Autor: Chin Meyer

Warum wir jetzt reich werden!

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, las ich jüngst. Seit gestern sind sie noch wertvoller, denn jetzt gilt die neue DSGVO, die viele verunsichert. Das erfuhr ich gestern beim Arzt. „Hallo, Frau Schmidt,“ begrüßte ich die Assistentin. „Schhhh – bitte keine Klar-Namen,“ erwiderte die, „seit heute gilt die DSGVO – da müssen wir ganz vorsichtig sein.“ Dann schob sie mir ein Formular unter, in dem ich einwilligen musste, mit meinem richtigen Namen angesprochen zu werden sowie meine Adresse für ein Rezept preiszugeben. Außerdem sollte ich zustimmen, dass die Ärztin sich über den Zustand meiner Zunge Notizen macht.

Positiv bei der Sache ist, dass in den letzten Tagen viele Menschen an mich denken. Das geht aus den zahlreichen Emails hervor, die ich von Firmen und Individuen erhalte, mit denen ich noch nie im Leben zu tun hatte. „Bitte lassen Sie uns Ihnen weiterhin Informationen zukommen“ steht dann da, „Ihre Mode-Boutique Blablabla“. Etwas panisch guckte ich, ob nicht auch die Krauss-Maffei-Wegmann GmbH mir geschrieben hatte wegen eines Leopard Panzers, von dem mir neulich träumte. Oder ein russischer Hacker-Club, der mich bat, meine Email weiterhin bei Angriffen aufs Pentagon einzusetzen zu dürfen…

Neulich treffe ich Mark Zuckerberg im Traum und sage zu ihm: “Hey, Mark, lass uns diesen doofen Datenschutz einfach vergessen. Wir beide wissen, dass ihr das sowieso nicht ernst meint. Ich möchte lieber ein Drittel Umsatzbeteiligung für jeden Dollar, den du mit meinen Daten verdienst!“ „Bist du verrückt?“ sagt Mark, „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts – schon mal gehört, dass eine Goldmine am Umsatz beteiligt wird?“ „Schon mal gehört, dass eine Goldmine auf Facebook Werbung schaltet? Oder diesen sinnlosen Quatsch kauft, den ihr ständig bewerbt?“ erwidere ich. Denn das ist das Schöne – wir sind die Goldmine, aber auch ihr Besitzer. Wir haben es nur irgendwie vergessen…

Warum Merkel schlecht schläft!

„Hilfe! Verfolgung! Religiöse Terroristen! Ich beantrage Asyl!“ Um Mitternacht hämmert die Kanzlerin an die Tür des Justizministeriums. Aus dem Dunkel schallt der Ruf „Islam“. „Sind Sie vor dem IS auf der Flucht?“ fragt Katharina Barley. „Schlimmer. Vor der SS!“ „Die SS?“ „Ja, die Seehofer-Spahn-Fraktion! Der Horst ist ja schon schlimm mit seinem Islamgefasel, aber dieser Spahn raubt mir den letzten Nerv.“ „Tja,“ sinniert die Ministerin, „wo gehobelt wird, fallen Späne.“ „Aber warum muss der Holz-Abfall soviel Unsinn reden? Erst dieser Hartz-Quatsch und jetzt sieht er überall „rechtsfreie Räume“.“

Man sieht Merkel an, dass Heimwerken im Bundestag verbieten möchte – zwecks „Spahn“-Reduzierung. „Schrecklich. Ich konnte nur das Nötigste aus dem Kanzleramt retten.“ Sie deutet auf einen blauen Blazer sowie eine „Rautenhalterung“ aus Plastik für ihre Hände. Außerdem ist da noch ein unförmiges Paket, das sich später als Peter Altmaier entpuppt…

…ich wache auf. War nur ein Traum. Aber Spahns „rechtsfreie Räume“ verfolgen mich. Ist es wirklich so schlimm? Die Kriminalstatistik für Berlin besagt, dass die Diebstähle 2017 um 40 Prozent sanken. Entweder macht die Polizei sehr gute Arbeit – oder wir brauchen mehr rechtsfreie Räume… Ich denke an das Helmut-Schmidt-Zitat: „Wer Visionen hat, muss zum Arzt.“ Vielleicht ist der Spahn medikamentös nicht richtig eingestellt? Doch dann begreife ich: rechtsfreie Räume – er meint Lobbyisten im Bundestag! Vielleicht sollte die Polizei verstärkt vor dem Büro von Jens Spahn patrouillieren? Damit die Kanzlerin ruhiger schläft. Und ich besser träume.

Warum der Osterhase „Fake News“ ist!

Ostern steht vor der Tür und da wird es Zeit für eine grauenhafte Wahrheit: Der Osterhase wurde gehackt. Einst ein unschuldiger kleiner Hoppler, der Kindern Schoko-Eier brachte um ihnen die Auferstehung des Heilands zu versüßen, stellt sich jetzt heraus, dass seine Daten abgegriffen wurden. Wir wissen nicht, ob es mal wieder die Firma Cambridge Analytica war, welche sich illegal Facebook-Profile beschaffte (Facebook und Datenschutz sind eben zwei Galaxien am jeweils anderen Ende des Universums).

Vielleicht geschah der Hack auch schon vor langer Zeit. Ostern hat schließlich zwei Seiten, die nur sehr schwer zusammenpassen. Einmal ist da die Idee der Wiederauferstehung, jene reine, vergeistigte Freude über das ewige, sich permanent selbst erneuernde Leben. Auf der anderen Seite das ehemals heidnische Fruchtbarkeitsfest inklusive seiner Symbolik: Ei (neues Leben) und Hase (der in seiner männlichen Form „Rammler“ heißt…) Beides sind für sich genommen schöne Dinge, aber die Kombination dieser Daten ist zweifelsohne eine toxische, rechte Verschwörung.

Und die liest sich so: Palästinensischer Migrant aus Ägypten mit einer schweren Psychose, der sich für den Sohn Gottes hält und dessen Stimme zu hören meint, versucht kleine deutsche Kinder mit heidnischen Fruchtbarkeitssymbolen aus Zucker zu vergiften, die obendrein von einem männlichen Hasen überbracht werden, der sich „Oster“(Ost-ern von Osten, hallo, Naher Osten – wir sind doch nicht blöd)-Hase nennt, überbracht werden. Oder kondensiert und stramm rechts formuliert: Ein vor langer Zeit verstorbener, religiös fanatischer Araber versucht aus dem Grab heraus deutsche Kinder mit versauten Ideen und Zucker zu vergewaltigen. Von wegen „Islam gehört nicht zu Deutschland“ – was ist eigentlich mit den anderen Beduinen-Fantasien aus dem Morgenland?

Die gute Nachricht dazu kommt aus der Rubrik Schlechte-Witze-die-trotzdem-raus-müssen: „Warum ist der Osterhase impotent? Weil man seine Eier suchen muss!“ In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Chin Meyer ist am 9.4. live im „Schlosspark Theater“ zu erleben – mehr unter chin-meyer.de/termine“

Warum das selbstfahrende Auto schon da ist!

In Arizona gab es jüngst einen tödlichen Unfall zwischen einem selbstfahrenden Uber-Auto und einer Fußgängerin. Schon schreien die ersten: Seht ihr, so sicher sind die Maschinen nun auch wieder nicht. Nun gibt es in der Tat drei mögliche Ursachen für diesen gravierenden Computerfehler: Erstens war die Technik vielleicht mit diffizilen Situationen noch überfordert (die Frau trat aus dem Schatten auf die Fahrbahn und konnte von den Sensoren nicht wahrgenommen werden). Zweitens war der Algorythmus vielleicht falsch programmiert. Oder es handelte sich schlicht ein Betriebssystem von Windows.

Wie anfällig die Technik sein kann, merkte ich neulich, als eine Rücksendung an Amazon anscheinend nicht ankam. Jedenfalls wollte mir der Algorithmus erneut Geld abnehmen und schickte eine erpresserische Email. Mein Anruf bei der Hotline ergab, dass die Rücksendung sehr wohl eingetroffen war, der Computer das aber nicht wahrhaben wollte. Da verzweifelte sogar der Hotline-Mitarbeiter und sagte irgendwann einen Satz, der auch von chinesischen Bürgerrechtlern hätte stammen können: „Das System lässt eine Änderung nicht zu!“

Bei allem Technik-Bashing: der Fehlerfaktor Mensch ist um Einiges gefährlicher. Der Uber-Unfall hätte auch mit einem menschlichen Fahrer mindestens drei Ursachen haben können: Erstens hätte er oder sie durch das Spielen auf seinem Smartphone vom Verkehrsgeschehen abgelenkt sein können, zweitens hätte er oder sie durch Gedanken an einen Streit mit seiner Schwiegermutter abgelenkt sein können. Oder niemand war abgelenkt und es handelte sich bei der Fußgängerin schlicht um besagte Schwiegermutter!

Selbstfahrende Autos sind jedoch nicht immer computergesteuert. Ein Bekannter meinte neulich: „Ich brauch keinen Tesla. Immer wenn ich über 2 Promille habe, fährt mein Auto mich von ganz allein heim!“

Warum das Christentum nicht zu Deutschland gehört!

„Er gehört zu mir wie mein Name an der Tür!“ sang einst Marianne Rosenberg. Der Mensch will unbedingt irgendwo dazu gehören. Da ist es natürlich voll fies, wenn Horst Seehofer quasi in seiner ersten Innenminister-Amtshandlung verkündet, dass der Islam historisch nicht zu Deutschland gehört. Stimmt allerdings. Geht man der Sache jedoch auf den Grund, wird klar, dass auch das Christentum historisch nicht zu Deutschland gehört. Ja, noch nicht einmal Deutschland gehört zu Deutschland. Denn Deutschland ist eine erst vor 200 Jahren ausgedachte Sache. Vorher hieß es: „Deutschland? Das hier ist das Königreich Preußen und noch so’n Spruch – Kieferbruch!“

Wenn, dann gehört also Deutschland zum Christentum und nicht umgekehrt. Denn das Christentum war früher da. Der Islam gehört übrigens ebenfalls zum Christentum – Mohammed lieh sich einen beträchtlichen Anteil seiner Religion bei den Christen. Da nun der Islam schon sehr viel länger zum Christentum gehört als Deutschland, gehört Deutschland auch wiederum zum Islam – er ist quasi ein Onkel Deutschlands.

Nun gehört auch das Christentum eigentlich nicht zum Christentum, sondern zum Judentum. Christen sind letztlich nichts anderes als Ketzer-Juden… Das Judentum wiederum gehört zur Religion der Sumerer. Diese waren Polytheisten und bezeichneten die Juden vermutlich als „Ein-Gott-Loser“, während ihre Vor-Religion vermutlich fand, dass es voll fies war, sich Meeres-, Erd- und Himmelsgötter auszudenken, wo doch ein schlichter Baum zur Anbetung völlig reichte.

Faktisch ist das alles nur ausgedachtes Zeug. In Wahrheit gehört nix zu mir. Weder Islam noch Christentum noch Deutschland. Auch nicht mein Name und die Tür schon mal gar nicht. Ich bin bloß ein Menschenaffe mit begrenzter Restlaufzeit und als solcher „temporär animiertes Wurmfutter“. Der sich allerlei ausdenkt um zu verdrängen, dass alles sinnlos und vergänglich ist. Und das wiederum hat eine göttliche Schönheit.

Chin bei Radio Eins

am Montag, dem 30.10. bin ich live in der „Großen Radioeins Satire Show“ mit Florian Schröder, Jürgen von der Lippe und anderen tollen Gästen. Das Tipi selbst ist allerdings schon ausverkauft! Aber ihr könnt es im livestream sehen auf radioeins.de und am Sonntag, den 5.11. von 11-12 im Radio hören!

Warum wir zu wolkig sind!

Air Berlin pleite. In Charleston marschieren Nazis. In Brandenburg die Elche. Wie antwortet die Politik? Indem sie outsourced. Angela Merkel etwa, die einst das Internet als „Neuland“ bezeichnete, hat mittlerweile ihre gesamte Politik in die „Cloud“ ausgelagert. Alles, was sie von sich gibt, kommt dermaßen wolkig daher, dass man nie genau weiß: Was will sie uns damit eigentlich sagen? Sie ist die umwölkte Meisterin des Unkronkreten. Als es um die Ehe für alle ging, da beendete Merkel die Debatte nicht mit einem Paukenschlag: „So, wir machen das. Basta.“ Nein, diese Art Schröderscher Kraftmeierei liegt ihr so fern wie Horst Seehofer die klare Konsequenz. Sie läutete die vielleicht gravierendste gesellschaftliche Änderung dieser Legislaturperiode kaum merkbar ein mit dem fast gehauchten Satz: „Ich meine, ich wünsche mir eine Diskussion, die eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht.“

Wie kündigt sie mit solcher Rhetorik eigentlich einen Toilettenbesuch an? „Ich meine, es sollte in die Richtung gehen, dass eine Entsorgung von Altlasten, wenn sie denn unausweichlich geworden sein sollte, in einer der Situation angemessenen Art und Weise umgehend initiiert werden sollte…“

Selbst ihr berühmtester und vielleicht konkretester Satz „Wir schaffen das!“ ließ verdammt viel Raum für Interpretation. Was genau sollen wir schaffen? Die Flüchtlingsproblematik? Die tiefen Meinungsgräben in der Bevölkerung schließen? Oder einfach nur irgendetwas schaffen, meinetwegen Chaos?

Aber vielleicht schafft Merkel tatsächlich etwas, nämlich einen völlig neuen Politik-Stil. Politik im Sinn des Zen-Buddhismus. Dieser propagiert, dass die Wahrheit nicht gesagt werden kann und daher das Wahrste die Verneinung ist: wir sind weder Körper noch Verstand – No Body – no Mind. Und Merkels Zen-Politik heißt: Keine Aussage – kein Programm. Den Rest finden Sie in der Cloud. Denn über den Wolken muss die Merkel wohl grenzenlos sein…

Warum wir jetzt so rumeiern!

Was haben Aldi und Alexander Dobrindt nach dem Diesel-Gipfel gemeinsam? Sie haben beide keine Eier mehr…! Bei Dobrindt liegt das am Einfluss der Lobbyisten, bei Aldi am Einfluss des Fipronils – beide sind in kleinen Dosen ungefährlich, aber für Kinder und Alte reichen schon kleine Gaben, um gesundheitsgefährdend zu wirken. Denn Deutschland wird geplagt von „belasteten Eiern“, und das liegt nicht daran, dass es in unseren Schlafzimmern besonders gut läuft…

Wo kamen die Fipronil-verseuchten Eier eigentlich her? Richtig: Aus den Niederlanden! Niederträchtig! Wann haben uns die Holländer eigentlich das letzte Mal die Eier genommen? Am 30.11.2002 mit 3:1! Bevor wir uns jetzt in bitteren Revanche-Strategien verlieren und überlegen, ob ein so kleines Land wirklich so viele Deiche braucht, muss aber angemerkt werden, dass der Lebensmittel-Skandal anscheinend auf die kriminelle Energie eines einzigen Händlers zurückzuführen sein soll. Und der ist Belgier. Da kann man schon gar nicht mehr von „Benelux-Staaten“ sprechen. Denn Benelux heißt übersetzt „gutes Licht“ – es sind eher „Malefix“-Länder (male ist lateinisch für schlecht), die uns fix das fiese Läusemittel auf die Eier „fipronilen“.

Es gibt allerdings in Deutschland noch Gegenden, in denen die Eier sicher sind. Besonders Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern gelten als „sichere-Eier-Zonen“ (SEZ) und dürfen daher mit einem Ansturm von Eier-Süchtigen rechnen, die versuchen, der Ausrottung des deutschen Volkes nicht durch Islamisten sondern durch niederländische Legehennen zu entgehen. Endlich mal wieder ein Wahlkampf-Thema für die AfD!

Doch selbst wenn wir fast zeitgleich von der Diesel-Industrie und der Eier-Industrie in die Pfanne gehauen werden, eins können sowohl Dobrindt als auch Aldi bestätigen: Man kann auch ohne Eier ganz gut leben!

Chin in der NDR-Talk Show

am 25.8. habe ich das Vergnügen, zusammen mit Charly Hübner, Kai Pflaume, dem Model Greta Silver,  der Ex-EiskunstläuferinTanja Szewcenko sowie dem Verleger und Meeresbiologen Nikolaus Gelpke im NDR zu talken.

Warum wehrhafte Demokraten es so leicht haben!

Es ist Ostern. Aber auch Diktatoren-Wahl in der Türkei. Man könnte auch sagen: Der Osterhase kommt diesmal besonders schräg daher gehoppelt. Der Bundespräsident sagte dazu neulich indirekt, so etwas dürfe bei uns nicht passieren, Deutschland müsse eine „wehrhafte Demokratie“ sein. „Wehrhaft“ und „Demokratie“ sind jedoch unversöhnliche Gegensätze. Man nennt das „Oxymoron“, also Unwort-Kombinationen wie „Weißer Rappe“,„feministischer Mullah“ und „toleranter Erdogan“. Oder eben „wehrhafte Demokratie“. Denn Wehrhaftigkeit bedeutet Überwachung, Ausspähung, hohe Polizeipräsenz, kurz NSA in der Hochpotenz, während die „freiheitliche Demokratie“ gerne von Datenschutz, Privatsphäre und anderen überflüssigen 90ger Jahre Relikten faselt.

Eine besonders wehrhafte Demokratie will Erdogan in der Türkei installieren. Die türkische Demokratie wurde ja bekanntlich von Putschisten angegriffen, und jetzt wird sie halt geschützt. In Sicherheit gebracht. Ihr Gold lassen Sie ja auch nicht zuhause rumliegen, sondern legen es in ein Bank-Schließfach. Das Gleiche passiert jetzt mit der Demokratie in der Türkei: Sie kommt in Sicherheitsverwahrung, und wenn das Volk mal wieder was Demokratisches will, kann es ja den Erdogan fragen, wann die Demokratie Besuchszeiten hat.

Putin, Assad, Erdogan – von einer „Internationale der Autokraten“ zu sprechen, liegt hier nahe – faktisch ist es allerdings mehr ein „Kleptokraten-Club“. Erdogan fing ohne Vermögen an und hat jetzt etwa 150 Millionen. Der Assad-Clan ist milliardenschwer und Putins Familie besitzt sogar geschätzte 35 Milliarden – doppelt soviel wie Mark Zuckerberg. Das hat gewisse Vorzüge: Man kann es auch zu etwas bringen, ohne den Leuten die Zeit auf Facebook zu klauen. Oder anders gesagt: Auch mit der Ganz Old Economy wie Mord, Totschlag und Erpressung lässt sich noch richtig Rendite machen! Und wie Donald Trump, dessen Tochter seit seiner Präsidentschaft auch glänzende Umsätze macht, nach seinen gestiegenen Bomben-Abwurfs-Umfragewerten weiß: Wehrhaftigkeit lohnt sich!

Warum wir so unglücklich sind!

Dem grade erschienenen Weltglücksindex 2017 zufolge zählen wir zu den glücklichsten Staaten der Welt! Kaum zu glauben, besonders wenn man die Mienen in öffentlichen Verkehrsmitteln betrachtet. Aber vielleicht sollte man im Umkehrschluss vermeiden, U-Bahn in Ländern zu fahren, die auf den hinteren Plätzen landen – Burkina Faso etwa oder Süd-Sudan.

Der „Spiegel“ titelte: „Deutschland wieder nicht glücklichstes Land der Welt!“ – ganz als ob die Bundesrepublik einen reellen Anspruch auf den Titel hatte, den aber aufgrund einer falsch gegebenen „roten Karte“ nicht verwandeln konnte. Wenn man auf die Top-Glücks-Plätze schaut (Norwegen, Dänemark, Schweiz), wird schnell klar, dass Fußball überhaupt keine Rolle für das National-Glück spielt und hierzulande eindeutig zu hoch bewertet wird.

Deutschland liegt wie im Vorjahr auf Platz 16. Norwegen löst Dänemark an der Glücksspitze ab:„Öl schlägt Porno“ – müsste die Überschrift korrekterweise heißen. Immer wieder erstaunlich ist die hohe Platzierung Israels (Platz 11) – vielleicht einer der Gründe für Donald Trumps haltlose Hypothese, dass mit hohen Zäunen abgegrenzte Länder glücklicher sind. Die USA selbst sind vom 12. auf den 14. Platz zurück gefallen – eine Trump-Delle?

Erstaunlich auch die relativ schlechte Platzierung Frankreichs (31 hinter Mexiko und Guatemala) – ein Hinweis darauf, dass intellektuelle Diskussionen, heimliche Geliebte, Cognac sowie Marine le Pen auf die Dauer auch nichts bringen. Genauso wenig übrigens wie Olivenöl(Spanien Platz 34), Rotwein und Mafia(Italien Rang 48 hinter Polen), oder die Einführung eines „Bruttonationalglücks“ in Bhutan (Absturz von Platz 88 auf 97). Das persönliche Glück ist übrigens nicht von der Platzierung des Landes abhängig. Sondern von der Fähigkeit, das Leben in seinem Ist-Zustand zu akzeptieren und dankbar zu sein. Und die Auswärtsschwäche von Hertha BSC erfolgreich zu ignorieren…

Wer jetzt den Fluchhafen rettet!

Schon am Montag soll ein neuer BER-Chef präsentiert werden, aber keiner will es machen. Der Job ist unter Managern unbeliebter als eine Lets Dance Teilnahme als männlicher Partner von Rainer Calmund oder Händezerren mit Donald Trump! Da kann es eigentlich nur noch einen geben: Mich!

Ich habe, was es braucht: ich kann mit Politikern umgehen, mich aus jeder Klemme rauslabern und verfüge vor allem über eine grandiose Flughafenbau-Inkompetenz. Um ehrlich zu sein, fliege ich noch nicht einmal besonders gern. Daher ist es mir auch völlig egal, ob das Ding jemals eröffnet wird. Was eine weitere Kernkompetenz ist.

Dafür habe ich jede Menge gute Ideen: Berlin braucht dringend einen „Event-Flughafen“! Knapp bekleidete Models empfangen die Fluggäste an der Sicherheitskontrolle. Sie können durch ihre geschulte mediale Begabung erkennen, wer Böses im Schilde führt. Gegen einen Aufpreis kann man sich allerdings auch von ihnen abtasten lassen.

Dann werden die Fluggäste durch den „Dungeon-Style“ gestalteten Duty-Free-Bereich geleitet. Also eine Art moderner Geisterbahn, wo man sich wahlweise von Orks, Dementoren oder ehemaligen Mitgliedern des BER-Aufsichtsrats erschrecken lassen kann, die einem teures Parfüm verkaufen. Anschließend gelangen die Passagiere in eine Halle, in der ich unterhaltsam die nächste Verschiebung des Termins für eine Bekanntgabe des nächsten Termins zur Bekanntgabe der Eröffnung von BER bekannt gebe. Hammernummer!

Da Fliegen zunehmend unzeitgemäßer wird, sind Start- und Landebahnen bereits zu Skating-Ringen umfunktioniert. Mein BER (Berlin Event Roar) verfügt zudem über die neueste Technik, mit der Fliegen völlig überflüssig wird. Ein Scanner misst die Erwartungsfrequenz der Passagiere für ihren Urlaub, Business-Treffen oder Heimat-Besuch. Während die Gäste dann in super-komfortablen Lounge-Sesseln Platz nehmen, wird ihr Hirn mit mehreren Elektroden verbunden, die ihnen die positiven Erfahrungen der erwarteten Erlebnisse einspielen. Entspannt und glücklich kehren die Menschen nach Wilmersdorf oder Neukölln zurück, ohne das Klima weiter belastet zu haben.

Und für all das nehme ich nur eine Million Jahresgehalt! Endlich kann Berlin mal sparen!

Warum sexuelle Geheimnisse so enthüllend sind!

Die AfD will Schluss machen mit dem „Gender-Wahn“ – jener ekligen Gleichberechtigung, welche die Frau unter dem Deckmantel der Gleichheit zur Arbeitsfron verdonnert. Wodurch die Damen der Schöpfung ihren eigentlich Zweck vergessen: das Kinderkriegen. Eine neue Ehebroschüre für Frischvermählte pflichtet der AfD eifrig bei. „Berufliches Arbeiten ist für die Frau unnütz!“ heißt es dort. Jawoll! „Im Arbeitsleben kann die Frau einen noch attraktiveren Mann als ihren Ehemann sehen und sich in ihn verlieben.“ Aus dem gleichen Grund werden übrigens auch Filme mit George Clooney demnächst verboten…

Weiter heißt es in dem Pamphlet: „Eine Frau, die sich nicht für ihren Mann zurechtmacht, ihrem Mann als Herren im Hause nicht gehorsam ist, kann geschlagen werden…Manchmal sind ein, zwei Schläge ganz nützlich, das wirkt wie Medizin. Der Ehefrau wird so in Erinnerung gerufen, wer das Sagen im Haus hat.“ Herrlich! Im wahrsten Sinne des Wortes! Dieses wunderbar unverkrampfte Anti-Establishment-gegen-den-Gender-Mainstream-Terror-Frauenbild… Endlich sagt mal einer wie es ist!

Wie bitte? Das ist gar keine Broschüre der AfD? Es handelt sich vielmehr um ein türkisches Machwerk, das obendrein fordert: „Für den Fall, dass die Frau zickig ist, sollte der Mann sich nicht sofort scheiden lassen, damit diese Frau nicht auch noch zum Verhängnis für einen anderen Mann wird. Stattdessen sollte der Ehemann eine zweite Frau ehelichen, damit sie die erste Ehefrau zur Vernunft bringt.“ Komm, das wäre doch auch für manchen Deutschen eine Option. Wie viel Leid bliebe uns allen erspart, wenn Bernd Höcke sowohl Frauke Petry als auch Beatrix von Storch ehelicht und die Zicken sich gegenseitig beruhigen…

Bei aller Show-Hetze sind sich Radikal-Islamisten und AfDler also im Grunde genommen sehr einig. Letztere stört nur, dass das Geschrei des Muezzins die „Wir sind das Volk“-Rufe ersticken könnten. Aber das kann man schließlich per Lärm-Verordnung klären: die einen schreien morgens, die anderen abends. Heißt ja auch Morgen-Land. Und Abend-Land…

Wie wir Krieg gegen Alkohol führen!

Die AfD feierte in Mecklenburg-Vorpommern Erfolge wegen Islam und Terror-Ängsten. Vielleicht helfen Fakten: Anzahl der in den letzten zehn Jahren durch islamischen Terror getöteten Menschen in Deutschland? Zwei (die Terroristen selbst). Anzahl der im gleichen Zeitraum durch Alkohol getöteten Menschen? Etwa 700.000! Das sind rund 200 pro Tag! Was wäre hier wohl los, wenn Terroristen 200 Menschen jeden Tag töteten?

Ein Gedankenexperiment: Alkohol wird wie Terror behandelt. Die Innenminister der CDU/CSU fordern: Mehr Polizei-Präsenz vor den Kreißsälen des Terrors, bislang als Kneipen verharmlost! Verbot von Doppel-Herz, Doppel-Korn und Doppelt-Sehen! Verbot der Komplett-Verschleierung von Alkohol, also Cocktails, die ja in ihren Namen bereits tödliche Absichten offenbaren: Ladykiller, Zombie, Electric Ice Tea und Adios Motherfucker!

Das Oktoberfest wird als kriminelle Vereinigung verboten. Eine neue Bewegung, die „Alkoholfreiheit für Deutschland“, kurz AfD, fordert, Fahrer von Bierlastern notfalls mit Waffengewalt am Eindringen nach Deutschland zu hindern. Das Singen von Trinkliedern wird als „Terrorverherrlichung“ verboten. Dunkles Bier soll ausgewiesen werden, auch wenn es noch keinen Schaden angerichtet hat. Alexander Gauland will auf keinen Fall Nachbar von „Köstritzer“ oder „Diebels“ sein. Beatrix von Storch will auf alkoholisierte Kinder schießen lassen.

Die USA sind noch radikaler. Brauereien und Weingüter werden großflächig bombardiert – besonders, wenn sie den Zugang zu Ölquellen blockieren. Schnaps-Brenner werden nach Guantanamo gebracht, wo sie dem auch in den USA heftig umstrittenen Bier-Boarding unterzogen werden, – ihr Kopf wird solange in Bier getaucht, bis sie zugeben, getrunken zu haben!

Bei Alkohol wird das sogar funktionieren. Nur bei Terror klappt das ungefähr so zuverlässig wie eine Dopingkontrolle im Kreml…