Autor: Alexa Knitter

Warum wir das Klima retten!

Die gestrigen Großdemos haben gezeigt: Es liegt uns was an diesem Planeten. Das ist gut so, aber ein Trugschluss. Wir müssen die Erde nicht retten. Die Erde kommt sehr gut allein zurecht. Die Erde hat es, um ehrlich zu sein, verdammt gut ohne Homo Sapiens ausgehalten, und die paar Momente, die Menschen auf diesem Planeten wuseln, sind nur ein Furz in der Weltgeschichte. Der Erde geht es super. Kommunizierte die Erde mit einem befreundeten Planeten in einer anderen Galaxie, sagte sie vielleicht: „Ich glaube, ich komme in die Wechseljahre. Ich habe in letzter Zeit so komische Hitzewallungen.“ „Ach wo,“ könnte der andere Planet antworten, „das ist wahrscheinlich nur ein Anfall von Homo Sapiens. Das dauert höchstens noch wenige Jahre – dann ist der Spuk vorbei!“

Auch das Klima muss nicht gerettet werden – dem Klima geht es super. Klima gibt es auch, wenn die Temperaturen um 10 Grad ansteigen. Ist dann bloß heißer. Sehr viel heißer. Wahrscheinlich so heiß, dass Frauen und Männer sich unabhängig von Geschlecht und Aussehen in „heiße Bräute“ verwandeln. Wenn es dann überhaupt noch Menschen gibt – außer ein paar verhungernden Rest-Exemplaren in den neuseeländischen Alpen.

WIR müssen also gerettet werden. Und unsere Kinder. Alles andere ist Augenwischerei. Passend dazu hat die Bundesregierung gestern ein „großes Klimaschutz-Paket“ vorgelegt. Naja – Paket… Eher ein Päckchen. Es enthält einen (extrem moderaten) CO2 Preis und ein paar andere Instrumente für kleinere Korrekturen des Klimas. Ein „großer Wurf“ des Klima-Kabinetts sieht anders aus. Es ist eher ein „Kabinettsstückchen“.

Aber eben ausgewogen. Und Finanz-schonend. Und wirtschaftsfreundlich. Tut niemand weh. Weil Wähler sonst den „Protest wählen“ und mit AfD-Diesel-SUV-Korsos gegen den „Öko-Terrorismus“ demonstrieren. Bis der große Boulevard-Aufmacher lautet: „Letzter Wüstenkaktus in Brandenburg vertrocknet!“

Warum wir so golden sind!

Gold ist ein gelbes Metall, das zu weich für irgendeinen praktischen Nutzen ist, aber hübsch glitzert. Was Menschen wie Elstern gleichermaßen fasziniert. Daher lassen beide Gattungen Gold gern mal mitgehen. In mancher Hinsicht stehen Menschen also immer noch auf der Entwicklungsstufe von Elstern.

Der jüngste Gold-Betrug findet, wie sich jetzt herausstellt, in Hessen statt. Die Firma PIM-Gold betrieb dort anscheinend ein Schnellballsystem. Gut, mag man einwenden, vielleicht ist ein Schneeballsystem in Zeiten der Klimakatastrophe eine der letzten Erscheinungsformen von Schnee, die wir erleben dürfen, und insofern auch von einer gewissen Berechtigung…

Der wirkliche Skandal dürfte jedoch sein, dass man den Leuten die Anlage in Gold verzinsen wollte – mit drei Prozent. Wie bitte? Warum wollten die Leute Zinsen haben? Der Gold-Kurs ist im letzten Jahr um knapp 25 Prozent gestiegen… Und mal ehrlich: Hätte jemand vor 10 Jahren einen „heißen Deal“ mit dreiprozentiger Rendite angeboten, hätte der höchstens Lachanfälle und die Nachfrage nach dem netten Herrn Kaiser von der Versicherung geerntet. Heute hingegen sind Menschen sogar bereit, für drei Prozent somalische Staatsanleihen zu erwerben.

Obendrein vertrieb die Firma PIM Gold sogar ein Produkt für Kinder mit dem schönen Namen „Goldis Schatztruhe“. Wie kommt man auf so einen Namen? Indem man den Geschäftsführer besoffen ins Bordell zu einer Premium Sex-Arbeiterin namens „Goldi“ schickt? Worauf der zurückkommt und lallt: „Jungs ich hab den perfekten Namen für unser neues Produkt…“ „Goldis Schatztruhe“ war ein Gold-Kinder-Konto, das vor allem auf dem Papier existiert. In Goldis Schatztruhe fand nämlich Goldis Schatz seine letzte Ruhe. Auf dem Grund der „Ab-durch-die-Mitte-See“! Elstern sind nämlich in ihrer menschlichen Form weitaus schädlicher als die Vogel-Verwandten!

Warum wir authentisch sind!

Am Anfang wusste ja niemand, was ein iTan ist. iTAN? Wie bitte? Noch Ende des letzten Jahrzehnts konnte man Ahnungslosen den iTan als neues Apple Produkt andrehen: „Du hast bereits iPhone, iPad, iPod? Jetzt kommt der neue iTan!“

Jahrelang bekamen wir also zuverlässig Post von der Bank mit diesen iTan-Listen. iTAN, kurz für intelligente Trankaktionsnummer. Leider waren die Verbraucher nicht so intelligent wie die iTans. Diese Listen wurden nämlich an sehr sicheren Orten verwahrt. Häufig so sicher, dass ich mehrfach eine neue Liste anfordern musste, weil ich die alte nicht mehr fand…

Aber seit heute gilt die neue Zeitrechnung. Bitter für alternde Schlager-Stars – es gibt jetzt weder Fan-Post noch Tan-Post mehr. Es gibt nur noch PSD2. PSD2 ist kein Christopher Street Day (CSD) für fortschrittliche homosexuelle Politiker (Politiker Street Day 2) – es handelt sich um eine EU-Zahlungsdienstrichtlinie. Und ich höre schon die Kritik: „Mal wieder die EU – was kommt als nächstes? Neufestlegung des Krümmungsgrads der Gurken?“ Doch halt: PSD2 macht Sinn, denn sie erhöht die Sicherheit des Banking durch eine 2-Faktor-Authentifizierung. „Boah, ey, 2-Faktor-Authentifizierung“, höre ich es raunen. Das wäre doch auch mal was für den Online-Dating-Bereich. Nicht immer nur ein Faktor (Aussehen) sondern auch mal ein zweiter authentischer Faktor (Spielfreude, Humor oder Charme).

Der iTan scheint mit Uschi von der Leyen verwandt zu sein – auf jeden Fall bekam er plötzlich haufenweis Kinder: den SMS-Tan, den Photo-Tan, den App-Tan, den Chip-Tan und natürlich den Tan für den Starbucks-Fan: Tan2Go! Es ist verwirrend, was sofort Kriminelle auf den Plan ruft. Neulich erhielt ich eine Brand-Mail der Berliner Sparkasse, mein Konto sei gehackt worden und ich solle doch bitteschön meine SMS-Tans auf ein Formular eingeben. Ich hätte den Absender um eine 2-Faktor-Authentifizierung bitten sollen… Einziger Trost: Ich habe gar kein Konto bei der Sparkasse!

Warum das Drama um die Null eine Tragödie ist!

Im großen Berliner Drama im Stil einer griechischen Tragödie kämpft dieser Tage ein ausgeglichener Bundeshaushalt (Schwarze Null) gegen einen imaginären Gegner, die Rote Null, dargestellt von Olaf Scholz, der in Wahrheit aber nur eine verkleidete Schwarze Null ist. Der Vorhang geht auf. Ein Großer Chor fordert, die Schwarze Null müsse zur Grünen Null werden. Während Cem Özdemir noch dementiert, dass er damit gemeint ist, lässt sich Markus Söder bereits neben einem Baum fotografieren und erklärt sich zur obersten Grünen Null.

Darüber lachen die anderen Nullen nur. Etwa die Gelbe Null (Christian Lindner) oder die Blaue Null (Andreas Kalbitz). Letztere liegt dabei betrunken im Rinnstein und lallt, dass es der Umwelt besser gehe, wenn erst mal die Ausländer raus oder (noch besser) tot sind. Währenddessen versucht die Blaue Null emsig, Reste Brauner Kruste zu entfernen, die ihr hartnäckig am Hintern klebt.

Unterdessen soll es „Umwelt-Bürgeranleihen“ geben. Dafür leihen reiche Bürger dem Staat Geld, das der Staat woanders billiger kriegen könnte. Die Zusatz-Ausgaben holt „der Staat“ sich dann von allen Bürgern über Steuern später wieder. So können auch die Ärmsten den Reichsten noch etwas Geld schenken. Früher hieß das „fiese Abzocke“ – heute „Klimaschutz“! Wer darauf kommt? Natürlich eine Schwarze Null (Peter Altmaier)!

Zwischendurch tritt die „Umwelt“ auf, gespielt von Uschi Glas, welche mit zarter Stimme gigantische Investitionen anfordert, die sie brauche, um zu bleiben wie sie ist. Doch die Nullen sind zu sehr damit beschäftigt, eine gute Null zu sein. Als die Umwelt sich daraufhin verändert und stirbt, steht auf ihrem Grabstein: „Sie war einfach zu teuer!“ Während sie in Folge ersticken, schieben sich die Nullen mit letztem Atemzug gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Markus Söder macht noch ein Foto mit einem Baum. Der Vorhang fällt.

Warum der Teufel leer ausgeht!

„Wenn du nicht artig bist, dann kommt der Teufel und holt deine Seele!“ So und ähnlich gemein wurde früher verunsicherten Kindern gedroht. Heute zieht diese Drohung nicht mehr – unter anderem weil der Teufel die Seele schon gar nicht mehr finden würde. Jedenfalls nicht bei uns. Die Seele ist nämlich längst bei Google. Oder Amazon, Facebook und Apple (kurz GAFA). Durch eine umfassende Abschöpfung unserer Daten entsteht ein sehr feinkörniges Bild unserer Persönlichkeit. Die Datenkraken kennen uns besser als wir selbst. Facebook kann angeblich einen besseren Partner besorgen als man selbst. Da fragt sich: Wo war eigentlich Facebook bei meiner letzten katastrophalen Beziehung?

Aber wieso dürfen diese Unternehmen eigentlich meine Daten und dadurch im Prinzip meine Persönlichkeit besitzen? Weil sie das einfach behaupten! Als Columbus 1492 auf den Westindischen Inseln landete, behauptete er, dass dieses Land jetzt zu Spanien gehöre. Das hatte in etwa so viel Wahrheitsgehalt wie ein Tweet von Donald Trump. Die Ureinwohner sahen das naturgemäß anders, wurden aber brutal zum Schweigen gebracht.

So machen es die GAFAS auch: sie behaupten, die Daten gehörten ihnen, nur weil wir eine Suchanfrage stellten. Wir sehen das naturgemäß anders. Nun bringt Google niemand brutal zum Schweigen, aber wer die Suchmaschine ignoriert, wird mit Nichtachtung bis in den letzten Algorithmus gestraft und verhungert jämmerlich in einer sozialen Einöde ohne Empfang. Beziehungsweise O2 Netz, was im Grunde das Gleiche ist.

Die große Gefahr dabei ist, dass durch den massiven Einsatz künstlicher Intelligenz demokratische Meinungsbildung verzerrt wird. Was den GAFAS wenig ausmacht – in Staaten ohne starke Regierung können sie nach Belieben schalten und walten – auch der Teufel hat anscheinend zu viele Suchanfragen gestellt…

Warum wir jetzt alle AfD wählen!

Der AfD-Wut-Bürger-Wahlkampf gegen vegane, links-grün versifften Eliten war erfolgreich. Die Rechten punkteten in Brandenburg und Sachsen mit Slogans wie „Vollwende für die Wende“. Was konkret natürlich bedeutet, einfach mal die Wende um 180 Grad zu drehen. Da stellt sich die Frage: Wohin soll diese „Vollwende“ gehen? In die wirtschaftlich lahme DDR? Oder gleich ins wirtschaftlich noch lahmere Dritte Reich? Oder nach ganz früher? Also „Steinzeit-lahm“ statt „Steinzeit-Islam“?

Interessanterweise waren die Rechten dort besonders erfolgreich, wo es besonders wenig Ausländer gibt. Das letzte Mal dürften viele AfD-Wähler einen gewaltbereiten, dunkelhäutigen Menschen wahrgenommen haben, als sie im Kino Don Cheadle in „Avengers Endgame“ als „War Machine“ sahen. Um den Menschen die Angst vor den Fremden zu nehmen, wäre es eventuell sinnvoll, in jedem Haushalt östlich von Niedersachsen einen Flüchtling unterzubringen…

Man muss auch mal mit der AfD reden, sagen viele. Also ihnen dort recht geben, wo sie Recht haben. Jawoll. Es gab und gibt nämlich kriminelle Ausländer in Deutschland: Anis Amri, Adolf Hitler, Josef Ackermann – da sollte man nix beschönigen. Leider hat die Welt vieler AfD-Wähler mit der Realität in etwa so viel gemeinsam wie Charlie Sheen mit sexueller Enthaltsamkeit. Sie leben nämlich in einem Land, in dem der Islam regiert, wo Ausländer viele Verbrechen verüben, wo man als Deutscher von lauter Fremden umgeben ist, wo die Regierenden das Volk brutal unterdrücken – in einem Wort: sie leben mental in… Syrien! Kein Wunder, dass sie sich ihr Land zurückholen wollen. Dafür gibt es nur einen Königsweg: Die Realität Schritt für Schritt wieder ins Leben integrieren. Vielleicht mal nachgucken, was auf dem Umschlag des Reisepasses steht. Oder bei Google Maps eine Standortbestimmung durchführen. Oder mal hören, ob die Nachbarn ein freundliches „Guten Morgen“ verstehen und erwidern können. Und vor allem: ein entspanntes Bier miteinander trinken. Zur Not ein veganes.

Warum Jan Böhmermann für die Türkei kandidiert!

Cross-Promotion heißt es im Marketing, wenn zwei Werbetreibende durch gemeinsame Aktionen eine größere Zielgruppe erreichen wollen. Wenn etwa Jan Böhmermann als SPD-Chef kandidiert, dann stärkt das sowohl die Marke Böhmermann als auch die SPD. Allein die Tatsache, dass überhaupt irgendjemand von landesweiter Bekanntheit, der noch keinen G20 Gipfel verkackt hat, sich einen Job vorstellen kann, der ähnlich beliebt zu sein scheint wie „Klärgruben-Duft-Überprüfer“, dürfte der Partei Hoffnung machen.

Ähnlich agieren Volksbank Frankfurt und die Taunus Sparkasse, die gestern verkündeten, ab sofort im hessischen Sulzbach die erste gemeinsame Filiale betreiben zu wollen. Banken stehen immerhin unter Druck – immer mehr Menschen scheuen den Besuch bei ihnen. Das könnte auch damit zu tun haben, dass der Filial-Gang häufig Wartezeiten und Kosten mit sich bringt. Allein eine beim „Bank-Beamten“ getätigte Überweisung kann bis zu zwei Euro kosten – da kauft man sich lieber zwei Rubbel-Lose und lässt sich vom Enkel das Internet-Banking erklären.

Die „Volks-Sparkasse“ wird nicht das einzige Kreditinstitut mit Hang zu Cross-Promotion bleiben. Die Postbank residiert schon seit Jahren in Postfilialen und man wäre nicht erstaunt, wenn demnächst die ersten Banken ihre Filialen in Tankstellen eröffnen. Die Vorteile liegen auf der Hand: 24 Stunden-Service – und der Tankwart muss gar nicht erst so tun, als hätte er Ahnung von der Materie. Wann ziehen andere analoge Filialen nach? Obi mit Bauhaus? Lidl mit Aldi? Oder Karstadt mit… gut, es kann eben nicht immer funktionieren.

Im Promi-Bereich gibt es PR-trächtige Cross-Promotion schon länger: Jan Ullrich macht das mit Til Schweiger, Luke Mockridge mit Andrea Kiewel, Willi Herren mit dem Rest der Welt und Jan Böhmermann mit Ziegen sowie Recep Erdogan. So gesehen hat die SPD sogar noch mal Glück gehabt!

Warum wir einen auf den Deckel kriegen!

Was sagt die Mutti des Immobilienhais zu ihrem Sohn? „Wenn du nicht artig bist, gibt’s was auf den Mietdeckel!“ Immobilienbesitzer sind derweil mit einem anderen, dem „Plumpsack“ verwandten Kinderspiel beschäftigt: „Die Lompscher geht um, wer sich umdreht oder lacht, kriegt nen Mietdeckel drauf gemacht…“

Seit einige Details zu einem eventuell geplanten Mietdeckel durchgesickert sind, ist das Heulen und Zähneklappern groß. CDU und FDP wittern „Planwirtschaft“ und „Sozialismus“ (was halt Neo-Liberale so wittern, wenn jemand „soziale Gerechtigkeit“ schreit), während Linke sich freudig erregt die Hände reiben. Immobilienbesitzer hingegen befürchten, dass sie sich mit Obdachlosen um die Plätze unter der Brücke streiten müssen – oder ihre wohlhabenden Cousins in Hamburg oder München anbetteln.

Im Fußball kennt man das Prinzip der Mann-Deckung – die Politik hat jetzt das Prinzip der Miet-Deckelung entdeckt. Wobei der Mietdeckel von Bausenatorin Lompscher schon wieder gedeckelt wird vom regierenden Bürgermeister. Der wiederum wird gedeckelt von der Opposition, welche eine Deckelungs-Kompetenz vor allem bei der Bundesregierung sieht – ihrerseits wiederum gedeckelt von der Weltpolitik: Das Elend geht also total gedeckelt durch die Decke…

Natürlich hilft so ein Mietdeckel in erster Linie Altmietern, die jetzt schon in teuren Altbauten leben und sich nun über niedrigere Mieten freuen dürfen. Also reiche Menschen, die bereits im Prenzlberg und Charlottenburg mieten – soll niemand sagen, der Sozialismus habe kein Herz für Kapitalisten! Alle anderen, also die, die noch nach Berlin ziehen wollen, gehen leer aus. Das dürfte auch im Sinne vieler Berliner sein. Wer will schon so viele neue Gesichter in der Stadt sehen? Wir Berliner bleiben gern unter uns. Warum, meinen Sie, bauen wir den Flughafen nicht fertig?

Warum wir Sklaven halten!

Fast unbemerkt verhallte gestern der „Tag des Endes der Sklaverei“ – am 23. August wird des Sklavenaufstands auf Haiti im Jahr 1791 gedacht. Vom „Ende der Sklaverei“ kann natürlich keine Rede sein – weltweit gibt es heute ungefähr 30mal soviel Sklaven wie im Römischen Reich, nämlich mindestens 40 Millionen – und die Römer hatten immerhin ihr gesamtes Geschäftsmodell darauf aufgebaut, Leute „für umme“ schuften zu lassen. Und klar, Umsonst-Plackerei gibt es auch in Berlin – man denke nur mal an den „Fluchhafen“ BER… Oder an die deutsche Standard-Definition von Menschen, die unbezahlt harte Arbeit erledigen müssen – nämlich Hausfrau.

Aber jeder von uns Sklaven lässt für sich arbeiten – irgendwo in den Zulieferer-Ketten der Produktion verstecken sich Sub-Unternehmer, die Arbeitskräfte versklaven. Auf der Webseite „slaveryfootprint.org“ errechne ich, dass etwa 37 Sklaven für mich arbeiten – angesichts dessen ist es natürlich bitter, dass ich meinen Kaffee immer noch selbst kochen muss, denke ich anfangs. „Keine Sorge,“ tröstet mich ein Insider der Szene, „geerntet wurde er dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit von Sklaven, jedenfalls wenn er aus Brasilien oder von der Elfenbeinküste kommt.“

Selbst in Deutschland gibt es schätzungsweise 167.000 Sklaven. Die meisten sind Zwangsprostituierte – und damit meine ich (nicht nur) die Diesel-Ingenieure von VW. Auch in der 24-Stunden-Pflege sind Sklavinnen (meist sind es Frauen) aktiv. „24 Stunden-Pflege? Mit so einer Sklavin war ich auch mal verheiratet. Den ganzen lieben Tag lang trug sie Pflege-Produkte auf“, sagt an der Stelle ein Bekannter, den ich daraufhin von meiner Freundesliste streiche.

Jeder von uns sollte also darauf achten, wo er Sklaverei fördert. Denn sie ist nicht nur menschenunwürdig, sondern auch unökonomisch. Das Römische Reich zum Beispiel ging durch die Sklaverei unter…

Warum wir demnächst alle neu arbeiten!

Während sich Angehörige der „Old Economy“, etwa Pflegekräfte und Krankenhauspersonal besorgt fragen, ob die drohende Rezession ihre Gehälter nicht noch schneller schmelzen wird als die Klimakatastrophe die Gletscher, müssen sich Angehörige der New Economy, also alle, die etwas mit der Programmierung von Rechenmaschinen zu tun haben, keine Sorgen darum machen. Diese sehr begehrten Arbeitskräfte werden mit speziellen Angeboten heiß umkämpft – das Zauberwort im „War for talents“ (also dem Kampf um die Fähigen) heißt „New Work“ – neue Arbeit.

Zur neuen Arbeit gehören „Home Office“ und „Work Life Balance“ genauso selbstverständlich wie „flache Hierarchien“, „flexible Arbeitszeiten“ und eine kostenfreie Kantine mit umfassendem veganen Angebot. Apple und Facebook zahlen weiblichen Angestellten sogar das Einfrieren der Eizellen, damit sie ihren Kinderwunsch auch noch lange nach einer IT-Karriere (also etwa mit 35, wenn man dort als Senior aussortiert wird) verwirklichen können. Das ist natürlich extrem diskriminierend – schließlich bieten die Firmen nicht auch Männern an, ihre Eier einzufrieren. Da sind wir in Deutschland fortschrittlicher: Bei uns verhinderten in den Management-Etagen großer Autokonzerne Männer mit gefrorenen Eiern, dass die Konzerne auf zukunftsfähige Technologien setzten…

Einige Firmen bieten sogar einen Hundesitter-Service, um digitalen Expert*innen mit Hund das Leben zu erleichtern. Unbekannt ist, ob auch den Hündinnen das Einfrieren der Eizellen angeboten wird, damit keine Welpen die digitalen Expert*innen behindern. In Zukunft denken Firmen sich wahrscheinlich noch einen „rund um die Uhr Tesla-Chauffeur-Dienst“ aus, um Talente an sich zu binden. Oder das Top-Angebot schlechthin: die eigentliche Arbeit wird von jemand anders erledigt!

Aber was können Pflegekräfte und Krankenhauspersonal tun, um weiterhin eine menschenwürdige Bezahlung zu erhalten? Umschulen. Auf Hundesitter für digitale Experten!

Warum Tinte uns einsam macht!

Nachdem mein Drucker mir die gefürchtete Fehlermeldung B200 mitteilte, stehe ich frustriert in einem dieser Technikmärkte. Ich muss dringend drucken. Leider sind Original-Patronen teurer sind als ein neuer Drucker! Drucker-Hersteller sind wie Heroin Dealer, die zwecks Langzeitkunden-Gewinnung das Spritz-Besteck umsonst zur ersten Dosis dazu schenken. Leider habe ich noch etwa 100 der günstigen Alternativ-Patronen zu Hause rumliegen und suche somit einen mit alten Patronen kompatiblen Drucker. Fehlanzeige. Drucker-Produzenten wollen, dass man alte Drucker inklusive vieler alternativer Patronen entsorgt und so zum Plastik-Erstickungstod von Homo Sapiens beiträgt.

Ich kaufe zwecks Vermeidung des Entsorgungs- und Neu-Einrichtungsaufwands Original-Patronen, setze sie ein, fahre den Drucker runter, trenne ihn vom Stromnetz, verbinde ihn wieder, fahre ihn hoch, bete drei Ave Maria (ohne katholisch zu sein), und drucke die Testseite. Problemlos. Ich versuche mein wichtiges Dokument zu drucken, und erhalte eine Fehlermeldung: B200!

Nachdem ich aus der geschlossenen Anstalt entlassen werde, in die freundliche Nachbarn mich nach meiner brüllenden Zerstörungs-Wut-Attacke einlieferten, nach fristloser Kündigung mit dem kläglichen Rest meiner Besitztümer in einer Sozialwohnung hocke, erkenne ich, dass der Drucker die Attacke aus irgendeinem Grund überlebte. Ich schließe ihn an. Er druckt einwandfrei.

Ich lebe in einem dunklen Loch. Im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Meine Geliebte und alle meine Freunde haben mich verlassen. Ich bin enterbt. Aber mein Tintenstrahl-Drucker geht. Ich bin glücklich.

Warum Tinte unser Tod ist – Episode 1!

Natürlich gibt es schwarze Löcher. Und zwar nicht irgendwo im Universum, sondern genau hier. Bei uns. Auf der Erde. Schwarze Löcher, die eine so unglaubliche Menge an Energie saugen, dass sich im Inneren der Seele eine dichte Energie verbreitet, die einen permanent in einen schwer depressiven Irren verwandelt. Oder in einen Mörder!

In meinem Fall heißt das Schwarze Loch B200. B200 ist vermutlich eine Weiterentwicklung des berühmten Weltkrieg-Bombers B52 – auf jeden Fall hinterlässt B200 ähnlich zerbombtes Terrain. B200 ist eine Fehlermeldung, die eine von drei Dingen heißen kann: Erstens: „ Sie hatten den Drucker längere Zeit nicht in Verwendung und sollten die günstigen Alternativ-Tintenstrahl-Drucker-Patronen, die natürlich in Wirklichkeit null „alternativ“ sind, sondern vermutlich durch Sklavenarbeit produzierte Billig-Plastik-Monster, die irgendwann zum Ende der Menschheit durch Plastik-Ersticken der Meere beitragen – sie sollten also diese Patronen sanft unter lauwarmem Wasser abspülen, genauso sanft und möglichst zart wieder abtrocknen und einsetzen sowie besonders sensibel eine Testseite ausdrucken“. Es kann aber auch heißen: Der Druckhersteller ist sauer, weil Sie über längere Zeit erschwingliche Alternativ-Patronen anstelle der sündhaft teuren Original-Patronen verwendeten: „Kaufen Sie sich gefälligst die Original-Patronen.“ Oder es heißt: „Wir haben keine Ahnung. Entweder lassen Sie den Drucker für mehrere Hundert Euro reparieren – oder Sie kaufen sich einen Neuen für 70 Euro und verbringen mehrere Tage mit der Auswahl des Geräts sowie mit der Entsorgung des alten Druckers mitsamt alter Patronen in einem Wertstoffhof Ihrer Wahl, was sich auch wieder auf mehrere Hundert Euro an Zeitaufwand addiert.“

Das Verderben ist unausweichlich – lesen Sie am kommenden Samstag, wie genau es zuschlägt

Warum wir spielen!

Unser Universum gibt es eigentlich gar nicht. Rein mathematisch betrachtet. Das hat ein Harvard-Physiker letztes Jahr herausgefunden. Um ehrlich zu sein, habe ich diesen Verdacht schon länger. Wie der geneigte Leser vermutlich auch. „Das gibt’s doch gar nicht!“ – wie oft haben Sie das schon gedacht? Gerade wenn man betrachtet, wie absurd es in Politik und Wirtschaft zugeht, hofft man inständig, dass wir alle nur Hologramme eines wild gewordenen Computer-Programms sind, dass sich ein verrückter Programmierer in einem der realen, mathematisch möglichen Universen ausgedacht hat. Die Matrix lässt grüßen.

„Ein Universum, in dem es am äußeren Rand ein Sonnensystem mit einer kleinen Sonne und ein paar lumpigen Planeten gibt, dessen dritter Planet eine Spezies halb-intelligenter Menschenaffen hervorgebracht, die den Planeten willkürlich in „Staaten“ aufteilen und in fast allen dieser Staaten Psychotiker mit ernsthaften Persönlichkeitsstörungen an die Spitze setzen – „Alter, hast du zu viel gekifft?“ werden die anderen Programmierer dem Durchgedrehten gefragt haben, um dann mit ihren eigenen Computerspielen fortzufahren.

Andererseits habe ich allerdings auch die Vermutung, dass es die Mathematik nicht wirklich geben kann. „Das gibt’s doch nicht!“ sagte ich erstaunt, als ich meine erste 5 in der zehnten Klasse kassierte und wählte das Fach prompt ab. Schließlich hatte ich nicht vor, in Bayern Abitur zu machen und habe mich auch strikt an diesen Entschluss gehalten. Heute geht das nicht mehr – Mathe wird geprüft und ich kann die Schmerzen bayrischer Schüler nachempfinden, welche die Aufgaben im diesjährigen Abi zu schwierig fanden. 37.000 Schüler schrieben das Abi, 73.000 unterzeichneten eine Petition dagegen – allein das ist mathematisch schwer nachvollziehbar. Aber all das sind Abweichungen in einem System, dass es Gottseidank nicht gibt!

Warum wir nur mit Deutsch in die Schule dürfen!

„Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen,“ sagte CDU-Politiker Linnemann jüngst einer Zeitung und erntete damit einen Aufschrei aller Politisch-Korrekten. Gleichzeitige warnte Linnemann vor Parallelgesellschaften und Taten wie denen vom Frankfurter Bahnhof, wo ein aus der Schweiz eingereister wahrscheinlich psychisch Kranker mit (eritreischem) Migrationshintergrund zwei Menschen aufs Gleis gestoßen hatte. Diese Parallelgesellschaften fast genauso verstörend wie jene, die Alice Weidel (AfD), eine aus der Schweiz eingereiste Frau mit (deutschem) Migrationshintergrund, fördert und damit psychisch labile Menschen motiviert, auf Eritreer zu schießen. Labile Menschen, die man anschließend noch nicht einmal abschieben kann, weil keiner sie haben will. Noch nicht einmal die Schweiz.

Doch zurück zu Linnemann, dessen Vorschlag natürlich viel Sinn macht. Unsere Grundschulen sind überlastet und personell zu schlecht ausgestattet, als dass man sich auch noch um Kinder mit fehlende Deutsch-Kenntnissen kümmern kann. Um ganz ehrlich zu sein, sollten die Grundschüler eigentlich auch schon ein wenig mit Zahlen umgehen und schreiben können. Heißt ja nicht umsonst Grundschule – gewisse Grundlagen braucht es einfach. Die Grundrechenarten sollten also ebenfalls eine Grundvoraussetzung für die Einschulung in die Grundschule sein. Digitale Grundkenntnisse sind ebenfalls unabdingbar. Schon weil die meisten Lehrer vermutlich an der Einrichtung eines Windows-Rechners scheitern. Deutsch-Kenntnisse, Rechnen, Schreiben und zumindest die Programmierung eines mittleren Start-Up-Unternehmens sollte so ein Grundschüler also schon mal nachweisen, um im internationalen Grund-Main-Stream mitschwimmen zu können. Wer will schon noch einen PISA-Schock erleben?

Bevor also jemand auf eine deutsche Grundschule kommt, muss er einiges draufhaben – ein Doktortitel in Maschinenbau sollte auch selbstverständlich sein. Dann haben wir vielleicht bundesweit nur noch acht bis neun Grundschüler – aber was für Schüler! PISA – wir kommen!

Warum es so wenig Menschen gibt!

In Japan experimentiert jetzt ein Forscher mit Mensch-Tier-Mischwesen-Züchtungen. Diese Kreaturen sollen irgendwann einmal Organlieferanten für kranke Menschen sein. In ein paar Jahren hält man sich also vielleicht ein Hausschwein mit menschlichen Organen. Sobald man eine Niere braucht, „leiht“ sich einfach die speziell für diesen Zweck gezüchtete Niere des Schweins aus. Vorausgesetzt, die emotionale Bindung ist dann noch nicht so weit gediehen, dass man seinem „Schweini“ nichts antun will und stattdessen lieber dem Tier nach einem Infarkt das eigene Herz spendet.

Diese Mischwesen-Züchtungen machen Angst. Frankenstein fällt einem ein, Vampire und Werwölfe. Werden wir bald in einer Welt leben, in der nicht ganz klar ist, ob wir tatsächlich eine Kuh vor uns haben, oder aber eine Leber-Lieferantin, die in ihrer Freizeit die Relativitätstheorie nachrechnet? Wird es für Kehlkopf-Krebs-Patienten sprechende Affen geben? Oder anders gefragt: Haben wir die nicht schon längst? Ist nicht die ganze Reality-TV-Welt voller sprechender Affen? Menschlich aussehende Geschöpfe, die aber schon vor Jahren gezüchtet wurden, damit Dumme sich besser fühlen…

Wir scheinen schon lange von Mensch-Tier-Wesen umgeben zu sein: Da ist ein Esel, der einer blöden Ziege imponieren will, welche ihn aber für einen Wurm hält und sich lieber an einen scheinbaren Löwen schmiegt, der als Immobilien-Hai entpuppt. Der Hai, nebenher ein ziemlicher Rammler, interessiert sich jedoch mehr für die scharfe Biene von nebenan, deren Hengst jedoch heftig in seine Richtung auskeilt. Was die scharfe Biene noch nicht weiß – die Nachbarin von gegenüber, diese dumme Kuh, macht ihrem Hengst regelmäßig die Stute… Mensch-Tier-Wesen gibt es also längst. Die eigentliche Frage ist doch: Wann gelingt endlich die Züchtung eines echten Mensch-Menschen?

Warum wir die Konjunktur nicht vermissen!

„Die Konjunktur kühlt sich ab“ – das hört man dieser Tage überall. Meist mit einem Ausdruck der Sorge auf dem Gesicht, gepaart mit Lamentos über „die Politik“, die das nicht verhindert hat, „die Medien“, welche „Deutschland verfrüht abschreiben“ oder gleich „die Idioten“, die überhaupt nicht begreifen, worum es geht. Wobei sich häufig der Eindruck aufdrängt, dass „die Idioten“ eigentlich alle sind, die nicht mit dem Sprecher befreundet sind.

Bei aller Sympathie für klare Feindbilder bleibt allerdings die Frage: Ist es in diesen Zeiten, wo man sich häufig nach einem kühlen Lüftchen zu sehnen beginnt, vielleicht sogar ganz gut, wenn nicht nur der Kühlschrank kühlt, sondern auch die Konjunktur? Könnte man eventuell sogar das eine durch das andere ersetzen? „Liebling, ich habe den Kühlschrank entsorgt – wir haben jetzt eine abkühlende Konjunktur, das ist viel klimafreundlicher!“ „Prima! Ich habe mir heute auch etwas abkühlende Konjunktur auf eine Prellung getan – es wurde sofort besser!“

Nun hat es die Konjunktur mit uns Menschen ja auch nicht leicht. Läuft sie heiß, wird vor einer Überhitzung gewarnt, läuft sie zu wenig, wird sofort vor Konjunktur-Abkühlung gewarnt, der industrie-politische Norweger-Pulli rausgekramt und nach Konjunktur-Spritzen gerufen. Konjunktur-Spritzen sind so etwas wie das Methadon der Wirtschaft – wer nicht an den echten Stoff kommt, spritzt den Ersatz…

Endlich tut mal jemand was gegen den Klimawandel – nämlich die Konjunktur! Als 2009 aufgrund gewisser „umweltfreundlicher Aktivitäten der Banken“ eine Rezession entstand, ging auch der CO2-Ausstoß zurück. Weniger Konjunktur ist gleich weniger CO2-Ausstoß ist gleich weniger Klimakatastrophe. Sollte die Konjunktur irgendwann in eine Eiszeit schliddern, kommen wahrscheinlich auch die Gletscher wieder zurück!

Natürlich gibt es auch Grenzen einer kühlen Konjunktur. Spätestens wenn der Gastwirt kein „kühles Helles“ mehr serviert, weil das ja die Konjunktur „anheizen“ könnte…

Warum wir so schwitzen!

Was für ein Sommer! Endlich mal wieder warme Tage. Gut, sie sind sehr warm. Sie sind, um ehrlich zu sein, so heiß, dass wir uns das olle Regenwetter zurücksehnen, welches wir gefühlt nur aus den Erzählungen der Großeltern kennen. „Es war so kalt, dass er zitterte…“ Was ist „zittern“? Deshalb ist ja die Steuerfahndung so wichtig – wenn die vor der Tür steht, kommt das große Zittern. Vielleicht sind Behörden deshalb so kalt, weil sie aktiv gegen den Klimawandel kämpfen?!

Natürlich gibt es keinen menschengemachten Klimawandel – das ist nichts als eine Klimalüge, sagen viele. Ok, die Gletscher schmelzen, aber ist es nicht das, was Donald Trump immer von Nord-Korea wollte? Das Eis schmelzen, hin zu einem warmen Kontakt, den nuklearen Winter in einen heißen Sommer der Liebe verwandeln?

Und wer weiß, ob dieses heiße Wetter nicht, wie viele Rechtsradikale vermuten werden, eine islamistische Verschwörung ist. Immerhin sind es Sahara-Winde, die uns immer häufiger zu schaffen machen. Wer weiß, ob nicht Milliarden von Islamisten irgendwo in der Wüste rumstehen und gemeinsam nach Norden pusten. Das wäre dann wirklich die menschengemachte Klimakatastrophe!

Vielleicht ist es an der Zeit, auch mal die positiven Seiten des Klimawandels sehen. Wir benötigen weniger Textilien und verschmutzen dadurch die Umwelt weniger. Hamburg erhält in 30 Jahren einen neuen Namen: Atlantis. Vor allem aber fördert die Erd-Erwärmung die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau: Klimakterium ist, wenn Frauen Hitzewellen haben – Klimakatastrophe ist, wenn Männer sie auch kriegen.

Aber einige fürchten sich nur vor „Öko-Terroristen“ und davon träumen, den „Diesel zu retten“, als wäre Letzterer ein gestrandeter Wal. Diesen Menschen kann man am Ende nur noch das zurufen, was der Kannibale zum Mann im Kochtopf sagt: Bitte pfeifen, wenn das Wasser kocht!

Warum wir uns an Hinterzimmer-Deals gewöhnen müssen!

„Wir sind Papst!“ „Wir sind Weltmeister!“ „Wir sind ökonomisch Spitze!“ Normalerweise ist man als Deutscher sehr stolz auf die Leistungen seiner Landsleute, denkt gern in Superlativen und ergötzt sich am identitätsübertragenden „Wir“-Gefühl. Deshalb erstaunt es, wenn eine Deutsche europäisches Oberhaupt wird, aber niemand titelt: „Wir sind Königin von Europa!“

Denn es war ja, wie es vielerorts heißt, nur ein „Hinterzimmer-Deal“. Hinterzimmer-Deal hat keinen guten Beigeschmack, klingt es doch nach heimlichen Absprachen in vornehmen Hotelzimmern, in denen ein Emmanuel Macron zu Angela Merkel sagt: „Wie wäre es denn mit der Uschi?“ Und die Merkel sagt: „Wieso, bist du wieder auf Brautschau?“ Er erwidert: „Nein, ich liebe meine Brigitte, nur halt so für Europa!“ Was sie kontert mit: „Also für Europa stellen wir die gern ab – das bekämpft ja auch die Arbeitslosigkeit in der Berater-Branche!“

Die Kritik am Hinterzimmer-Deal blendet ein wenig aus, dass das System der „Spitzenkandidaten“ vorher gescheitert war, weil anscheinend keiner „Spitze“ genug war. Demokratie hat leider auch den Aspekt der Urlaubsplanung einer fünfköpfigen Familie, in der Papa wandern, Mama an die Ostsee, der 16jährige Sohn daheim vorm Computer spielen, die 15jährige Tochter nach London und die Dreijährige ins Legoland möchte. Dann ziehen sich Mama und Papa in ein Hinterzimmer zu intimer Konferenz zurück und buchen anschließend den Usedom-Urlaub.

Die meisten Entscheidungen werden nicht öffentlich getroffen. Sogar unser eigenes Leben beginnt meist als „Hinterzimmer-Deal“. Wer kriegt schon von seinen Eltern zu hören: „Nein, Schatz, wir haben dich vor aller Augen auf der Kirmes gezeugt“… Schlimm wird es, wenn das Hinterzimmer unterbesetzt ist. Viele Menschen wollen eine Entscheidung im eigenen Hinterstübchen treffen – und stellen dann enttäuscht fest, dass niemand zu Hause ist!

Warum wir jetzt im Ausland betteln!

Junge Menschen aus dem Westen, die sich ihre Weltreise finanzieren, indem sie in Afrika, Asien und Südamerika betteln gehen, sind jetzt in die Kritik geraten. „Begpacking“ nennt sich der Trend – eine Kombination aus „Backpacking“, was „mit Rucksack unterwegs sein“ übersetzt werden kann, und „begging“, also Betteln. Rucksack-Bettler zu gut deutsch.

Begpacking kann leicht verwechselt werden. Etwa mit Big-Packing, also zu viel mitnehmen. Oder mit Bug-Packing – wenn sich der Backpacker Läuse eingefangen hat. Oder mit Bag-Packing, wenn die Freundin ihn vor die Tür setzt nach dem „Hit the Road“-Motto: „Pack your bag, Jack, and don’t you come back – no more, no more, no more“.

Begpacking ist schlimmer als all das und es erstaunt, dass Afrikaner, Asiaten und Südamerikaner zwar vehement und zu Recht kritisieren, dass privilegierte, westliche Jugendliche sie um Kohle anhauen, dabei aber völlig ausblenden, dass westliche, privilegierte Unternehmen ebenjenes auf einer ganz anderen Skala schon seit Jahrhunderten tun. Denn was ist der Zwang, Zollgrenzen abzubauen und die Rohstoffmärkte günstig zu öffnen, anderes als Beg-Packing? Der Westen pumpt dem armen Afrika die Ressourcen ab und zieht dann Grenz-Mauern hoch, wenn der verzweifelte Kontinent keine Waren, sondern nur noch Menschen exportiert.

Schlimmer als Begpacking ist übrigens der Kauf eines 3-Euro-T-Shirts, das mit ziemlicher Sicherheit Kinder- und/oder Sklavenarbeit enthält. Das ist dann „Beg-Packing-X-treme“ oder richtiger „Slavery-Packing“

Begpacking ist übrigens keineswegs identisch mit „Beg-Peking“ – etwas, was westliche Firmen machen müssen, wenn sie Geschäfte in China abwickeln wollen. Da bekommt die Überheblichkeit des Westens einen gerechten Dämpfer verpasst.

Vielleicht sollten wir uns bewusst machen, dass wir angesichts des Lebenswunders allesamt bloß Bettler mit übergroßem Gepäck sind – Begpacker halt.

Rettungsschirm für Millionäre!

Die Zahl der deutschen Millionäre ist jetzt zurück gegangen. „Was hat das mit mir zu tun?“ mag der eine oder andere denken. Sehr viel. Denn wenn die Millionäre immer weniger haben, müssen sie ihre Luxusvillen verlassen und in Vier-Zimmer-Wohnungen ziehen. Die aus den Vier-Zimmer-Wohnungen müssen in Drei-Zimmer-Wohnungen und so weiter. Bald sind die Plätze unter den Brücken übervoll.

Da ein Land nur so gut sein kann wie seine Elite, ist es jetzt oberste Bügerpflicht, die Millionäre zu retten. Wir brauchen als allererstes Notfall-Auffanglager für Millionäre, die sich ihre Grunewald-Villen nicht mehr leisten können – das Schlosshotel sollte vorbeugend geräumt werden. Auch die Berliner Tafeln werden ein spezielles Millionärs-Angebot einrichten: Hummer, Kaviar sowie zart durchgebratene Rinderfiletspitzen gehören jetzt ins Programm, damit die Mägen verarmter Millionäre keine Umgewöhnungskoliken erleiden. Um zu verhindern, dass die Ex-Millionäre irgendwann bei Hartz Vier landen, müssen außerdem spezielle Zigarren-Salons eingerichtet werden: „Quarz hier!“

Jeder Berliner sollte darüber hinaus eine „Patenschaft für einen Millionär“ übernehmen, öfters mal an „Brot für den Millionär“ spenden und in der U-Bahn neben Obdachlosen- auch mal die Millionen-losen-Zeitung „Mehr, mehr, mehr für den Millionär“ kaufen. Ganz Engagierte sollten mit offenen Augen durch den Grunewald gehen und verwahrlosten Gestalten, bei denen die Brioni-Anzüge oder Jil Sander Kostümchen erste Verschleißerscheinungen zeigen und älter als drei Monate sind, in einem ersten Sofort-Rettungsakt 10.000 Euro bar auf die Hand geben.

Um die Millionäre in den Arbeitsmarkt zu re-integrieren, sind spezielle ABM (Arbeits-Beschaffungs-Millionärs)-Maßnahmen nötig. Gerade deutsche Autohersteller sind prädestiniert für Kandidaten, die für viel Geld kaum Ahnung vom Job haben…

Diese Maßnahmen sind dringend nötig – denn was passiert, wenn die Reichtums-Schere sich nicht mehr weiter öffnet sondern im Gegenzug ganz schließt? Dann ist der Reichtum endgültig zerschnitten…!