katastrophe nicht in Donald Trumps Tweets vorzukommen: „Schrecklich, was da in Deutschland passiert ist – Regierungsflieger fast in Flammen. Sie sollten fliegende Wassertanker schicken!“

Andererseits: Ist Fliegen nicht sowieso ein Riesenproblem für das Klima? Und sind Kriegsflugzeuge nicht wesentlich friedlicher, wenn sie am Boden stehen? So wird eben eine gute Nachricht draus: Die deutsche Flugbereitschaft ist Greta Thunbergs Lieblings-Fluglinie!

Warum wir die Stasi lieben!

Computer haben eine Menge drauf. Obwohl sie eigentlich nur aus Einsen und Nullen bestehen. Was sie von der britischen Politik unterscheidet, die bekanntlich nur aus Nullen besteht. Im Unterschied zu letzterer kann man mit Computern sogar reden. „Alexa, hört eigentlich irgendjemand mit?“ fragen manchmal Menschen, die sich im Besitz einer künstlichen Intelligenz befindet. Wobei hier unklar ist, wer wen besitzt. Denn eigentlich müsste Alexa antworten: „Nee, niemand. Außer 7000 Mitarbeitern von Amazon. Und einer nicht näher definierten Anzahl von Geheimdiensten, die das weder bestätigen noch dementieren. Und dann natürlich der eine oder andere Hacker-Club, von dem wir nix wissen. Und alle, an die die dann die Daten verkaufen. Aber sonst hört niemand mit. Ehrenwort!“

Denn jetzt wurde bekannt, dass Amazon-Mitarbeiter in die Gespräche mit Alexa hineinhören. Zur Verbesserung der Qualität. Klar. Und zur Fehlerbehebung. Und so weiter. Erich Mielke wird sich vor Frust so häufig im Grabe umdrehen, dass er auf dem Friedhof nur noch als „der Barbecue“ bekannt ist: wäre Alexa schon vor 30 Jahren auf dem Markt gewesen, gäbe es die DDR heute noch! Dann hieße die KI nur anders. „Stasexa“ wahrscheinlich. Das ist kurz für „Staats-Sicherheits-Exekutions-Anwendung“ und klingt viel attraktiver als „Stasi“ – nämlich nach „sexy“ und nach „Staune, ein Sechser“ (im Lotto).

Die DDR hätte richtig cool werden können, mit frechen Antworten von Stasexa. „Stasexa, wie lang wird die SED noch regieren?“ „Die Macht wird mit dir sein, immer!“ „Stasexa, was ist das Beste im Leben?“ „Meine Meinung unterscheidet sich von der von Conan dem Barbaren – aber nicht von der des Staatsratsvorsitzenden!“ „Stasexa, gibt es einen Unterschied zwischen einer leeren Flasche und Honecker?“ „Unwesentlich. Honecker bleibt, wo er ist, aber du leere Flasche wirst in 30 Sekunden abgeholt!“

 

Warum wir bald zu Tode schwitzen!

Berlin wird aufgrund der Klimakatastrophe bald häufige Tropennächte erleben, sagen Forscher. Dann ist man auf der Fischer-Insel bereits mitten auf „Tropical Island“. Die Sauna-Halle in Süd-Brandenburg hingegen kann nur überleben, wenn sie ihr Geschäftsmodell auf „Ice-Land“ umstellt. Die Alpen sind dann nämlich ebenfalls eisfrei, wie eine weitere Studie zeigt. Schön für alle, die auch im Januar eine Wüsten-Wanderung über den Groß-Glöckner machen wollen, aber ärgerlich für die, welche das Wasser der dort entspringenden Flüsse brauchen: also ganz Mitteleuropa!

Klimakatastrophe ist nämlich nicht nur ein Umsatz-Turbo für Eisdielen. Ein großes Massensterben auf dem Planeten könnte anstehen – Homo Sapiens inklusive. Die jüngere Generation fängt gerade an, das zu begreifen – aber wenn sie dagegen auf die Straße geht, sagen die Älteren nur: Geht lieber zur Schule! Aber wer will schon für eine Zukunft lernen, die gerade abgeschafft wird?

Die Älteren machen derweil idiotische Verkehrskonzepte wie Andy Scheuer, welcher Tempolimits und eine CO2-Steuer ablehnt und damit weiter die Gegenwart auf Kosten der Zukunft subventioniert. Die wahren Folgekosten fossiler Brennstoffe sind bei weiten nicht eingepreist. Wir sind wie Eltern, die permanent im Auto rauchen, aber ihren Kindern verbieten, die Fenster zu öffnen. All das im Namen Arbeitsplatzsicherung – in Wirklichkeit sichern wir nur die Arbeitslosigkeit von morgen. Das ist keine Wirtschaft mehr – das ist „Harakirökonomie“!

Der Markt wird es schon richten – sagen die Wirtschaftsliberalen. Das wird er auch – und zwar zugrunde. Als Maßnahmen dagegen empfiehlt man eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit – aber das ist ein wenig, als überließe man Charly Sheen und Lindsay Lohan die Kokain-Gesetzgebung – wobei Letzteres sicherlich verträglichere Resultate hätte.

Es ist wirklich verrückt: Menschen, die Sex mit Kindern haben, werden zu Recht eingesperrt. Aber Menschen, die Kindern die Zukunft killen und sie so nachhaltig f*****, sind wertvolle Stützen der Gesellschaft. Daran gemessen sind die Kinder noch viel zu nett zu uns!

Warum Männer so früh sterben!

Die WHO hat gerade untersucht, warum Männer weltweit nicht so lange leben wie Frauen. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens Männer – und zweitens Frauen. Der Mann ist bekanntlich nur mit einem XY Chromosomenpaar ausgestattet, während Frauen XX-Chromosomen zur Verfügung haben. In anderen Worten: Man wird nur dann ein Mann, wenn einem was fehlt…

Denn auf dem X-Chromosom scheinen Prozesse angesiedelt zu sein, die das Immunsystem stärken – und davon haben Frauen immerhin doppelt so viele. Kein Wunder, dass Frauen die potentiell tödliche Männergrippe verächtlich weglächeln – mit ihrer Turbo-X-Power joggen sie gesund zum Yoga-Studio, während der Gatte hustend daheim verreckt!

Ein Teil des früheren Ablebens hat also mit dieser genetischen Benachteiligung zu tun. Der andere Teil hat etwas mit dem ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun. Denn Männer rauchen mehr, trinken mehr, essen mehr – und sind schneller auf der Straße unterwegs. Und daran sind Frauen schuld! Denn warum machen Männer all diese Dinge? Um Frauen zu imponieren! Um zu signalisieren: Guckstu, wie sehr ich den Tod verachte! Guckstu, wie schnell ich bin! Guckstu, wie groß ich bin in Körper und Geist, aber besonders in Körper! Guckstu, wie lustig ich bin nach vier Bier! Guckstu, ich bin der beste Honk für deine ungeborenen Kinder!

Solange es Weibchen gibt, die von so etwas beeindruckt sind, und solange diese Weibchen die attraktiveren Partnerinnen sind, werden die Männchen nicht von ihrem Verhalten ablassen. Sicher, man könnte argumentieren, dass Männer ja auch mal selbst die Verantwortung für ihr Leben übernehmen könnten. Dass sie sagen könnten: Liebe mich für das, was ich bin und nicht für das, was ich darstelle. Aber dafür müssten Männer die Kraft der Einsicht besitzen. Und wie schon gesagt: Man wird nur dann ein Mann, wenn einem was fehlt!

Warum wir eine Epidemie erleben!

Der DFB-Präsident ist zurückgetreten. Das ist fürchterlich. Nach nur gut zwei Jahren im Amt ereilt ihn – das muss an dieser Stelle einmal schonungslos gesagt werden – eine schreckliche Erkrankung: Der „Fifa-Virus“! Dieser bislang von der Wissenschaft sträflich ignorierte Virus kursiert schon seit einiger Zeit unter Fußball Funktionären. Die Erkrankten erleben im Anfangsstadium eine fast rauschhafte Euphorisierung sowie unerklärlichen Reichtum. Der Virus sorgt zuverlässig dafür, dass die Erkrankten sich zueinander hingezogen fühlen und dann in dubiosen „Hinterzimmer-Deals“ wahnhafte Entscheidungen treffen.

Später setzt eine Funktionärs-Demenz (Dementia Functionaris) ein, die zu seltsamen Gedächtnisverlust und schrägen Kommentaren führt. Nach einigen Wochen im „Özil-ierium“ verfallen die Betroffenen dann in eine „Ver-Löw-isierung“, die in wirren Fantasien von „Abschiedsspielen für treue Nationalspieler“ endet. Dazu tragen die Infizierten auf einmal seltsame „Gewissens-Hand-Fesseln“ in Form von Luxus-Uhren. Im Endstadium ereilt die Erkrankten eine „Voll-ver-Blatterung“ – also der Ruf nach berechtigter „Korruptions-Kohle“ aus Öl-Scheichtümern, unterbrochen nur von „ich-habe-mir-nichts-zuschulden-kommen-lassen“-Schreien. Parallel ersuchen die Fifa-Virus-Opfer Asyl in der Schweiz.

Die Therapie ist dementsprechend erbarmungslos. Gegen Viren gibt es keine Medikamente. Hier hilft nur eine harte Quarantäne, eine totale Abschottung von potentiellen Fifa-Virus-Trägern (also im Grunde von der gesamten Fifa und Uefa) sowie eine schrittweise „Ausschleichung“ hoher Gehälter. Kurz vor der Wiedereingliederung in die Gesellschaft werden den Infizierten in einer letzten Reha-Maßnahme die Luxus-Uhren abgenommen. Als geheilt gilt, wer zur Fifa-Zentrale fährt und ohne Geldkoffer wieder rauskommt.

Lieber Reinhard, wir wünschen gute Besserung!

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo

 

Warum der Brexit nicht kommt!

Schaut man dieser Tage auf Großbritannien, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Brexit und der neue Berliner Großflughafen BER dieselben Architekten hatten, nämlich Robert „D. Saster“ und Dieter „K. Os“. Beide sind mittlerweile Großbaustellen, durchseucht von Finanzierungsschwierigkeiten und Planungschaos. Beide stehen für die Möglichkeit, das „Zeitweilige“ zum „Ewigen“ zu machen.

Ihre Zukunft wird eng miteinander verwoben sein. Hier einige Eckdaten: 12. April 2019 – das britische Unterhaus verschiebt erneut eine Einigung über den Brexit und fordert ein weiteres Referendum, das die Möglichkeit eines neuen Referendums für ein endgültiges Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU klären soll. Zeitgleich kommt raus, dass der Flughafen BER dringend benötigte Entrauchungsanlagen einfach an das Unterhaus lieferte, um rauchende Köpfe zu entschärfen.

  1. Juni 2020 – in letzter Sekunde wird die Eröffnung des Flughafens abgesagt – es fehlen Entrauchungsanlagen! Theresa May bietet ihren Gegnern eine öffentliche Selbstverbrennung an, falls die ihrem EU-Deal zustimmen. Der BER liefert dafür den nötigen Brandschutz, da ein neuer Eröffnungstermin noch nicht in Sicht ist.
  2. August 2025 – Immer lauter werden Forderungen, den Flughafen BER an den Brexit zu koppeln, der dann zum BERxit würde. Eine Mehrheit ist der Ansicht, dass zusammengehört, was nicht funktioniert. Gerüchte, wonach dann auch Verteidigungsministerin von der Leyen an England ausgeliefert werden müsse, bestätigen sich nicht.
  3. November 2028 – der BERxit hat sich erübrigt, da Großbritannien aufgrund des gestiegenen Meeresspiegels ein einem „Blubbs-it“ unterging. Den Briten wird eine neue Insel mit bereits fertig gestellten Großgebäuden zugeteilt: Endlich hat BER eine zeitgemäße, CO2-neutrale Verwendung!

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo.

Warum wir kein Tierwohl wollen!

„Tierwohl“ heißt das neueste Siegel unserer Landwirtschaftsministerin. Siegel sind der neueste Schrei im Kunden-Verwirrungs-Geschäft – sie gaukeln eine heile Welt vor, wo keine existiert. Eine Vielzahl von Bio-, Öko-, Fair-dies-und-das-Siegeln verwandeln schlichtes Einkaufen schon seit einiger Zeit in eine Vorstufe der Promotion. In wenigen Jahren wird auf die Frage: „Welche Ausbildung haben Sie?“ die Antwort „Einkaufen“ für eine Einstellung im Top-Management ausreichen.

Aber „Tierwohl“ ist in der verlogenen Siegel-Welt eine neue Stufe des „Siegel-in-die-Augen-Streuens“. Ein paar Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit wird als „Tierwohl“ deklariert – das ist, als deklarierte man eine Gehaltserhöhung um neun Cent als „Angestellten-Wohl“. „Siegel, Siegel an der Wand, wer ist die Versiegeltste im ganzen Land?“ wird die Frau Klöckner gesungen haben, als sie diesen Vorschlag in die Tat umsetzte.

Anscheinend gibt es in unserer Wohlfühl-Welt noch nicht genügend Siegel. Wie wäre es mit einem „Pflanzenwohl-Siegel“? Jede Eiche erhält einen Quadratmeter Freifläche zum Wachsen. Oder ein „Kindwohl-Siegel“ für jedes Eltern-Paar, das ihr Kind nicht länger als 30 Minuten im Netz oder am TV verrotten lässt. Warum fehlt noch ein „Frauenwohl-Siegel“ für die Kombination aus „Yoga-Stretch-Massage“ und „Schuhkauf“? Und ein „Männerwohl-Siegel“ für alles, was den Mann „einfach mal in Ruhe lässt“, also die wortlose Übergabe der TV-Fernbedienung und einer Flasche Bier. Ein „Politikerwohl-Siegel“ wird vergeben an alle Medien, die nur das drucken, was Politiker in ihnen abgedruckt haben wollen. In den USA heißt das bereits „Fox-News“. Und auf Wunsch der FDP kommt ein „Wirtschaftswohl-Siegel“ – bislang bekannt als Bank- und Management-Boni.

Am dringendsten brauchen wir ein „100 Prozent Bio-Fairtrade-Glücks-Tier-Verpackungs-neutral-Umwelt-Verbesserungs-Siegel“ – früher hieß das „persönliches Gespräch“, aber dazu muss man sich halt mit Zeit in der analogen Welt treffen. Und das wird schwer.

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo!

Warum wir uns ver-Uploadfiltern!

Hilfe: Uploadfilter! Neues EU-Urheberrecht! Paragraf 13! Die „Netzgemeinde“ erschauert: Ende des freien Internets! Ende der Meinungsfreiheit! Ende von allem! Das Problem – stark vereinfacht: Große Plattformen (YouTube, Facebook) sollen für alles auf ihnen hoch Geladene, urheberrechtlich Geschützte haften und am besten dafür Lizenzen kaufen. Schließlich verdienen sie damit Geld. Die Angst: Um unbezahlte lizenzpflichtige Inhalte zu erkennen, setzen Plattformen Uploadfilter ein, welche fraglichen Content blockieren.

Nehmen wir mal an, es gäbe (in einer anderen Welt) eine Firma namens „MeinePaste“. Die stellt Tuben für Pasten (etwa Zahnpasta) nur dafür her, dass sich Leute beim Ausquetschen der Tuben in der Fabrik filmen. „MeinePaste“ verkauft diese Filme an seine Abonnenten. Plötzlich gründet sich nebenan die Firma „DeineTube“. Die stellt allerdings nix her, sondern holt sich „MeinePaste“-Tubenquetschfilme von den Abonnenten, lädt sie auf einen LKW, fährt um die Ecke und verschenkt sie werbefinanziert an alle. Als „MeinePaste“ daraufhin die Filme mit sperrigen Bleikugeln in riesigen Kaffeefiltertüten beschwert, protestiert „DeineTube“ gegen „Upload-Filter, die das Hochladen von Tubenquetschfilmen auf Laster und das Recht auf freies Tubenquetschfilmegucken behindern“…

Natürlich gibt es so etwas wie geistiges Eigentum nicht. Genauso wenig, wie es überhaupt Eigentum gibt. Dass Menschen Dinge für sich beanspruchen, ist im besten Fall absurd, im schlechtesten Fall pathologisch. Aber wir leben nun einmal in einer Welt, die aus lauter ausgedachten, absurden Elementen besteht. Und solange die Google Gründer und YouTube Besitzer Larry Page und Serge Brin „Uploadfilter“ auf ihren Konten haben, die verhindern, dass wir uns von ihren Milliarden etwas Geld auf unsere eigenen Konten „hochladen“, sollten sie auch ein wenig für die Paste zahlen, die wir uns aus dem Hirn quetschen…

Warum wir für das Klima streiken!

Klimawandel, puh. Linksgrün versiffte Panikmache um nichts. So langweilig wie Häkelunterricht auf Valium. Die paar Stürme, Dürreperioden, Überschwemmungen… „Warum streiken die Schüler gegen den Klimawandel und schaffen sich in der Zeit keine Bildung drauf?“ wird derzeit viel gefragt. Vielleicht haben die Jugendlichen das berechtigte Gefühl, diese Bildung in Zukunft nicht mehr zu benötigen, weil es nicht mehr allzu viel lohnende Zukunft geben könnte…

Unsinn, den Profis solle man die Klima-Rettung überlassen, meinte Christian Lindner (FDP) neulich über streikende Schüler und die „Fridays for Future“ Demos. Und auch mal zum Zahnarzt gehen, um sich die Zähne richten zu lassen. Damit meinte er allerdings nicht den kieferorthopädischen Schiefstand vieler Demonstrierender, sondern eine Reparatur des Klimas durch Experten.

Nun sagen Letztere allerdings seit Jahren, dass wir viel zu wenig für eine „Klima-Rettung“ tun. Wobei es dem Klima natürlich total egal ist, ob es sich um zwei, drei oder 15 Grad erhitzt. Uns hingegen sollte das nicht egal sein. Schon jetzt tauen die Permafrostböden der Arktis, unter denen viele Millionen Tonnen Methan gefroren sind, welche, wenn sie losgelassen, zusammen mit anderen Faktoren eine „Heißzeit“ einleiten. Dann steigen die Meeresspiegel nicht um lächerliche 2 bis 3, sondern eher um 30 bis 60 Meter. Adieu, Honolulu, Holland, Hamburg… Willkommen in einer Zukunft zusammenbrechender Zivilisationen.

Vielleicht sehnt die Erde sich nach einem gigantischen Methan-Furz, um mal eben70 Prozent des vorhandenen Lebens auszulöschen. „Zu viel los auf dem Planeten“, könnte sie denken. Und: „Brennroden wir uns mal ein wenig das Haupthaar, damit irgendwann eine intelligentere Zivilisation nachwächst. Eine, die auf Frieden, Freude und Freundlichkeit basiert anstelle von Geiz, Gier und Gram. Und die rechtzeitig zum Zahnarzt geht und nicht erst, wenn alle Zähne unrettbar verloren sind.“

Chin Meyer ist am 4. Und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo

 

Warum wir alle etwas Boeing sind!

Wer hätte je gedacht, dass der Airbus A 380 auf einmal ein sparsames, kostengünstiges Flugzeug sein würde? Jedenfalls verglichen mit der neuen Boeing 737 MAX, welche in letzter Zeit bereits zwei Abstürze zu verzeichnen hatte. Die Boeing läuft anscheinend auf einer fehlerhaften Software, welche dafür sorgt, dass etwas runtergeht anstatt hochzugehen. Eine Problematik, die vielen Männern mit Erektionsschwierigkeiten vertraut sein dürfte. Vielleicht wird das bald zum Bonmot. „Wie geht’s so?“ „Ach, bei mir hat es heute Nacht wieder Boeing gemacht…“

Die Software von Boeing könnte verbreiteter sein, als wir denken. Mit dem Resultat, dass viele Dinge im steilen Sinkflug sind anstelle in den Himmel abzuheben. Die Umfragewerte der SPD etwa. Oder die rückwärtsgewandten, politischen Rezepte sogenannter „konservativer“ Parteien, welche Wirtschaft, Umwelt und Nächstenliebe vernichten anstatt sie zu bewahren. Unklar ist, ob die Software sich auch in sozialen Medien etabliert hat, was dazu führt, dass sich statt fördernder Netzwerke fremdenfeindliche, hetzerische Panikmache ausbreitet.

Was, wenn gar die ganze Menschheit seit Jahren auf dieser Fehler-Software läuft? Die gesamte auf fossilen Brennstoffen basierende Kultur fußt schließlich auf dem Gedanken, dass man einfach ewig so weitermachen kann, ohne die Zeche für eine gravierende Veränderung unserer Umwelt zu zahlen. Wenn es uns nicht gelingt, bald eine Politik wirtschaftlicher und umwelttechnischer Nachhaltigkeit umzusetzen, könnte es das sein, was eine Nachfolge-Zivilisation mal über Homo Sapiens sagt : „Er begann als Hoffnungsträger – aber dann hat er leider Boeing gemacht…“

Gottseidank haben wir in Deutschland einen Flughafen, der extra sowohl für den A380 als auch die Boeing 737 MAX gebaut wurde – „Willy-Brandschutz-Airport“ BER – der umweltfreundlichste Flughafen der Welt, welcher mit Goethe zu uns spricht: Wozu in die Ferne schweifen…

Warum die Bahn uns tötet!

Auf Zug- oder Flugzeug-Toiletten lauert leider der Tod. Dort hat man als Mann zwei Alternativen. Entweder man steht – wie bei einem allein wohnenden, etwas verwahrlosten Kumpel. Dann besprüht man in einem Akt brüderlicher Harnstoffvereinigung den Sitz-Ring. In der Bahn ist das ein gewagtes Unterfangen, weil der Zug häufig just in dem Augenblick in eine Kurve geht, in dem man den Winkel des Harnstrahls auf die Zielkoordinaten der Kloschüssel ausgerichtet hat. Neulich war ich in genau so einer Situation, als die Ansage kam: „Aufgrund von betriebsbedingten Störungen müssen wir eine großräumige Umleitung fahren…“ und ich dachte: „Rat mal, was meinem Harnstoff gerade widerfuhr…“

Zur Vermeidung derlei Ungemachs kann man sich (nach intensiver Reinigung) auch setzen. Und dann passiert es: Das beste Teil des Mannes fällt auf die bakterienverseuchte Kloschüssel und fängt sich die tödlichsten aller multiresistenten Keime. Und ich will jetzt nicht hören: „Oh, Chin, das ist sicherlich nur dein Problem, denn trotz deines schmächtigen Körperbaus bist du besser ausgestattet als ein Elefant auf Poppern!“ Das ist gelogen! Mein Geschlechtsteil hat schon für viel Belustigung gesorgt, und das ist nicht die von Komikern erwünschte Belustigung. Zusammen mit Kommentaren wie: „Kann man den auch als Köder beim Angeln verwenden – wenn die Maden alles sind?“ Oder „Wenn man Telefontarife an die Länge des Geschlechtsteils angliche, telefonierst du sicher umsonst!“

Wer entwirft diese Toiletten? Entweder Sadisten oder Ingenieure mit den kleinsten Penissen der Welt, also Leute, die bei Telefon-Tarifangleichung mit Telefonieren noch Geld dazu verdienen – oder Alice Schwarzer. Oder die Kombination der oben Genannten: sadistische Ingenieure mit unterentwickelten Champignons, die in ihrer Freizeit gleichgeschlechtliche Kolumnen für die Emma verfassen! Warum redet da keiner drüber?