Warum wir die Hitze weglachen müssen!

„Iss deinen Teller auf gar keinen Fall leer!“ Meine ältere Tante guckt mich alarmiert an. „Was?“ sage ich verwirrt. „Iss deinen Teller nicht leer – sonst wird das morgen wieder nix mit dem Regen!“ Wann hat man das je erlebt? Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle – verschiedene meiner Bekannten versuchen bereits, Obdachlosen ihre Schlafstellen unter der Brücke abzukaufen, weil die Wohnung zu heiß ist.
Dieses Jahr ist der Sommer sogar noch gewalttätiger als sonst: Die Sonne sticht, der Salat schießt, die Bäume schlagen aus, der Rasen wird gesprengt – und Donald Trump lässt seinen Twitter-Daumen heiß laufen. Die Klima-Katastrophe hatten wir uns besser vorgestellt: Man kann attraktive und gering bekleidete Menschen schon gar nicht mehr wahrnehmen, weil ständig Schweiß in die Augen läuft. Ein entfernter Bekannter mit Kannibalismus-Fetisch wollte sich neulich vor lauter Hitze-Verzweiflung in die Kühltruhe legen, aber auch das gelang nicht – da lag nämlich noch sein Ex!
Die AfD überlegt derweil, ob sie die illegal eingewanderte Hitzewelle aus Afrika zum Wahlkampfthema macht und feilt bereits an den Slogans: „Und wenn er denn nicht selber kann, schickt Wetter uns der Muselmann!“ „Lieber Islam-Hetze als Islam-Hitze!“ Aufgrund des Wärme-Überschusses haben Rechte sogar aufgehört, Asylanten-Unterkünfte anzuzünden und hocken wieder maulend im Biergarten.
Besonders die Landwirte in Berlin und Brandenburg leiden. Sie wollen jetzt Subventionen wegen Ernte-Ausfällen. „Wie bitte?“ mosert meine ältere Tante, „wenn ich ausfallend werde, zahlt mir doch auch keiner was!“ „Du musst doch auch keine Ernte einfahren, Tante Kathi,“ erwidere ich. „Papperlapapp, sollen die sich halt den Höcke an den Acker stellen.“ „Was?“ frage ich. „Ja, den Björn Höcke von der AfD. Gegen die Hitze.“ „Wie soll denn der Höcke vor Hitze schützen?“ „Na, der hat doch von allen den größten Schatten!“