Aus Kohle „Kohle“ machen – das ist „Kohle“!

Wie nennt man das, wenn Alexander Gauland mit einem Wahlkampf-Kraft-spendenden Spendenkoffer unterwegs ist? Richtig: Fossiler Energieträger! Nun sind fossile Energieträger nicht besonders konkurrenzfähig. Jedenfalls nicht, wenn man die echten Folgekosten einpreist. Wenn jemand „Eins plus Eins gleich Drei“ rechnet, spricht man von einer „Milchmädchen-Rechnung“. Ähnlich wie bei: „Ausländer plus Rausschmeißen gleich Profit“. Oder „Kohle plus Verheizen gleich NochMehrKohle“.

Milchmädchen gibt es übrigens kaum noch – hier fiel eine Branche der Automatisierung zum Opfer. Nur ihre der Fabel nach irrealen Rechnungen überlebten. Etwa in der Energiebranche: 40 Prozent der Kohlekraftwerke weltweit sind nicht mehr rentabel, bis 2040 werden es mehr als 70 Prozent sein – fand eine Studie jetzt heraus. Man wird demnächst also noch Kohle mitbringen müssen, um aus Kohle „Kohle“ zu machen! „Pleite“ heißt es im Kapitalismus, wenn ein Unternehmen mehr kostet als es einbringt. In der Energiebranche nennen sie es „Vernichtung von Arbeitsplätzen“…

Nun sind sichere Arbeitsplätze eine feine Sache. Die Frage bleibt allerdings, ob Arbeitsplätze wie jene im Braunkohletagebau, die Schwermetalle sowie Quecksilber ins Trinkwasser und in die Nahrungskette befördern, wirklich eine Bereicherung für die Gesellschaft sind? Auch die Cosa Nostra könnte schließlich argumentieren, man dürfe keine Auftragsmorde verbieten, weil das die ohnehin rar gesäten Arbeitsplätze von Profi-Killern bedroht…

Arbeitsplätze verändern sich. Um aus Kohle mehr Kohle zu machen, sollte man vielleicht eher zu einer Bank wechseln. Oder zur AfD – die ja auch aus „brauner Kohle“ Profit schlägt. Und ein „Kohle-Kumpel“ – ist das nicht das schwule Gegenstück zum „Sugar Daddy“? Auch die Milchmädchen sind ja nicht wirklich verschwunden. Sie heißen nur anders: Nämlich Energie-Konzern-Manager!