Warum wir Bayern-Beben lieben!

Die gute Nachricht zuerst: Die SPD wurde von der UNO jetzt endgültig auf die Liste „bedrohter Tierarten“ gesetzt. Das ist eine erste Konsequenz der Wahl in Bayern, die von den Medien abwechselnd als „Bayern-Beben“, als „Katastrophe“, „Desaster“, „Schock-Wahl“, und vor allem „historisch“. All das sind große Worte für eine Volksentscheidung, die in erster Linie eins ist: Ganz schön vielfältig.

Doch der Reihe nach. Anscheinend tat der Wähler das, was die CSU in ihrem Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ gefordert hat: Er schoss Söder zum Mond! Vermutlich dauert es noch ein bisschen, bis die bayrische Raumfahrt weit genug für einen Mondflug ist – daher darf Söder noch eine Weile regieren. Natürlich in „Demut“, wie dieser mehrfach betonte. Die bayrische Landeshauptstadt heißt aber gar nicht „Demut“. Sondern München – was natürlich heißt, dass das mit dem „in Demut“ regieren wieder mal nix wird…

Gründe, AfD, Freie Wähler – sie alle gewannen spektakulär an Stimmen hinzu, wobei die AfD nicht ganz so stark war wie erwartet. Des einen Leid, des andern Freud. Interessant an der Sache ist vor allem, dass das Fischen in bräunlich getrübten Gewässern anscheinend seine Grenzen hat. Und dass der bayrische Wähler bei aller Heimat-Verbundenheit auf die markigen „Wir schieben ab um jeden Preis“-Parolen antwortete mit einem: „Na, dann schieb mal ab!“

Auch die FDP, besser bekannt als „die Hüpfburg des Kapitalismus“ ist in Bayern wieder im Landtag, was lustig zu werden verspricht. Trotzdem werden sie vermutlich nicht zum Regierungszug kommen, genauso wenig wie die Grünen – da sind die Freien Wähler vorn, die letztlich eine Art CSU im Faschingsmodus ist – andere Gesichter, gleiches Programm. Doch angesichts der „Watsch’n“, die SPD und CSU erhalten haben, wäre es vielleicht doch mal eine ganz gute Idee, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und zu gucken, ob man diesen ominösen Ort „Demut“ nicht doch noch findet…