Wo der Horst die Mutter fand!

Die Mutter ist ein wichtiges Thema im Leben des Horst Seehofer. Wahlen sind prinzipiell die „Mutter aller Wahlen“, wenn nicht gar die „Mutter aller Schlachten“. Das eint ihn mit Saddam Hussein, der seinerseits den ersten Golfkrieg als „Mutter aller Schlachten“ bezeichnete. Natürlich gibt es massive Unterschiede zwischen Seehofer und Hussein – allein in Frisur- und Bartmode. Allerdings setzten beide in der „Mutter aller Schlachten“ auf Gift. Natürlich weiß auch ich, dass es einen Unterschied zwischen Senfgas und dem Gift des Populismus gibt. Ersteres tötet sofort, letzteres eher schleichend…

Für die Landtagswahl im Oktober hat der Horst jetzt eine neue Mutter entdeckt – was übrigens auf eine massive Adoptionswilligkeit schließen lässt: „Migration ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land“. Genau! Migration. Leute, die einfach so umherziehen. Die migrieren, bis der Arzt kommt oder der Hartz-Antrag durch ist. Das ist die Wurzel allen Übels. Aber welche Migranten meint er? Menschen, die es zu Hause einfach nicht aushalten und ständig um die Welt jetten, das Klima erwärmen und dadurch dafür sorgen, dass Wüsten sich ausbreiten und wieder andere sich ein neues Leben suchen müssen? Oder meint er die migrierenden Arbeitsplätze, die einfach von der Digitalisierung geschluckt werden und diffuse Ängste auslösen, welche dann auf eine Minderheit projiziert werden? Oder gar das migrierende Kapital, das in Nano-Sekunden um den Erdball flitzt und wirtschaftliche und politische Krisen auslöst? Oder meint er etwa die paar armen Seelen, die in Europa Ruhe vor Verfolgung finden wollen?

„Ich habe die Mutter gefunden“. Das ist entweder der erlöste Freudenschrei eines kleinen Kindes, welches seine Erzeugerin lange schmerzlich vermisste – oder aber das metallene Erstaunen von einem, der schon seit einiger Zeit eine Schraube locker hat!