Warum wir uns umschauen werden!

Zeit für ein persönliches Bekenntnis: Ja, ich hab was machen lassen! Noch vor wenigen Jahren war ich „Sex-Symbol“ des 20. Jahrhunderts – schrecklich. Ich konnte das Haus nicht verlassen, ohne dass fremde Menschen – Frauen, Männer, Versicherungsvertreter, sogar Hunde – sich auf offener Straße an mir rieben. Zum Schutz meiner Privatsphäre unterzog ich mich einer strikten Diät aus Sahnetorte und Schnaps, legte durch harte Lethargie ein paar Pfunde zu und ließ mir obendrein die Nase zu lächerlichen Dimensionen aufspritzen sowie die Augen verkleinern. Das hat sich gelohnt – mittlerweile kann ich vor die Tür treten und kein Schwein guckt mich an!

Damit ist es bald vorbei. Russische Informatiker entwickelten eine App namens „FindFace“, die willkürliche Fotos mit Daten auf sozialen Profilen abgleicht und so in Sekundenschnelle Informationen zur betreffenden Person liefert. Wird eine junge, attraktive Frau demnächst von einem Fremden in dunkler Limousine auf offener Straße mit Vornamen angeredet und ihren Lieblingsblumen sowie geheimem Wunschkleid plus Ticket in den Traum-Urlaub überrascht, dann könnten Hintergedanken im Spiel sein…

Zum Schutz der Privatsphäre wird es nötig, in der „realen“ Welt eine geheime Zweit-Identität zu entwickeln. Ich habe das bereits getan und ein Double geschaffen, dass niemand groß auffällt – er sagt nichts Relevantes und tut nichts Relevantes. Ja, wirklich. Sie kennen mich vielleicht auch, ohne zu ahnen, dass ich es bin. Ich heiße Alexander Dobrindt…. Wem die tägliche Maske zu aufwändig ist, der kann sich in meinem Start-Up „Sex-Symbols Anonymous“ für nur 39,90 eine einfachere Verkleidung zulegen. Sehen Sie auf dem Kudamm demnächst ein etwas dickliches Wesen mit Burka und Sonnenbrille, ist das nicht unbedingt eine islamische Matrone – es könnte einer meiner Kunden auf dem Weg in einen ungestörten Nachmittag sein!