Warum die Nazikeule problematisch ist!

„Der Andere ist die Hölle“, sagte Jean-Paul Sartre. Wie wahr! Diese Hölle labert zudem vielfach echten Dünnschiss. Das zu ertragen ist schwer – und am Tag Eins der Chin-Meyer-Welt-Diktatur wird ein weltweites Dünnschiss-Laber-Verbot erteilt. Außer für mich (schließlich bin ich Boss). Nun ist diese Diktatur in weiter Ferne – eine Erdogan-Autokratie in der Türkei scheint eindeutig greifbarer.

Jetzt hat der Erdogan uns Deutsche der Nazi-Methoden bezichtigt und alle fragen: Darf der das? Natürlich darf er, schließlich haben wir das Recht der freien Rede. Das muss man nicht mögen. Ich selbst habe eine längere EMSH („Einfach Mal Schnauze Halten“)-Liste. Aber solange ich mich nicht zu dieser Welt-Diktatur aufraffe, ist es ganz gut, wenn alle sagen dürfen, was sie denken. Auch wenn es vielfach verbaler Dünnschiss ist.

Natürlich sind das keine Nazi-Methoden, wenn eine Veranstaltung wegen der Sicherheitslage abgesagt wird. Nazis hätten die Veranstaltung stattfinden lassen und dann eine Bombe rein geworfen, um zu zeigen, dass die Sicherheitslage Banane ist. Das Problematische an der „Nazi-Keule“ ist, dass man mit dem Rücken zur Wand steht, wenn man sie schwingt. Was kann man danach noch groß an Beleidigungen aus dem Köcher ziehen? „Du bist ein doppelgesichtiger Fettwhopper mit der Hirnkapazität eines dementen Hurensohns“ vielleicht, aber da muss man dem Erdogan vermutlich erst mal das Wort „Hirnkapazität“ erklären.

Die türkischen Politiker sollen ruhig bei uns reden dürfen, solange sie die Regeln nicht brechen. Die Türkei ist nun mal Sache der Türken. Da sollte man grade als Deutscher nicht zu laut schreien – das letzte Mal, als Deutschland die Schutzmacht der Türkei markierte, endete mit Völkermord und Krieg. Es gilt also: Ruhig bleiben. Lächeln. Wissen, dass der Andere die Hölle ist. Und dass er vielleicht nicht ausstirbt – aber sterben wird er immer.