Autor: Alexa Knitter

Warum wir die FDP retten müssen!

„Mondays for Economy“ statt „Fridays for Future” fordert die FDP. So begrüßenswert es ist, dass sich endlich auch mal „die Profis“ zu Wort melden, so sehr erschüttert die Wortwahl. „Mondays for Economy“? Wirklich? „Mondays for Money!“ muss es natürlich heißen. Das hat Stil und denselben Sinn! Was ist mit den Dienstagen – warum traut die FDP sich da nicht dran? Tuesdays for Terror – denn auch der Terror ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Der Neubau des World Trade Centers kostete fünf Milliarden Dollar, aber die weltweiten Sicherheitsmaßnahmen machen einen Umsatz von 40 Milliarden – jedes Jahr. Abgesehen von Millionen schlecht bezahlter Arbeitsplätze für Menschen, die gerne Fremde befummeln, stärkt der Terror auch rechtspopulistische Bewegungen. Jeder islamistische Anschlag ist pures Gold für die AfD. Tuesdays for Terror!

Der Mittwoch wird „Wednesdays for Winners“ – hier gedenken wir einer viel geschmähten Randgruppe. Wer den Schmerz nicht kennt, den ein weißer Mann angesichts der Wahl zwischen Hummer und Kaviar aushalten muss, dem werden die Leiden der „Winner“ immer fremd bleiben.

Auf Wunsch der CSU wird der Donnerstag zum „Thursdays for Thirst“, dem offiziellen Tag des Biertrinkens. Warum liegen Tschechien und Österreich im Bierverbrauch immer noch vor Deutschland? Diesen Missstand wird durch ein diszipliniertes Volksbesäufnis beseitigt. Der hohe Trunkenheitsgrad sorgt dann auch dafür, dass die Teilnehmer den „Friday for Future-Pussys“ weitgehend verschlafen, bevor sie am „Saturday for Saturn“ zum Technikmarkt pilgern und dort den Konsum ankurbeln. An den „Sundays for Sun-Ways“ erhöhen wir noch mal kräftig unsere CO2-Bilanz, indem wir mit dem offenen Bentley durch Kreuzberg fahren, bevor wir uns am Montag dann wieder dem Geld widmen.

Warum kommt Herr Lindner da nicht drauf?

Warum es keinen Deutschen Commerz gibt!

Man kann von dem Scheitern der Fusion zwischen Commerz- und Deutscher Bank halten, was man will, aber sie hat vielen Menschen die Religion ein großes Stück nähergebracht. Jedenfalls dachte viele laut: „Gott sei Dank“! Nur im Finanzministerium gab es lange Gesichter – anscheinend hatte es sich bei den Rechenkünstlern der Kassenwarte noch nicht rumgesprochen, dass Minus plus Minus kein Plus ergibt. Zumal „Deutscher Banken-Champion“ ganz oben auf der Wunschliste von Olaf Scholz gestanden haben soll. Gleich hinter „Kanzleramt von innen renovieren“ und „nie wieder den großen ,G20-Promotionspreis für Chaoten‘ verliehen bekommen“.

Nun war es sicher eine charmante Idee: die beiden letzten verbleibenden größeren deutschen Banken steigen in die Fusionskiste und bilden eine deutsche Großbank, einen „World Player“. Immer mehr früher unvereinbare Gegensätze fusionieren heutzutage: Hippie und Monopolkapitalist – Mark Zuckerberg; Mann und Frau – Conchita Wurst; Staatschef und Idiot – muss nicht extra genannt werden… Aber nicht jede Fusion macht Sinn. Davon können Daimler und Chrysler ein Lied singen. Oder Bayer und „Glyphosat-Monsanto“. Oder Boris und Lily Becker. Wenn Olaf Scholz unbedingt einen deutschen Banken Champion möchte, sollte die Bundesregierung einfach die Mehrheit an Goldman Sachs kaufen – das Unternehmen klingt deutsch und macht wenigstens Gewinn.

Schließlich weiß niemand, was für unangenehme Risiken bei „Cum-Cum-Commerz“ und „Donald-Trump-Finanzier-Deutsche Bank“ noch lauern. Vielleicht muss der Staat bei seiner „Commerz-Sparkasse“ in einer Art „Finanz-Flagellation“ bald Strafzahlungen für Steuerhinterziehung quasi von sich selbst nehmen? Vielleicht fordern die Amis irgendwann Reparationszahlungen von der Deutschen Bank, weil die durch eine Insolvenzverhinderung von Donald Trump den US-Bürgern Milliardenverluste bescherte?

Außerdem gilt weiterhin die biologische Wahrheit: Zwei Pleitegeier machen noch keinen Adler!

Warum Eier suchen glücklich macht!

Was wünschst du dir zu Ostern? fragt mich meine Frau. Mir fällt nix ein. Ostern ist doch auch so wundervoll genug. Es ist der Tag, dem Millionen von Kindern entgegenfiebern. Der Tag der großen Eiersuche! Nun kann man schon ins Grübeln kommen, was dahintersteckt, wenn Priester es Kindern ans Herz legen, versteckte Eier zu suchen… Aber wer erinnert sich nicht gern an die kindliche Freude beim Finden eines Schoko- oder gar Marzipaneis hinterm Busch. Und an das Gefühl des Triumphes, wenn man mehr Eier gefunden hatte als die Geschwister. Und das anschließende Geheule, wenn die Eltern in einem niederträchtigen Anfall von Sozialismus verfügten, dass man die überzähligen Eier bitteschön abzugeben habe…

Ostern ist das Fest des Suchens und Findens. Jesus suchte Hingabe und Tod und fand die Erlösung. Wir suchen und finden Eier. Das ist doch schon mal ein ganz guter Anfang! Wobei es wichtig ist, dass die Eier auch tatsächlich gefunden werden. Nichts ist ärgerlicher als das vage Gefühl, dass die Eier nicht wirklich ernsthaft gesucht wurden, nachdem man sich so viel Mühe mit dem Verstecken gemacht hatte. Und dass womöglich irgendwo noch ungefundene Eier rumliegen.

Zumal die österliche Suche sich nicht auf Eier beschränkt. Alle sind am Suchen. Die Kanzlerin sucht einen würdigen Abgang, die CDU-Chefin einen würdigen Aufgang und die SPD einen würdigen Urnengang. Die Verteidigungsministerin sucht würdige Wege gegen den Niedergang. Kim Yong Un sucht einen Waffengang und Donald Trump den Weltuntergang, nur dass der bei ihm „America First“ heißt. Airbnb sucht den Börsengang und das verspeiste Osterlamm den Darmausgang. So suchen alle irgendeinen Gang; bloß Intelligenz, Einsicht und Empathie – der Zugang dafür wird nicht gesucht. Das sind die Eier, die weiter unentdeckt irgendwo rumliegen. Sehr ärgerlich! Das wird jetzt mein Osterwunsch: Dass diese Eier möglichst bald gefunden werden.

 

 

Warum wir zum Fliegen nicht mehr bereit sind!

Umwelt hin, Umwelt her – Fliegen ist eine tolle Sache: Der Triumph des Menschen über die Schwerkraft, eine beeindruckende technische Leistung und die Garantie, dass man schnell zu lebenswichtigen Terminen um den Erdball fliegen kann. Außer man gehört der deutschen Regierung an. Dann wird Fliegen zu einer unwägbaren Gefahr für Leib und Termin. Denn nach einer erneuten Panne eines Luftwaffen-Jets gestern in Schönefeld (nur dank eines sehr guten Piloten kam niemand zu Schaden) wird klar, dass die deutsche Flugbereitschaft weder „Flug“ noch „bereit“ ist, sondern in erster Linie „schaft“ ist – wie in „total ge-schafft“.

Der Flugbereitschaftsdienst der deutschen Bundesregierung ist so häufig defekt, dass der ADAC bereits befürchtet, ihm solle das Label „Pannendienst“ abspenstig gemacht werden. Es wird das große Geheimnis dieser Regierung bleiben, warum sie auf Flugzeuge setzte, die so aus der Mode gekommen waren, dass sie bereits bei Ausbruch der Napoleonischen Kriege als veraltet galten? Waren es heimliche Sabotage-Akte? Wurden die Flieger von ehemaligen Kadern des Islamischen Staates gewartet? Hatten chinesische Spione lebenswichtige Teile entwendet? War etwa der einzige Zweck des nimmer-fertigen neuen Berliner Flughafens, den dem Boden verhafteten Flugzeugen der Flugsicherheit ein standesgemäßes Grab zu setzen?

Man kann dieser Tage schon von Glück sprechen, im Gegensatz zur Notre Dame Katastrophe nicht in Donald Trumps Tweets vorzukommen: „Schrecklich, was da in Deutschland passiert ist – Regierungsflieger fast in Flammen. Sie sollten fliegende Wassertanker schicken!“

Andererseits: Ist Fliegen nicht sowieso ein Riesenproblem für das Klima? Und sind Kriegsflugzeuge nicht wesentlich friedlicher, wenn sie am Boden stehen? So wird eben eine gute Nachricht draus: Die deutsche Flugbereitschaft ist Greta Thunbergs Lieblings-Fluglinie!

Warum wir die Stasi lieben!

Computer haben eine Menge drauf. Obwohl sie eigentlich nur aus Einsen und Nullen bestehen. Was sie von der britischen Politik unterscheidet, die bekanntlich nur aus Nullen besteht. Im Unterschied zu letzterer kann man mit Computern sogar reden. „Alexa, hört eigentlich irgendjemand mit?“ fragen manchmal Menschen, die sich im Besitz einer künstlichen Intelligenz befindet. Wobei hier unklar ist, wer wen besitzt. Denn eigentlich müsste Alexa antworten: „Nee, niemand. Außer 7000 Mitarbeitern von Amazon. Und einer nicht näher definierten Anzahl von Geheimdiensten, die das weder bestätigen noch dementieren. Und dann natürlich der eine oder andere Hacker-Club, von dem wir nix wissen. Und alle, an die die dann die Daten verkaufen. Aber sonst hört niemand mit. Ehrenwort!“

Denn jetzt wurde bekannt, dass Amazon-Mitarbeiter in die Gespräche mit Alexa hineinhören. Zur Verbesserung der Qualität. Klar. Und zur Fehlerbehebung. Und so weiter. Erich Mielke wird sich vor Frust so häufig im Grabe umdrehen, dass er auf dem Friedhof nur noch als „der Barbecue“ bekannt ist: wäre Alexa schon vor 30 Jahren auf dem Markt gewesen, gäbe es die DDR heute noch! Dann hieße die KI nur anders. „Stasexa“ wahrscheinlich. Das ist kurz für „Staats-Sicherheits-Exekutions-Anwendung“ und klingt viel attraktiver als „Stasi“ – nämlich nach „sexy“ und nach „Staune, ein Sechser“ (im Lotto).

Die DDR hätte richtig cool werden können, mit frechen Antworten von Stasexa. „Stasexa, wie lang wird die SED noch regieren?“ „Die Macht wird mit dir sein, immer!“ „Stasexa, was ist das Beste im Leben?“ „Meine Meinung unterscheidet sich von der von Conan dem Barbaren – aber nicht von der des Staatsratsvorsitzenden!“ „Stasexa, gibt es einen Unterschied zwischen einer leeren Flasche und Honecker?“ „Unwesentlich. Honecker bleibt, wo er ist, aber du leere Flasche wirst in 30 Sekunden abgeholt!“

 

Warum wir bald zu Tode schwitzen!

Berlin wird aufgrund der Klimakatastrophe bald häufige Tropennächte erleben, sagen Forscher. Dann ist man auf der Fischer-Insel bereits mitten auf „Tropical Island“. Die Sauna-Halle in Süd-Brandenburg hingegen kann nur überleben, wenn sie ihr Geschäftsmodell auf „Ice-Land“ umstellt. Die Alpen sind dann nämlich ebenfalls eisfrei, wie eine weitere Studie zeigt. Schön für alle, die auch im Januar eine Wüsten-Wanderung über den Groß-Glöckner machen wollen, aber ärgerlich für die, welche das Wasser der dort entspringenden Flüsse brauchen: also ganz Mitteleuropa!

Klimakatastrophe ist nämlich nicht nur ein Umsatz-Turbo für Eisdielen. Ein großes Massensterben auf dem Planeten könnte anstehen – Homo Sapiens inklusive. Die jüngere Generation fängt gerade an, das zu begreifen – aber wenn sie dagegen auf die Straße geht, sagen die Älteren nur: Geht lieber zur Schule! Aber wer will schon für eine Zukunft lernen, die gerade abgeschafft wird?

Die Älteren machen derweil idiotische Verkehrskonzepte wie Andy Scheuer, welcher Tempolimits und eine CO2-Steuer ablehnt und damit weiter die Gegenwart auf Kosten der Zukunft subventioniert. Die wahren Folgekosten fossiler Brennstoffe sind bei weiten nicht eingepreist. Wir sind wie Eltern, die permanent im Auto rauchen, aber ihren Kindern verbieten, die Fenster zu öffnen. All das im Namen Arbeitsplatzsicherung – in Wirklichkeit sichern wir nur die Arbeitslosigkeit von morgen. Das ist keine Wirtschaft mehr – das ist „Harakirökonomie“!

Der Markt wird es schon richten – sagen die Wirtschaftsliberalen. Das wird er auch – und zwar zugrunde. Als Maßnahmen dagegen empfiehlt man eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit – aber das ist ein wenig, als überließe man Charly Sheen und Lindsay Lohan die Kokain-Gesetzgebung – wobei Letzteres sicherlich verträglichere Resultate hätte.

Es ist wirklich verrückt: Menschen, die Sex mit Kindern haben, werden zu Recht eingesperrt. Aber Menschen, die Kindern die Zukunft killen und sie so nachhaltig f*****, sind wertvolle Stützen der Gesellschaft. Daran gemessen sind die Kinder noch viel zu nett zu uns!

Warum Männer so früh sterben!

Die WHO hat gerade untersucht, warum Männer weltweit nicht so lange leben wie Frauen. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens Männer – und zweitens Frauen. Der Mann ist bekanntlich nur mit einem XY Chromosomenpaar ausgestattet, während Frauen XX-Chromosomen zur Verfügung haben. In anderen Worten: Man wird nur dann ein Mann, wenn einem was fehlt…

Denn auf dem X-Chromosom scheinen Prozesse angesiedelt zu sein, die das Immunsystem stärken – und davon haben Frauen immerhin doppelt so viele. Kein Wunder, dass Frauen die potentiell tödliche Männergrippe verächtlich weglächeln – mit ihrer Turbo-X-Power joggen sie gesund zum Yoga-Studio, während der Gatte hustend daheim verreckt!

Ein Teil des früheren Ablebens hat also mit dieser genetischen Benachteiligung zu tun. Der andere Teil hat etwas mit dem ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun. Denn Männer rauchen mehr, trinken mehr, essen mehr – und sind schneller auf der Straße unterwegs. Und daran sind Frauen schuld! Denn warum machen Männer all diese Dinge? Um Frauen zu imponieren! Um zu signalisieren: Guckstu, wie sehr ich den Tod verachte! Guckstu, wie schnell ich bin! Guckstu, wie groß ich bin in Körper und Geist, aber besonders in Körper! Guckstu, wie lustig ich bin nach vier Bier! Guckstu, ich bin der beste Honk für deine ungeborenen Kinder!

Solange es Weibchen gibt, die von so etwas beeindruckt sind, und solange diese Weibchen die attraktiveren Partnerinnen sind, werden die Männchen nicht von ihrem Verhalten ablassen. Sicher, man könnte argumentieren, dass Männer ja auch mal selbst die Verantwortung für ihr Leben übernehmen könnten. Dass sie sagen könnten: Liebe mich für das, was ich bin und nicht für das, was ich darstelle. Aber dafür müssten Männer die Kraft der Einsicht besitzen. Und wie schon gesagt: Man wird nur dann ein Mann, wenn einem was fehlt!

Warum wir eine Epidemie erleben!

Der DFB-Präsident ist zurückgetreten. Das ist fürchterlich. Nach nur gut zwei Jahren im Amt ereilt ihn – das muss an dieser Stelle einmal schonungslos gesagt werden – eine schreckliche Erkrankung: Der „Fifa-Virus“! Dieser bislang von der Wissenschaft sträflich ignorierte Virus kursiert schon seit einiger Zeit unter Fußball Funktionären. Die Erkrankten erleben im Anfangsstadium eine fast rauschhafte Euphorisierung sowie unerklärlichen Reichtum. Der Virus sorgt zuverlässig dafür, dass die Erkrankten sich zueinander hingezogen fühlen und dann in dubiosen „Hinterzimmer-Deals“ wahnhafte Entscheidungen treffen.

Später setzt eine Funktionärs-Demenz (Dementia Functionaris) ein, die zu seltsamen Gedächtnisverlust und schrägen Kommentaren führt. Nach einigen Wochen im „Özil-ierium“ verfallen die Betroffenen dann in eine „Ver-Löw-isierung“, die in wirren Fantasien von „Abschiedsspielen für treue Nationalspieler“ endet. Dazu tragen die Infizierten auf einmal seltsame „Gewissens-Hand-Fesseln“ in Form von Luxus-Uhren. Im Endstadium ereilt die Erkrankten eine „Voll-ver-Blatterung“ – also der Ruf nach berechtigter „Korruptions-Kohle“ aus Öl-Scheichtümern, unterbrochen nur von „ich-habe-mir-nichts-zuschulden-kommen-lassen“-Schreien. Parallel ersuchen die Fifa-Virus-Opfer Asyl in der Schweiz.

Die Therapie ist dementsprechend erbarmungslos. Gegen Viren gibt es keine Medikamente. Hier hilft nur eine harte Quarantäne, eine totale Abschottung von potentiellen Fifa-Virus-Trägern (also im Grunde von der gesamten Fifa und Uefa) sowie eine schrittweise „Ausschleichung“ hoher Gehälter. Kurz vor der Wiedereingliederung in die Gesellschaft werden den Infizierten in einer letzten Reha-Maßnahme die Luxus-Uhren abgenommen. Als geheilt gilt, wer zur Fifa-Zentrale fährt und ohne Geldkoffer wieder rauskommt.

Lieber Reinhard, wir wünschen gute Besserung!

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo

 

Warum der Brexit nicht kommt!

Schaut man dieser Tage auf Großbritannien, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Brexit und der neue Berliner Großflughafen BER dieselben Architekten hatten, nämlich Robert „D. Saster“ und Dieter „K. Os“. Beide sind mittlerweile Großbaustellen, durchseucht von Finanzierungsschwierigkeiten und Planungschaos. Beide stehen für die Möglichkeit, das „Zeitweilige“ zum „Ewigen“ zu machen.

Ihre Zukunft wird eng miteinander verwoben sein. Hier einige Eckdaten: 12. April 2019 – das britische Unterhaus verschiebt erneut eine Einigung über den Brexit und fordert ein weiteres Referendum, das die Möglichkeit eines neuen Referendums für ein endgültiges Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU klären soll. Zeitgleich kommt raus, dass der Flughafen BER dringend benötigte Entrauchungsanlagen einfach an das Unterhaus lieferte, um rauchende Köpfe zu entschärfen.

  1. Juni 2020 – in letzter Sekunde wird die Eröffnung des Flughafens abgesagt – es fehlen Entrauchungsanlagen! Theresa May bietet ihren Gegnern eine öffentliche Selbstverbrennung an, falls die ihrem EU-Deal zustimmen. Der BER liefert dafür den nötigen Brandschutz, da ein neuer Eröffnungstermin noch nicht in Sicht ist.
  2. August 2025 – Immer lauter werden Forderungen, den Flughafen BER an den Brexit zu koppeln, der dann zum BERxit würde. Eine Mehrheit ist der Ansicht, dass zusammengehört, was nicht funktioniert. Gerüchte, wonach dann auch Verteidigungsministerin von der Leyen an England ausgeliefert werden müsse, bestätigen sich nicht.
  3. November 2028 – der BERxit hat sich erübrigt, da Großbritannien aufgrund des gestiegenen Meeresspiegels ein einem „Blubbs-it“ unterging. Den Briten wird eine neue Insel mit bereits fertig gestellten Großgebäuden zugeteilt: Endlich hat BER eine zeitgemäße, CO2-neutrale Verwendung!

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo.

Warum wir kein Tierwohl wollen!

„Tierwohl“ heißt das neueste Siegel unserer Landwirtschaftsministerin. Siegel sind der neueste Schrei im Kunden-Verwirrungs-Geschäft – sie gaukeln eine heile Welt vor, wo keine existiert. Eine Vielzahl von Bio-, Öko-, Fair-dies-und-das-Siegeln verwandeln schlichtes Einkaufen schon seit einiger Zeit in eine Vorstufe der Promotion. In wenigen Jahren wird auf die Frage: „Welche Ausbildung haben Sie?“ die Antwort „Einkaufen“ für eine Einstellung im Top-Management ausreichen.

Aber „Tierwohl“ ist in der verlogenen Siegel-Welt eine neue Stufe des „Siegel-in-die-Augen-Streuens“. Ein paar Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit wird als „Tierwohl“ deklariert – das ist, als deklarierte man eine Gehaltserhöhung um neun Cent als „Angestellten-Wohl“. „Siegel, Siegel an der Wand, wer ist die Versiegeltste im ganzen Land?“ wird die Frau Klöckner gesungen haben, als sie diesen Vorschlag in die Tat umsetzte.

Anscheinend gibt es in unserer Wohlfühl-Welt noch nicht genügend Siegel. Wie wäre es mit einem „Pflanzenwohl-Siegel“? Jede Eiche erhält einen Quadratmeter Freifläche zum Wachsen. Oder ein „Kindwohl-Siegel“ für jedes Eltern-Paar, das ihr Kind nicht länger als 30 Minuten im Netz oder am TV verrotten lässt. Warum fehlt noch ein „Frauenwohl-Siegel“ für die Kombination aus „Yoga-Stretch-Massage“ und „Schuhkauf“? Und ein „Männerwohl-Siegel“ für alles, was den Mann „einfach mal in Ruhe lässt“, also die wortlose Übergabe der TV-Fernbedienung und einer Flasche Bier. Ein „Politikerwohl-Siegel“ wird vergeben an alle Medien, die nur das drucken, was Politiker in ihnen abgedruckt haben wollen. In den USA heißt das bereits „Fox-News“. Und auf Wunsch der FDP kommt ein „Wirtschaftswohl-Siegel“ – bislang bekannt als Bank- und Management-Boni.

Am dringendsten brauchen wir ein „100 Prozent Bio-Fairtrade-Glücks-Tier-Verpackungs-neutral-Umwelt-Verbesserungs-Siegel“ – früher hieß das „persönliches Gespräch“, aber dazu muss man sich halt mit Zeit in der analogen Welt treffen. Und das wird schwer.

Chin Meyer ist am 4. und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo!

Warum wir uns ver-Uploadfiltern!

Hilfe: Uploadfilter! Neues EU-Urheberrecht! Paragraf 13! Die „Netzgemeinde“ erschauert: Ende des freien Internets! Ende der Meinungsfreiheit! Ende von allem! Das Problem – stark vereinfacht: Große Plattformen (YouTube, Facebook) sollen für alles auf ihnen hoch Geladene, urheberrechtlich Geschützte haften und am besten dafür Lizenzen kaufen. Schließlich verdienen sie damit Geld. Die Angst: Um unbezahlte lizenzpflichtige Inhalte zu erkennen, setzen Plattformen Uploadfilter ein, welche fraglichen Content blockieren.

Nehmen wir mal an, es gäbe (in einer anderen Welt) eine Firma namens „MeinePaste“. Die stellt Tuben für Pasten (etwa Zahnpasta) nur dafür her, dass sich Leute beim Ausquetschen der Tuben in der Fabrik filmen. „MeinePaste“ verkauft diese Filme an seine Abonnenten. Plötzlich gründet sich nebenan die Firma „DeineTube“. Die stellt allerdings nix her, sondern holt sich „MeinePaste“-Tubenquetschfilme von den Abonnenten, lädt sie auf einen LKW, fährt um die Ecke und verschenkt sie werbefinanziert an alle. Als „MeinePaste“ daraufhin die Filme mit sperrigen Bleikugeln in riesigen Kaffeefiltertüten beschwert, protestiert „DeineTube“ gegen „Upload-Filter, die das Hochladen von Tubenquetschfilmen auf Laster und das Recht auf freies Tubenquetschfilmegucken behindern“…

Natürlich gibt es so etwas wie geistiges Eigentum nicht. Genauso wenig, wie es überhaupt Eigentum gibt. Dass Menschen Dinge für sich beanspruchen, ist im besten Fall absurd, im schlechtesten Fall pathologisch. Aber wir leben nun einmal in einer Welt, die aus lauter ausgedachten, absurden Elementen besteht. Und solange die Google Gründer und YouTube Besitzer Larry Page und Serge Brin „Uploadfilter“ auf ihren Konten haben, die verhindern, dass wir uns von ihren Milliarden etwas Geld auf unsere eigenen Konten „hochladen“, sollten sie auch ein wenig für die Paste zahlen, die wir uns aus dem Hirn quetschen…

Warum wir für das Klima streiken!

Klimawandel, puh. Linksgrün versiffte Panikmache um nichts. So langweilig wie Häkelunterricht auf Valium. Die paar Stürme, Dürreperioden, Überschwemmungen… „Warum streiken die Schüler gegen den Klimawandel und schaffen sich in der Zeit keine Bildung drauf?“ wird derzeit viel gefragt. Vielleicht haben die Jugendlichen das berechtigte Gefühl, diese Bildung in Zukunft nicht mehr zu benötigen, weil es nicht mehr allzu viel lohnende Zukunft geben könnte…

Unsinn, den Profis solle man die Klima-Rettung überlassen, meinte Christian Lindner (FDP) neulich über streikende Schüler und die „Fridays for Future“ Demos. Und auch mal zum Zahnarzt gehen, um sich die Zähne richten zu lassen. Damit meinte er allerdings nicht den kieferorthopädischen Schiefstand vieler Demonstrierender, sondern eine Reparatur des Klimas durch Experten.

Nun sagen Letztere allerdings seit Jahren, dass wir viel zu wenig für eine „Klima-Rettung“ tun. Wobei es dem Klima natürlich total egal ist, ob es sich um zwei, drei oder 15 Grad erhitzt. Uns hingegen sollte das nicht egal sein. Schon jetzt tauen die Permafrostböden der Arktis, unter denen viele Millionen Tonnen Methan gefroren sind, welche, wenn sie losgelassen, zusammen mit anderen Faktoren eine „Heißzeit“ einleiten. Dann steigen die Meeresspiegel nicht um lächerliche 2 bis 3, sondern eher um 30 bis 60 Meter. Adieu, Honolulu, Holland, Hamburg… Willkommen in einer Zukunft zusammenbrechender Zivilisationen.

Vielleicht sehnt die Erde sich nach einem gigantischen Methan-Furz, um mal eben70 Prozent des vorhandenen Lebens auszulöschen. „Zu viel los auf dem Planeten“, könnte sie denken. Und: „Brennroden wir uns mal ein wenig das Haupthaar, damit irgendwann eine intelligentere Zivilisation nachwächst. Eine, die auf Frieden, Freude und Freundlichkeit basiert anstelle von Geiz, Gier und Gram. Und die rechtzeitig zum Zahnarzt geht und nicht erst, wenn alle Zähne unrettbar verloren sind.“

Chin Meyer ist am 4. Und 5. April mit neuem Live-Programm „Leben im Plus“ in den Wühlmäusen am Theo

 

Warum wir alle etwas Boeing sind!

Wer hätte je gedacht, dass der Airbus A 380 auf einmal ein sparsames, kostengünstiges Flugzeug sein würde? Jedenfalls verglichen mit der neuen Boeing 737 MAX, welche in letzter Zeit bereits zwei Abstürze zu verzeichnen hatte. Die Boeing läuft anscheinend auf einer fehlerhaften Software, welche dafür sorgt, dass etwas runtergeht anstatt hochzugehen. Eine Problematik, die vielen Männern mit Erektionsschwierigkeiten vertraut sein dürfte. Vielleicht wird das bald zum Bonmot. „Wie geht’s so?“ „Ach, bei mir hat es heute Nacht wieder Boeing gemacht…“

Die Software von Boeing könnte verbreiteter sein, als wir denken. Mit dem Resultat, dass viele Dinge im steilen Sinkflug sind anstelle in den Himmel abzuheben. Die Umfragewerte der SPD etwa. Oder die rückwärtsgewandten, politischen Rezepte sogenannter „konservativer“ Parteien, welche Wirtschaft, Umwelt und Nächstenliebe vernichten anstatt sie zu bewahren. Unklar ist, ob die Software sich auch in sozialen Medien etabliert hat, was dazu führt, dass sich statt fördernder Netzwerke fremdenfeindliche, hetzerische Panikmache ausbreitet.

Was, wenn gar die ganze Menschheit seit Jahren auf dieser Fehler-Software läuft? Die gesamte auf fossilen Brennstoffen basierende Kultur fußt schließlich auf dem Gedanken, dass man einfach ewig so weitermachen kann, ohne die Zeche für eine gravierende Veränderung unserer Umwelt zu zahlen. Wenn es uns nicht gelingt, bald eine Politik wirtschaftlicher und umwelttechnischer Nachhaltigkeit umzusetzen, könnte es das sein, was eine Nachfolge-Zivilisation mal über Homo Sapiens sagt : „Er begann als Hoffnungsträger – aber dann hat er leider Boeing gemacht…“

Gottseidank haben wir in Deutschland einen Flughafen, der extra sowohl für den A380 als auch die Boeing 737 MAX gebaut wurde – „Willy-Brandschutz-Airport“ BER – der umweltfreundlichste Flughafen der Welt, welcher mit Goethe zu uns spricht: Wozu in die Ferne schweifen…

Warum die Bahn uns tötet!

Auf Zug- oder Flugzeug-Toiletten lauert leider der Tod. Dort hat man als Mann zwei Alternativen. Entweder man steht – wie bei einem allein wohnenden, etwas verwahrlosten Kumpel. Dann besprüht man in einem Akt brüderlicher Harnstoffvereinigung den Sitz-Ring. In der Bahn ist das ein gewagtes Unterfangen, weil der Zug häufig just in dem Augenblick in eine Kurve geht, in dem man den Winkel des Harnstrahls auf die Zielkoordinaten der Kloschüssel ausgerichtet hat. Neulich war ich in genau so einer Situation, als die Ansage kam: „Aufgrund von betriebsbedingten Störungen müssen wir eine großräumige Umleitung fahren…“ und ich dachte: „Rat mal, was meinem Harnstoff gerade widerfuhr…“

Zur Vermeidung derlei Ungemachs kann man sich (nach intensiver Reinigung) auch setzen. Und dann passiert es: Das beste Teil des Mannes fällt auf die bakterienverseuchte Kloschüssel und fängt sich die tödlichsten aller multiresistenten Keime. Und ich will jetzt nicht hören: „Oh, Chin, das ist sicherlich nur dein Problem, denn trotz deines schmächtigen Körperbaus bist du besser ausgestattet als ein Elefant auf Poppern!“ Das ist gelogen! Mein Geschlechtsteil hat schon für viel Belustigung gesorgt, und das ist nicht die von Komikern erwünschte Belustigung. Zusammen mit Kommentaren wie: „Kann man den auch als Köder beim Angeln verwenden – wenn die Maden alles sind?“ Oder „Wenn man Telefontarife an die Länge des Geschlechtsteils angliche, telefonierst du sicher umsonst!“

Wer entwirft diese Toiletten? Entweder Sadisten oder Ingenieure mit den kleinsten Penissen der Welt, also Leute, die bei Telefon-Tarifangleichung mit Telefonieren noch Geld dazu verdienen – oder Alice Schwarzer. Oder die Kombination der oben Genannten: sadistische Ingenieure mit unterentwickelten Champignons, die in ihrer Freizeit gleichgeschlechtliche Kolumnen für die Emma verfassen! Warum redet da keiner drüber?

 

Warum ich nicht mehr im Internet bin!

Immer wieder wird vor Kriminellen gewarnt, die im Internet unsere Identität klauen und dann Kaviar, Kameras und anderen Kram auf unsere Rechnung bestellen. Ich erkundige mich bei einigen Digital-Native-Freunden, ob mein Passwort sicher sei. Zwecks leichterer Erinnerung habe ich nämlich ein relativ kurzes Passwort für mehrere Zugänge. Auf Empfehlung meiner entsetzten Freunde hin besorge mir ein Passwort-Programm. Welches leider genauso entsetzt ist. Bei fast jedem meiner Passwörter meldet es mir ein „sehr schwach“.

Recherchen ergeben, dass sichere Passwörter aus kryptischen Buchstabenkombinationen bestehen, etwa aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes. Also: „Highway to Hell“ von AC/DC von 1979 ist mein Lieblingslied“ ergibt dann „HtH_vAC/DC_v1979imL“. Dummerweise ist das nicht mein Lieblingslied. Ich nehme das Passwort trotzdem. Das Passwort-Programm ist begeistert. Nachdem ich alle meine Zugänge ähnlich komplex ändere, brauche ich nur noch ein Master-Passwort für das Passwort-Programm. Das muss natürlich besonders sicher sein. Ich entscheide mich für „,Cheri cheri Lady‘ von Dieter Bohlen aus dem Jahr 1985 ist so was von Kacke“, also „CcL_vDBadJ_1985iswvK“. Eingetragen, verschlüsselt, nie wieder Datendiebstahl!

Leider fällt mir das Master-Passwort am nächsten Tag nicht mehr ein. War es wirklich „Cheri cheri Lady“? Oder „You’re my Heart, you’re my Soul“. Oder gar “Brother Louie”? Aus welchem Jahr, verdammt noch mal? Nachdem ich mehrere Wochen damit verbringe, die gesamte Discographie von „Modern Talking“ auszuprobieren, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich nicht vielleicht „den Wendler“ eingegeben habe. Der ist doch auch unsäglich. Nachdem ich alle Interpreten sämtlicher unsäglicher Lieder des letzten Jahrhunderts ausprobierte, gebe ich nach einigen Monaten auf. Meine Passwörter sind auf ewig verloren. Das Passwort-Programm hat meine Identität geklaut und bestellt bestimmt bald Kaviar, Kameras und andern Kram auf meine Rechnung.

Warum die Dampfer unter uns sind!

Der Raucher schien besiegt. Brutal vertrieben durch das Rauchverbot in Kneipen sah man ihn einst noch unter Heizpilzen in kleinen Rudeln gedrängt vor Gaststätten stehen – wie eine Herde kiffender Moschusochsen im Exil. Dann wurden auch die Heizpilze verboten. Immer seltener sah man den putzigen Gesell – er traf sich jetzt fast nur noch in geheimen „Einraumkneipen“-Zirkeln, in deren nikotingeschwängerter Rauschschwaden-Dichte Sauerstoff zu einer verfolgten Minderheit mutierte. Das erschwerte die Chancen des Rauchers auf dem Paarungsmarkt – immer weniger Menschen wollten mit einem kalten Aschenbecher an ihrer Seite aufwachen. Die UNO überlegte bereits, den Raucher auf die Liste bedrohter Tierarten zu setzen.

Doch die Lage hat sich geändert. „Guck mal“, sagt ein Freund neulich, „schon wieder ein Dampfer“. Ich überlege kurz, ob ich mir Sorgen um seinen Geisteszustand machen muss – immerhin sind wir mitten in der Stadt, weit weg von einer schiffbaren Wasserstraße. Als ich von einer Dampf-Wolke umhüllt werde, bemerke ich meinen Irrtum. Denn der Raucher ist wieder da – nur eben nicht mehr als Raucher, sondern als „Dampfer“.

Der Dampfer – verachtet von „echten Rauchern“, die in ihm nur ein Weichei sehen, der sich einem aufrechten Lungentod nicht stellen möchte. Belächelt vom Nichtraucher beim Nuckeln an seiner Maschine – ein Grenzgänger zwischen den Welten. Da hilft es ihm wenig, wenn er von den vielen Aromen schwärmt, die er neuerdings dampft: „Kirsch-Limone mit etwas Johannisbeere im Abgang“ – er klingt manchmal wie ein Wein-Connaisseur auf Steroiden, der von einem LSD-Flashback nicht zurückgekehrt ist.

Aber eins muss man ihm lassen: Er stinkt nicht mehr! Und außerdem: Auch unter Kannibalen gibt es einen neuen Trend, wie sich neulich auf Papua-Neuguinea zeigte, als der kleine Kannibalenjunge auf den Kochtopf zeigte und rief: „Papa – der Mann dampft ja!“ „Richtig, mein Sohn – das weiß doch jeder: gedämpftes Essen ist viel gehaltvoller!“

Warum wir dringend Berater brauchen!

Rund eine Milliarde Euro hat die Bundesregierung in den letzten Jahren für externe Beratung ausgegeben. Nun ist es natürlich super, wenn man zugibt, keine Ahnung zu haben und jemand fragt, von dem man glaubt, dass der sie hat. Wobei man vielleicht lieber jemand fragen sollte, der etwas nicht nur „ahnt“ oder rät, sondern konkret weiß! Also keine Be-Rater, sondern am besten „Wissende“… Das ist teuer. Wobei sich die Kosten natürlich lohnen können, wenn sie im Nachhinein Geld einsparen.

Viele kennen das von zuhause, wenn die Dame des Hauses fragt: „Wieso fehlt wieder Geld in der Haushaltskasse?“ „Naja, äh…“ „Gib es zu: Du warst im Puff!“ „Nein, so kann man das nicht sehen, es handelte sich um einen Intensiv-Kontakt mit externen Fachberatern zur Verbesserung inter-körperlicher Kommunikation!“ „Gut, ich gebe hiermit weitere Gelder für das Projekt frei.“ „Wie bitte?“ wird er verdattert fragen, „du gibt Gelder frei? Aber – wir wollten doch sparen!“ „Genau, wenn deine Fachkompetenz auf diesem Gebiet ein erträgliches Maß erreicht hat, können wir endlich den Gärtner feuern!“

Besonders das Verteidigungsministerium fiel in den letzten Jahren durch eine Vergabepraxis für Beraterverträge auf, die in etwa so transparent war wie Milchglas in einer dunklen Nacht. Einige Berater sollen derart eng mit führenden Verteidigungsleuten verbandelt gewesen sein, dass man darum bittet, den Begriff „Vettern-Wirtschaft“ durch „Kameraden-Kneipe“ zu ersetzen.

Nun ist man schnell versucht, andere zu kritisieren – aber vielleicht hat das System einfach einen Wurm? Immerhin heißt der Top-Posten im Ministerium „Minister“ – ein Wort, das ja eigentlich aus zwei zusammen gesetzten Worten besteht: „Mini“ und „Ster“. Mini heißt klein, Ster ist ein Maß für Hohlräume – glauben Sie ernsthaft, dass ein Job Genies anzieht, der als „kleiner Hohlkopf“ ausgeschrieben ist?

Warum wir keine dicken Dinger mehr drehen!

Donald Trump hat es zurzeit nicht leicht. Die Sache mit der Mauer stockt, seine Privatfehde mit Jeff Bezos von Amazon läuft auch nicht wie erhofft – jetzt erfolgt der nächste Schlag: Der letzten Gesundheitsuntersuchung zufolge ist der Präsident „fettleibig“. Nicht nur übergewichtig – sondern fett! Zwei Kilo mehr als bei der letzten Untersuchung vor einem Jahr – da hilft vermutlich auch die Ausrede wenig, er hätte beim letzten Wiegen halt keine Erektion gehabt… Natürlich sind das gemeine „fake News“: die Waage war wahrscheinlich ein minderwertiges ausländisches, wenn nicht gar chinesisches, Produkt, welches von illegalen mexikanischen Immigranten ins Weiße Haus geschmuggelt wurde – finanziert durch Jeff Bezos. In einem Wort: Mit Mauer wäre das nicht passiert!

Trump ist jedoch nicht der einzige Übergewichtige, der dieser Tage Probleme hat. Auch dem Airbus A380 geht es an den Kragen. Zu schwer, zu dick, zu teuer, lautet das verheerende Urteil der Kunden. Dicke Dinger (auch die Boeing 747 steht vor dem Aus) haben es zunehmend schwer. Übergewicht passt einfach nicht mehr in unsere Zeit. Vielleicht auch einer der Gründe, weshalb der Mensch die Wale ausrottet. Zu dick, zu schwer, zu teuer. Vor allem aber: zu gefährlich. Denn bei steigenden Meeresspiegeln lassen so fette Tiere das Wasser ja noch stärker ansteigen. Weiß doch jeder, der schon mal mit einem dicken Geschwisterchen die Badewanne teilen musste. Insofern hat das Leerfischen der Meere auch eine gewisse Logik.

Vor allem aber kostet Übergewicht sehr viel Geld – allein in Deutschland gehen für die Bekämpfung von Fettleibigkeit locker 20 Milliarden Euro über die Theke. Jedes Jahr. Allerdings ist das nichts im Vergleich zu den vielen Hundert Milliarden, die Trumps Wirtschaftspolitik die Welt noch kosten kann. Wann lernen die Amerikaner, dass Trump ganz unabhängig von seinem körperlichen Zustand zu dick, zu schwer und vor allem aber zu teuer ist?

Warum wir in Paralleluniversen leben!

„Frauen, die Brustkrebs kriegen, haben ein Thema mit ihrer Weiblichkeit,“ sagt eine Bekannte neulich zu mir. Mir blieb die Spucke weg. So einfach ist das also! Eigentlich beschämend, dass das Tragen langer Röcke sowie gemeinsame Fruchtbarkeitstänze bei Vollmond (oder was auch immer man unter „Weiblichkeit“ versteht) noch keine Standardtherapie gegen Brustkrebs ist. Leider sind Esoteriker häufig beratungsresistent, weil sie sich in einem System bewegen, gegen dessen Geschlossenheit Guantanamo Bay wie offener Strafvollzug wirkt.

Noch beschämender ist, dass diese Küchenpsychologen oft als Heiler oder „Coach“ arbeiten. Dann fliegen einem „Naturgesetze“ um die Ohren: das „Spiegelgesetz“, das „Resonanzgesetz“ oder das „Polaritätsgesetz“. Diese Glaubenssysteme haben allerdings mit Gesetzen so wenig zu tun wie Donald Trump mit Einfühlsamkeit. „Du ziehst das irgendwie an, oder?“ wird gern gefragt, wenn man wieder mal besonders krank ist (Resonanzgesetz). „Was will dir das jetzt wieder spiegeln?“ – erkundigen sich die „Spiegel“-Gesetzler scheinbar mitfühlend bei Todkranken, bevor das Polaritätsgesetz aus dem Sack geknüppelt wird: „Da hast du deine Schattenseite wohl noch nicht richtig integriert!“

Das Ganze wird gern gekoppelt mit einem Versprechen der Heilung, „wenn man es wirklich will“. Was natürlich im Falle eines Exitus heißt, dass man „es wohl nicht genug wollte“. Dann hat man beim Sterben zusätzlich versagt… Möge uns das Leben vor Leuten schützen, die für alles ein „Gesetz“ haben. Denn das blendet aus, dass das Meiste in der Evolution Zufall ist. Und sie nehmen das Schönste: Die Fähigkeit zum Staunen. Aber vielleicht ist das nur mein Widerstand dagegen, „Verantwortung für meine Kreation“ zu übernehmen. Und ich muss mal gucken, ob ich nicht womöglich ein „fettes Thema mit meiner Männlichkeit“ habe. Bevor ich Prostatakrebs kriege.

Warum wir jetzt Nudeln boykottieren!

Terror durch Essen ist ein Syndrom, das sich immer weiter ausbreitet. Essens-Terroristen, sogenannte Orthorexiker (die nur „das Richtige“ essen) treten in verschiedenen Varianten auf: Veganer, Paleo(Steinzeit)-Diät-Halter, Ketogene (keine Kohlehydrate), Frutarier (essen nur das, was die Erde freiwillig rausrückt), Rohkostler, Slow Food und natürlich „Clean Eater“ (keine industriell verarbeiteten Lebensmittel). Sollte Ihnen das nächste Mal einer davon unterkommen, kontern Sie einfach ganz gelassen. Mit Gluten!

Denn „Gluten-frei“ ist das neue „Vegan“. Es ist quasi der Royal Flush der Ernährung. „Gluten-frei“ schlägt alles. Gegen Gluten (also das Kleber-Eiweiß, das in einigen Getreiden vorkommt) ist etwa ein Prozent der Bevölkerung wirklich allergisch. Ungefähr ein Fünftel der Deutschen jedoch lebt weitgehend Gluten-frei, weil es gerade Trend ist. Mit dieser Diät treiben Sie den Rest der Orthorektiker locker in den Wahnsinn. „Was passiert denn, wenn du Gluten isst?“ wird man Sie fragen. Dann beten Sie eine lange Liste scheußlicher Körper-Reaktionen runter, die unbedingt auch die Worte enthalten: „Durchfall, gegen den die Niagara-Fälle ein kümmerliches Rinnsal sind“!

Anschließend sollten Sie unbedingt ein paar tödliche Krankheiten erwähnen. „Wusstest du, dass Gluten für die meisten Krebs-Arten verantwortlich ist?“ Wenn man sich erkundigt, woher dieses Wissen rühre, erwidern Sie: „Dazu gibt es Studien, die aber von der Pharma-Industrie systematisch unterdrückt werden!“ Das sitzt. Schließlich weiß jeder, dass der Pharma-Industrie jedes noch so scheußliche Verbrechen zuzutrauen ist.

Falls Sie trotz Gluten weiterhin „orthorexiert“ werden, eskalieren sie zum „Gluten-freien Ovo-Lacto-Paleo-Rohkost-keto-veganen-Fruto-Slow-Food-Clean-Eating-Flexitarier“. Das ist zwar nur ein neudeutsches Wort für „Alles-Esser“, aber bis ihr Gegenüber das merkt, haben Sie die Torte schon verputzt!