Autor: Alexa Knitter

Warum wir alle nachtauschumrüsten!

Stellen Sie sich vor, Sie wären Gin-Liebhaber und kauften einen teuren Gin, der nach Verkäuferangaben „effektiv und sparsam“ sein soll. Leider enthält die Flasche minderwertigen Fusel. Sie werfen dem Verkäufer Betrug vor. Der entschuldigt sich und bietet Ihnen an, die Flasche zum halben Preis wieder zurückzunehmen, wenn Sie auf eine teurere Sorte umsteigen, die wirklich den angekündigten Gin enthält. „Halten Sie mich für einen Idioten?“ fragen Sie entrüstet. „Nein, für einen Diesel-Käufer!“

Den Diesel-Skandal könnte man so zusammenfassen: Industrie lügt. Verbraucher glaubt die Lüge. Lüge fliegt auf – Verbraucher muss dran glauben! Jetzt gibt es einen Dieselkompromiss, der in etwa so windelweich ist wie das soziale Gewissen der CSU – die da natürlich auch mit drinsteckt: In 14 „besonders betroffenen Städten“ sollen Diesel nachgerüstet werden. Die Finanzierung der „besonders betroffenen“ Nachrüstungen ist unklar. Die Regierung „erwartet“ nämlich, dass die Autokonzerne die Kosten übernehmen. „Regieren durch Erwarten“ ist vermutlich eine spezifische deutsche, bislang noch in der Beta-Phase befindende Form des Regierens. Die meisten Menschen kennen „Regieren durch Erwarten“ nur aus schlechten Beziehungen, in denen ein Partner dem anderen bei Erwartungs-Nichterfüllung mit Sex-Entzug droht. In Beziehungen funktioniert das erstaunlich lange, in der politischen Praxis fragt man sich, wer hier wem mit Sex-Entzug droht. Geht dann VW nicht mehr mit Scheuer ins Bett? Wehren sich die Autokonzerne dann mit linken Parolen? „Kein Verkehr mehr mit dem Verkehrsminister!“ „Wer sich gegen den Verkehrsminister nicht wehrt, lebt verkehrt“

Wenn die Politik einer kleinen Gruppe von Leuten hilft, die große Menge zu betrügen und finanziell zu schädigen – wundert sich dann noch jemand, dass die Leute sich verschaukelt fühlen und keinen Bock mehr haben?

 

Warum wir alle zum Islam konvertieren!

Einer neuen Studie zufolge ist eine klare Mehrheit der Deutschen Migranten gegenüber sehr positiv eingestellt. Nur im Osten der Republik hat man den Schuss noch nicht überall gehört. Dort fürchten sich „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Vielleicht müssen wir die Ängste der Leute ernst nehmen. Was wäre denn der Super-GAU? Wenn wir alle mit vorgehaltenem Schwert (fragen Sie mich nicht, wo die vielen Schwerter herkommen sollen, aber diesen Islamisten ist ja alles zuzutrauen) zum Islam bekehrt werden. Der Extremfall ist eingetreten. Wir hatten keine Wahl. Jetzt sind wir alle muslimisch. Was genau wäre dann anders? Wir würden nicht mehr Gottseidank sagen, sondern Allahseidank. Wir würden fünf Mal am Tag beten. Viele Bekannte von mir machen das jetzt schon, nennt es allerdings „die fünf Tibeter“. Wir würden einmal im Leben eine Pilgerreise nach Riad machen. Wer zwei Mal im Jahr nach Hurghada zum Tauchen fliegt, kann auch mal eine Station weiterfliegen und um den schwarzen Stein latschen. Männer ließen sich alle Bärte stehen und Frauen die ganze Arbeit machen – in Berlin nennt sich das „Start-Up“! Die Frauen-Kirche hieße vermutlich Fatima-Moschee!

Wer viel eher einen Grund hätte, sich vor einer Zwangsislamisierung des Abendlandes zu fürchten, sind die Muslime. Denn wenn ganz Sachsen zum Islam konvertiert – das bricht der Religion das Genick. Gott hieße auf einmal nicht mehr „Allah“ sondern „Ollööh“ und permanent sagte irgendjemand in schlimmsten Erzgebirgs-Sächsisch: „Mene Döchda had de Bürgga wida fölschrüm an!“ – dann kann den Islam niemand mehr ernst nehmen. Schlimmer ist allerdings, dass Pegida noch nicht aufgefallen ist, dass der Islam bereits längst in urdeutschen Traditionen Fuß gefasst hat – oder warum heißt es in Köln statt „Allah“ nur „Allaaf“?

 

Warum Kiffen gegen Banker hilft!

Der Rausch soll eine erste Form menschlicher Gemeinschaftserfahrung gewesen sein und in frühen Religionen eine wichtige Rolle gespielt haben. Das Oktoberfest ist also letztlich nichts anderes als ein retro-spirituelles „Back to the Roots“-Festival. Leider war der Rausch bislang häufig jenseits der Legalität. Besonders der Cannabis-Rausch wurde gern als unschön verworfen. Jetzt aber bröckelt die Front der Hasch-Gegner, und das hat einen schnöden Grund: Geld! Seit Kiffen in sieben US-Staaten und ab Oktober in Kanada legal ist, fällt auf: Das Ganze ist ein sehr lukrativer Markt. Auch in Deutschland hat man jetzt angefangen zu rechnen. Und siehe da: Mindestens eine Milliarde Euro zusätzlicher Steuereinnahmen, Zehntausende neuer Jobs, mindestens eine Milliarde Euro Einsparungen an Justizkosten sind drin – die Legalisierung ist nur noch eine Frage der Zeit.

Zumal diese eher niedrigen Schätzungen Aufwärtspotential haben. Während jeder Erwachsene im Schnitt 130 Liter alkoholische Getränke im Jahr zu sich nimmt, kiffen nur etwa 7 Prozent der Bevölkerung. Gelänge es, die Anzahl der Kiffer auf Alkoholproportionen auszudehnen, könnten die Mehreinnahmen des Staates auf etwa 70 Milliarden ansteigen – in etwa die Kosten der Bankenkrise (bisher). Ich sehe schon die Kampagne einer neuen Bundesregierung: Kiffen gegen die Krise! Mehr Cannabis-Konsumenten können den Alkoholismus senken – viele werden den Griff zur Flasche einfach vergessen!

Die erwartete Entwicklung treibt „die Märkte“. Der Aktienkurs des weltgrößten legalen Cannabis Produzenten Aurora Cannabis legte im vergangenen Jahr um schlappe 300% zu! Da erhält der Begriff „BREIT gestreutes Portfolio“ auf einmal eine völlig neue Bedeutung…! Die gigantischen Profite, die durch Haschhunger entstehen, haben Ökonomen noch gar nicht mitgezählt. Wie auch? Die Ökonomen sind als jüngste Religion der Welt immer noch ganz berauscht von ihrem Erfolg.

Warum unsere Verfassung so gut geschützt ist!

Im deutschen Grundgesetz stehen schöne Sachen drin, etwa in Artikel 3: „Niemand darf wegen (…) seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, (…) benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Viele Migranten in Sachsen halten das Grundgesetz für ein noch schöneres Märchen als „1001 Nacht“!

Weil das Grundgesetz, also die deutsche Verfassung, so schön ist, soll sie geschützt werden. Vom Verfassungsschutz. „Macht Sinn“, denkt man, „so eine tolle Verfassung muss man dringend schützen, damit sie nicht irgendwann in ganz schlechter Verfassung ist.“ Doch nicht erst seit dem NSU-Skandal ist klar, dass der Verfassungsschutz grade auf dem rechten Auge ein klein wenig betriebsblind ist. Eigentlich erstaunlich – schließlich beseitigte eine rechte Bedrohung schon einmal erfolgreich eine demokratische, deutsche Verfassung. Was wäre von einem Fußballverein zu halten, bei dem ständig rechte Ecken in Tore verwandelt werden, woraufhin der bei der nächsten rechten Ecke den Torwart abzieht, weil ja eh nix passiert…

Nun ist der umstrittene Verfassungschef Hans-Georg Maaßen auch noch befördert worden. Ein Mann, der keine „Hetzjagd“ erkennen kann, wenn er sie sieht. Da stellt sich die Frage, ob er selbst – von Linksradikalen mit „Tötet alle Bonzen“-Rufen verfolgt – das nur als sportliche Herausforderung einordnen würde?

Doch keine Sorge: Alles hat seine Ordnung. Bisher wurde die Aufgabe des Verfassungsschutzes schlicht falsch wahrgenommen. Denn die Verfassung wird geschützt – und zwar vor jeglicher Berührung mit der Außenwelt. Es ist wie im Streichelzoo – die Verfassung sitzt im Gehege, damit sie nicht fliehen kann. Und wir können jederzeit hin, um sie zu streicheln und zu sagen: Was für eine schöne Verfassung. Wie gut, dass sie sicher ist und niemand was tun kann.

Warum wir nett zu Flüchtlingen sein sollten!

Wer in den letzten Tagen mal durch einen Wald in Berlin oder Brandenburg gegangen ist, der hat sicherlich mitbekommen, dass es keine Waldwege mehr gibt. Der Boden ist so trocken, dass er nur noch aus einer Art dreckigen Sandstrand besteht. Drumherum stehen Bäume mit traurig herabhängenden Blättern. Neulich las ich in der Zeitung, dass die nächsten vier Jahre überdies sehr, sehr heiß werden sollen. Dann kann es sein, dass uns das Wasser ausgeht. Das ist nicht gut, denn Cola soll ja auf Dauer den Durst nicht so wahnsinnig zuverlässig löschen.

Vielleicht sind dann irgendwann, also in etwa drei Jahren, gar nicht die anderen die Klima-Flüchtlinge, sondern wir Berliner und Brandenburger… An der Stelle fiel mir auf, dass es vielleicht sinnvoll wäre, etwas netter zu Flüchtlingen zu sein – vielleicht treffen wir uns nämlich irgendwann auf halbem Weg. Die einen flüchten vor der Armut, die anderen wollen zum Regenwald wegen des Wassers. „Wir kamen von Süden und Norden, mit Herzen so fremd und so stumm,“ sang Zarah Leander in einem Anfall von Hellsichtigkeit. Wir treffen uns dann in Tripolis.

Natürlich haben wir die besseren Flüchtlings-Boote. Da könnten wir ihnen sogar großzügig sein und ihnen die zur Rückfahrt überlassen. Die Schleppergebühren kassiert TUI und dann setzen die über mit „Mein Schiff 6“. Da ganz Afrika nach Norden will, dürfen wir uns natürlich nichts anmerken lassen. Sonst unterbrechen die am Ende ihre Flucht noch und wir haben nix zum Wohnen. „Brandenburg? Super! Nein, ist noch alles da. Straßen, Brücken – gut, am Flughafen müsste noch ein bisschen was gemacht werden… Warum wir wegwollen? Ach, Urlaub, Fortbildung! Workshop: Bongo im Kongo, haha! Wie, was in den Anhängern drin ist? Och, nix, ein paar Solar-Fabriken und etwas Diesel-Technologie…“ Und dann nix wie aus dem Staub machen, bevor die merken, dass Brandenburg eine totale Wüste ist.

Warum unser Geld jetzt sicher ist!

Vor einiger Zeit erteilte uns die Finanzwelt eine wertvolle Lektion, indem sie auch Physikmuffeln einen Einblick in die drei Aggregatzustände vermittelte: War der Börsenkurs der Lehman-Bank 2006 noch fest und solide, wurde er kurz danach flüssig – die Dinge gerieten ins Schwimmen – bis er heute vor 10 Jahren gasförmig wurde, sich also ganz in Luft auflöste.

Seitdem wurden Banken reguliert (ein bisschen). Nach einer etwa 20jährigen Phase der Deregulierung ging es der Welt wie einem geschiedenen Paar. Eine Zeitlang lebt es sich dereguliert ganz gut, aber dann heiratet man doch wieder… Die Regulierungs-Flitterwochen sind inzwischen aber wieder vorbei. Seit kurzem sagen Banker über Liquiditätspuffer: Was ist flüssiger als Goldman Sachs? Regulierung – die ist überflüssig! Ein Gesang, in den auch Donald Trump gern (musikalisch sowie wirtschaftlich falsch) einstimmt.

Doch auch heute gibt es noch etliche Risiken (eins ist Trump selbst). Normale Konjunkturzyklen laufen etwa 6-8 Jahre, wir sind jetzt im zehnten Jahr, die Krise ist offiziell vorbei, aber die EZB kauft immer noch Staats- und Unternehmensanleihen. Ihre Geldpolitik ist so dermaßen locker, ginge sie zum Orthopäden, riete der: Achten Sie auf ihre Extremitäten! So locker wie die sind, fliegen Ihnen bald die Gliedmaßen weg. Die Europäische Zentralbank sendet einerseits beruhigende „Krise beendet“-Signale, läuft aber weiter im Krisenmodus. Es ist, als hätte es Flutalarm gegeben und man fragt den Bürgermeister: Gibt es eine Überflutung? Der sagt: Auf keinen Fall – pumpt aber zeitgleich sein Schlauchboot auf…

Doch selbst im Fall einer Extremkatastrophe gilt: Die Menschheit existiert seit etwa 300.000 Jahren. Geld erst seit etwa 5000 Jahren. Die längste Zeit seiner Geschichte musste Homo Sapiens also ohne Kohle auskommen. Mein bankrotter Freund Henry meint dazu: „Also, dieser Sapiens –das könnte ich sein!“

Warum wir uns nicht mehr verständigen können!

Es gibt drei Worte, die ich in letzter Zeit viel zu selten höre Es sind die drei großen heiligen Worte der Menschheit. Und nein, es sind nicht die Worte, an die Sie jetzt vielleicht denken, also die Worte: „Gott ist groß“, „Dein Wille geschehe“ oder „IPhoneX zum Sonderpreis“.

Ich meine die drei heiligen Worte: „Ich weiß nicht“. In einer Zeit, in der scheinbar immer mehr Menschen genau wissen, wie der Hase läuft und was zu geschehen hat, würde es mir wirklich helfen, wenn ein Politiker oder ein Wirtschaftsboss einfach mal sagt: „Ich weiß nicht!“ Aber auch in der Konversation mit meinen Mitmenschen vermisse ich diese Worte. Besonders wenn Sätze eingeleitet werden mit einem: „Es dürfte doch mittlerweile auch dem Letzten klar geworden sein, dass…“ oder „Du kannst doch wohl nicht leugnen, dass…“ Denn diese Einleitungen werden gern gefolgt von irgendeinem rechtsdumpfbackigen Quatsch: „dass die Ausländer schuld/kriminell/inkompetent sind“, „dass das Finanzkapital schuld/kriminell/inkompetent ist“, oder „dass das IPhone X schuld/kriminell/inkompetent ist.“ Wobei man letzteres natürlich nicht völlig von der Hand weisen kann.

Wäre es nicht erfrischend, wenn wir uns einfach mal eingestehen, dass wir letztlich nicht wissen, wie das Universum beschaffen ist? Und sicher gibt es Fragen, auf die man lieber kein „ich weiß nicht“ als Antwort haben möchte. Etwa die Frage: „Liebst du mich?“ Oder: „Werden Sie in der Lage sein, meine Rechnung zu bezahlen?“ Und am allerwenigsten: „Mama, ist Papa wirklich mein Papa?“ Aber schon Sokrates wusste: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Dieses Wissen ist leider seit der Antike weitgehend verlorengegangen. Dabei wussten schon die alten Zen-Mönche: „Nichtwissen ist das Intimste!“ Die hohe Scheidungsrate kann auch eine Konsequenz aus der Tatsache sein, dass viele Paare diesen Grad der Intimität nicht erreichen…!

Wo der Horst die Mutter fand!

Die Mutter ist ein wichtiges Thema im Leben des Horst Seehofer. Wahlen sind prinzipiell die „Mutter aller Wahlen“, wenn nicht gar die „Mutter aller Schlachten“. Das eint ihn mit Saddam Hussein, der seinerseits den ersten Golfkrieg als „Mutter aller Schlachten“ bezeichnete. Natürlich gibt es massive Unterschiede zwischen Seehofer und Hussein – allein in Frisur- und Bartmode. Allerdings setzten beide in der „Mutter aller Schlachten“ auf Gift. Natürlich weiß auch ich, dass es einen Unterschied zwischen Senfgas und dem Gift des Populismus gibt. Ersteres tötet sofort, letzteres eher schleichend…

Für die Landtagswahl im Oktober hat der Horst jetzt eine neue Mutter entdeckt – was übrigens auf eine massive Adoptionswilligkeit schließen lässt: „Migration ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land“. Genau! Migration. Leute, die einfach so umherziehen. Die migrieren, bis der Arzt kommt oder der Hartz-Antrag durch ist. Das ist die Wurzel allen Übels. Aber welche Migranten meint er? Menschen, die es zu Hause einfach nicht aushalten und ständig um die Welt jetten, das Klima erwärmen und dadurch dafür sorgen, dass Wüsten sich ausbreiten und wieder andere sich ein neues Leben suchen müssen? Oder meint er die migrierenden Arbeitsplätze, die einfach von der Digitalisierung geschluckt werden und diffuse Ängste auslösen, welche dann auf eine Minderheit projiziert werden? Oder gar das migrierende Kapital, das in Nano-Sekunden um den Erdball flitzt und wirtschaftliche und politische Krisen auslöst? Oder meint er etwa die paar armen Seelen, die in Europa Ruhe vor Verfolgung finden wollen?

„Ich habe die Mutter gefunden“. Das ist entweder der erlöste Freudenschrei eines kleinen Kindes, welches seine Erzeugerin lange schmerzlich vermisste – oder aber das metallene Erstaunen von einem, der schon seit einiger Zeit eine Schraube locker hat!

 

Warum Nazis gegen Deutsche sind!

Der in Chemnitz getötete Daniel H. soll ein weltoffener, sympathischer Mann dunkler Hautfarbe gewesen sein, der gegen jede Form von Extremismus war. Eigentlich jemand, dem Rechte gern das Deutschsein absprechen. Sein Totschläger allerdings soll ein Asylbewerber aus dem Irak sein – also noch „undeutscher“. Merke: Bist du dunkelhäutig und ein Mann von Welt, wirst du tot ein Nazi-Held! Wüsste der arme Daniel H. das, verwandelte er sich in ein Barbecue – so häufig müsste er sich im Grab umdrehen!

Diese tragische Tat verschleiert, dass etwa zwei Drittel aller Ermordeten in Deutschland immer noch von Deutschen ermordet werden. Da fragt man sich: Warum organisieren Nazis und Konsorten keine Schweigemärsche für diese anderen Deutschen? Sind von Deutschen ermordete Deutsche weniger wert? Warum geht es immer nur um Ausländer? Warum geht es nie um Dinge, die Deutsche wesentlich stärker bedrohen als „die Fremden“? Digitalisierung etwa, die deutsche Arbeitsplätze vernichtet. Oder die Arm-Reich-Schere, welche die deutsche Mittelschicht ausradiert. Oder die Rentenfrage, die Millionen hart arbeitender Deutscher ein Leben der Altersarmut beschert. Warum geht es AfD und ihren braunen Brüdern nur um Ausländer und nie um Deutsche? Vaterlandsloses Gesindel!

Fremde sind kein großes Problem. Deutschland integrierte schon einmal Millionen von Migranten. 1990 flohen etwa 17 Millionen Menschen vor dem Sozialismus in den Kapitalismus. Die Mordrate verdoppelte sich innerhalb von drei Jahren! Fünf neue Bundesländer und Berlin verursachten 1993 36% aller vollendeten Morde und Totschläge, stellten aber nur 22% der Bevölkerung. Hätten wir nur damals alle kriminellen „Ausländer“ rausgeschmissen… Seither hat sich die Anzahl der Morde jedoch auf knapp ein Drittel verringert! Fazit: Je mehr Ausländer uns zugucken, desto weniger Menschen werden in Deutschland ermordet!

Warum wir besoffen sind, ohne es zu merken!

Stellen sie sich einmal vor, Sie wollen einen sehr teuren Flasche Whisky kaufen, haben aber das nötige Kleingeld nicht. „Macht nichts“, sagt der neben Ihnen stehende Freund, „Ich leih dir das Geld.“ „Wie denn?“ fragen Sie, „du hast doch auch nix.“ „Nee, aber ich stell dir jetzt mal einen Gutschein aus. Natürlich mit Zinsen, versteht sich.“ „Wie bitte?“ erwidern Sie, „einen Gutschein über Geld, das du gar nicht hast, und dann noch Zinsen auf Geld, das du gar nicht hast?“ „Ja, frage jetzt nicht weiter nach, wie, aber das funktioniert.“ Ihr Freund stellt den Gutschein aus, sie gehen in den Laden und das Wunder geschieht: Der Ladeninhaber akzeptiert den Gutschein, sie kriegen den Whisky, und zahlen schon eine Woche später den Kredit nebst Zinsen zurück. „Das ist doch Schmu“, werden Sie jetzt sagen. Nun, die einen sagen so, die anderen nennen es „Bank“! So funktionieren Banken. Die denken sich das Geld, das sie ihnen leihen, einfach aus. Ganz schön besoffene Finanzwelt, oder? Kein Wunder, dass Banken immer doppelt sehen, wenn Sie zur Tür reinkommen!

Sollten Sie aber aufgrund ihres Whisky-Konsums permanent so besoffen sein, dass Sie zahlungsunfähig werden, dann hat wohl die Bank einen Verlust in Höhe des Whisky-Preises in ihren Büchern stehen. Das denken aber auch nur Sie. Die Bank hat nämlich die Möglichkeit, Posten in ihrer Buchhaltung mit dem „Fair Value“, also dem Zeitwert, anzusetzen. Und eine leere Flasche hat nur noch den Wert eines Dosenpfands. Sollte doch jemand der Bank auf die Schliche kommen, geht diese einfach zur Regierung und sagt: Der Besoffene Meyer hat uns abgezockt. Wir sind pleite. Wir könnten Insolvenz anmelden, aber dann bricht die Wirtschaft zusammen. Rettet uns! Man könnte das schlicht als unmoralisch und zutiefst verwerflich und etwas kriminell bezeichnen. Oder eben als das (noch) erfolgreiche Finanzsystem des 21. Jahrhunderts!

 

Warum der Hermannplatz Weltgeschichte schreibt!

Musik kann sehr schön sein. Oder als Waffe eingesetzt werden. In Graz fand man heraus, dass hohe Pfeiftöne, die eigentlich Tauben vertreiben sollten, auch Teenager und Kinder fernhielten. Ohne Tauben keine Kinder, wer hätte das gedacht? Nicht umsonst muss man „vögeln“, um welche zu kriegen… Am Hamburger Hauptbahnhof wurde Klassik mit Erfolg eingesetzt, um Drogensüchtige zu vertreiben. Statt der Junkies tummeln sich jetzt dort allerdings haufenweise konservative Kettenraucher, die im Opernfoyer nicht mehr qualmen durften.

Der Bahnhof Hermannplatz wollte bis vor kurzem noch radikaler sein und Junkies mit „atonaler Musik“ vertreiben. Doch dann erkannten die Verantwortlichen die Kollateralschäden: Jede Musik zieht schließlich auch eine Klientel an, die sie mag. Statt Junkies werden dann Fans der „freitonalen“ Musik, also Intellektuelle mit Rollkragenpulli und Armani-Hose, bei Wein und französischen Edelschimmelkäse-Picknick den Hermannplatz unsicher machen. Diese werden Passanten militant um eine milde Spende für ihr nächstes Kulturprojekt anbetteln – ein Künstlerdorf in Meck-Pomm, das die Werke von Jean-Paul Sartre als Opernzyklus aufführt und gleichzeitig abstrakt malt!

Das Risiko war dann doch zu groß. Stattdessen sollen dort jetzt Affengeschrei und Papageiengeräusche ertönen. Doch wen lockt das an? Schlagerfans, die an eine neue Single von Thomas Anders denken? CSU-Wähler, die das für eine von Horst Seehofers gelungensten Wahlkampfreden halten? Oder gar die letzten Nachfahren der Neandertaler, also Kollegah und Farid Bang? Eventuell wechseln die Junkies, von Dschungelgeräuschen inspiriert, auch einfach die Droge – also von Heroin zu Ayahuasca, dem zurzeit angesagten psychedelischen Drogengebräu aus dem Regenwald. Dann gesellt sich zur Klangverschmutzung auch noch die Belästigung eines weiteren Sinnes, denn Ayahuasca „reinigt“ den Magen durch heftigen Brechreiz…

Wie man arabische Schwule erkennt!

In Sachsen wurde ein Kamerateam des ZDF alias „Lügenpresse“ 45 Minuten lang von der Polizei festgehalten, um einem Pegida-Demonstranten einen Gefallen zu tun. Obwohl die meisten sächsischen Polizisten wahrscheinlich schwer in Ordnung sind, gibt es auch erfreulich viele V-Männer in die rechte Szene – oder wie die Rechtsextremen sagen: viele Verbindungsleute in die „staatliche Szene“…

Die Menschen sind so verwirrt… In Österreich wurde neulich ein homosexueller irakischer Asylbewerber abgelehnt, weil er angeblich „nicht schwul genug“ wirkte! Was muss ein Mann tun, ob österreichische Behörden vom Schwulsein zu überzeugen? Mit lila Halstuch und abgespreiztem kleinen Finger auftauchen, um dann mit nasaler Stimme lässig zu sagen: „Hallöchen, Popöchen, wie geht’s uns denn so? Alles cool am Stuhl, alles fit im Schritt? Ihr braucht einen Beweis, dass ich wirklich schwul bin? Ok, Herr Geheimrat, dann beugen Sie sich mal nach vorne und genießen Sie die Fahrt!“

Jetzt allerdings wurde ein anderer schwuler Asylbewerber, der das anscheinend mitbekommen hatte, abgelehnt, weil er „zu mädchenhaft“ wirkte. Mal ganz abgesehen davon, ob man österreichischen Behörden diese Art von Frauenfeindlichkeit durchgehen lassen sollte, brauchen die Guten vielleicht ein wenig Nachhilfe, wie man schwule Asylbewerber erkennt. Das wichtigste Indiz, dass ein Araber tatsächlich schwul ist: Er sagt dir, dass er schwul ist. In einer Schamkultur wie der islamischen gibt es nur eine Sache, die für arabische Männer entehrender ist als der Foltertod – wenn ein anderer Mann dir geschwollene Organe in Körperöffnungen bugsiert, die für andere Tätigkeiten vorgesehen sind… Sollte es dann immer noch Zweifel geben, holen sich die Österreicher einfach ausgewählte Experten der sächsischen Polizei. Die wissen sofort, wer schwul ist: Zuerst mal alle, die fürs ZDF arbeiten…

Warum wir dringend Kontakt zu Aliens brauchen!

Die Bundesregierung hat nach eigener Auskunft „keinen Plan“ für Kontakte mit Außerirdischen. Wie bitte? Wie will man bitteschön „ohne Plan für Aliens“ mit dem Mann vom Mond, also dem nordkoreanischen Außerirdischen Kim Jong Un, umgehen? Oder mit dem Alien-Zaren der Russen, den man neuerdings auch auf Staatskosten als Tanzbär für Hochzeiten in Österreich engagieren kann – vorausgesetzt, der anschließende Knicks fällt tief genug aus… Oder mit dem Mann, der mit der geklauten Fönwelle eines Orang-Utans und einem hyperaktiven Twitter-Daumen im Weißen Haus die Karikatur eines Menschen darstellt?

Um auf Aliens zu stoßen, muss die Regierung jedoch nicht nur im Ausland suchen. Was soll man von angeblich christlicher Parteien halten, die mit „Fiktion der Nichteinreise“ und „Ankerzentren“ argumentieren? Das ist doch pures Klingonisch!

Leider sind die Aliens, die uns heimsuchen, nicht jene von der „Wir-bringen-die-Menschheit-weiter-mit-intelligenten-Lösungen“-Fraktion, sondern eher winzige paranoide Gesellen, die sich über die Gehörgänge in die Hirne vormals menschlicher Gestalten einnisten und sie von dort steuern. So redet ein bayrischer Ministerpräsident auf einmal von „Asyltouristen“, wenn er in Wirklichkeit Ertrinkende im Mittelmeer meint. Dieser Mann stellt sich gerade zur Wiederwahl, hat aber versäumt, die Internet-Adresse seiner Kampagne „Söder macht’s“ zu sichern – Aliens haben mit dem Internet anscheinend genauso wenig am Hut wie die Neuland-Kanzlerin… So hat dann die Konkurrenz die Seite „Soeder-machts.de“ registriert und informiert dort über die schurkischen Absichten des Aliens. Allerdings führt sie auf der Seite weiter unten ihre eigenen Pläne aus und nennt dann unter der Überschrift „zwölf gute Gründe, die Bayern SPD zu wählen“ genau sechs Gründe – waren da etwa wieder Außerirdische am Werk? Ohne Plan für Aliens geht es leider nicht!

Warum Armut nicht auf Bäumen wächst!

Was macht Arme eigentlich arm? Ist es Faulheit? Ein Mangel an Bildung, an Charakter, an Persönlichkeit? Fehlender Wille? Jetzt ist rausgekommen, was die wahre Ursache von Armut ist: kein Geld!

In London lief 2009 ein Experiment mit dreizehn chronisch Obdachlosen. Diese Leute verursachten zusammen Kosten von 400.000 Pfund pro Jahr (450.000 Euro) an Polizei-Einsätzen, Gerichtskosten, Sozialdienstleistungen. Man gab ihnen aus lauter Verzweiflung einfach Geld: 3000 Pfund pro Person. Zusammen 39.000 Pfund. Ersparnis für die öffentliche Hand: 90 Prozent. Anderthalb Jahre später hatten sieben der 13 wieder ein Dach überm Kopf, zwei standen kurz davor, eine eigene Wohnung zu beziehen, alle hatten wichtige Schritte auf dem Weg zu Solvenz und persönlicher Weiterentwicklung getan.

In Deutschland zwingen wir Leute erst mal, all ihr Geld auszugeben und produzieren so aktiv Altersarmut und Hoffnungslosigkeit. Aber was Arme wirklich brauchen, ist Geld. In Namibia sank der Anteil der Personen mit Mangelernährung aufgrund von Direktzahlungen von 42 auf 10 Prozent, genau wie die Schulabwesenheit von Kindern (die sank auf beinahe Null). In Malawi stieg der Anteil der Mädchen und Frauen, die eine Schule besuchten, um 40 Prozent und die Kriminalität sank um 42 Prozent. Jedenfalls, bevor Harvey Weinstein dort einen neuen Film drehen wollte…

Gäben wir den Armen dieser Welt einen Bruchteil des Geldes, das wir für Grenzzäune, Zollmaßnahmen, Handelsbeschränkungen, Sklavenlager in Libyen, Anker-Zentren, Gefängnisse, Entwicklungshilfe und so weiter ausgeben – wir wären so viel reicher. Wollte die AfD wirklich keine Flüchtlinge, sollte einfach jeder ihrer Wähler 10 Euro Direkthilfe spenden…

Doch die einzigen Armen, die wir bereitwillig retten, sind arme Banken. Wir sind nämlich auch arm. Arm an Geist. Gegen diese Armut helfen Direktzahlungen leider nicht.

Was in England demnächst verboten wird!

Boris Johnson, ehemaliger britischer Außenminister schlägt in Großbritannien Wellen mit einem Vergleich der „Burka“ mit „Briefkästen“ und „Bankräubern“. Damit rutscht Johnson selbst von einem Triple B (Burka, Briefkästen, Bankräuber)-Rating auf Ramschniveau. Wie kommt eigentlich ein konservativer Brite darauf, islamische Verschleierung ausgerechnet mit Briefkästen zu vergleichen? Ist nicht eine ganze Reihe seiner konservativen Kollegen gerade mit Briefkasten-Firmen in irgendwelchen Offshore-Steuerparadiesen erwischt worden? Ist das nicht eine Verschleierung, die den sozialen Zusammenhalt wesentlich stärker bedroht als die paar Burka-Trägerinnen (nicht mal ein Prozent aller Muslima sind voll verschleiert)?

Und was wäre wohl, wenn eine Burka-Trägerin nicht nur, wie von Johnson behauptet, wie eine Bankräuberin aussähe, sondern tatsächlich eine mit „Niquab“ (so der korrekte Name des Schleiers, der nur einen Schlitz für die Augen offen lässt) bekleidete Muslima sich aufgrund der ewigen Anfeindungen auf Bankraub spezialisierte. Die gern für eine Terroristin gehaltene Vollverschleierte erbeutet pro Bankraub 50.000 Pfund. Wie lange müsste die Dame wohl Banken ausrauben, um auf die Milliardenkosten zu kommen, die Boris Johnson als einer der Haupt-Brexit-Befürworter den armen Briten aufbürdete? Setzt man die sehr moderate Summe von 50 Milliarden Euro als Brexit-Kosten an, dann hätte unsere Bankräuberin das Geld in etwa 2739 Jahren beisammen. Hätte die Muslima also im Jahr 721 v.Chr. mit dem Banken Ausrauben begonnen, also etwa 1300 Jahre vor der Zeit Mohammeds und ungefähr zur Zeit der Gründung Roms – dann hätte sie in all der Zeit nur das zusammen rauben können, was Boris Johnson die Briten in nur drei Jahren kostete!

Und da stellt sich dann die Frage: Wäre ein Boris-Johnson-Verbot nicht eine sinnvolle Alternative zum Burka-Verbot?

Wie wir den Stau vermeiden!

Auf der A2 haben sie neulich eine Elfenbeauftragte und eine Tierkommunikatorin eingesetzt, um die zahlreichen Unfälle endlich mal in den Griff zu bekommen. Das ist ein wichtiger und lange überfälliger Schritt, wie mir ein befreundeter Pudel neulich während eines Spaziergangs versicherte. Tiere finden Autobahnen generell „ziemlich mies“, der Pudel verstieg sich sogar zu dem Vergleich „Auschwitz für Füchse“, was ich vehement ablehnte und ihm sofort eine linksradikale Gesinnung vorwarf. Wogegen der Pudel sich verwahrte – er sei ein Autonomer. Haha, erwiderte ich, und warum hast du dann ein Herrchen? Vielleicht sagte er auch weder Auschwitz noch Autonom sondern nur: Wau-Wau – manchmal nuscheln Pudel ein wenig.

Im Autobahn-Verkehr muss was passieren. Ich persönlich bin mir zwar nicht so sicher, dass die Unfälle von schlecht gelaunten Elfen verursacht werden – könnten auch schlechtgelaunte Menschen sein… Aber vielleicht sollten wir vorsichtshalber das volle Arsenal spiritistischer Möglichkeiten ausschöpfen und etwa Geomantiker vorbei schicken, die gucken, ob die Autobahnen zufällig über Wasseradern gehen… Das denke ich jedes Mal, wenn ich über die Elbe fahre – ganz schlechtes Feng Shui!

Teilweise sind ja bereits hilfreiche Geister unterwegs. Und damit sind nicht nur Gelbe Engel gemeint, die zwischendurch Statistiken für VW fälschen. An einer Autobahnauffahrt wollte ein junger Mann neulich mein Auto energetisch versiegeln. Dachte ich jedenfalls, bis sich herausstellte, dass er nur „endlich nach Siegen“ wollte. Ich ließ ihn stehen. Außer ihm will nämlich keiner nach Siegen. Die Fußball-Nationalmannschaft hat das Wort sogar komplett aus ihrem Sprachschatz gestrichen.

Tierkommunikatoren werden allerdings auch abseits von Autobahnen dringend gebraucht, nämlich im Weißen Haus – um endlich mal Kontakt zu dem Tier im Oval Office zu bekommen!

 

Warum wir die Hitze im Kopf nicht mehr ertragen!

Was kam eigentlich zuerst? Die Klimakatastrophe? Oder die Erhitzung der Hirne? Vermutlich führte Letzteres zu Ersterem. Denn heiß gelaufene Hirne produzieren jede Menge idiotischer Entscheidungen. Denke ich, als ich den Taxifahrer vor mir eine Kippe aus dem Fenster werfen sehe. Bei der Hitze? Brennende Zigarette in die Büsche schmeißen? Geht’s noch? Kurz überlege ich, ob ich aussteige, ihn kurz töte und dann unauffällig weiterfahre. Verwerfe die Idee. Zu heiß.

Die grausamen Folgen der Hitze im Kopf sieht man am klarsten an Trump und der neoliberalen Mafia, die gern mal betont, dass die Klimakatastrophe nur eine zufällige Häufung warmer Tage ist. Auch Horst Seehofer beharrt hirnverbrannt auf letztlich irrelevanten Themen wie der Asylfrage, während das Klima das Ende der Menschheit einläutet. Wenn die Überhitzung des Planeten nämlich im momentanen Tempo weitergeht, sind die paar Asylanten nur die kümmerliche Vorhut eines Tsunamis, gegen den „Ankerzentren“ in etwa so viel Chance haben wie ein kluges Argument gegen Donald Trump. Was übrigens nicht heißen soll, dass Ankerzentren ein kluges Argument sind!

Die Hitze im Kopf tobt überall: Jan Ullrich geht auf Malle auf Til Schweiger mit einem Besenstiel los – total überhitzt. Wobei man fairerweise sagen muss, dass bei einigen von Schweigers Filmen ein Besenstiel bei weitem nicht ausreicht! Der Flughafen Berlin-Schönefeld wird wegen eines Sexspielzeugs gesperrt – weil Sicherheitskräfte anscheinend bei diesen Temperaturen einen Dildo für eine terroristische Zumutung halten. Die Hitze im Kopf muss begrenzt werden: Wann immer sie in nächster Zeit einen Politiker oder Wirtschaftsboss mit rotem Kopf eine Entscheidung verkünden hören, erst mal einen Eimer Eis über dem Kopf entleeren, bevor es für den Planeten zu spät ist. Wo bleibt ein Ice-Bucket-Challenge, wenn man ihn mal braucht?

Warum wir nicht besser werden sollten!

Das Leben ist sinnlos. In 100 Jahren wird niemand mehr wissen, wer wir waren oder was wir taten, und selbst wenn wir dann noch als Mozart oder Einstein verehrt werden – den an unseren Gebeinen nagenden Würmern ist das völlig schnuppe. Trotzdem versuchen wir, unserem Leben eine Bedeutung zu geben und das Meiste rauszuholen, indem wir uns selbst optimieren. Dafür braucht man objektive Daten. Eine Vielzahl von Applikationen hilft bei dieser Vermessung des „Selbst“: Apps, die Blutwerte und -Druck messen, die den Kalorienverbrauch aufzeichnen, die Schritte zählen – all das ist heute billige Standardausrüstung.

Wahre Optimierer vermessen ihr Leben viel umfassender. Da wird der Schlaf gemessen und der „Sleep Talk Recorder“ zeichnet auf, was man während des Schlafes sagt. Das erinnert den Horst Seehofer dann am Morgen, dass er es „der blöden Berliner Ziege mal zeigen“ möchte. Die Apps sind vernetzt, damit die „Community“ einem hilft. So kriegt der Horst „Echtzeit“-Zustimmung vom Söder: „Obergrenzgeil – mach sie alle“!

Die App „Bedpost“ zeichnet die Sex-Gewohnheiten auf, während „Poop-Log“ die Verdauung misst – eine kombinierte App, welche die Verdauung während des Sex sowie Bettgeflüster mitschneidet, soll unter dem Namen „Charlie Sheen“ in der Testphase sein. „Life360“ verfolgt Leben und Aufenthaltsorte sämtlicher Familienmitglieder, während „MCouple“ nur Zugriff auf sämtliche Daten des Ehepartners zulässt. Finanzen werden ebenso getrackt wie Produktivität, Energiekonsum, CO2-Ausstoß und am Ende des Tages sagt einem eine letzte App, dass man eindeutig zu viel Zeit mit der Kontrolle diverser Kontroll-Apps verbrachte.

All das basiert auf der Annahme, dass ich nicht in Ordnung bin und mich durch strikte Kontrolle verändern sollte. Kann ja auch sinnvoll sein. Wenn ich stark übergewichtig bin und zu viel saufe, könnte es Zeit für etwas Einschränkung sein. Oder Zeit für meine Memoiren als Rainer Calmund. Aber in einer Gesellschaft, deren Motor der ständige Vergleich mit nicht zu erreichenden Idealen ist, ist diese Kontrolle in etwa so sinnvoll wie ein Kokainentzug durch Schnaps.

Wir brauchen eine neue App, die sofort Alarm schlägt, wenn man anfängt, sich zu stark zu kontrollieren. „Chill mal, Alter“, könnte sie einem noch sagen, bevor das Smartphone sich ausschaltet und sämtliche personenbezogenen Daten löscht.

 

Warum wir die Hitze weglachen müssen!

„Iss deinen Teller auf gar keinen Fall leer!“ Meine ältere Tante guckt mich alarmiert an. „Was?“ sage ich verwirrt. „Iss deinen Teller nicht leer – sonst wird das morgen wieder nix mit dem Regen!“ Wann hat man das je erlebt? Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle – verschiedene meiner Bekannten versuchen bereits, Obdachlosen ihre Schlafstellen unter der Brücke abzukaufen, weil die Wohnung zu heiß ist.
Dieses Jahr ist der Sommer sogar noch gewalttätiger als sonst: Die Sonne sticht, der Salat schießt, die Bäume schlagen aus, der Rasen wird gesprengt – und Donald Trump lässt seinen Twitter-Daumen heiß laufen. Die Klima-Katastrophe hatten wir uns besser vorgestellt: Man kann attraktive und gering bekleidete Menschen schon gar nicht mehr wahrnehmen, weil ständig Schweiß in die Augen läuft. Ein entfernter Bekannter mit Kannibalismus-Fetisch wollte sich neulich vor lauter Hitze-Verzweiflung in die Kühltruhe legen, aber auch das gelang nicht – da lag nämlich noch sein Ex!
Die AfD überlegt derweil, ob sie die illegal eingewanderte Hitzewelle aus Afrika zum Wahlkampfthema macht und feilt bereits an den Slogans: „Und wenn er denn nicht selber kann, schickt Wetter uns der Muselmann!“ „Lieber Islam-Hetze als Islam-Hitze!“ Aufgrund des Wärme-Überschusses haben Rechte sogar aufgehört, Asylanten-Unterkünfte anzuzünden und hocken wieder maulend im Biergarten.
Besonders die Landwirte in Berlin und Brandenburg leiden. Sie wollen jetzt Subventionen wegen Ernte-Ausfällen. „Wie bitte?“ mosert meine ältere Tante, „wenn ich ausfallend werde, zahlt mir doch auch keiner was!“ „Du musst doch auch keine Ernte einfahren, Tante Kathi,“ erwidere ich. „Papperlapapp, sollen die sich halt den Höcke an den Acker stellen.“ „Was?“ frage ich. „Ja, den Björn Höcke von der AfD. Gegen die Hitze.“ „Wie soll denn der Höcke vor Hitze schützen?“ „Na, der hat doch von allen den größten Schatten!“

Warum wir in einer Verschwörung leben!

„Das wurde in der UNO im kleinsten Kreis doch schon vor 20 Jahren beschlossen, dass Deutschland mit Flüchtlingen geflutet wird“, sagt der Autohändler, der wirklich alles zu wissen scheint. Das gibt mir zu denken. „Geflutet.“ Das Netz ist natürlich voll von Verschwörungstheorien, die besagen, dass die Homogenität des Deutschen Volkes durch Migranten zerstört werden soll.

Die Deutschen sind ein homogenes Volk? Wirklich? Sie bestehen aus Kelten, die mit Germanen schliefen, welche wiederum Slawen vögelten, die zuvor von Latinern vergewaltigt worden waren, welche ihrerseits immer noch das etruskische Trauma verarbeiteten, dass diese von den Hellenen geerbt hatten, welche über die Phönizier dubiose Bumsereien mit den Ägyptern erduldeten. Und an der Stelle gibt es tatsächlich eine Homogenität: 45 Prozent der Deutschen haben Gene des ägyptischen Pharaos Tut-Ench-Amun! Auch bekannt als „das Karnickel vom Nil“. 45 Prozent verwandt mit den Pharaonen! Und jetzt ziehen die anderen 55 Prozent eben nach! Das ist keine Migration, sondern Familienzusammenführung!

Dabei lenken alle Verschwörungen ab von der einen ganz großen Verschwörung. Die gesamte Menschheit ist nämlich – tot! Denn woraus besteht das Leben? Essen, Schlafen, mit Glück etwas kopulieren – das ein paar Mal wiederholen und dann: Exitus. Wir sind sterbende Menschenaffen. Um das zu verdrängen, fingen wir an, uns Sachen auszudenken, die es vorher nicht gab: Stammeszugehörigkeiten, Nationen, Unternehmen, Geld, Ferraris, Mode-Wettbewerbe, Wet-T-Shirt Contests. Vor allem aber ersannen wir den Ich-Gedanken, mit dem alles Leid beginnt, all diese illusionären Dinge, die in Vergangenheit und Zukunft existieren aber niemals im Augenblick. Damit wir bloß niemals die Wirklichkeit erleben, nämlich diesen Moment. In Stille. Jetzt. In der ekstatischen Erfahrung von Ewigkeit.

Aber versuchen Sie mal, das einem Autohändler klar zu machen!