Author: Pia Ratajczak

Warum der Ellbogen unterschätzt wird!

Wenn es einen Profiteur dieser Krise gibt, dann ist es der Ellbogen! Bislang ein eher nutzloses Körperteil, das nur für die Beugung des Armes herhalten musste und ansonsten zu Schleimbeutelentzündung neigte, erlebt der Ellbogen in diesen Monaten eine echte Renaissance. Fast alle virologisch relevanten Tätigkeiten (außer dem Maskentragen) werden an den Ellbogen delegiert: Man hustet und niest in ihn hinein, nutzt ihn aber andererseits auch zur Begrüßung – was natürlich die Frage aufwirft, warum man dann nicht beides weiterhin mit der bisher so nützlichen Hand erledigt?!

Aber die Hand gilt als einer der Hauptverdächtigen bei der Viren-Übertragung und ist insofern ein unreines Körperteil, das zudem ständig gewaschen werden muss, obwohl wir mittlerweile Bahntüren mit dem Ellbogen öffnen, uns nur noch mit dem Ellbogen an Ampeln lehnen oder Fahrstühle damit steuern, und man sich fragt, wie der Dreck überhaupt noch an die Hand gelangen kann? Und ob der Ellbogen nicht statt der Hand viel häufiger geschrubbt werden müsste? Dennoch findet ein Paradigmenwechsel statt, der den Ellbogen als rücksichtsloses Rempel-Körperteil entlastet. Sein Einsatz symbolisiert neuerdings kreative Rücksicht: „Ich begrüße dich mit dem Ellbogen, um dich zu schützen“.

Die Statthalter der ehemaligen Ellbogen-Gesellschaft haben es dementsprechend schwer. Friedrich Merz etwa, der die Sehnsucht nach wirtschaftlich eher fatalen Rezepten wie der Subventionierung der Reichen auf Kosten der Armen verkörpert. Jener Friedrich Merz, der sich als Ex-Blackrock-Manager allen Ernstes als Opfer einer christ-demokratischen Verschwörung betrachtete nach dem Motto: „Die haben Corona doch nur erfunden, um mich als Kanzlerkandidaten zu verhindern…“ Was die Frage aufwirft, ob Herr Merz nicht insgeheim zu viele vegane Kochbücher von Attila Hildman geraucht hat….

An der Stelle ist es gut, dass der Ellbogen ein Symbol des Miteinanders wird!

Warum wir das Theater nicht mehr verlassen!

Im antiken Griechenland war es Pflicht, Theatervorstellungen zu besuchen, weil dort in Ermangelung des Internets dem Volk die gegenwärtige Politik erklärt wurde. Wer nicht kommen wollte, dem drohten Soldaten ermutigende Schläge an. Die Demokratie dort hielt viele Jahrhunderte.

Die deutsche Demokratie zeigt schon bei der ersten Pandemie leichte Ermüdungserscheinungen – was vielleicht auch mit ihrer Einstellung zum Theater zu tun hat. Oder der Einstellung des Theaters, um genau zu sein. “To Be or Not to Be”, heißt es bei Shakespeare, und für viele Theater ist das jetzt eine ganz reale Frage sein. Da haben sie nun wie auch die Gastronomie in Hygiene-Maßnahmen investiert, Belüftungskonzepte erklügelt, Plätze reduziert – vor dem übermorgen beginnenden „Lockdown“ hat es sie nicht bewahrt.

Dabei gibt es keine klar nachgewiesenen Infektionen im Theater. Das Publikum ist dermaßen masken-diszipliniert, dass die S-Bahn neidische Weinkrämpfe kriegen könnte. Laut einem Großversuchskonzert mit Tim Bendzko und mehr als 1000 Teilnehmern sind Großveranstaltungen mit Hygienekonzept sicherer als Großhochzeiten – oder häusliche Partys.

Da fast alle Infektionen zurzeit im „häuslichen Umfeld“ stattfinden, muss man zum gegenteiligen Schluss der gegenwärtigen Politik kommen: Es gilt, das „häusliche Umfeld“ möglichst zu vermeiden! Daher hier nun folgender revolutionärer Vorschlag: Alle gehen ins Theater! Und bleiben dort bis Neujahr – Sie werden köstlich unterhalten, bleiben Corona-frei und müssen sich nicht um das nervige Weihnachten oder infizierte Verwandte kümmern. Die Gastronomie bereitet für die zahlreichen Pausen leckere Speisen vor, die Corona-gerecht eingenommen werden. Die Menschen lachen gemeinsam, weinen gemeinsam, lassen sich berühren, ohne dabei körperlichen Kontakt aufzunehmen. Ein neuer Zusammenhalt entsteht, innergesellschaftliche Gräben werden überwunden, und das Neue Jahr beginnt Corona-frei!

Warum wir jetzt keine Kokosmilch mehr trinken!

Im Rahmen der großen „Gemeinsamen Agrar-Reform“ (GAP) der EU müssen nach Willen des Bauernverbandes diverse Lebensmittel dran glauben. Mandelmilch, Kokosmilch und Sojamilch sind nach einem Eu-GH Urteil bereits verboten und müssen Mandel-, Kokos- und Soja-Drink heißen. Milch darf laut Gericht nur noch heißen, was aus „normaler Eutersekretion“ gewonnen wird. „Muttermilch“ muss also nicht in „Busen-Drink“ umbenannt werden (obwohl Letzteres sicher eine gute Marketing-Idee wäre). Welches Euter allerdings für „Scheuermilch“ sekretiert wurde, ist unklar. Verkehrsminister Andreas Scheuer dementiert, dass er dafür gemolken wurde… Das wäre ja auch Quatsch. Scheuermilch ist ein kräftiges, wirkungsstarkes Mittel, wo soll das bitteschön beim Scheuer-Andi herkommen?

Aber die Bauern wollten auch die Bezeichnung „Steak“, „Burger“ oder „Wurst“ für „echtes“ Fleisch patentieren – was das EU-Parlament allerdings ablehnte. „Tofu-Steak“, „Veggie-Burger“ oder „vegane Curry-Wurst“ müssen jetzt doch nicht in „geschmackloser Tofu-Bratling“, „nährstoff-freies Gemüse-Rundstück“ und „in Pelle gedrängtes Soja-Hack mit krebserregenden Aroma-Stoffen“ umbenannt werden.

Grundsätzlich sind korrekte Bezeichnungen wünschenswert. Auch das Wort „Steak“ ist schließlich eine irreführende Bezeichnung. Es kommt vom alt-germanischen „Steik“ für „gebraten“. Im Grunde muss also alles Gebratene „Steak“ heißen. Aus Spiegel-Ei wird „Steak-Ei“, aus „ich habe ihm eine übergebraten“ wird „ich habe ihn gesteakt“.

Das Wort „Burger“ kommt von „Hamburger“, weil es das „Rundstück zwischen zwei Brothälften“ beschreibt, das aus der Stadt Hamburg emigrierte Deutsche nach Amerika brachten. Der „Burger“ sollte also korrekterweise „fleisch-haltiges Rundstück zwischen zwei nährstofffreien, Verstopfung erzeugenden Weißbrothälften“ heißen. „Wurst“ schließlich kommt vom altgermanischen „Wers“ „verdrehen“ oder „wirr“ – aus „Curry-Wurst“ wird so „wirr verdrehte Schlachtabfälle mit Curry-Aromen“. Wenn schon korrekt, dann aber richtig.

„Käse-Alternative“ und „Joghurt-Style“ dürfen laut GAP nicht mehr so heißen. Milchprodukt-Bezeichnungen sind für Milchprodukte reserviert. „Käsefüße“ werden so „Muffel-Quanten“ – „Leberkäse“ mutiert zu „überbackene verdrehte Schlachtabfälle“…

Ach so – die GAP (Gemeinsame Agrar-Reform) muss natürlich auch umbenannt werden. Sie belohnt nämlich jene, die eh schon genug haben: Groß-Vieh macht eben nicht nur Mist, sondern kriegt auch viel Geld – Kleinvieh hingegen macht nur Mist. Der richtige Name der Reform wäre vermutlich: „Bereicherungs-Initiative-von-Gierbauern-Für-Umwelt-Chaos-und-Katastrophen“. Kurz: BIG-FUCK!

Warum wir jetzt mit Drogen handeln!

Mit Drogenhandel reich werden – für viele kriminelle Groß-Clans ein beschwerlicher und illegaler Traum. Die US-Pharma-Branche führt vor, wie man es richtig macht. Man nennt es nämlich nicht „Drogenhandel“, sondern „Schmerzmittel-Produktion“. Dieser kleine Kniff machte die etwa 13 Mitglieder des kleinen, aber feinen Sackler-Clans mit ihrer Firma „Purdue“ und dem Medikament „Oxycontin“ zu den reichsten Drogen-Dealern der Welt. Geschätztes Vermögen: 13 Milliarden Dollar, die teils in der Schweiz liegen. Vermutlich waren es die Sacklers, die betreten am Bankschalter in Basel standen und leise herumdrucksten, dass sie gern „ein paar Millionen in bar“ einzahlen möchten, worauf die Bankangestellte laut erwiderte: „Sie müssen nicht flüstern – Armut ist in der Schweiz keine Schande!“

Das Opioid Oxycontin ist einer der Haupttreiber der US-Opiat-Sucht, welche in den letzten 20 Jahren etwa 400.000 Menschen tötete – mehr als der Vietnamkrieg und Corona zusammen. Auf „Purdue“ mit seinem Marktanteil von 6,7% entfallen also rein rechnerisch knapp 27.000 Tote – oder etwa 2000 für jedes Familienmitglied des Sackler-Clans… Dagegen ist selbst Chapo Guzman, einst reichster Drogenboss der Welt (33 Morde, mittlerweile im Knast), ein stümperhafter Anfänger!

„Purdue“ hat jetzt einen Vergleich über 8,3 Milliarden Dollar mit dem US-Justzministerium geschlossen, zu dem die Familie 225 Millionen oder etwa 1,7 Prozent ihrer Beute beisteuern möchte. Der Vergleich fiel „Purdue“ (die Ähnlichkeit mit dem französischen Wort „Perdu(e) = verloren“ ist sicher zufällig) nicht schwer – immerhin ist die Firma insolvent…

Das Beispiel inspiriert: Warum nicht Alkohol zum Heilmittel für Krebs deklarieren? Nach dem Motto: „Korn? Wirklich? Das hilft gegen Krebs?“ „Nicht direkt – aber bei vier Flaschen täglich ist Krebs schon nach drei Monaten Ihr geringstes Problem…!“ Warum nicht Crystal Meth zu einem „leistungssteigernden Müdigkeits-Hemmer“ umfirmieren? Ach, das gab’s bereits? Unter dem Namen „Pervitin“? Größter Abnehmer: Hitlers Wehrmacht mit 60 Millionen Dosen…

Man könnte natürlich auch einer Limonade Kokain zusetzen und Letzteres dann durch Zucker ersetzen. Dann hat man einen Marktwert von 84 Milliarden, ist beteiligt an elf Millionen Todesfällen jährlich durch zu viel zuckerhaltige Nahrung, und nennt sich – Coca-Cola…

Warum Corona uns fit macht!

„Wenn alle immer nur meckern, können wir so was wie Corona eben in Zukunft nicht mehr machen“, lautet ein Meme, das ich neulich erhielt. Die Meckerei ist allerdings vorbei, denn Corona entpuppt sich zusehends als Denksportaufgabe. Man muss sich nur einmal die Mühe machen, die Regeln auswendig zu lernen.

So dürfen sich in Berlin, Bremen, Bayern sowie an allen Orten, die mit ungeraden Postleitzahlen beginnen, nicht mehr als fünf Personen aus fünf Haushalten an öffentlichen Orten treffen und 25 bei privaten Feiern, die allerdings nicht mehr als zwei Haushalte umfassen dürfen. Steigt der Inzidenzwert des RKI über 50, oder der LGL-Wert über 47,5 in Bayern, reduziert sich das auch an Orten mit geraden Postleitzahlen auf 10 bei privaten Feiern aus anderthalb Haushalten, die allerdings zur Sperrstunde um 21.27 Uhr wieder gehen müssen – und zwar nüchtern.

Geschlossene Räume, besonders in Schulen müssen regelmäßigem Stoßlüften ausgesetzt sein – alle 19,38 Minuten. Restaurantgästen wird bundesweit nahegelegt, sich selbst zwischen den Gängen zu stoßlüften und an die frische Luft zu gehen. Wer sich vor der Kneipe als Passivraucher statt Corona einen Lungenkrebs einfängt, erhält eine Steuergutschrift.

Der Alkoholausschank ab 19.53 wird stark eingeschränkt und nur noch auf Rezept erlaubt – besonders an Schulen! Ein Beherbungsverbot für Menschen aus Hot-Spots gilt nur noch in Meck-Pom und Schleswig-Holstein, wobei Frau Schwesig lustigerweise nicht für Schleswig zuständig ist, sondern für Meck-Pom, dem auf diese Weise die einzige Einnahmequelle, der Tourismus, komplett abhandenkommt. Wohnmobile mit dem Kennzeichen OVP (Ost-Vor-Pommern, kurz für „EBK – Ende der bekannten Welt“) finden reißenden Absatz, weil man mit ihnen überall übernachten darf.

Um das „wirtschaftliche Leben“ nicht wieder herunterfahren zu müssen, bleiben selbst Bordelle jetzt geöffnet, sogar ohne Maskenpflicht – vorausgesetzt, ein Mindestabstand von anderthalb Metern ist gewährleistet… Der Mindestabstand darf allerdings verringert werden bei regelmäßigem „Stoßlüften“…

Ab einem Inzidenzwert von 5000 oder einer Promillegrenze von 5 gelten alle Regeln als aufgehoben – und werden ersetzt durch eine freundliche Anleitung zum umweltverträglichen Suizid.

Warum wir Fleisch brauchen!

Eine leider wachsende Anzahl von Menschen möchte – wenigstens in der Theorie –  dem Fleischkonsum abschwören. Das ist natürlich eine schlechte Idee. Forscher vermuten, dass der Früh-Mensch nur durch Umstellung seiner Nahrung auf etwa 50 Prozent Fleisch in der Lage war, das große Gehirn zu entwickeln, das es ihm ermöglichte, lauter tolle Erfindungen zu machen. Leider scheint das Hirn mittlerweile ausgereift, und jede Zusatz-Vergrößerung stößt an die Schädeldecke und führt zu schmerzhaften Wahnideen, siehe Trump…

Apropos: Eingeschworene Fleisch-Gegner verweisen gern auf die Gefahr von „Zoonosen“, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen überspringen… Corona ist nicht das einzige Problem – ich bin mir sicher, dass jemand heimlich „Hähnchen-Flocken“ über das Müsli des überdrehten Veganer-Kochs Attila Hildmann streute, was zu seiner Psychose führte. Der „Tiefe Staat“, also eine mächtige, geheime Organisation, die so geheim ist, dass nur Verschwörungstheoretiker sie kennen, ist dafür verantwortlich! Hallo?! Man muss auch mal ein paar Zusammenhänge sehen!

Aber es gibt natürlich auch positive Dinge, die vom Tier auf den Mensch überspringen: Zerriebener Tiger-Penis etwa fördert die Potenz. Wie, Sie glauben das nicht? Wollen Sie etwa Tausende von Chinesen zu Idioten erklären??

Zusatzbonus: Hühner werden mit so vielen Antibiotika vollgepumpt, dass man im Falle einer Infektion rezeptfrei eine Breitband-Antibiotika-Kur an der Hähnchentruhe in Kombination mit einem leckeren Abendessen erstehen kann.

Außerdem sorgt Fleischkonsum für kürzere Schlangen im Supermarkt: Durch die Vernichtung von Regenwald für Soja-Futtermittel, die Beschleunigung des Klimawandels, die Ansteigen der Meeresspiegel werden so viele Menschen der „Fleischkonsum-Auslese“ zum Opfer fallen, dass man die Steak-Theke fast für sich allein hat. Man sollte nicht immer nur das Negative sehen…!

Warum wir nichts mehr beherbergen!

Masken tragen – lästig, aber ok. Abstand halten – geht. Hände waschen – abgesehen von der Tatsache, dass die Haut mittlerweile in vertrockneten Raspeln abfällt wie Käse von einem überalterten Parmesan – kann man alles machen. Aber jetzt kommt das Beherbergungsverbot, und man fragt sich: Welche psychedelischen Drogen muss man nehmen, um auf solche Ideen zu kommen?

Die Folge: Denunziationen von Menschen, die aus einem Risikogebiet in einsame brandenburgische Ferienhäuser reisen, um dort mögliche Ansteckungen zu vermeiden. Meck-Pom, deren Bewohner (wie heißen die eigentlich? Meck-Pomeranzen?) sich eine für ein Tourismusland erstaunliche Fremdenfeindlichkeit leisten, zieht gefühlt wieder die Mauer hoch; sogar Niedersachsen macht mit, um nicht „Ausweich-Quartier“ für Urlauber zu sein, die nicht an die Ostsee können. Das zeugt von beeindruckender Selbstüberschätzung: Wenn jemand statt nach Usedom unbedingt nach Hannover will, dann ist das eher eine Diagnose als ein Urlaubsziel!

Eine ganze Reihe Geschäftsreisende (so wie ich) wird jetzt auf die „privaten“ Kanäle ausweichen müssen. Bekannte von Freunden von Bekannten – und wer weiß, wo man da landet. Die Plattform „Couchsurfing“ bietet weitere private Möglichkeiten, zur Not geht man über Tinder… All diese Möglichkeiten bieten intime Möglichkeiten einer kostengünstigen Hotel-Umgehung – aber ob die damit verbundenen Gelegenheitsknutschereien wirklich soviel weniger Corona übertragen als gut gereinigte Hotelzimmer, ist noch nicht abschließend erwiesen!

Ein Bekannter wurde auf einer dieser Übernachtungen sogar auf eine SM-Party eingeladen. Er ging mit – schließlich handelte es sich durchgehend um Menschen, die schon vor Corona an Masken gewöhnt waren – jedenfalls obenrum… Man kann dieser Tage nämlich komplett Corona-safe sein – und trotzdem AIDS kriegen.

Warum der DFB im Abseits ist!

„Libero“ nannte man die Position, die etwa „Kaiser“ Beckenbauer im Fußball spielte: ein Defensivspieler, der mit erheblichen Freiheiten ausgestattet auch im Sturm mitmischte. „Libero“ war anscheinend auch die Position, die der DFB in Bezug auf seine Steuergestaltung spielte – und vielleicht gar nicht mitbekam, dass die Position weder im modernen Fußball noch in der modernen Steuerpflicht mehr vorhanden ist.

Zwischen dem Finanzamt und dem DFB gibt es nämlich gravierende „Missverständnisse“, die jetzt bei einem Steuerschaden von 4,7 Millionen Euro dazu führen können, dass gestandene Fußball-Funktionäre in den Knast wandern. Allerdings muss man seit den Affären um die Fifa zugeben, dass „in den Knast wandern“ vielleicht eine der Haupt-„Funktionen“ eines Fußball-Funktionärs ist.

Der DFB könnte hier steuerlich argumentieren: Die Einnahmen aus der Bandenwerbung seien vermögenswirksame Leistungen, weil sie schließlich das Vermögen des DFB steigerten. Die Staatskasse hingegen sagt dem Vernehmen nach, dass „eine Bande“ „gewerbliche Einnahmen“ als „Vermögenseinkünfte“ deklarierte. Worauf der DFB kontert, dass das Steuerwesen, wie man nicht erst seit der Causa Hoeneß weiß, für Kicker eine „außergewöhnliche Belastung“ darstellt und man im Grunde der Meinung ist, der Fußball sei als letzte echte, alle Deutschen einende Religion eigentlich Kirchensteuer-berechtigt und müsse eher Geld erhalten als zahlen!

Woraufhin das Finanzamt endgültig in den Fußballjargon wechselt und dem DFB vorwirft, „im Abseits“ zu agieren, weil die „Transfergelder“ nicht rechtzeitig entrichtet wurden, was einer „Blutgrätsche“ gleichkommt, die zu einem „Strafstoß“ führt, welcher mit einem „Platzverweis“ und dem „Abstieg“ des Verbandes endet.

Es kann natürlich sein, dass man Akten und Computer durchsuchen möchte, um Hinweise auf Unregelmäßigkeiten beim Sommermärchen 2006 zu finden. Womit wir wieder beim Paten des letzteren wären: Franz Beckenbauer – einmal „Libero“, immer Libero…

Chin Meyer spielt am 11. Oktober um 18 und um 20.30 Uhr live in den Wühlmäusen am Theo – www.wuehlmaeuse.de

Warum wir Schulden brauchen!

Eine Rekordverschuldung von 96 Milliarden Euro plant der Finanzminister für 2021 – die „Schwarze Null“ wird auf dem Corona-Altar geopfert. Lange war die Republik sehr stolz auf diese schwarze Null gewesen – so wie Eltern, die das Gekritzel ihres Kindes zu museumsreifer Kunst erklären. Im Ausland fand man das eher befremdlich, nahm es aber von einem Volk, das in der Krise Toilettenpapier hortet und gehäkelte Klorollenüberzieher auf der Hutablage des Mercedes spazieren fährt, als weiteren Beweis einer gelungenen analen Fixierung zur Kenntnis. Das europäische Ausland huldigt dem Geld nämlich lieber in anderer Form: Rot und weit weg von der Null!

Während also der „Musterknabe“ Deutschland Schulen, Straßen und Bahnen verrotten lässt, sorgt man sich anderorts lieber um gute Lebensqualität. Deshalb sollte die Rekordverschuldung nur ein erster Schritt sein. Weitere müssen folgen, um den Schulden-Anschluss an Italien und Griechenland nicht zu verlieren. Es heißt, die EU sei auf dem Weg in eine Transferunion. Aber, wie wir Berliner wissen, so eine Transferunion bringt nur Spaß, wenn man auf der Empfängerseite steht!

Viel zu lang war die „schwäbische Hausfrau“ Maß aller Dinge. Sie sollte sich lieber an einer Nachbarin orientieren, die wegen Partylärms im Haus nicht schlafen kann, dann aus purer Not zum Mitfeiern vorbeikommt, anschließend die Bar leer trinkt und den Gastgeber unter die Couch knutscht.

Erst wenn südeuropäische Staaten die Deutschen verzweifelt fragen, ob sie nicht etwas sparen können, ist die EU wieder funktional. Natürlich stellt sich die Frage, wer das alles bezahlt. Nun, unsere Kinder nicht. Unsere Enkelkinder auch nicht. Das ist etwas für die Ur-Enkel. Und da unsere Kinderproduktion nicht für so wahnsinnig viele Ur-Enkel reicht, müssen wir uns welche aus dem Ausland borgen. Wir sollten daher Geflüchteten und Zuwanderern auf keinen Fall verraten, dass jeder von ihnen mit Betreten deutschen Bodens Schulden in Höhe von 50.000 Euro übernimmt…

Warum wir jetzt endlagern!

Mit der Atomenergie ist es ja so eine Sache: Nachdem man jahrzehntelang fröhlich Atom-Energie produzierte, fiel irgendwann auf, dass da haufenweise ziemlich abgebrannte und lang vor sich hin strahlende Brennelemente anfielen. Da das Volk aber „abgebrannte und ziemlich lang vor sich hin strahlende Elemente“ vom Dschungelcamp her kannte, war zunächst niemand groß alarmiert. Das ändert sich jetzt. Denn es gibt eine „weiße Landkarte“. Also keine Tabus bei der ergebnisoffenen Suche nach einem Endlager – vielen erschöpften Singles dürfte dieses Prinzip von Online-Partnervermittlungen wie „Elitepartner“ vertraut sein…

Auf der „weißen Landkarte“ sind auch Spandau und Reinickendorf verzeichnet – aber dass diese Stadtteile geeignete Endlager sind, wissen die vielen dort lebenden Rentner schon lange… Kreativität ist gefragt. Warum werden nicht auch mal die offensichtlichen atomaren Endlager in die Debatte mit einbezogen, etwa Xavier Naidoo, Attila Hildmann oder die QAnon-Verschwörer – schließlich sind die jetzt schon komplett verstrahlt…!

Angesichts der vorhersehbaren Widerstände gegen die Endlagerung könnten auch steuerliche Anreize geschaffen werden, um die Bevölkerung umzustimmen. So könnte schon ein Steuer-Rabbat von nur 100 Euro bei Aufnahme eines Atom-Müll-Fasses in den eigenen Keller reichen. Vorausgesetzt, der Rabbat gilt für eine Million Jahre und wird im Voraus ausgezahlt. Ganz Marzahn wäre Endlager – und steigende Mieten in Berlin kein Thema mehr!

Der Testsieger jedoch wird zweifelsohne der Flughafen BER. Angesichts ausbleibender Fluggäste ist es zudem die einzig sinnvolle Verwendung des Areals. Und die meisten der wenigen Passagiere können überdies dankbar sein, schon am Boden an die hohen Strahlungswerte in der Luft gewöhnt zu werden. Und spätestens bei der 400sten Eröffnungs-Verschiebung im Jahr 2648 hört sogar Atommüll auf mit dem Strahlen!

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