Warum Frauenparkplätze bald anders heißen!

Kennen Sie Frauenparkplätze? Das sind die Parkplätze, wo fiese Männer heimlich schief und schlecht einparken, um den Eindruck aufrecht zu erhalten, Frauen könnten nicht parken… Oder, wie Harald Schmidt einst sagte: Frauenparkplätze vereinfachen das Leben – man ist ja vorher als Triebtäter jahrelang völlig ziellos durchs Parkhaus geirrt…

Mittlerweile jedoch ist diese Vereinfachung in Gefahr. Ein Jurastudent in Bayern klagte gegen Frauenparkplätze (Kurier berichtete). Er fühle sich dadurch diskriminiert, so der Mann. Es gebe schließlich „auch kleine und schwache Männer“. Das Gericht kam zum Schluss, dass das Schild falsch beschriftet war. Die Freiwilligkeit käme nicht deutlich genug zum Ausdruck. Denn öffentliche Frauenparkplätze sind wie Behindertentoiletten – man sollte den jeweiligen Zielgruppen den Vortritt lassen, muss es aber nicht. Öffentliche Behindertenparkplätze wiederum sind interessanterweise wie Damentoiletten – sie müssen unbedingt für die jeweilige Zielgruppe freigehalten werden. Warum klagt eigentlich niemand dagegen, dass Frauen und Behinderte so beliebig miteinander kombinierbar sind??

Nun muss also die Stadt Eichstätt die Frauenparkplätze umbenennen. Nur wie? Vielleicht kann man aus der Geschichte lernen: Der englische König Henry IV untersagte der Legende zufolge die Zurschaustellung protzigen Reichtums in seinem Reich. Leider hielt sich niemand daran – bis er ein Dekret erließ, dass die Zurschaustellung protzigen Reichtums weiterhin verbot – außer für Diebe und Prostituierte…

Auf die Formulierung kommt es also an. Viele erinnern sich noch an die gemeinen Ansagen im Freibad der 70ger Jahre: „Frauen sowie Männer mit überlangen Haaren sind verpflichtet, Badehauben zu tragen“. Wie wäre es daher mit: „Parkplätze – empfohlen für Frauen sowie Männer mit überlangen Angstkomplexen…“ Wahlweise auch mit: „Parkplätze – empfohlen für Frauen sowie für Jurastudenten mit überlanger Profilneurose, die Jobsuche per PR-Gag betreiben…“