Author: Pia Ratajczak

Warum wir Horror-Storys lieben!

Viele Kinder lieben Gruselmärchen und glauben eine Zeitlang sogar daran. Märchen, in denen Kinder sich in dunklen Wäldern verirren und von bösen Hexen fast gegessen werden. Oder kleine Männchen, die das Kind der schönen Königin kaufen und schreckliche Dinge mit ihm tun wollen. Oder viel zu viele Fremde, die das Land überrennen… Letzteres ist ein zurzeit in vielen Ländern der Welt gern erzähltes Gruselmärchen – leider sind die Kinder, die es glauben, bereits volljährig und glauben es noch immer..

Unter dem Eindruck des „gestohlene Wahl“-Gruselmärchens stürmten einige dieser derart Hypnotisierten den Gesetzgebungs-Hügel inklusive des auf ihm thronenden Gebäudes, um dort etwas Rambazamba zu machen und mit gehörnten Helmen hinter Schreibtischen zu posieren. Das gab tolle Bilder und Friedrich Merz die Gelegenheit, auf N-tv entrüstet zu erwähnen, dass auch er schon häufiger „auf dem Kapitol“ gewesen sei, aber immer friedlich. Überhaupt ergeben sich aus der „Aktion des Mobs“ tolle Bilder und noch tollere Diskussionen, ob das nun schon das Ende oder erst der Anfang sei. Nicht zu vergessen die wahnsinnig guten Einschaltquoten für alle Nachrichtensendungen.

Das Ganze erinnert an Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen. Und das ist es leider auch. Ein Kampf gegen Windmühlen und alle anderen Formen nachhaltiger Energie. Das wirklich Teuflische daran: Die USA werden durch innenpolitisches Wundenlecken mit Klimapolitik so viel am Hut haben wie Deutschland mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken. Was die leider wahre Grusel-Story einer Klimakatastrophe wahrscheinlicher macht. Und eine Menge von Klima-Flüchtenden produziert, gegen die sich die momentanen Elends-Migrant*Innen ausnehmen wie ein laues Lüftchen gegen einen Hurrikan. Wenn das eintritt, gibt es keine dunklen Wälder mehr, und die Kinder, Hexen, kleinen Männchen sowie alle Fremden leben ganz ohne Gruselmärchen in einer Horror-Welt.

Was uns 2021 erwartet!

Das Jahr fängt gerade erst an, und schon hört man überall: Es kann nur besser werden. Der Autor dieser Zeilen unterstützt diese Sicht und setzt noch einen drauf: 2021 wird das beste Jahr „ever“. Der Anfang wird erst mal hart, klar. Am 16. Januar gelingt es Friedrich Merz, die „obere Mittelschicht“ hinter sich zu lassen und zur Spitze der CDU aufzusteigen. Er muss aber eine Doppelspitze mit Alice Schwarzer bilden, um den „Merkel-Faktor“ nicht völlig zu vernachlässigen. Auch weil die Alice so gute Beziehungen zur Bild-Zeitung hat…

Das jedoch ist schnell vergessen, denn am 19. Januar erwacht Donald Trump wunderbarerweise aus dem Koma der schweren Persönlichkeitsstörung, in dem er über 70 Jahre lang lebte.  Am 20. Januar erkennt er Joe Biden als Präsident mit den Worten an: „Er ist der bessere Mann! Ich bin ein Verlierer – und das ist gut so!“

Nach einem kurzen, aber wirklich „harten Lockdown“, den das ganze Land für eine zweiwöchige „Atempause“ daheim nutzt, sind die Inzidenz-Zahlen so niedrig wie die Werte der SPD in Sachsen-Anhalt. Das befürchtete Ende aller Partys bleibt aus, danach beginnt eine Party ohne Ende. 2021 leitet ein Jahrzehnt des Feierns ein, besonders nach der erfolgreichen Kampagne: „Nie mehr will ich schimpfen – ich lass mich lieber impfen“. Um die Impfquote zu erhöhen, musste die Regierung Anreize setzen. Und was ist der wirksamste Anreiz für einen Deutschen? Ärgernisse sparen? Millionen sparen? Nein. Steuern sparen! Für jede Impfung gibt es eine Steuerersparnis von 100 Euro, die im Osten „ostalgisch“ nur „Corona-Begrüßungsgeld“ heißt! Impfskeptiker und Verschwörungstheoretiker erhalten einen Umsonst-64 GB USB-Stick von Bill Gates inklusive eines Chips zur Kontrolle ihres Gehirns, der aber Windows-typisch permanent abstürzt und daher nicht einsatzfähig ist.

Das jedoch ist erst der Anfang. Schließlich ist 2021 auch ein Superwahljahr, das Ende der Ära Merkel und vieles mehr – doch davon mehr am Samstag…

Welche Neujahrsvorsätze dieses Jahr anders sind!

Die ersten Leichen eines neuen Jahres sind traditionell die Neujahrsvorsätze. Während es sich dabei normalerweise um Standards handelt wie: „Ein besserer Mensch werden“, „Gewicht reduzieren“ oder „meiner Frau endlich sagen, die ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben“, so dürften sie dieses Jahr erheblich abweichen.

Daher an dieser Stelle ein Auszug aus der vermutlichen Hitliste der zehn beliebtesten Neujahrsvorsätze des Jahres 2021: Auf Platz 10: Nicht mehr dieses blöde „Bleib gesund“ zum Abschied murmeln, sondern „lass es krachen!“ Auf Platz 9: „Aprés-Ski Partys feiern – und wenn’s erst im Sommer ist.“ Platz 8: „Die seit vier Monaten getragene Stoffmaske zum ersten Mal waschen“. Platz 7: „Den Pandemie-Speck durch heiße, durchgetanzte, verschwitzte Techno-Orgien in überfüllten Clubs beseitigen. Platz 6: „Öffentlich zugeben, dass man heimlich Schnelltests durchführt.“

Auf den oberen Plätzen finden sich dann Vorhaben wie das auf Platz 5: „Den finanziellen Hauptfehler des letzten Jahres vermeiden und nicht wieder auf einen wundersamen Anstieg der Wirecard-Aktie setzen.“ Platz 4: „So tun, als wäre man Bluter/Herzpatient/Pfleger-ohne-direkte-Ausbildung-und-Arbeitsplatz, um schneller an die Impfung zu kommen!“ Woraus der nächste , auf Platz 3 liegende Vorsatz resultiert: „Öffentliche Geländer ablecken um zu beweisen, dass man sich vor keinem Keim der Welt mehr fürchtet!“ Auch Platz 2 folgt auf eine schnelle Impfung: „Nach der Impfung der Versuchung widerstehen, eine Zungenkuss-Party zu organisieren und alle als Loser beschimpfen, die sich weigern, mitzumachen.“

Und natürlich auf Platz 1: „Meiner Frau endlich sagen, dass ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben, während die Dritte eine Virologin ist!“

Warum 2020 gar nicht so schlecht war!

Zugegeben: Das zu Ende gehende Jahr hat es nicht jedem angetan. Es war nervig, finanziell häufig nachteilig, und dann bekam man es auch noch mit Menschen zu tun, die „querdenken“ mit „Brett vorm Kopf“ verwechselten. Und man musste staunend erkennen, dass Menschen, die Zeter und Mordio schreien, sobald ein Einwanderer einen Deutschen verletzt, es aktiv unterstützen, dass ein eingewanderter Virus Tausende Deutscher tötet!

Aber 2020 hatte auch positive Seiten: Vom vielen Händewaschen waren die Hände häufig so rau, dass man sie beim Renovieren anstelle von Sandpapier einsetzen konnte, was wiederum Geld sparte. Zudem war der bislang nur bei Bankräubern bekannte Begriff „Alltagsmaske“ auf einmal in aller Munde und förderte sogar die Gleichberechtigung: Auch islamische Männer durften die Erfahrung machen, wie es ist, wenn man verschleiert durch die Gegend läuft…

2020 war natürlich zudem das Jahr der Virologen-Seifenoper: Redet Drosten wieder mit Streeck? Wenn nicht, warum? Wohnt Karl Lauterbach tatsächlich im TV-Studio von Markus Lanz, um jederzeit die dringend benötigte (und häufig berechtigte) Panik zu verbreiten?

Auf der anderen Seite durften wir die Erfahrung machen, dass die Deutschen ein reinliches Volk sind. Während andere Kulturen Wein und Grappa horteten, hamsterten unsere Landsleute Klopapier. Wenn der Welt also die Kacke um die Ohren fliegt, macht die eine Hälfte Party, die andere will dringend die Ohren säubern…

Gottseidank gab es die Firma Wirecard, die uns einerseits die Augen dafür öffnete, dass es neben Corona noch jede Menge anderer Schweinereien gibt, und andererseits den Blick darauf lenkte, dass Berichte von „Wirtschaftsprüfern“ derart besoffen ausfallen können, dass man meinen muss, sie verwechselten „Wirtschaft“ mit „Kneipe“…

Die Pandemie schaffte es außerdem, dass viele Menschen vergaßen, was das Wort „Brexit“ bedeutet – so dass ein hastig zum Ende des Jahres geschlossener Handelsvertrag zwischen den Themen „Weihnachten als Superspreader“ und „Böllerverbot“ fast unterging.

Und zu guter Letzt fällt nach 10 Stunden Video-Konferenz sogar „Digital Natives“ auf, dass ein erhöhtes Maß an Zwei-Dimensionalität ganz schön eindimensional ist… Insofern wünsche ich uns allen ein multidimensionales Jahr 2021!

Warum der Papst die Kleider ablegt!

Sprechen wir mal über etwas anderes als vorübergehende Malaisen wie Corona. Reden wir über echte Probleme. Also über die deutsche Klimapolitik. Gerade gab es eine Novelle des EEG, das eine grüne Energiewende einleiten soll, faktisch aber eher einen rückwärts gesprungenen Salto Mortale darstellt. Die Regierung investiert in etwa so zielgerichtet in die Zukunft wie einst die DDR in Bürgerrechte.

Fünf Dörfer sollten unter Unterstützung des Wirtschaftsministeriums dem Braunkohle-Tagebau weichen, obwohl der wirtschaftliche Nutzen sogar einer eigenen Studie zufolge nicht erwiesen ist. Das ist in etwa die geistige Gesundheit eines Junkies, der eine Erkältung mit Heroin bekämpft.

Wir setzen beim Klima anscheinend auf ein „duales System“. Das kennt man vom Müll: Die eine Hälfte wird entsorgt, die andere recycelt. Diese Erde gehört anscheinend zur ersten Hälfte. Wo der recycelte Planet ist, ist unklar, aber die Raumfahrt ist bereits auf der Suche – wenn europäische Raketen nicht schon beim Start scheitern (wie im November geschehen).

Um das überkommene Geschäftsmodell des Landes zu stützen, befreit die GroKo Großkonzern-Aktionäre von Milliardenzahlungen, die der Steuerzahler übernehmen darf. Deutschland leistet Sterbehilfe für aus der Zeit gefallene Industrien. Es grenzt an ein Wunder, dass neben Braunkohle und Diesel nicht auch noch Dampfloks subventioniert werden. Die fossile Begeisterung unserer Regierung ist so ausgeprägt, dass sich die Frage stellt, ob Wirtschaftsminister Altmaier nicht nebenher einen schwunghaften Handel mit Dinosaurier-Knochen betreibt?

Mit den Rezepten von gestern in die Welt von morgen zu starten, war allerdings bislang in den seltensten Fällen ein Erfolgsgarant. Aber wer weiß, vielleicht fällt Deutschland wirklich noch mal mit einer zukunftsweisenden Energiepolitik auf – wahrscheinlich an jenem Tag, an dem der Papst zum ersten Mal Hosen trägt…

Warum wir nach dem Klicken einsammeln!

Groß war die Wut auf die Parfümerie Douglas, die vor ein paar Tagen einige ihrer Filialen offenhielt mit der Begründung, dank des Vertriebs von Körperpflegeprodukten, Parfüms, Make-Ups und Hygieneartikeln seien sie eigentlich eher eine Drogerie… Ein Wunder, dass andere Geschäfte die Strategie nicht sofort kopierten: Baumärkte verkaufen Nutzpflanzen für die Ernte auf dem Balkon und sichern insofern die Ernährungslage der Bevölkerung. Waffengeschäfte sorgen dafür, dass man sich in diesen harten Zeiten auch mal selbst ein Wildschwein schießen kann. Und Bordelle vertreiben ja schließlich auch Körperpflege, Parfüms, Make-Up und Hygieneartikel…

Mittlerweile machen auch die Douglas Parfümerien nur noch, wie die meisten Einzelhandelsgeschäfte, „Click and Collect“. „Click and Collect“, oder wie es unter jüngeren Menschen heißt: „Tinder-Date“. Das Aufregende: mit Click und Collect fühlt sich ein einfacher Blumenkauf wie eine kriminelle Handlung: Man ruft an, bestellt, klingelt maskiert an der Ladentür, erhält von einem weiteren Maskierten die bestellte Ware und hofft auf dem Nachhauseweg, nicht von der Polizei angesprochen zu werden…

Click and Collect, also „Bestellen und Einsammeln“, ist allerdings keine „Sammelbestellung“. Letztere besteht aus mehreren, gemeinsam bestellten Artikeln. Die alle zu einer verschiedenen Zeit nicht zugestellt werden, so dass man jeden Tag bei der Post einen abholen darf. Wobei jedes Mal eine Dreiviertelstunde Warten in der Kälte vor der Ausgabestelle bedeutet. Was zu einem fetten Husten führt, der in einer zweiwöchigen Quarantäne resultiert. Also „Xmas Alone at Home“. Oder zu gut deutsch: Verklickt und versemmelt.

Vielleicht ist das die wahre Menschheitsgeschichte: Aus Jägern und Sammlern wurden Feldbesteller und in Dörfern Versammelte. Daraus entstanden „in Städten Versammelte“ und Katalog-Besteller, dann die heutigen Klicker und Einsammler, und morgen: Verklickte und Versemmelte. Das kommunistische Manifest des 21. Jahrhunderts beginnt dann mit: Verklickte aller Länder – versemmelt euch!

Warum wir eine neue Währung haben!

Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist es bereits zu spät. Zu spät, um noch einen zu ergattern. Jetzt gibt es keinen mehr: Keinen Friseurtermin! Die Prä-Lockdown-Tage waren geprägt von einem regelrechten Run auf die immer rarer werdenden Frisur-Rettungs-Aktionen. Wer heute noch keine präsentablen Ziegel auf dem Dachgeschoss hat, wird mit dem Desaster überwintern müssen. Legen Sie sich schon mal eine passende Story zurecht nach dem Motto: „Langhaarfrisuren waren schon immer mein Ding…“

Der Wochenanfang war das Geschäft des Jahres für die Friseure, die ab heute zu sind. Clevere Geschäftsleute werden sich bereits am Freitag die letzten freien Termine gesichert und sie auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen verkauft haben. Kleine Modellrechnung eines entgangenen Geschäftes: Hätte man sich landesweit 1 Million Friseurtermine für die letzten Tage gesichert und die mit einem moderaten Profit von 10 Euro pro Haarschnitt verkauft, könnte man dem Fest sehr entspannt entgegen sehen.

Aber ist das Geschäft damit wirklich vorbei? Vermutlich nicht. Friseurtermine vor Weihnachten sind die neue Währung. Wer eine bekloppte Frisur hat, dem ist der Kontostand zweitrangig. Neben dem Frisur-Schwarzmarkt wird es eine „graue Terminbörse“ geben: „Tausche Friseur-Termin gegen 4-Zimmer-Wohnung“. Im Görlitzer Park werden Passanten in den kommenden Tagen nicht mehr mit „brauchste Hasch?“ angesprochen, sondern mit „brauchste Haarschnitt?“.

In Hinterhof-Wohnungen treffen sich anschließend unbeobachtet zwei Fremde, einer mit überlangen Haaren, der andere mit Schere. Beim freundlichen Plausch unter Freunden aus nicht mehr als zwei Haushalten schneidet zufällig der eine dem anderen die Haare. Anschließend leiht der Beschnittene dem Schneidenden etwas Geld. Unbegrenzt und ohne Rückzahlverpflichtung. Wer kann da Böses vermuten?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man in der Vorweihnachtszeit einen Haarschnitt verschenkt. Schließlich heißt das englische Wort für „Lockenkürzung“, also „Hair-Cut“ in einer weiteren Bedeutung: „Schuldenschnitt“…

Wie wir dem Virus an die Gurgel gehen!

Das Corona-Virus verändert uns. Nach der sehr emotionalen Ansprache von Angela Merkel fragen sich viele, warum erst eine Pandemie nötig war, damit sie lernt, ihre Gefühle zu zeigen? Ein erster Therapie-Erfolg des Virus. Viele weitere wird es laut Gesundheitsminister Spahn nicht geben, denn jetzt geht es dem Virus an die Gurgel. Durch Gurgeln! Denn durch Gurgeln kommt das Virus nicht mehr aus der Gurgel raus… Jetzt kommt also der Gurgel-Knast für das Virus, gewissermaßen „Höllenknast Alcatraz“ durch „Alka-Seltzer“…

Was sich auf den ersten Blick ausnimmt wie ein später Sieg von Donald Trump, der das Virus durch die Einnahme von Desinfektionsmitteln eindämmen wollte, macht auf den zweiten Blick natürlich Sinn: Wenn alle Deutschen zwei Wochen lang täglich 16 Stunden gurgelten, wäre nicht nur der Mundgeruch besiegt – sondern auch die Pandemie! Man könnte sogar die Geschäfte offenhalten, denn wer gurgelt, kann in dem Moment keine Viren übertragen… Bei Homer heißt es noch: „Welch Wort entfloh dem Gehege deiner Zähne?“ Der Gurgelnde kann jedoch sagen: Kein Virus entflieht mehr dem Gehege deiner Zähne!

Anscheinend jedoch lässt sich die Virenlast durch Gurgeln tatsächlich deutlich reduzieren. Auch die Gedankenlast lässt sich durch Gurgeln reduzieren – versuchen Sie mal, mit zurückgelegtem Kopf und Gurgellösung im Rachen etwas anderes zu denken als „Gggggrrrrrr“. Aber: Während Gurgeln die Virenlast reduziert, erhöht der Einkauf des Mundwassers die Einkaufslast!

Wenn es nach Spahn geht, heißt die Devise trotzdem ab sofort: Reden ist Silber, Gurgeln ist Gold! Gurgeln wird zum ultimativen Liebesgeschenk: „Gurgelst du wegen deines Mundgeruchs?“ „Nein, um Opas Leben zu retten.“ Und vielleicht erleben wir dieses Jahr ein Weihnachten, an dem wir statt unterm Christbaum zu singen einfach unterm Weihnachtsbaum gurgeln – in den meisten Fällen dürfte das sogar deutlich besser klingen!

Warum wir jetzt Glühwein trinken!

Glühwein – einst jenes Bastard-Baby von Alkohol und Zucker, das Berliner Szene-Bars und angesagte Kneipen verächtlich in die hinterste Ecke des Weihnachtsmarktes verbannten, ist auf einmal das angesagte Getränk der Saison. War Glühwein früher das Einzige, was Papi noch AUF dem Weihnachtsmarkt blieb, so ist er heute das Einzige, was Papi noch VOM Weihnachtsmarkt bleibt. Um einen kümmerlichen Rest vorweihnachtlicher Gemütlichkeit zu erhalten, schenken auf einmal alle „Glühwein zum Mitnehmen“ aus. Oder – wie es wahrscheinlich auf „Szene-Deutsch“ bei Starbucks heißt: „Hot Spicy Sugar Topped Wine to Go“.

Natürlich darf man den Glühwein nicht in weinseliger Intimität genießen, sondern nur in sicherer Entfernung vom Bezugspunkt. Clevere Marketing-Strategen erfanden daher den „Glühwein-Spaziergang“. Ganz clevere erfanden sogar ein „Glühwein-Taxi“ – auch der „Drogen-Kurier“ ist eben nicht mehr das, was er mal war…

Dummerweise verleitet der Genuss des alkoholischen Zuckertranks dazu, den Glühwein-Spaziergang“ gern mal in einen „Glühwein-Spazierstand“ zu verwandeln. Mit drastischen Konsequenzen: Tumulte in Heidelberg mit 200 unmaskierten Trinkern, wüste Szenen bei ähnlich gearteter „Glühwein-Wanderung“ in Köln – wer hätte gedacht, dass Glühwein mal zu den harten Jungs der Drogenszene aufsteigen würde?!

Der Zuckertrank hat es sogar zum Politikum geschafft: während die einen über ihn „lauterbachen“ und seinen kontaktfreudigen, maskenbefreiten Konsum am liebsten auf eine Stufe mit versuchtem Totschlag stellen möchten, sehen andere in ihm eine letzte Bastion von „Normalität“ und „Weihnachtsmarktgemütlichkeit“. Wobei es natürlich auch einiges über den derangierten Zustand einer Gesellschaft aussagt, wenn ein zucker-klebriges Leicht-Alkoholikum es dermaßen in die Schlagzeilen schafft.

Da freut man sich lieber auf Silvester – wenn die Skandale eher zischen und krachen als beduseln.

Chin wieder im BR …

Steuerfahnder Siegmund von Treiber ist wieder unterwegs in Berlin und niemand ist vor dem fanatischen Finanzbeamten mit Hang zu schlechter Laune sicher.

Auf seiner Mission findet er die Absurditäten und Kuriositäten unseres Wirtschafts- und Finanzsystems und deckt auf:

Donnerstag um 21 Uhr im BR

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