Autor: Chin Meyer

Warum auch Autofahrer demnächst Bahnkunden sind!

Österreich wählt wohl bald einen rechtspopulitistischen FPÖ-Präsidenten. Als dieser neulich einen Koran erstanden haben soll, fragte der Buchhändler erst mal nach, ob er das Buch eingepackt wünscht oder ob es gleich zur Verbrennung sei… Während Frauke Petry feuchte Anschluss-Fantasien hat, den Obersalzberg entstauben möchte und blonde Schäferhunde castet, versucht man in der Alpenrepublik das Ruder noch mal rumzureißen, indem man den Bahnchef zum Bundeskanzler macht.

Immerhin haben Bahn und Politik wichtige Gemeinsamkeiten: Das Essen in der Kantine hat die innovative Kraft einer besoffenen Amöbe, nicht alle Türen lassen sich öffnen und beide kommen gern mal zu spät. Allerdings kann die Bahn der Politik mit ihren richtungsweisenden Ansagen helfen, etwa bei festgefahrenen Debatten: „So, alle Türblockierer jetzt mal Handy raus und ‚Lichtschranke‘ googeln!“ Oder auch: „Eine Matheaufgabe: 20 Schüler wollen durch EINE Tür! Wie lange dauert es, wenn 20 Schüler durch fünf Türen gehen?“ Die Bahn hilft zudem bei der Orientierung: „Sie können draußen rauchen. Draußen ist, wenn beide Füße den Zug verlassen haben. Die Toiletten zählen nicht als draußen!“ Und sie spendet Trost: „Leider sind wir langsam unterwegs. Aber: links sehen Sie die A40, da stehen die Autos! Also freuen Sie sich, dass wir fahren!“

Das Beispiel könnte auch in Deutschland Schule machen. Vom Berliner Hauptbahnhof ist es nur ein Katzensprung ins Kanzleramt – wird Sigmar Gabriel in einer großen Geste Hartmut Mehdorn zur letzten Hoffnung der SPD küren? Schließlich kennt der sich mit einem Unternehmen aus, das für echten Mehrwert steht: „Sehr geehrte Reisende, heute bekommen Sie für Ihr Geld 20 Minuten mehr Fahrzeit geboten.“ Außerdem managte Mehdorn den neuen Berliner Flughafen so, dass erst mal jahrelang nix fliegt… das ist echte „Politik mit Bodenhaftung“!

 

Warum wir demnächst druckreif sind!

Druckreif war bislang ein Synonym für besondere Redefertigkeit. Durch den 3D-Drucker wird sich das wandeln. Stand der 3D-Drucker bislang bloß für kleine merkwürdige Plastikteilchen, deren Verwendungsmöglichkeiten in etwa so vielfältig waren wie die einer leergeschriebenen Kugelschreibermine, setzt er jetzt zu einem technologischen Panthersprung an. In China steht bereits die erste Villa aus dem 3D-Drucker. Karl Lagerfeld ließ jüngst eine Weste 3D-drucken und gefährdet so die Existenzgrundlage zehntausender Textil-Näherinnen in Bangladesh. Welche dann arbeitslos werden und wieder auf die landwirtschaftlichen Felder zurückkehren müssen – statt „Lagerfeld-Innovation“ heißt es dann „sie wurden ge-Feld-lagert“.

Richtig revolutionär wird aber erst das „Bio-Printing“. Schon heute gibt es gedruckte Blutadern, die implantiert werden können. In einigen Jahren wird man auch Organe drucken. Künstliche Herzen etwa, hergestellt aus eigenen Stammzellen. Besonders Alkoholiker werden sich dann freuen, ihre Trinkerleber gegen eine Drucker-Leber eintauschen zu können.

In Japan wird man sich bald die ersten Sex-Puppen aus dem 3D-Drucker holen. Diese Erfahrungen werden irgendwann mit dem Bio-Printing kombiniert, so dass die Produktion von Drucker-Huren möglich wird, die aussehen wie Scarlett Johansson und aus Gründen der Kundenbindung einen russischen Dialekt haben – aber auch die Relativitätstheorie erklären können. „Vögeln wie gedruckt“ – heißt die Bordellwerbung dazu.

Leider gibt es wie bei jeder neuen Technologie auch Rückschläge. Versuche etwa, künstliche Intelligenz mit Bio-Printing und einem Toupet zu kombinieren, scheiterten grandios. Besonders an der Intelligenz. Der Prototyp flüchtete aus dem Labor und versucht zurzeit, Präsident der vereinigten Staaten zu werden… Leider ist er nicht druckreif.

 

Warum wir jetzt neue Banken brauchen!

Banken brauchen zurzeit Geld. Daher erfinden Sie jetzt eine Menge kreativer Projekte, die für den Kunden nicht so wahnsinnig lukrativ sind. Etwa der Trick mit dem „Top-Zins“-Konto für nur – und jetzt halten Sie sich bitte fest – Null Prozent Zinsen! Top-Zins! Dazu gibt es auch noch freche Werbesprüche, die in etwa so motivierend sind wie ein Animationstraining mit Sigmar Gabriel: „Monat für Monat sparen und ein kleines Vermögen aufbauen!“ (Sparkasse Osnabrück) Bei 0,01 Prozent Zinsen in den ersten vier Jahren und 0,7 Prozent danach handelt es sich allerdings um ein sehr, sehr kleines Vermögen. In den ersten vier Jahren erzielt man bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro insgesamt grade mal einen Euro Zinsen. Ein Euro! Immerhin! Dafür müssen andere Leute fast zehn Minuten lang am Bahnhof betteln! Und wenn man die 100 Euro monatlich fleißig weiterspart, ist man bereits in 270 Jahren Millionär!

Dann haben Banken auch noch die Automaten für sich entdeckt. Abheben bei „artfremden“ Banken kann Wiederholungstäter in kürzester Zeit ruinieren. „Fremdabheben“ (5,50 bei der Sparkasse München) kann so teurer werden als „Fremdgehen“. Jedenfalls in Kombination mit Kontogebühren. Die Augsburger Aktienbank verlangt für das „Girokonto Komfort“ schlappe 9,90 Euro im Monat. Daher auch der Name Komfort – mit dem Konstrukt kann die Bank endlich ruhiger schlafen! Billiger ist die Deutsche Bank. Das „AktivKonto“ kostet „nur“ 4,99 Euro im Monat – „Leistung aus Leidenschaft“ muss eben auch der Kunde mal bringen! Die HypoVereinsbank verlangt beim Konto „Klassik“ 90 Cent pro Überweisung – es war eben schon immer etwas teurer ein Klassik-Fan zu sein. Oder Kunde einer Bank, die das Präfix „Hypo“( = unter) im Namen führt.

Da scheint es sinnvoller, auf die günstigeren Banken auszuweichen. Etwa die „Hypo-Matratzen-Sparkasse“ oder die „Im-Schrank-Bank“ – die haben keine Abhebe-Gebühren, keine Kontoführungsgebühren und einen Top-Zins von Null Prozent! Günstiger geht nicht.

 

Warum wir jetzt aufmerksamer Kaffee trinken müssen!

Fünf Millionen! Auf diese Summe wurde Starbucks verklagt. Nun kann man Starbucks sicher für viele Dinge verklagen. Für überteuerte Preise etwa. Oder die Arbeitsbedingungen. Oder die Steuertricksereien. Die Klage kam aber aus den USA. Da achtet man auf andere Dinge: Eine Kundin verklagte Starbucks, weil der Eis-Kaffee nicht genug Kaffee und zu viel Eis enthielte!

Kaffee-Hersteller leben gefährlich – vor einiger Zeit wurde McDonalds (natürlich auch in den USA) verklagt, weil eine Kundin sich am Kaffee verbrühte und er also zu heiß war. Wie schwer es sein kann, die richtige Temperatur zu treffen, kennt vermutlich jeder von der Badewanne – während der Hand beim Einlassen die Temperatur durchaus recht ist, weiß der Fuß beim Einsteigen sofort, dass er hier lebend gekocht wird!

Nun soll ja gerade der Eiskaffee, oder wie es bei Starbucks vermutlich heißt „Cappuccino-Frappuccino Java Chip Iced Mocha extra-light Blended Beverage“, (zum Vorzugspreis von 7,95) neben Kaffee auch eine gewisse Menge Eis enthalten. Erschwerend für gerichtliche Ermittlungen kommt vermutlich hinzu, dass Kaffee ein Getränk auf Wasserbasis ist, welches sich innerhalb von Sekunden nach Herstellung mit dem schmelzenden Eis vermengt, was die Bestimmung des Verhältnisses ungleich erschwert…

In vielen Jahrhunderten, lange nach dem Aussterben der Menschheit, werden vielleicht gescheitere Lebewesen als wir auf diesem Planeten landen. Was werden sie über uns denken, wenn sie die Gerichtsunterlagen von damals finden? Homo Sapiens war eine halbschlaue Humanoiden-Gattung, die sich gegenseitig gern wegen Kaffee-Temperatur oder des Kaffee-Eis-Verhältnisses verklagte. Die Gattung starb allerdings aus, weil ihnen die Temperatur des Klimas schnurzegal war und sie folgerichtig ertrank, als das Eis der Polkappen schmolz. Bei Starbucks hätte man gesagt: Der „Frappuccino Erde“ hat sich zu sehr mit dem „Honey Blossom Macchiato“ des Ozeans vermischt!

 

Warum wir jetzt spenden müssen!

An dieser Stelle möchte ich einen Spenden-Aufruf für Menschen machen, deren Leid gern geleugnet wird. Junge Menschen, denen die Jugend gestohlen wurde. Die harte körperliche Kinder-Arbeit verrichten mussten. Die kaum Freunde hatten. Die nicht in die Disco durften. Und die kaum etwas dafür kriegen. Na? Wer ist das? Richtig: Profi-Fußballer, die Darmstadt 98-Stürmer Sandro Wagner zufolge „eher zu wenig verdienen“. Weil sie nämlich „unter einem enormen öffentlichen Druck stehen“. Man könnte argumentieren, dass auch Krankenschwestern oder Polizisten oder Altenpfleger unter enormem Druck stehen und dass bei Druck die Öffentlichkeit wurscht ist. Aber so etwas sagen nur Angehörige der „Neid-Kultur“. Vermutlich Linke.

Kann denn irgendjemand das Leid eines Mats Hummels ermessen, der jetzt für ein lumpiges 12- Millionen-Jahresgehalt zum FC Bayern München wechselt in der vagen Hoffnung, dort für diesen Hungerlohn wenigstens einen Meistertitel zu erringen oder ein paar Mal zur Champions League ins Ausland zu dürfen? Und dem genau diese Wette auf die Füße fällt, wenn der FC das Pokalfinale gegen den BVB verlieren sollte.

Denn das Fußball-Leben ist eine Wette, ganz wie in der britischen Premier League, wo Leicester City kurz vor dem Meistertitel steht – eine Wahrscheinlichkeit, die zu Beginn der Saison noch mit 1:5000 bewertet wurde. Hätte Sandro Wagner so wie Tom Hanks (dessen Einsatz 100 Pfund beträgt) einen geringen Teil seines Vermögens (also eine Million) auf die Meisterschaft von Leicester City gesetzt, hätte er demnächst fünf Milliarden auf der hohen Kante, um dem öffentlichen Druck besser standhalten zu können.

Sollten Sie von einem gutaussehenden, sportlichen jungen Mann mit einer sehr hübschen Freundin an der Straßenecke angehauen werden: „Haste mal’n Ferrari?“, geben Sie ihm bitte, was sie dabei haben: Bargeld, Kreditkarten und ihre alte Mutter. Sandro wird es brauchen!

 

 

 

 

Warum Bier alle Wunden heilt!

Ein paar Zahlen gefällig? 20.000! 180.000! 420.000! 800.000! Und zum Schluss: 3,3 Millionen! Und hier die Auflösung: Etwa 20.000 Terroropfer gab es weltweit im Jahr 2014. Und knapp 200.000 Kriegstote. Gut doppelt soviel Menschen wurden ermordet und durch Selbstmord endeten mehr Menschen als durch Terror, Krieg und Mord zusammen. In anderen Worten: 14 Tage in Kabul sind wesentlich gefahrloser als ein Abend allein daheim!

Aber ein einsamer Killer führt die Liste an: Alkohol, der etwa 3,3 Millionen Menschen tötete. In anderen Worten: Postierten wir Scharfschützen vor Getränkemärkten und Tankstellen, die den herauskommenden Kunden die Bierkästen durchsieben, retteten wir wesentlich mehr Menschenleben als bei der ekligen Fummelei am Flughafen!

Andererseits ist Alkohol, speziell Bier, schließlich auch Medizin. Gerade hier in Deutschland. Immerhin trinken wir mehr als alle anderen Europäer, weil wir heuer im fünfhundertsten Jahr des deutschen Reinheitsgebots wissen: Bier macht die Haare schön, wenn man sich die Flasche über dem Kopf ausleert. Das hilft übrigens zeitgleich der Leber! Bier verschönert auch die Haut, selbst wenn man es trinkt. Und man kann sich erwiesenermaßen sogar den Partner schön trinken, was dazu führt, dass ein mittelhässlicher Mann mit einer mittelhübschen Frau bereits ab 1,3 Promille das Gefühl hat, einen Filmstar flach zu legen. Bei größeren Attraktivitäts-Differenzen braucht es allerdings etwas mehr Alkohol. Neulich fragte ich ein Supermodel, ab wie viel Promille sie mit mir schlafen würde. „Sechs Promille“, war die Antwort. Als ich ihr zu verstehen gab, dass man bereits ab vier Promille stürbe, meinte sie: „Sagt dir der Begriff etwas: Nur über meine Leiche!?“

Und zu guter Letzt schützt Bier durch das im Hopfen enthaltene Kaempherol auch vor Krebs. Ein Onkel von mir kommt aus einer Familie mit viel Krebs, den er unbedingt durch Bierkonsum vermeiden wollte – das hat geklappt, er endete in einem Autowrack im Vollsuff an einem Baum und seine letzten Worte waren: „le-olee-oleee“!

Noch besser für Haut und Haare als Bier ist nur noch Urea. Also Urin. Pisse. Äußerlich angewendet. Sollten Sie also jemand nach dem Oktoberfest im Voll Suff in seiner eigenen Pisse liegen sehen, handelt es sich nicht immer um einen verantwortungslosen Alkoholiker. Wahrscheinlicher macht der Mann eine Intensiv-Kur für Haut und Haare mit innerlichen und äußerlichen Anwendungen, schützt sich zeitgleich vor Krebs, Osteoporose sowie Entzündungen und hat sich die Welt so schön gesoffen, dass ihm der Asphalt grade unglaublich erotisch vorkommt!

 

Warum VW keine Energie zurück bringt!

„Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück“ hieß ein bekannter Werbeslogan meiner Kindheit. Leider musste Mars neulich sogar unverbrauchte Energie zurück bringen und eine gigantische „Mars“, „Milky-Way“ sowie „Snicker-Riegel“ Rückruf-Aktion durchführen. Was die Firma erfolgreich tat. Im Gegensatz etwa zu VW, wo auch die gestrige Aufsichtsrats-Sitzung keine endgültige Klarheit brachte.

Denn der VW-Skandal ist noch viel skandalöser als bisher bekannt. Laut einer mir bekannten Quelle hat die Firma Bosch nämlich nicht nur in Autos Schummel-Software-Module eingebaut, sondern auch in VW-Manager-Hirnen! Das Resultat sind manipulierte Bonus-Werte – das sogenannte „Bonus-Plus“-Programm zeigt unter Prüf-Bedingungen kurzzeitig Reue um dann aber bei freier Fahrt wieder ungehemmt Boni auszuschütten. Volkswagen-intern ist dieser Prozess als „das Gehalt hoch-Pötschen“ bekannt.

Chips im Hirn? „Werden die Manager dann nicht zu Androiden?“ fragte ich meinen Informanten. „Nein“, er schüttelt traurig den Kopf, „Androiden sind menschlicher.“ Eine Rückruf-Aktion für die befallenen Gehirne sei zwar in Vorbereitung, aufgrund einer Kultur der Angst im Konzern VW jedoch praktisch nicht durchführbar. Die Schummel-Software produziere bei den Managern (wie in der gestrigen Aufsichtsrats-Sitzung zu beobachten) außerdem einen starken Ausstoß überflüssiger Worte, also erhöhte „Verbal-Abgas-Werte“.

Besonders alarmierend: Die Schummel-Software ist anscheinend nicht nur von VW verwendet worden, sondern DAX-übergreifend. Und ein schadensregulierendes Software-Update sei nicht in Sicht. Mars wird die betroffenen Schoko-Riegel übrigens fermentieren und in einer Biogas-Anlage wieder in Energie verwandeln. Ein derartiges Verfahren ist leider für die betroffenen Manager nicht möglich – dank der Software stinken sie schließlich jetzt schon zum Himmel – ohne dass eine messbare Energie-Erhöhung zu beobachten wäre.

Warum ich jetzt die Welt regiere!

Wir sind wieder wer! Wir Komiker! Seit der Causa Böhmermann ist klar: Man hört auf uns! Wir können sogar türkische Staatschefs zu Handlungen zwingen, die dem Begriff „Paranoia“ eine neue Dimension abringen. Immerhin hat der türkische Präsident etwa 2000 Klagen laufen, weil er sich anscheinend bereits beleidigt fühlt, wenn der Schafsbraten nicht durchgebraten ist „Hammel hält Erdogan für roh“ – oder so. Versucht der türkische Wähler, sich die sicherlich kostspielige Therapie Erdogans narzisstischer Störung zu sparen, indem er ihn kurzerhand in den Präsidentenpalast und nicht in eine geschlossene Einrichtung einweist?

Ja, wir Narren werden jetzt ernst genommen. Sieg auf der ganzen Linie. Wir können auch deutsche Kanzlerinnen dazu bringen, sich mit überholten Gesetzen auseinander zu setzen, obwohl es vielleicht dringendere Probleme in diesem Land gibt. Jetzt hat die Merkel den Böhmermann ausgeliefert und ich sage, gut so. Nee, wenn man schon so ein fesch antiquiertes Gesetz wie den § 103 hat, der bis 2018 abgeschafft werden soll, dann sollte man ihn vorher noch mal so richtig ausreizen.

Nun blasen wir zum Kanzlerinnensturm. „Schlimm: Merkel verrät Pressefreiheit“ lautet der Tenor, aber mal ehrlich: Schlimm ist was anderes. Im Mittelmeer auf der Flucht zu ertrinken, das ist schlimm. Ein Komiker, der für eine „Schmähkritik“ bundesweite Sympathie erhält und dem ZDF satte Quoten beschert, ist nicht so schlimm. Das ist ein voller Erfolg. Eine vergleichbare Werbekampagne hätte Milliarden gekostet! Und wenn es dem Jan Böhmermann zu viel wird, biete ich hiermit an, für ihn in den Knast zu gehen – auch ich könnte etwas Werbung gebrauchen!

Aber die Welt – die betrachte ich jetzt durch andere Augen. Könnte ich TTIP mit einem Schmähgedicht auf Donald Trump zu Fall bringen? Irgendwas mit „kleiner Schwanz im Cabriolet“ und „geistiger Totentanz unterm Toupet“? Zittere, Amerika, zittere – ich hol jetzt mal das Reimlexikon raus!

Wie Sie erfolgreich mit Drogen dealen!

Der Stoff ist weiß. Er ist fast immer rein. Eine Wunderdroge. Sie vermittelt Wohlgefühl, Stimmungshoch, verdrängt Unsicherheit, steigert Konzentration, Kreativität und Leistung. Das weiße Gold! Gut, es gibt Nebenwirkungen: der Stoff macht süchtig, nach kurzem Hoch folgen Müdigkeit, Depressionen, Durchfall, Verstopfung, Haarausfall, Schlafstörungen, Herzprobleme, Tod…

Aus Profitsucht mischen Sie ihre Droge in alle möglichen Lebensmittel, um möglichst viele Menschen süchtig zu machen. Allerdings wollen Sie nicht, dass ihre Kunden sterben – das ist ja schließlich auch nicht grade umsatzförderlich und sorgt überdies für schlechte Presse. Deshalb vertreiben Sie zusätzlich ein Mittel, das den Tod ihrer Klienten verhindert. Da verdienen Sie natürlich auch noch dran, klar.

Dieser Dealer könnten Sie sein! Der Name des Stoffs: „Zucker“. Eine legale Droge. Wären Sie Pharmaproduzent und hätten Sie die begabtesten Lobbyisten sowie einen korrupten Gesundheitsminister – selbst dann könnten Sie kein Medikament mit den Nebenwirkungen von Zucker zur Zulassung bringen! Aber bei Zucker geht immer was. Schon Minderjährige werden in zartem Kindesalter mit dem Zeug angefixt. Die Dealer heißen abwechselnd Weihnachtsmann, Osterhase oder Mutti. Oder Sie, wenn Sie Coca-Cola Aktien erwerben.

422 Millionen Menschen leiden weltweit an Diabetes. Etwa drei Millionen Menschen sterben jährlich an den direkten und indirekten Folgen von Zucker. Mehr als durch alle Kriege, Morde, Selbstmorde und Verkehrsunfälle zusammen. Wollten Sie das Risiko vorzeitiger Todesfälle effektiv minimieren, wäre es sinnvoll, alle Sicherheitskräfte von Flughäfen abzuziehen und vor Tankstellenläden, Bäckereien und Aldi-Supermärkten einzusetzen, wo sie das Handgepäck nach zuckerhaltigen Lebensmitteln filzen.

Zusätzlich werden Sie mit dem Vertrieb von Insulinmitteln reich. Kaufen Sie Aktien von Novo-Nordisk (jährliche Rendite etwa 20 Prozent), dem weltweit führenden Hersteller von Insulin-Medikamenten. Anschließend besorgen Sie sich eine Tafel Schokolade und genießen es, sich in jeder Hinsicht zu bereichern!

 

 

Warum wir Böhmermann an die Türkei ausliefern müssen!

Ich koche vor Wut! Diese Sau! Dieser Jan Böhmermann! Wie hat er es nur geschafft, den türkischen Präsidenten dazu zu kriegen, umsonst Werbung für ihn zu machen? Als Kollege im Dienst der finanziell-wirtschaftlichen Aufklärung kann ich nur sagen: Genial! Wer hat das in den letzten Jahren schon so perfekt hingekriegt, dass sowohl die deutsche als auch die türkische Regierung für einen deutschen Komiker die PR-Maschinerie anwerfen und über der Frage der Strafverfolgung fast schon einen Krieg riskieren, den sogenannten Satire-Krieg?

Natürlich wirft das ein trauriges Licht auf den Zustand der Welt. Wer den Narren ernst nimmt, ist selbst einer! So gesehen hat Erdogan eine brillante Karriere auf deutschen Comedy-Bühnen vor sich. Vielleicht sogar im frotzelnden Duo mit Böhmermann, der in der Türkei dann nur noch zärtlich „Küçük yarakli Alman adam“ – der Deutsche mit dem kleinen Schwanz – genannt wird. Andererseits kann man sich angesichts der massiven türkischen Reaktion auf Extra3 und ZDF des Eindrucks nicht erwehren, dass man in Ankara nichts Besseres zu tun hat als den ganzen Tag deutsches Fernsehen zu gucken!

Dummerweise ist Erdogan vermutlich nicht nur erfolgreicher Psychopath in Präsidentenverkleidung sondern auch ein wichtiger Spieler in der Flüchtlingsfrage, so dass Böhmermanns „Schmähkritik“ und der daraus resultierende Zorn des obersten Türken einigen armen Menschen aus Syrien oder anderen Kriegsgebieten teuer zu stehen kommen kann. Aus Menschlichkeit aber auch aus purem Egoismus (immerhin ist Böhmermann Mitbewerber im Satire-Markt) bin ich für eine Auslieferung und Einkerkerung Böhmermanns in Istanbul. Die anschließende Comedy-Tour durch die ausverkauften Stadien Kurdistans wird ihn mehr als entschädigen.

Aber etwas wehmütig wird man schon. Was waren das noch für Zeiten, als das Staatsoberhaupt, also der Souverän, noch wirklich souverän war?

Warum Panama uns Chancen bietet!

Eine Panama-Panne jagt die nächste. Jetzt hat also auch der britische Premier, David Cameron zugegeben, an der Briefkastenfirma seines Vaters beteiligt gewesen zu sein. Allerdings dementiert Downing Street, er habe mit dieser dubiosen Aktion den nötigen „Stallgeruch“ für eine FIFA-Präsidentschaftskandidatur beweisen oder seine menschliche Nähe zu Lionel Messi demonstrieren wollen. Letzterer konnte seine Millionen irgendwann auch nicht mehr in der Wohnung stapeln und lagerte sie daher in einen Briefkasten aus. „Was? Sogar Lionel Messi?“ soll selbst Uli Hoeneß entsetzt geschrien haben, um sich dann intensiv zu fragen, warum er es nur bis nach Zürich geschafft hatte.

Gottseidank gibt es noch ein paar Promis, die wir niemals in Panama finden werden. Tebarz van Elst etwa, ehemaliger Bischof von Limburg. Nein, das wäre sogar in Panama aufgefallen – ein Briefkasten mit goldener Badewanne… Oder Lothar Matthäus, der seinem Geld niemand anvertrauen würde, der nicht mindestens die Oberweite Doppel D hat. Ganz zu schweigen von Teyyip Erdogan, der grad kein Geld über hat, weil er es lieber gleich in überdimensionierte Paläste und Bomben auf Kurden investiert.

Allerdings könnte gerade diesem neuen großen europäischen Freund und Partner im Kampf gegen Pressefreiheit demnächst eine entscheidende Rolle zukommen. Denn während die Balkan-Route weitgehend dicht ist, ist die Panama-Route immer noch weit offen. Wann schickt eigentlich die EU die ersten Fregatten rüber, um flüchtige Euros aus dem Meer zu fischen? Bei der Umverteilung dieser Flüchtlinge dürfte auch Osteuropa wieder Hurra schreien. Ein wichtiger Schritt Richtung europäischer Einheit! Sollte die AfD mit der Flüchtlingswelle der verhassten Euros überfordert sein, gibt es ein neues Abkommen mit der Türkei: Für jeden deutschen Steuerflüchtling, der in einem türkischen Lager festgehalten wird, darf ein syrischer Steuerflüchtling nach Deutschland. Das ist Integration „Panama-Style“!

 

Warum die Anarchisten in Panama sitzen!

„Oh, wie schön ist Panama!“ Die Menschen dort zählen laut Gallup-Umfrage zu den Glücklichsten der Welt. Sie haben nämlich einen Kanal. Und nicht 40 wie das deutsche Fernsehprogramm. Außerdem hat Panama ein tolles Asylrecht. Es bietet verfolgtem Kapital Schutz vor seinen brutalen Peinigern, den weltweiten Steuerbehörden.

Jetzt enthüllen die Panama Papers die grundlegende Ehrlichkeit von Menschen, die man bisher für komplett prinzipienlos hielt. Petro Poroschenko etwa, Präsident der Ukraine. Oder Davio Gunnlauggson, neuerdings ehemaliger Premierminister Islands. Sie regieren zwar ganze Staaten, stehen den eigenen Steuergesetzen aber sehr kritisch gegenüber. Es ist, sagten sie: „Diese Gesetze, die wir hier verbrocken, sind Schrott. Daran kann man sich unmöglich halten. Wir müssen unser Geld unbedingt vor unserem eigenen Wahnsinn schützen. Auf nach Panama!“

Auch die Feinde Poroschenkos, russische Oligarchen aus dem Freundeskreis von Wladimir Putin scheinen der Politik ihres Kumpels nicht wirklich zu trauen. Wahrscheinlich sind die wahren Dissidenten die engsten Freunde des Autokraten. Vielleicht denken sie: „Wirklich netter Typ, dieser Wladimir. Aber mein Geld möchte ich dem nicht anvertrauen. Das, was der hier anstellt, werde ich finanziell so was von überhaupt nicht unterstützen. Das betrachte ich sehr, sehr kritisch.“ Der schwärzeste der schwarzen Blöcke der Anarchisten marschiert nicht in irgendwelchen Demos mit. Er sonnt sich auf den Jachten des Mittelmeeres!

Sogar der Vater des britischen Premierministers schien der Politik seines Sohnes sehr kritisch gegenüber zu stehen, vielleicht mit der Attitude: „Den kenn ich. Vor dem, was der verzapft, muss ich das Familienvermögen unbedingt schützen.“ Immerhin zitiert Cameron seinen Vater gern mit den Worten: „Nichts im Leben ist fair. Aber man muss eben anpacken und die Probleme angehen.“ Zur Not durch eine kleine Reise. Oh – wie schön ist Panama…

 

Warum Coca Cola die Klima-Erwärmung vorantreibt!

Ein Drittel des Essens, das ein Mensch zu sich nimmt, braucht er zum Leben. Vom Rest lebt sein Arzt – weiß ein Sprichwort. Ärzte leben jetzt sogar noch besser, denn die Dicken nehmen laut einer neuen Studie dramatisch zu. Schon jetzt sind weltweit mehr Menschen über- als untergewichtig. Man könnte das auch die Coca-Cola-Rendite nennen, denn das meiste Übergewicht entsteht nicht durch Leute, die permanent Reis essen, sondern durch jene, die zu viel versteckten Zucker zu sich nehmen. Zugegeben, so wahnsinnig doll versteckt der Zucker sich nicht. Man kann ihn schon auch schmecken. Krach süß schmecken die zuckerhaltigen Limonaden – und schon mit einem Liter Cola täglich wird man bereits nach Jahresfrist am Ostseestrand für einen gestrandeten Wal gehalten und von Greenpeace-Aktivisten im Meer ertränkt.

Das Ganze hat drastige Folgen. Hüpfen etwa alle Übergewichtigen der Welt gleichzeitig auf und ab, könnte die Erdachse sich bewegen und klimatische Veränderungen auslösen. Gehen alle Polynesier (dort leben die meisten Übergewichtigen) gleichzeitig im Meer schwimmen, drohen Überschwemmungen. Kennt man ja von der Badewanne, die schwappt dann über – auf diese Art und Weise könnte Polynesien mit der Auslöschung Hollands drohen… – vielleicht eine Sache, die der DFB für die kommende EM als Druckmittel gegen Orange im Hinterkopf behalten sollte, falls das Geld nicht für einen wohlwollenden Schiedsrichter reicht…

Großbritannien diskutiert jetzt eine Zuckersteuer. Lächerlich, höhnt die Zuckerlobby da nur, das vernichtet höchstens Arbeitsplätze und machte arme Leute noch ärmer. Zumal ein erheblicher Teil der Menschheit immer noch hungert und so nicht teilhat am kollektiven Zuckerrausch. Die dünnsten männlichen Europäer sind übrigens die Niederländer – was schade ist, weil sie so noch nicht mal gegen die Polynesier zurückschwappen können…

 

Warum ich Markus Söder liebe!

Roger Cicero ist tot! Das erfüllt mich mit großem Schmerz, denn er war ein wundervoller Musiker und Mensch! Roger Willemsen ist ebenfalls tot. Das erfüllt mich mit genauso großem Schmerz, denn auch er war ein wundervoller Mensch. Recep Erdogan hingegen lebt! Das erfüllt mich leider auch mit großem Schmerz… weil selbst er ein wundervoller Mensch war – vor langer, langer Zeit. So als Zweijähriger. Dann setzte die Trotzphase ein und seitdem kommt der türkische Präsident da nicht mehr raus.

Grad bestellte er den deutschen Botschafter ein, weil ihm ein Satire-Beitrag des Magazins Extra3 nicht passte. So etwas „setzt den Präsidenten herab – das ist nicht zu akzeptieren“, heißt es aus der türkischen Hauptstadt. Nun ist schon länger klar, dass Erdogan Demokratie durch eine „Erdokratie“ ersetzen möchte. Jedenfalls in der Türkei. Neu ist, dass er ganz Europa regieren möchte und das mithilfe von dubiosen Flüchtlingsabkommen neuerdings auch tut. Aber mal ganz ehrlich: bevor ich die Freiheit opfere, um in Deutschland ohne Ausländer mit einem Haufen Bekloppter zu leben, nehme ich lieber noch einen Extra-Schlag Flüchtlinge auf!

Das Ganze sollte auch allen Muslimen Sorgen machen, denn wo hört der „Erdo-Wahn“ auf? Muss Allah eines Tages mit einer Anklage rechnen, weil sein Prophet es versäumte, im Koran auf den kommenden Stern (Recip Tayyib Erdogan) aus Ankara hinzuweisen? So etwas „setzt den Präsidenten herab – das ist nicht zu akzeptieren“, könnte die Begründung lauten. „ Wie kann sich jemand Prophet schimpfen und einen Erdogan nicht voraussehen?“ schallt es wütend aus dem überdimensionierten Präsidentenpalast.

An der Stelle schaue ich ins befreundete Ausland und bin erfüllt mit milder Dankbarkeit – im Vergleich mit Erdogan wirkt sogar Markus Söder wie ein intelligenter Linker und eine sanfte Friedenstaube!

 

Woher die Ostereier kommen!

Woher kommen eigentlich meine Ostereier? fragen Sie sich dieser Tage vielleicht. Sind es vielleicht Eier aus China, die umweltverschmutzend um die halbe Erde reisten, um mir günstiger angeboten zu werden als die Eier vom Bauern nebenan? Vielleicht, aber dagegen kann man sich schützen. Denn das Schöne am Kapitalismus ist seine buddhistische Ausrichtung. Er lehrt uns Achtsamkeit. Vor allem die Lebensmittelindustrie mit ihrem Kennzeichnungs-Kreuzzug kämpft unermüdlich gegen das Einschlafen des Geistes. So gibt es das Label „Regional“. „Regional“ klingt erst mal toll. So, als kaufe man tatsächlich ein Osterei vom Bauern nebenan. Das darf ruhig etwas mehr kosten, fällt ja unter fast unter „Wohltätigkeit“. Leider ist „regional“ keine geschützte Marke, und an dieser Stelle setzen einige Unternehmen mit ihrem Achtsamkeitstraining an.

Wer etwa in Sachsen Frischmilch der Marke „Sachsenmilch“ kauft, glaubt vielleicht, er erwerbe ein sächsisches Produkt. Er hat aber schlicht nicht gut genug aufgepasst. Der Zusatz „Gutes FÜR die Region“ hätte ihn stutzig machen können – die Milch kommt nämlich aus Bayern. Wobei der gemeine Sachse natürlich froh sein kann, dass ein Westproduzent extra was FÜR ihn produziert.

Gottseidank gibt es auch Produzenten, die keinen nationalistisch lokalen Horizont haben, sondern die „Region“ etwas weiter gefasst denken. Die Marke „Unser Norden“ etwa vertrieb bis kurzem auch Kaffee und Reis. Da war mit „Unser Norden“ wahrscheinlich die gesamte nördliche Halbkugel gemeint!

Diese kleinen Ungenauigkeiten verschwinden, wenn die NASA von der Metro aufgekauft wird und unter „regional“ Produkte des Planeten Erde vermarktet, im Gegensatz etwa zu Gesteinsproben vom Mars. Spätestens dann wissen wir wahrlich buddhistisch: Alles ist eins! Auch ein Ei aus China ist regional. Jedenfalls bei uns von der Region Terra!

 

Warum der arabische Terror uns schon seit Jahrhunderten dominiert!

Die Leiden von Windows-Nutzern sind hinreichend bekannt. Bei allen Schmerzen hat ein PC jedoch den unschlagbaren Vorteil, dass man mit ihm billiger einkauft. Kunden, die etwa mit einem Mac-Computer beim Reiseveranstalter Orbitz surften, wurden teurere Reisen angezeigt als PC-Besitzern. Die Programme einiger Online-Händler erkennen nämlich die jeweiligen Endgeräte und machen Apple-Usern dann teurere Angebote, weil sie denken: Wer doof genug ist, soviel Geld für ein Smartphone auszugeben, zahlt auch anderswo mehr. Die Algorithmen vieler Online-Shops beziehen sogar weitere personenbezogene Daten in die Preisbildung mit ein: Wer aus einem reichen Vorort nach 18 Uhr (verdient Geld, hat tagsüber keine Zeit) mit einem IPad bestellt, von dem aus er schon mal bei Luxusherstellern surfte, kann mit astronomischen Preisen rechnen. Schnäppchenjäger bestellen mit einem Gebraucht-PC vormittags im Ghetto! Clevere Geschäftsidee: arbeitslose Jugendliche aus Neukölln erledigen Bestellungen für reiche Zehlendorfer und teilen sich die Ersparnis!

Schuld an dieser ultimativen Preisdiskriminierung sind Algorithmen. Genau hier schlägt ein Terror zu, der wieder mal aus der arabischen Welt kommt. Der Begriff „Algorithmus“ geht nämlich zurück auf Abu Dscha’far Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi, kurz Al-Chwarizmi, also aus Choresmien, was dann zu Algorismi und später zu Algorithmus wurde. Herr Algorithmus verfasste im Jahr 825 n. Chr. ein Werk „über die indischen Zahlen“, die sich später in einem weiteren Akt islamischer Propaganda „arabische Zahlen“ nannten. Damit war der Grundstein für den Preis-Terror gelegt, der uns jetzt ereilt. Nur einer kann dem entgehen. Ein Mann, der immer die günstigsten Preise kriegt. Er trägt eine Kassenbrille und bestellt per Windows, um alle zu verwirren. Er ist Chef der digitalen Al-Kaida. Und der reichste Mann der Welt: Bill Gates!

 

Warum wir mehr Zäune brauchen!

Die AfD gewann letzten Sonntag viele Wählerstimmen mit dem Argument: Wenn wir die Grenzen nur gut genug befestigen und auf alles schießen, was sich in der Nähe des Todeszauns bewegt, dann leben wir sicher bis ans Ende unserer Tage und müssen nicht zum Islam konvertieren.

Aus kapitalistischer Sicht ist das eine echte Chance. Schließlich kostet so ein Zaun Geld. Und schafft Arbeitsplätze. Das belebt die Konjunktur. Warum müssen wir eigentlich an der Grenze Deutschlands mit der Zaunziehung aufhören? Horst Seehofer träumt doch schon lange von einem unabhängigen Bayern. Sicherlich würde ein gut befestigter Zaun zwischen Thüringen und Bayern auch eine gewisse Armutsmigration aus dem Norden blockieren. Mal ganz zu schweigen von Alimenteforderungen aus Berlin… So wird der Horst Deutschlands erster menschlicher Zaunkönig!

Andere Bundesländer folgen diesem Beispiel natürlich. Wenn Bayern so einen feschen Allround-Fence inklusive Zaunkönig hat, warum nicht auch Baden-Württemberg? Oder Hessen? In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ist ja sowieso ein gewisses Bedauern spürbar, dass man den wirklich sehr soliden Grenzzaun 1989 etwas voreilig verschrottete. Und wenn die Bundesländer alle so tolle Zäune haben, warum nicht auch die Landkreise? Zehlendorf-Steglitz könnte sich auf diese Weise ja auch gegen die Islamisierung aus Neukölln schützen…

Deutschland steigt so zum Weltmarktführer für gut befestigte Grenzen auf – und wenn dann erst Donald Trump seine 3000 km lange Mauer an der Grenze zu Mexiko baut, ist die Konjunktur in den deutschen Zaunkönigrepubliken auf Jahrzehnte gesichert! Irgendwann sind Zäune so in Mode, dass jedes deutsche Haus mit Garten per Mauer und Selbstschussanlagen so gut gesichert ist, dass die häufigste Todesursache von Kleinkindern der Tritt auf die Grenz-Mine des Nachbarn ist.

Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zu einem tragbaren Zaun, den jeder um den eigenen Leib zieht. Den Zaun jedoch gibt es bereits. Er nennt sich „Brett vorm Kopf“. Und ist bei den meisten AfD-Wähler gut zu besichtigen…

 

 

Wie Sie jetzt reich werden!

Altersarmut! Bankrotte Banken! Frustrierte Sparer! Immobilienmakler mit brandneuen Golduhren! Wer kann das wollen? Die EZB will das. Und Sie, werter Leser, sollten das wollen – denn an dieser Stelle verrate ich Ihnen, wie Sie mit überschaubarem Aufwand Multimillionär werden. Vorgestern verkündete Mario Draghi, den Leitzins auf Null zu senken und Strafzinsen für Banker einzuführen. Och, mag jetzt der eine oder andere denken, Strafzinsen für Banken, warum nicht? Hatten wir nach der letzten Finanzkrise nicht alle an irgendwelche Strafen für Banken gedacht, die vielleicht weniger mit Zinsen, dafür aber mehr öffentlichem Auspeitschen zu tun hatten

Vergessen Sie die Peitsche. Werden Sie lieber reich. Denn Herr Draghi bietet „guten Banken“, also solche, die sich umsonst bei der EZB Geld holen und das an Unternehmen weiter verleihen, Negativ-Zinsen (also eine Prämie) in Höhe von 0,4 Prozent. An dieser Stelle setzt mein neues Finanzprodukt an. Sie, ja Sie, lieber Leser, gründen zusammen mit ein paar Freunden mit Hang zu halbseidenen Geschäften (arabische Drogen-Clans, albanische Zuhälter, CSU-Abgeordnete) eine „gute Bank“. Um Zeit und Geld zu sparen, können Sie auch eine in Schieflage geratene Bank zu einem symbolischen Euro erwerben. (Kleiner Tipp: Die Deutsche Bank ist grade günstig.) Dann leihen Sie sich von der EZB 10 Milliarden Euro für lau. Dieses Geld verleihen Sie ihrerseits für vier Jahre an ein paar befreundete Unternehmen (CSU-Abgeordnete etc. – zur Not mithilfe kleiner finanzieller Lockprämien), welche das Geld wiederum sicher anlegen (Immobilien, Aktien, Goldkettchen für Immobilienmakler). Nach vier Jahren zahlen Ihnen die Freunde die Kredite zurück, Sie geben es wieder an die EZB, und diese zahlt ihnen die Prämie in Höhe von 0,4 Prozent, also schlappe 40 Millionen!

Von dem Geld finanzieren Sie dann Billig-Altersheime für altersarme Senioren. Davon wird es nämlich dank der EZB-Negativität bald genug geben.

 

Warum wir jetzt wieder an Märchen glauben!

Die Wirklichkeit ist häufig hart und unfreundlich. Hilfe gegen die zersetzende Kraft der Realität kommt jetzt aus dem Herzen des Kapitalismus – zurzeit besonders von der Firma Volkswagen. Diese agiert im Kampf gegen den Abgas-Skandal erstaunlich kreativ. So scheinen Vorstandschef Müller und Aufsichtsratschef Pötsch von den Manipulationsvorwürfen schon länger als bekannt gewusst zu haben. Das rechtfertigt VW sinngemäß etwa so: Die hätten erst mal nichts gesagt, um negative Überreaktionen der betroffenen Aktionäre zu vermeiden…

Das ist eine schöne Strategie, die sich auch in anderen Bereichen unseres Lebens durchsetzen sollte. Wenn etwa ein Mann nach der Geburt seines Kindes zu seiner Frau sagt: „Schatz, warum hast du mir nicht gesagt, dass du schwanger bist?“ „Ich wollte negative Überreaktionen der betroffenen Aktionäre vermeiden…“

Der Gesetzgeber in Form der EU-Kommission hat jetzt auf die VW-Abgasaffäre brutal reagiert, indem sie die Unterschiede zwischen Labor- und Straßenverkehrstests kurzerhand… äh, legalisierte. So wird es (ähnlich wie in der Vergangenheit) in Zukunft möglich sein, dass der Ausstoß eines Autos unter realen Bedingungen vom Laborwert um bis zu 50 Prozent abweicht. Der Verbraucher sollte sich vielleicht einfach daran gewöhnen, dass technische Angaben des Herstellers mehr den Märchen zuzuordnen sind als der Realität. Und diese Art der Wirklichkeitsverklärung ist ja auch tief im Wesen gerade der männlichen Bevölkerung verankert. Immerhin gibt es bei der Angabe von Penisgrößen auch gravierende Abweichungen! Vermutlich war also vor der obigen unangekündigten Geburt Folgendes passiert: „Dein Geschlechtsteil ist doch gar nicht 20 Zentimeter lang! Höchstens zehn. Warum hast du nix gesagt?“ „Ich wollte negative Überreaktionen der betroffenen Aktionäre vermeiden!“

Warum wir jetzt Schwein essen müssen!

Fernab unserer Großstädte ereignet sich grade eine Tragödie ungeahnten Ausmaßes. Denn das Schwein ist am Ende. Nein, die Rede ist jetzt leider nicht von Björn Höcke, die Rede ist vom deutschen Hausschwein. Es wird nämlich diskriminiert: Immer weniger Kantinen bieten Schweinefleisch an. Weil eine unheilige Allianz aus Vegetariern und Muslimen die Nachfrage einbrechen lässt, regt sich endlich Widerstand. Die schleswig-holsteinische CDU fordert, dass öffentliche Einrichtungen weiterhin Schweinefleisch anbieten.

Brillant: Schwein-Verzehr als ein letztes Bollwerk gegen die „Vergutmenschung“ und Islamisierung des Abendlandes. Die Initiative kommt zur rechten Zeit, denn hier ist eine Millionen-Industrie in Gefahr. Nicht nur Schweine-Bauern, auch die Pharma-Industrie fürchtet das Ende ihres bevorzugten pharmazeutischen Endlagers. Bei Antibiotika-Bedarf ist das Kotelett immerhin die günstige Alternative zum Apothekenbesuch. Und wenn der Anti-Depressiva-Spiegel zu niedrig wird, ersetzt ein Schweinebraten elegant den Gang zum Kokain-Dealer.

Abgesehen davon bedroht eine nachlassende Fleischindustrie auch unsere Klimaziele… Denn Schweinepupse enthalten Methan, welches die Klima-Erwärmung vorantreibt. Die weltweite Viehhaltung trägt mehr zum Treibhauseffekt bei als der gesamte Automobilverkehr. Ohne Schweinehaltung gilt die Eröffnung der Bikini-Saison bereits Anfang März als stark gefährdet. Dann singen aufgrund des Kälte-Einbruchs bald Eskimo-Panflöten-Gangs in unseren Fußgängerzonen: „Kein Schwein pupst mich an…!“

Also gilt: Schwein muss sein! Leitkultur ist eben immer auch Schweine-Kultur. Öffentliche Angestellte sollten sogar zum Schweinefleischverzehr verpflichtet werden. Spezielle Kotkontrollen müssen sicherstellen, dass genug Schwein in der Scheiße ist, jemand also aktiver Protestfresser gegen das Gutmenschentum und die Islamisierung ist.

Gefahr? Welche Gefahr? Ach so, gut, ja, Schweine-Verzehr erhöht das Krebs- und Herzinfarktrisiko. Dadurch lebt man nicht so lang. Na und? Das Schwein tut es schließlich auch nicht! Schweinefleisch ist eben auch ein spiritueller Pfad. Wo der Islamist sich noch mühselig zu den Jungfrauen bomben muss, reicht dem guten Abendländer ein Spanferkel! Wer Schinken isst, kommt schneller in den Himmel! Und dann erst kann man wirklich sagen: Schwein gehabt!