Warum die Uschi jetzt am Rad dreht!

Ich musste mich erst mal kneifen um zu merken, dass ich wach war. Wirklich? Ursula von der Leyen? Vorgeschlagen zur EU-Kommissionspräsidentin? Ist das etwa dieselbe Ursula von der Leyen, die bei uns seit Jahren ein Dauer-Abo auf dem Ministeriums-Karussell innehat? Flinten-Uschi? ABM-Turbo der Berater-Branche? Mutter von sieben Kindern und somit der schnelle Brüter der Nation? Ist die Situation bereits so verzweifelt, dass die Merkel jetzt den Volkssturm aufstellt?

Anscheinend ja. Denn in Brüssel sind alle EU-Spitzenkandidaten krachend gescheitert. Eine einsame Spitze macht eben noch kein gutes Comedy-Programm, wie wir von der Humor-Front wissen. Schwamm drüber, jetzt ist also die Uschi dran. Eine Frau, die so häufig „politisch tot“ geschimpft wurde, dass ihre Kandidatur auch als „Grabschändung“ durchgeht. Die aber immer wieder Überraschungen parat hält. Als etwa ihre Doktor-Arbeit kritisiert wurde, weil sie auf 43,5% aller Seiten Plagiate enthielt, soll sie nur gesagt haben: Das waren keine Plagiate – das waren alles Sätze einer guten Freundin und ich war halt „von der leihen…“.

Innovativ ist sie also: Sollten überhöhte Budget-Wünsche an sie herangetragen werden, wird die Antwort wohl ein schnippisches: „Oh, Go and Gorch Fock Yourself!“ Bei McKinsey werden bei der Kandidatur-Nachricht bereits die Korken geknallt haben – lautet doch das „Prinzip von der Leyen“: Raten und Beraten werden… Das ist eben Politik im Wandel der Zeiten: Früher vergaben Könige „Lehens-Gaben“ für besondere Treue, heute vergibt Uschi Berater-Verträge als „Leyen-Gabe“ zur besonderen Veruntreuung.

Das Gute an der Sache: Eine Kommissionspräsidentin von der Leyen würde augenblicklich den Kita-Ausbau in Brüssel vorantreiben – dann kann man Politiker und Lobbyisten morgens dort zum Spielen abgeben und abends wieder abholen. Und zwischendurch ungestört für das sorgen, was die Europäische Union jetzt wirklich braucht: Zusammenhalt, Solidarität, Gemeinschaftssinn.