Was uns bald zur Verzweiflung treibt!

Früher gab es ihn überall. Manchmal war man regelrecht genervt, weil er einen so fragend anstarrte und ein schlechtes Gewissen verursachte, dass man sich nicht um ihn kümmerte. Doch mittlerweile teilt er ein Schicksal mit Spatzen, Goldregenpfeifern und Hamstern: Er ist selten geworden auf Feld und Flur. Immer weiter muss man pirschen, um ihn überhaupt noch irgendwo anzutreffen, denn der scheue Gesell versteckt sich mehr und mehr vor neugierigen Augen. Wilderer machen ihm zunehmend das Leben schwer, brutal wird er zerschlagen, ausgeweidet und dann gebrochen zurückgelassen.

Ja, er hat es nicht leicht, der Bank-Automat. Gab es ihn bis vor kurzem noch zu Tausenden, verschwindet er jetzt in beängstigender Geschwindigkeit. Neben Wald- und Artensterben müssen wir also bald auch vom „Bankomatensterben“ sprechen. Setzt sich die Entwicklung in diesem Tempo fort, werden Bankomaten bald das für den Cashflow sein, was intelligente Einsichten heute schon für Donald Trump sind: eine absolute Rarität.

Also nix wie rauf auf die Liste der bedrohten Arten. Jetzt muss der WWF aktiv werden. Der BUND. Amnesty International sowieso. Und natürlich die Zivilgesellschaft. Wann gibt es die ersten Lichterketten für Bankomaten? Bald können auch Sie die Patenschaft für einen Bankomaten übernehmen – schließlich kostet der Unterhalt so eines Gerätes etwa 20-25.000 Euro. Pro Jahr. Spenden Sie mit für die Aktion „Sorgen-Bankomat“! Die dieses Jahr unter dem Motto „Ein Herz für Bankomaten“ steht. Denn wie sagten schon die Hopi-Indianer? Erst wenn der letzte Bankomat verschwunden ist, die letzte vierstellige Geheimzahl so geheim geworden ist, dass nicht einmal Ihr selbst euch mehr dran erinnern könnt, wenn „Bares für Rares“ wegen fehlenden Realitätsbezuges abgesetzt ist – erst dann werdet ihr merken, dass man Bargeld nicht selbst drucken kann!