Autor: Alexa Knitter

Warum wir die Konjunktur nicht vermissen!

„Die Konjunktur kühlt sich ab“ – das hört man dieser Tage überall. Meist mit einem Ausdruck der Sorge auf dem Gesicht, gepaart mit Lamentos über „die Politik“, die das nicht verhindert hat, „die Medien“, welche „Deutschland verfrüht abschreiben“ oder gleich „die Idioten“, die überhaupt nicht begreifen, worum es geht. Wobei sich häufig der Eindruck aufdrängt, dass „die Idioten“ eigentlich alle sind, die nicht mit dem Sprecher befreundet sind.

Bei aller Sympathie für klare Feindbilder bleibt allerdings die Frage: Ist es in diesen Zeiten, wo man sich häufig nach einem kühlen Lüftchen zu sehnen beginnt, vielleicht sogar ganz gut, wenn nicht nur der Kühlschrank kühlt, sondern auch die Konjunktur? Könnte man eventuell sogar das eine durch das andere ersetzen? „Liebling, ich habe den Kühlschrank entsorgt – wir haben jetzt eine abkühlende Konjunktur, das ist viel klimafreundlicher!“ „Prima! Ich habe mir heute auch etwas abkühlende Konjunktur auf eine Prellung getan – es wurde sofort besser!“

Nun hat es die Konjunktur mit uns Menschen ja auch nicht leicht. Läuft sie heiß, wird vor einer Überhitzung gewarnt, läuft sie zu wenig, wird sofort vor Konjunktur-Abkühlung gewarnt, der industrie-politische Norweger-Pulli rausgekramt und nach Konjunktur-Spritzen gerufen. Konjunktur-Spritzen sind so etwas wie das Methadon der Wirtschaft – wer nicht an den echten Stoff kommt, spritzt den Ersatz…

Endlich tut mal jemand was gegen den Klimawandel – nämlich die Konjunktur! Als 2009 aufgrund gewisser „umweltfreundlicher Aktivitäten der Banken“ eine Rezession entstand, ging auch der CO2-Ausstoß zurück. Weniger Konjunktur ist gleich weniger CO2-Ausstoß ist gleich weniger Klimakatastrophe. Sollte die Konjunktur irgendwann in eine Eiszeit schliddern, kommen wahrscheinlich auch die Gletscher wieder zurück!

Natürlich gibt es auch Grenzen einer kühlen Konjunktur. Spätestens wenn der Gastwirt kein „kühles Helles“ mehr serviert, weil das ja die Konjunktur „anheizen“ könnte…

Warum wir so schwitzen!

Was für ein Sommer! Endlich mal wieder warme Tage. Gut, sie sind sehr warm. Sie sind, um ehrlich zu sein, so heiß, dass wir uns das olle Regenwetter zurücksehnen, welches wir gefühlt nur aus den Erzählungen der Großeltern kennen. „Es war so kalt, dass er zitterte…“ Was ist „zittern“? Deshalb ist ja die Steuerfahndung so wichtig – wenn die vor der Tür steht, kommt das große Zittern. Vielleicht sind Behörden deshalb so kalt, weil sie aktiv gegen den Klimawandel kämpfen?!

Natürlich gibt es keinen menschengemachten Klimawandel – das ist nichts als eine Klimalüge, sagen viele. Ok, die Gletscher schmelzen, aber ist es nicht das, was Donald Trump immer von Nord-Korea wollte? Das Eis schmelzen, hin zu einem warmen Kontakt, den nuklearen Winter in einen heißen Sommer der Liebe verwandeln?

Und wer weiß, ob dieses heiße Wetter nicht, wie viele Rechtsradikale vermuten werden, eine islamistische Verschwörung ist. Immerhin sind es Sahara-Winde, die uns immer häufiger zu schaffen machen. Wer weiß, ob nicht Milliarden von Islamisten irgendwo in der Wüste rumstehen und gemeinsam nach Norden pusten. Das wäre dann wirklich die menschengemachte Klimakatastrophe!

Vielleicht ist es an der Zeit, auch mal die positiven Seiten des Klimawandels sehen. Wir benötigen weniger Textilien und verschmutzen dadurch die Umwelt weniger. Hamburg erhält in 30 Jahren einen neuen Namen: Atlantis. Vor allem aber fördert die Erd-Erwärmung die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau: Klimakterium ist, wenn Frauen Hitzewellen haben – Klimakatastrophe ist, wenn Männer sie auch kriegen.

Aber einige fürchten sich nur vor „Öko-Terroristen“ und davon träumen, den „Diesel zu retten“, als wäre Letzterer ein gestrandeter Wal. Diesen Menschen kann man am Ende nur noch das zurufen, was der Kannibale zum Mann im Kochtopf sagt: Bitte pfeifen, wenn das Wasser kocht!

Warum wir uns an Hinterzimmer-Deals gewöhnen müssen!

„Wir sind Papst!“ „Wir sind Weltmeister!“ „Wir sind ökonomisch Spitze!“ Normalerweise ist man als Deutscher sehr stolz auf die Leistungen seiner Landsleute, denkt gern in Superlativen und ergötzt sich am identitätsübertragenden „Wir“-Gefühl. Deshalb erstaunt es, wenn eine Deutsche europäisches Oberhaupt wird, aber niemand titelt: „Wir sind Königin von Europa!“

Denn es war ja, wie es vielerorts heißt, nur ein „Hinterzimmer-Deal“. Hinterzimmer-Deal hat keinen guten Beigeschmack, klingt es doch nach heimlichen Absprachen in vornehmen Hotelzimmern, in denen ein Emmanuel Macron zu Angela Merkel sagt: „Wie wäre es denn mit der Uschi?“ Und die Merkel sagt: „Wieso, bist du wieder auf Brautschau?“ Er erwidert: „Nein, ich liebe meine Brigitte, nur halt so für Europa!“ Was sie kontert mit: „Also für Europa stellen wir die gern ab – das bekämpft ja auch die Arbeitslosigkeit in der Berater-Branche!“

Die Kritik am Hinterzimmer-Deal blendet ein wenig aus, dass das System der „Spitzenkandidaten“ vorher gescheitert war, weil anscheinend keiner „Spitze“ genug war. Demokratie hat leider auch den Aspekt der Urlaubsplanung einer fünfköpfigen Familie, in der Papa wandern, Mama an die Ostsee, der 16jährige Sohn daheim vorm Computer spielen, die 15jährige Tochter nach London und die Dreijährige ins Legoland möchte. Dann ziehen sich Mama und Papa in ein Hinterzimmer zu intimer Konferenz zurück und buchen anschließend den Usedom-Urlaub.

Die meisten Entscheidungen werden nicht öffentlich getroffen. Sogar unser eigenes Leben beginnt meist als „Hinterzimmer-Deal“. Wer kriegt schon von seinen Eltern zu hören: „Nein, Schatz, wir haben dich vor aller Augen auf der Kirmes gezeugt“… Schlimm wird es, wenn das Hinterzimmer unterbesetzt ist. Viele Menschen wollen eine Entscheidung im eigenen Hinterstübchen treffen – und stellen dann enttäuscht fest, dass niemand zu Hause ist!

Warum wir jetzt im Ausland betteln!

Junge Menschen aus dem Westen, die sich ihre Weltreise finanzieren, indem sie in Afrika, Asien und Südamerika betteln gehen, sind jetzt in die Kritik geraten. „Begpacking“ nennt sich der Trend – eine Kombination aus „Backpacking“, was „mit Rucksack unterwegs sein“ übersetzt werden kann, und „begging“, also Betteln. Rucksack-Bettler zu gut deutsch.

Begpacking kann leicht verwechselt werden. Etwa mit Big-Packing, also zu viel mitnehmen. Oder mit Bug-Packing – wenn sich der Backpacker Läuse eingefangen hat. Oder mit Bag-Packing, wenn die Freundin ihn vor die Tür setzt nach dem „Hit the Road“-Motto: „Pack your bag, Jack, and don’t you come back – no more, no more, no more“.

Begpacking ist schlimmer als all das und es erstaunt, dass Afrikaner, Asiaten und Südamerikaner zwar vehement und zu Recht kritisieren, dass privilegierte, westliche Jugendliche sie um Kohle anhauen, dabei aber völlig ausblenden, dass westliche, privilegierte Unternehmen ebenjenes auf einer ganz anderen Skala schon seit Jahrhunderten tun. Denn was ist der Zwang, Zollgrenzen abzubauen und die Rohstoffmärkte günstig zu öffnen, anderes als Beg-Packing? Der Westen pumpt dem armen Afrika die Ressourcen ab und zieht dann Grenz-Mauern hoch, wenn der verzweifelte Kontinent keine Waren, sondern nur noch Menschen exportiert.

Schlimmer als Begpacking ist übrigens der Kauf eines 3-Euro-T-Shirts, das mit ziemlicher Sicherheit Kinder- und/oder Sklavenarbeit enthält. Das ist dann „Beg-Packing-X-treme“ oder richtiger „Slavery-Packing“

Begpacking ist übrigens keineswegs identisch mit „Beg-Peking“ – etwas, was westliche Firmen machen müssen, wenn sie Geschäfte in China abwickeln wollen. Da bekommt die Überheblichkeit des Westens einen gerechten Dämpfer verpasst.

Vielleicht sollten wir uns bewusst machen, dass wir angesichts des Lebenswunders allesamt bloß Bettler mit übergroßem Gepäck sind – Begpacker halt.

Rettungsschirm für Millionäre!

Die Zahl der deutschen Millionäre ist jetzt zurück gegangen. „Was hat das mit mir zu tun?“ mag der eine oder andere denken. Sehr viel. Denn wenn die Millionäre immer weniger haben, müssen sie ihre Luxusvillen verlassen und in Vier-Zimmer-Wohnungen ziehen. Die aus den Vier-Zimmer-Wohnungen müssen in Drei-Zimmer-Wohnungen und so weiter. Bald sind die Plätze unter den Brücken übervoll.

Da ein Land nur so gut sein kann wie seine Elite, ist es jetzt oberste Bügerpflicht, die Millionäre zu retten. Wir brauchen als allererstes Notfall-Auffanglager für Millionäre, die sich ihre Grunewald-Villen nicht mehr leisten können – das Schlosshotel sollte vorbeugend geräumt werden. Auch die Berliner Tafeln werden ein spezielles Millionärs-Angebot einrichten: Hummer, Kaviar sowie zart durchgebratene Rinderfiletspitzen gehören jetzt ins Programm, damit die Mägen verarmter Millionäre keine Umgewöhnungskoliken erleiden. Um zu verhindern, dass die Ex-Millionäre irgendwann bei Hartz Vier landen, müssen außerdem spezielle Zigarren-Salons eingerichtet werden: „Quarz hier!“

Jeder Berliner sollte darüber hinaus eine „Patenschaft für einen Millionär“ übernehmen, öfters mal an „Brot für den Millionär“ spenden und in der U-Bahn neben Obdachlosen- auch mal die Millionen-losen-Zeitung „Mehr, mehr, mehr für den Millionär“ kaufen. Ganz Engagierte sollten mit offenen Augen durch den Grunewald gehen und verwahrlosten Gestalten, bei denen die Brioni-Anzüge oder Jil Sander Kostümchen erste Verschleißerscheinungen zeigen und älter als drei Monate sind, in einem ersten Sofort-Rettungsakt 10.000 Euro bar auf die Hand geben.

Um die Millionäre in den Arbeitsmarkt zu re-integrieren, sind spezielle ABM (Arbeits-Beschaffungs-Millionärs)-Maßnahmen nötig. Gerade deutsche Autohersteller sind prädestiniert für Kandidaten, die für viel Geld kaum Ahnung vom Job haben…

Diese Maßnahmen sind dringend nötig – denn was passiert, wenn die Reichtums-Schere sich nicht mehr weiter öffnet sondern im Gegenzug ganz schließt? Dann ist der Reichtum endgültig zerschnitten…!

Warum Angela Merkel zittert!

Drei Mal hat sie jetzt bereits gezittert, und mittlerweile geht das ganz große Zittern durch Deutschland: Warum zittert die Kanzlerin? Ist sie ernsthaft krank oder handelt es sich um einen fiesen Schachzug, um ihre Gegner einzulullen? Merkel selbst sagt dazu: „Mir geht es gut – ich befinde mich in einer Verarbeitungsphase der letzten militärischen Ehren mit dem Präsidenten Selenskyj“ – an der Stelle darf Präsident Selenskyj sich sehr geehrt fühlen, dass die Kanzlerin sich mehr Zeit nimmt, um die militärischen Ehren mit ihm zu verarbeiten als mit allen anderen Präsidenten zuvor. Donald Trump wird im Weißen Haus bereits vor Wut schäumend seinen Twitter Daumen wetzen!

Andere Staatschefs, deren Besuche in nächster Zeit geplant sind, fragen sich besorgt, ob auch ihnen die Ehre eines Kanzlerinnen-Zitterns zuteil wird und ob die Verarbeitungsphase der militärischen Ehren vielleicht sogar noch länger dauert als beim ukrainischen Präsidenten… Denkbar ist, dass ein Kanzlerinnen-Zittern bald als höchster Beweis politischer Gunst betrachtet wird und ein zitterfreier Staatsbesuch fast schon als Kriegserklärung gilt.

In besonders Wahrsagungs-anfälligen Kulturen wie China oder Arabien werden Auguren vielleicht das Kanzlerinnen-Zittern sorgfältig studieren und aus Intensität und Länge des Vorgangs Voraussagen treffen – das berühmte Zitter-Orakel von Berlin…

Vielleicht ist das Zittern jedoch auch nur eine weise Maßnahme im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Denn das Zittern erhitzt durch Reibung den Körper – so wird im Kanzleramt demnächst Energie und CO2-Ausstoß eingespart. Das Volk sollte es der Kanzlerin gleichtun und solidarisch Mit-Zittern – so wird die Welt gleichsam am deutschen Zitter-Wesen genesen… Denn die Maßnahmen gegen die Klima-Erwärmung geraten immer mehr zur Zitter-Partie. Die will gewonnen werden, und da gilt: wer zuerst zittert, zittert am besten!

Wie wir unseren Wohlstand retten!

Wenn Österreicher die Migration an den Grenzen bekämpfen, finden viele Deutsche das erst mal gut. Dumm nur, wenn man selbst davon betroffen ist. Um Staus auf der Brennerautobahn zu reduzieren, sind die Österreicher nämlich zu einer „Blockabfertigung“ übergegangen und lassen pro Stunde nur 250-300 Lastwagen ins Land. Das führt zwar zu weniger Laster-Migration in Österreich, jedoch zu massiven Staus in Deutschland und Italien. Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht in diesem Zusammenhang von einer „wohlstandsgefährdenden Verkehrsbehinderung“.

Wo unser Wohlstand gefährdet ist, da verstehen wir Deutschen natürlich keinen Spaß. Schon gar nicht in der Urlaubszeit! Wann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die Bundeswehr einschreitet und im Rahmen einer Ausweitung des „kleinen Grenzverkehrs“ den Brennertunnel für deutsche Laster frei schießt?

Wohlstandsgefährdende Verkehrsbehinderungen sind allerdings verbreiteter, als man vermuten möchte. Ist nicht auch das Maut-Desaster der CSU mit seinen bisher 54 Millionen Euro verschwendeten Steuergeldern eine „wohlstandsgefährdende Verkehrsbehinderung“? Jetzt, wo klar ist, dass behinderter Verkehr unseren Wohlstand gefährdet – können wir wirklich zulassen, dass so viele geistig zumindest im Fahrstil schwer behinderte SUV-Fahrer uns verarmen lassen?

Vermutlich sagt auch Donald Trump, wenn Melania mal wieder nicht mit ihm schlafen möchte: „Das ist wohlstandsgefährdende Verkehrsbehinderung, Darling!“ Was ist, wenn das Finanzamt die Konten sperrt? Wohlstandsgefährdende Verkehrsbehinderung! Das geht doch nicht!

Daher sucht der BDI jetzt auch nach „gangbaren Transportalternativen für den Langstreckentransport“… Moment mal. Gangbar? Sollen die Güter jetzt im Gehen transportiert werden? Zu Fuß? Mit kleinen Handwagen?? Warum nicht? Ist CO2 verträglich. Und kreiert sehr viele Arbeitsplätze!

Warum die Uschi jetzt am Rad dreht!

Ich musste mich erst mal kneifen um zu merken, dass ich wach war. Wirklich? Ursula von der Leyen? Vorgeschlagen zur EU-Kommissionspräsidentin? Ist das etwa dieselbe Ursula von der Leyen, die bei uns seit Jahren ein Dauer-Abo auf dem Ministeriums-Karussell innehat? Flinten-Uschi? ABM-Turbo der Berater-Branche? Mutter von sieben Kindern und somit der schnelle Brüter der Nation? Ist die Situation bereits so verzweifelt, dass die Merkel jetzt den Volkssturm aufstellt?

Anscheinend ja. Denn in Brüssel sind alle EU-Spitzenkandidaten krachend gescheitert. Eine einsame Spitze macht eben noch kein gutes Comedy-Programm, wie wir von der Humor-Front wissen. Schwamm drüber, jetzt ist also die Uschi dran. Eine Frau, die so häufig „politisch tot“ geschimpft wurde, dass ihre Kandidatur auch als „Grabschändung“ durchgeht. Die aber immer wieder Überraschungen parat hält. Als etwa ihre Doktor-Arbeit kritisiert wurde, weil sie auf 43,5% aller Seiten Plagiate enthielt, soll sie nur gesagt haben: Das waren keine Plagiate – das waren alles Sätze einer guten Freundin und ich war halt „von der leihen…“.

Innovativ ist sie also: Sollten überhöhte Budget-Wünsche an sie herangetragen werden, wird die Antwort wohl ein schnippisches: „Oh, Go and Gorch Fock Yourself!“ Bei McKinsey werden bei der Kandidatur-Nachricht bereits die Korken geknallt haben – lautet doch das „Prinzip von der Leyen“: Raten und Beraten werden… Das ist eben Politik im Wandel der Zeiten: Früher vergaben Könige „Lehens-Gaben“ für besondere Treue, heute vergibt Uschi Berater-Verträge als „Leyen-Gabe“ zur besonderen Veruntreuung.

Das Gute an der Sache: Eine Kommissionspräsidentin von der Leyen würde augenblicklich den Kita-Ausbau in Brüssel vorantreiben – dann kann man Politiker und Lobbyisten morgens dort zum Spielen abgeben und abends wieder abholen. Und zwischendurch ungestört für das sorgen, was die Europäische Union jetzt wirklich braucht: Zusammenhalt, Solidarität, Gemeinschaftssinn.

Warum wir auf dem rechten Auge erblinden!

Bei „Hart aber Fair“ verteidigte ein AfD-Politiker den feigen Mord an CDU-Politiker Lübcke mit dem Argument, das auch Erika Steinbach nutzte, um ihre Mitschuld an dem Verbrechen zu beschönigen: Man wäre gegen jede Art von Gewalt, egal ob von rechts oder von links. Diese Argumentation ist, milde formuliert, komplett meschugge. Sie spielt sich auf dem gleichen Niveau ab wie die Verteidigung eines Brandstifters, der mehrere Häuser abgefackelt hat, mit dem Argument, dass sein Nachbar genauso gefährlich wäre, weil der schließlich auch ein Feuerzeug besäße! Oder ein „in flagranti“ erwischte Ehemann, der darauf verweist, dass der Nachbar schließlich auch Pornos gucke…

Es ist ein weit verbreiteter Reflex in AfD-nahen Kreisen: Die Linken tun es doch auch. Der Unterschied ist aber: Linke zerstören Dinge (Mülltonnen, Autos, Fensterscheiben), Rechte zerstören Menschen. Die Statistik ist eindeutig: Tote in Deutschland durch linksextremen Terror seit 1990: Etwa 6. Tote seitdem durch islamistischen Terror: Etwa 14. Tote durch rechtsextremen Terror: Etwa 196 (ohne Lübcke). Nazis ermorden also zehn Mal so viele Menschen wie Linksradikale und Islamisten zusammen! Im Schnitt erfolgt seit 1990 jeden Monat ein Mord durch Nazi-Killer – wenn man ihnen Sommer und Winter-Ferien zugesteht.

Rechte Gewalt ist im gegenläufigen Trend zur Kriminalität ein immer größeres Problem. Rechtsextreme Netzwerke in Polizei, Bundeswehr und Verfassungsschutz sind ein Riesen-Problem. Wenn ein Friedrich Merz meint, dass Polizisten sich „allein gelassen“ fühlen, ist das ein wenig, als ob man sagt, Hitler habe die Juden nur vernichtet, weil er sich von der Kunst-Akademie in Wien „allein gelassen“ fühlte…

Neo-Nazis und alle, die ihnen zuspielen, sind Harakiri-Söldner des Wahnsinns. Sie leben in Realitätsverweigerung und sind Statisten eines nicht real existierenden Universums. Es wird Zeit, aufzuwachen.

Warum wir jetzt alle Politiker werden!

Kennen Sie den? Was ist der Unterschied zwischen dem Bundestag und einem Theater? Im Theater werden gute Schauspieler schlecht bezahlt… Wenn auch Sie also schauspielerisches Talent und Lust auf gute Bezahlung haben, sind die Chancen gut wie nie zuvor. Denn in einem denkwürdigen Akt von Politik-Harakiri haben sich unsere politischen Eliten selbst entleibt: Andrea Nahles – weg vom Fenster. Sahra Wagenknecht und Horst Seehofer – weg vom Fenster. Annegret Kramp-Karrenbauer – noch in der Nähe des Fensters, aber die Scheiben werden permanent zerdeppert. Und um Christian Lindner ist es so still geworden, dass man sich fragt, ob er den Twitter-Daumen gebrochen hat…

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war es so leicht, eine politische Karriere zu machen. Überall werden gut bezahlte Politiker-Darsteller gesucht –da ist jetzt wirklich jeder aufgerufen, der über eine nennenswerte Zahl an Followern in sozialen Medien verfügt.

Tendieren Sie zu aggressivem Jammern? Gehen Ihnen die ganzen Ausländer auf den Keks, obwohl Sie in einer Gegend wohnen, wo es gar keine davon gibt? Dann sind Sie in der AfD gut aufgehoben.

Sind Sie arbeitsloser Architekt, trennen penibel Ihren Müll und fahren ein Hybrid-SUV? Dann sollten Sie sich den Grünen zur Verfügung stellen – ein Job in Brüssel ist ihnen sicher.

Fahren Sie gern mit überhöhter Geschwindigkeit? Verteidigen Sie diese letzte Bürde des weißen Mannes an der Seite der CSU. Sind Sie irgendwie konservativ, aber irgendwie auch nicht, dann stellen sich als AKK-Nachfolger auf.

Möchten ihr Millionenerbe verteidigen? Bei Chrissi Lindner und seinen Liberalen winkt ihnen der politische Durchmarsch!

Ach so – es geht außerdem noch um das verantwortungsvolle Gestalten des Schicksals einer der reichsten Demokratien der Welt. Aber mit solchen Kleinigkeiten wollen wir (un)talentiertes Personal nun wirklich nicht behelligen. Glück auf!

Warum wir die Nazis loswerden!

Im sächsischen Ostritz ereignete sich fast unbemerkt ein beispielloser Sieg der Demokratie gegen Neo-Nazis: Vor einem dort stattfindenden Rechts-Rock-Festival taten sich die Bewohner des Ortes zusammen und kauften alle Bier-Vorräte des örtlichen Supermarktes auf. Resultat: Die Nazis saßen „auf dem Trockenen“ und reisten meist vorzeitig und schlecht gelaunt wieder ab.

Diese Aktion hat Vorbildcharakter. Echte Antifaschisten müssen jetzt gemeinsam aufstehen und den Nazis bundesweit alles wegsaufen. Wir brauchen Bürgerinitiativen mit Namen wie: „Saufen gegen Rechts!“ „Antifaschistische Bier-Initiative“ und natürlich das „Heil vom Hitler-Wahn-Trunk-Festival“, vormals bekannt als Oktoberfest.

Obdachlose werden mit Bier-Kästen alimentiert und als aktive Kräfte im Kampf gegen Rechts mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet. Sie gehen als „Antifa-Trinkerfront“ in die Geschichte ein. Betrunken gezeugter Nachwuchs gilt nicht mehr als Alkohol-Unfall, sondern als „biologisches Ergebnis im Kampf gegen Rechts und die niedrige Geburtenrate“. Kinder, deren Väter an Trunksucht sterben, werden aufgeklärt, dass ihre Erzeuger „im Widerstand gegen das Nazi-Regime gefallen sind“. Und Leberzirrhose heißt dann nur noch „Antifa-Leber“!

Die neue Kraft des deutschen Bierkonsums wird alle schlechte Laune im Land besiegen. Durch die verstärkte Nachfrage nach Alkoholika wird ein beispielloser wirtschaftlicher Höhenflug eingeleitet, nach dem Wirtschaftswunder der 50ger Jahre spricht man bald vom „Saufwunder des frühen 21. Jahrhunderts“. Bücher mit Titeln wie „Deutschland trinkt sich gesund“ und „Mein Kampf-Suff“ werden Bestseller. Irgendwann geben die Nazis auf und treten frustriert einer Antifa-Initiative bei, nur um wenigstens noch einmal im Leben Zugang zu etwas wahrhaft Arischen zu erlangen: ein reines, kühles Helles!

Warum wir jetzt wieder fliegen!

„Vorort-Recherche!“ Sagt mein Freund, als ihn frage, warum er letztens nach Australien geflogen ist. „Was soll das heißen, Vorort-Recherche?“ frage ich ihn. „Naja, ich mache dann Bilder von den Auswirkungen der Klima-Katastrophe und zeige sie meinen Schülern in der elften Klasse.“ „Du, als Grünen-Wähler?“ sage ich ungläubig. „Was ist denn mit dem ganzen CO2-Ausstoß? Kannst du nicht auch Bilder nehmen, die ein australischer Fotograf gemacht hat?“ „Das wäre nicht so authentisch. Ich bin ja bekannt für meinen kreativen und authentischen Unterrichtsstil.“

Ich sage ihm, dass so ein authentischer und kreativer Lebensstil wesentlich mehr zum Klima-Desaster beiträgt als etwa ein verlogenes Schatten-Dasein, wie etwa ein Hartz-Betrüger es führt, der seine Zeit damit verbringt, Krankheiten vorzutäuschen. Dass Grünen-Wähler vermutlich einen höheren CO2-Ausstoß haben als etwa AfD-Wähler, denen das Klima am Allerwertesten vorbei geht. Denn Grüne haben meist höhere Bildung, mehr Geld und viele Freunde in Übersee, die sie noch aus Studien-Tagen in Berkeley kennen. AfD-Wähler leben meist auf dem Land, haben Angst vor dem Ausland und fahren einen alten Diesel, um ihn „zu retten“. Der produziert zwar massenhaft Stickoxid, aber eben weniger CO2. Außerdem setzen AfD-Wähler sich aktiv gegen Fernreisen ein – vor allem gegen die Fernreisen von Afrikanern nach Deutschland…

Am vorbildlichsten sind natürlich Obdachlose: Die reisen nicht, die heizen nicht, die brauchen noch nicht mal Strom. Im Grunde sollte man ihnen nicht nur die Zeitungen abkaufen, sondern auch noch etwas CO2-Ausgleichsgehalt geben. Obdachlose sind aktiver im Kampf gegen den Klimawandel als die gesamte grüne Partei! „Obdachlos!“ sagt mein Freund begeistert. „Das mache ich jetzt auch.“ „Du wirst obdachlos?“ „Ja, ich und die ganze Familie. Volle vier Wachen. Camping. Im Garten meiner Tante!“ „Und wo ist dieser Garten?“ „Naja, in Kanada…“

Warum wir jetzt die Maut retten müssen!

Der Europäische Gerichtshof hat die deutsche PKW-Maut für ungesetzlich erklärt – sehr zum Missfallen der CSU. Horst Seehofer orakelte schon, das werde „die Zustimmung gegenüber EU-Institutionen nicht gerade erhöhen“. Jetzt gilt es, einer sich anbahnenden Radikalisierung der CSU vorzubeugen – und die Maut doch noch zu retten. Denn woran scheiterte die Verkehrsabgabe? An einer Klage von Österreich! Ausgerechnet Österreich! Als ob die keine dringenderen Probleme hätte als deutschen Verkehr – etwa den österreichisch-russischen Verkehr ihres ehemaligen Vize-Kanzlers auf Ibiza…

Den Ausländer-Diskriminierungs-Vorwurf des EuGH muss man natürlich ernst nehmen. Hier böte sich an, Ausländer kurzerhand zu Inländern zu erklären – gerade im Falle eines FPÖ-deutschnational erstarkten Österreichs dürfte eine „großdeutsche Mautlösung“ auf offene Ohren und Geldbeutel treffen… Eventuell könnte man diese Maut-Politik auch noch auf das neuerdings wieder neo-faschistische Italien ausdehnen – gewissermaßen „Achsenmächte Reloaded“, wobei mit „Achsen“ natürlich nur die Antriebs-Achsen der Automobile und mit „Mächte“ keinesfalls die Gemächte Testosteron-getriebener Politiker gemeint sind…

Noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung und bei diesen links-grün versifften Beourgoisie-Weltrettungs-Weicheiern erhielte eine Maut zweifelsohne, wenn man sie mit aktuellen Gesellschafts- und Umweltthemen kombinierte: Alle Ausländer, die in einem Elektro-Auto über die Grenze kommt und nachweisen können, mindestens zwei Flüchtlinge in einen Graben gerempelt zu haben, erhalten eine Steuererstattung. Aber das Wichtigste: Rettet die Bienen! Jeder Ausländer, der eine flotte Biene im Minirock im Auto hat, die bei einem Selfie unterm Rock nicht gleich #metoo-mäßig rumzickt, erhält zusätzlich zur Maut-Erstattung sogar freies Geleit zum Oktoberfest und ein Begrüßungsgeld!

Warum die Küken jetzt zurück schreddern!

Kükenschreddern ist weiter erlaubt. Vorausgesetzt, es handelt sich um männliche Küken. Im Gegensatz zu Menschen lohnt es sich bei Hühnern eindeutig nicht, als Mann geboren zu werden. Ich stelle mir mal vor, wie männliche Küken darauf reagieren könnten. Vielleicht so: „Hallo, ich bin ein männliches Küken. Mein Name tut nichts zur Sache, ich habe nämlich keinen, da ich in ein paar Minuten eh geschreddert werde. Aber eins möchte ich noch los werden: Seid ihr sicher, dass ihr die richtigen Küken schreddert?

Natürlich will ich damit nicht sagen, dass ihr weibliche Küken auch schreddern sollt – für die habt ihr schließlich eine andere Art lebenslanger Folter bereit, um euren endlosen Hunger nach billigem Fleisch und Eiern zu stillen. Aber was ist eigentlich mit menschlichen Küken? Warum ist da das Schreddern männlicher Küken verboten? Wäre Hitler als Küken bereits geschreddert worden…

Betrachtet man die Geschichte der Menschheit – wie viel Elend hätte durch das rechtzeitige Schreddern männlicher Homo-Sapiens-Küken verhindert werden können? Dschingis Khan, Stalin, Kim Jong Un – um nur einige wenige zu nennen. Mal ehrlich: Wie viele Berichte über von Hähnen verübte „Gallus Domesticus“(Haushuhn)-Genozide kennen Sie? Wie viele Vergewaltigungen unschuldiger Frauen wären durch rechtzeitiges Schreddern verhindert worden? Die ganze grottige Architektur, bescheuerte Musik und die unendlich bekloppten, ewig gleichen Macho-Sprüchen noch nicht mal mit eingerechnet…

Natürlich muss man die männlichen Menschen-Küken nicht gleich schreddern. Das wäre ganz schön unappetitlich. Aber eine kleine Spritze, um sie intelligent, einfühlsam und weniger ego-bezogen zu machen, wäre schon nett. Doch genug von mir – wie geht es euch? Ah, schade, wir können nicht mehr drüber reden – schließlich werde ich gleich geschreddert…“

Warum die Wirtschaft uns jetzt unterstützt!

Julia Klöckner, Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft sowie Hersteller-Interessen, hat ein bemerkenswertes Video gepostet, in dem sie die Firma Nestlé für ihre Anstrengungen zur Zucker-Reduktion in Lebensmitteln lobt. So wunderbar es ist, dass Nestlé sich bemüht, mit geringeren Zucker-, Salz- und Fettwerten Verbraucher weniger schnell zu vergiften, so verstörend ist es, dass eine Ministerin Werbung für einen Lebensmittelkonzern macht.

Besonders verstörend ist, dass sie das umsonst tut. Wie amateurhaft kann man als Politiker eigentlich handeln? Hätte Sebastian Vettel sich zu dem Testimonial hinreißen lassen, dass „Nestlé so wenig Zucker enthält wie ein Ferrari“, hätte das den Konzern Millionen gekostet! Hier muss nachgebessert werden! Schließlich heißt Minister „Diener“ – warum arbeiten unsere Angestellten nicht mal richtig für uns, wenn sie lobbybedingt eh schon Gesetze für „die Wirtschaft“ machen?

Wenn jeder Minister plus die Kanzlerin im Jahr für Gesetze wie „Verlängerung betäubungsloser Kastration bei Ferkeln“ (Landwirtschaftsministerium), „Gesetz zur überteuerten Renovierung der Gorch Fock zugunsten krimineller Werft-Vorstände“ (Verteidigungsministerium) oder „Gesetz zur Importquote für gestohlene Arzneimittel“ (Gesundheitsministerium) sich die Industrie-Vorteile anständig vergüten und dem Volk zukommen ließe – wir könnten so reich sein. Bei nur 10 Milliarden pro Ministerium plus Kanzleramt wäre das ein Zusatzeinkommen von fast 2000 Euro pro Bürger pro Jahr!

Stiege der gesamte Bundestag mit allen Abgeordneten ebenfalls in das Geschäftsmodell ein und erbeutete durch Werbung auf den Brioni-Anzügen sowie Abstimmungsverhalten ebenfalls noch mal 10 Milliarden pro Mandat, erhielte jeder Bürger ein Einkommen von gut 88.000 Euro im Jahr! So werden Politiker wieder beliebt und wir landen endlich im Schlaraffenland! Nur Lobbyisten wären endlich arbeitslos!

Warum wir jetzt runterkühlen müssen!

Kein Zweifel: Die Klimakatastrophe ist da! Es ist unerträglich geworden – das Klima in der SPD. Die Hitzköpfigkeit hat ein Ausmaß angenommen, welches Vorsitzende einfach hinwegfegt – eine Partei kommt in die Wechseljahre. Ein viel zu hoher CO2-Ausstoß in Form von Redeschwallen hat das Klima nachhaltig zum Glühen gebracht.

Viel zu viele Stürme und Unwetter plagen die Sozialdemokraten. Das war früher anders – das emotionale Wetter war beständiger. Schon bei einer weiteren Erhitzung des innerparteilichen Klimas um nur 0,5 bis 1 „Kühnert“ („Kühnert“ ist seit kurzem die Einheit, in der die Sozialismus-Tendenz der SPD gemessen wird), drohen irreversible Folgen für die Demokratie. Dann steigt der emotionale Wasserspiegel dramatisch – die Küstenmetropolen werden vom Untergang bedroht sein. In Bremen etwa war das für die SPD schon jetzt der Fall…

Die letzten Restmitglieder der SPD drohen an den Pestiziden der Sozialdemokratisierung der CDU zu ersticken – die Partei, einst eine große, stolze Gemeinde, verkommt mehr und mehr zu einer kleinen, verwirrten Sekte. So sieht es also aus, das gefürchtete „In-Sekten-Sterben“.

Die Wale der Demokratie, die großen Volksparteien, sterben aus. Übrig bleiben die Elstern der Demokratie: Grüne und gelbe Zwergparteien, die neuerdings vor Kraft kaum laufen können. Beides Parteien, die sich von „Kulturflüchtern“ zu „Kultursuchern“ entwickelten, also nicht mehr auf dem Land, sondern fast nur noch in der Stadt zu finden sind. Und dann sind da noch die Blauen – nach wie vor Kulturflüchter. Jede Form von Kultur ist ihnen verhasst, besonders die Kultur anderer ausländischer Kulturflüchter…

Wir müssen handeln. Retten Sie die Wale! Und das Klima. Und die Kultur. Halten Sie einfach mal die Luft an! Das spart CO2. Und kühlt die Emotionen. Tun Sie es für die Sozialdemokratie – sie wird noch gebraucht!

Warum wir uns immer platter formen!

Plattform-Ökonomie – das ist das Gebot der Stunde, heißt es dieser Tage gern. Besonders die Immobilien-Plattform sticht heraus als eine der Wirtschaftsformen, die den kompletten Absprung ins Internet geschafft haben. Da hat sich wahnsinnig viel verändert seit der analogen Zeit: Für das „Immobilien-Plattformen“ benutzte man früher noch eine Abrissbirne – das war eine sehr schmutzige und staubige Angelegenheit. Heute machen sich Immobilien-Plattformen zusehends im Internet breit – da rauchen nur noch die von der Vielfalt des Angebots überforderten Köpfe der Nutzer.

Man könnte das auch als Endsieg des real existierenden Sozialismus bezeichnen: War „die Platte“ in der DDR noch eine von vielen Immobilienformen, sind heute alle Immobilien auf Platt-Formen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Plattform einer Immobilie früher noch Bungalow hieß – in Wahrheit ist eine Plattform also eher ein Internet-Bungalow. Und da Bungalow einer indischen Sprache (Gujarati) entstammt und soviel heißt wie „bengalische Bauweise“, muss man leider sagen, dass auch hier unsere schöne, deutsche Sprache durch Migranten völlig in die Irre geführt wurde. Immobilien-Plattform ist also eigentlich eine bekloppte Verflachung nach indischer Art, eine Art Bau-Curry für Makler, die noch nicht realisiert haben, dass der „Plattformismus“ ursprünglich (in den 20gern und 30gern) eine Organisationsform für Anarchisten war…

Warum muss es Plattform heißen? Wäre Kreativ-Form zwecks zwischenmenschlicher Verbindung nicht wesentlich sinnvoller? Aber so verändern sich Begrifflichkeiten in rasender Geschwindigkeit. War „Influenza“ früher noch eine schwere durch Viren verursachte Grippe-Epidemie, die dafür sorgte, dass man vor Mattigkeit nicht mehr klar denken konnte, so sind Influencer heute eine Epidemie, die virenartig Gedankenschrott verbreiten, was dafür sorgt, dass man nicht mehr klar denken kann… Vielleicht hilft auch hier eine alte Hopi-Prophezeiung weiter: Erst wenn alles plattgeformt ist, werdet ihr merken, dass man in der Ebene keinen Abfahrtsski fahren kann…

Warum der Müll zurück nach Hause kommt!

Niemals solle man verbrauchte Atom-Brennstäbe auf den Mars schießen, sagten wir in den 80gern, denn „Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück“. Jetzt kopieren die Philippinen diese Zuckerwerbung: Sie schicken jede Menge zuvor von Kanada importierten, verbrauchten Müll zurück. Der philippinische Präsident war sogar bereit, darüber einen „Krieg zu führen“.

Kriege wurden bereits um viele Dinge geführt: Territorien, Rohstoffe, Wasser, etc. Aber der „Ihr kriegt jetzt euren Müll wieder“-Krieg ist neu. Da muss ja ganz anders aufgerüstet werden: Flugzeugträger müssen in „Müll-Zeug-Träger“ gewandelt werden, Tarnkappen-Bomber in Alt-Papier-Bomber, die Marine wird zur „Müll-rine“. Die Bundeswehr wird natürlich stolz darauf verweisen, dass die Flugbereitschaft bereits zu hundert Prozent aus Müll besteht! Die nächste Eskalationsstufe ist eine flächendeckende „Gelber-Sack-Kanonade“, an den Nahkampf mit „Biotonnen“ will man gar nicht erst denken, obwohl der am Sonderangebots-Grabbeltisch mit haufenweise übergewichtigen Schnäppchenjägern bereits bittere Realität ist. Auch der „Cyber-War“ mit Internet-Müll ist schon in vollem Gang, wie mein mit Spam bombardiertes Email-Postfach mir grade wieder bestätigte.

Da können wir Deutschen sehr froh sein, dass wir jetzt keine gebrauchten Erwachsenen-Windeln zurückkriegen wie die Kanadier. Schließlich exportieren wir unseren Müll nicht auf die Philippinen, sondern nach Malaysia. Eigentlich sollten wir stattdessen nach allen Regeln der Kunst recyceln. Aber man „kommt ja zu nix“. Sagt zumindest die Abfallwirtschaft, welche darauf besteht, dass es sich hier um einzelne schwarze Schafe handelt. Wobei in der Branche dermaßen viele schwarze Schafe unterwegs sein müssen, dass man sie gern mal mit einem Parteitag der CDU verwechselt…

Wenn die Erde irgendwann in zurückgekriegtem Plastik-Müll erstickt, werden nachfolgende Zivilisationen vielleicht sagen: Die Menschheit hatte leider diesen Tick – den Plas-Tick. Von allen Ticks neben dem „dumme Umwelt-Poli-Tick“ der vielleicht tödlichste Tick der Welt.

Was die Grünen von Union lernen können!

Was für eine Woche! Aufstieg der Eisernen in die Bundesliga. Jetzt ist alles möglich. Auch die Grünen spielen nach der Europawahl in der Bundesliga. Es geht also noch, als Underdog aufzusteigen – auch ohne Red Bull Kohle. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: jetzt geht es um den Klassenerhalt. Gegen die Vereine mit der Red Bull Kohle…

Das könnte speziell für die Grünen schwer werden. Auf Klassenerhalt – also speziell den Erhalt der Oberklasse in strikter Abtrennung zur Unterklasse – spezialisiert war ja bisher die FDP, obwohl die grade nach ihrer Regierungszeit ein wenig zur Fahrstuhlmannschaft verkam. Für den Klassenerhalt braucht es bei Union und den Grünen vor allem eins: Geld! Während die Finanzen beim FCU ziemlich solide sind, müssen die Grünen sowohl personell als auch finanziell aufstocken. Was Vorteile hat – jeder Grüne, der „nicht bei drei sagt, ich mach das nicht, muss einen Posten übernehmen“ (Habeck). Bei den Grünen erleben sie also grade ein kleines Job-Wunder. Sie brauchen aber auch ein Finanz-Wunder. Sie brauchen aber auch ein Finanz-Wunder. Warum nicht vom Finanzmarkt lernen: „Grüne Produkte“ sind in. Warum legt die Partei nicht ein eigenes Produkt auf? Investieren für die Umwelt, eine Bio-Grüne Wertanlage, wahlweise auch glutenfrei und mit Chia-Samen! Mit dem „Gesund Regional Üppig Nachhaltig“-Fonds, kurz GRÜN-Invest. Damit die Fans mitspielen und gewinnen können.

Was Fan-Pflege angeht, können die Grünen viel von FC Union lernen. Eine deren beliebtester Fußball-Hymnen hat den Text: „Die Fans sind eine Macht – wer keine hat, gut Nacht!“ – was das Konzept der Demokratie ziemlich gut auf den Punkt bringt, und Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Andrea Nahles Tränen in die Augen treiben dürfte… Jetzt heißt es also bei Grünen und Union also: Fans bei Laune halten! Damit man nicht zur Fahrstuhlmannschaft verkommt.

Warum wir den Chin-O-Mat brauchen!

Morgen ist Europawahl, und das heißt vor allem eins: Hingehen! Wählen! Kreuz machen! Historisch hat sich da viel verbessert: War „Kreuz machen“ in biblischen Zeiten noch eine Tätigkeit, bei der Exekutions-Mittel für eine Kreuzigung hergestellt wurden, bezeichnet man heute damit den Vorgang, der zur Wahl einer Regierung führt. Gut, die ist eigentlich auch ein Exekutions-Organ und noch häufiger mal ein Kreuz… vielleicht hat sich doch nicht so wahnsinnig viel verändert in den letzten 2000 Jahren.

Bei der Auswahl der wählbaren Exekutions-Parteien kann man über den Wahl-o-mat gehen und sich mühsam durchklicken, welche Interessen man hat und welche Partei man demzufolge wählen sollte. Es geht allerdings auch einfacher. Hier ist mein persönlicher Wahl-o-Mat – der Chin-o-Mat: Wählen Sie einfach das, was Sie abschaffen möchten! Haben Sie schon mal gemerkt, dass die Parteien in der Realität immer das abschaffen, was sie im Namen tragen? Die SPD hat über die Hartz-Gesetze das Soziale abgeschafft. Die CDU wendet sich mit ihrer Flüchtlings- und Sozialpolitik gegen das Christliche. Die Grünen haben (Untersuchungen zufolge) die Wähler mit dem höchsten CO2-Ausstoß (gebildet, wohlhabend, motorisiert und reisefreudig), vernichten also faktisch die Umwelt. Die FDP will die Freiheit abschaffen oder zumindest so gestalten, dass die Reichen nur noch die Freiheit haben, immer reicher zu werden während die Ärmeren nur noch Freiheit zur totalen Armut haben. Und die AfD möchte alle Alternativen für Deutschland abschaffen – bis auf eine nationalistische, diktatorische Borniertheit.

Um sicher zu stellen, dass sie dafür auch tatsächlich Stimmen erhält, empfiehlt die Partei mit dem geklauten Nike-Logo übrigens, möglichst volltrunken zur Wahl zu gehen: „Blau wählen“. Meine Empfehlung: Bleiben Sie bitte nüchtern, wenn Sie Ihr Kreuz machen!