Warum Eier suchen glücklich macht!

Was wünschst du dir zu Ostern? fragt mich meine Frau. Mir fällt nix ein. Ostern ist doch auch so wundervoll genug. Es ist der Tag, dem Millionen von Kindern entgegenfiebern. Der Tag der großen Eiersuche! Nun kann man schon ins Grübeln kommen, was dahintersteckt, wenn Priester es Kindern ans Herz legen, versteckte Eier zu suchen… Aber wer erinnert sich nicht gern an die kindliche Freude beim Finden eines Schoko- oder gar Marzipaneis hinterm Busch. Und an das Gefühl des Triumphes, wenn man mehr Eier gefunden hatte als die Geschwister. Und das anschließende Geheule, wenn die Eltern in einem niederträchtigen Anfall von Sozialismus verfügten, dass man die überzähligen Eier bitteschön abzugeben habe…

Ostern ist das Fest des Suchens und Findens. Jesus suchte Hingabe und Tod und fand die Erlösung. Wir suchen und finden Eier. Das ist doch schon mal ein ganz guter Anfang! Wobei es wichtig ist, dass die Eier auch tatsächlich gefunden werden. Nichts ist ärgerlicher als das vage Gefühl, dass die Eier nicht wirklich ernsthaft gesucht wurden, nachdem man sich so viel Mühe mit dem Verstecken gemacht hatte. Und dass womöglich irgendwo noch ungefundene Eier rumliegen.

Zumal die österliche Suche sich nicht auf Eier beschränkt. Alle sind am Suchen. Die Kanzlerin sucht einen würdigen Abgang, die CDU-Chefin einen würdigen Aufgang und die SPD einen würdigen Urnengang. Die Verteidigungsministerin sucht würdige Wege gegen den Niedergang. Kim Yong Un sucht einen Waffengang und Donald Trump den Weltuntergang, nur dass der bei ihm „America First“ heißt. Airbnb sucht den Börsengang und das verspeiste Osterlamm den Darmausgang. So suchen alle irgendeinen Gang; bloß Intelligenz, Einsicht und Empathie – der Zugang dafür wird nicht gesucht. Das sind die Eier, die weiter unentdeckt irgendwo rumliegen. Sehr ärgerlich! Das wird jetzt mein Osterwunsch: Dass diese Eier möglichst bald gefunden werden.