Wie wir ganz reich werden können!

In Zeiten drohender Abschottung und Brexit-Entscheidungen werden viele Diskussionen rund ums Thema geführt. „Gäbe es eine Möglichkeit, die Armut in der Welt zu beenden, das „Bruttoglobalprodukt“ zu verdoppeln und die Welt friedlicher zu machen, würdest du es tun?“ frage ich eine Freundin. „Aber natürlich,“ sagt die. „Ok,“ sage ich,“ offene Grenzen.“ „Find ich gut.“ „Ehrlich?“ „Ja, offen sein, sich nicht immer so abgrenzen, auch mal auf andere Menschen zugehen…“ „Nein, ich meinte wirklich offene Grenzen: Jeder kann dahin umziehen, wo er will. Weltweit.“ „Sag mal, spinnst du?“

Ich kann sie verstehen. Erst mal klingt es natürlich absurd: Offene Grenzen – wo kommen wir denn da hin? Nun, die Konservativen dürfte interessieren: offene Grenzen gab es bereits – in der guten alten Kaiserzeit. Bis 1920 gab es keine Pässe und vor dem ersten Weltkrieg auch keine Grenzkontrollen. Die Wirtschaft boomte dadurch bis 1914.

„Aber dann wollen ,die‘ doch alle sofort zu uns kommen.“ Niemand verlässt besonders gern die eigene Heimat. Im Zeitalter der Globalisierung leben nur 3 Prozent der Weltbevölkerung in einem anderen Land. Das änderte sich leider auch nicht wesentlich, wenn man alle Bewohner des diesjährigen Dschungelcamps einfach in Australien ließe…

„Ja, aber dann nehmen die uns doch die ganze Arbeit weg.“ Als Frauen in den 70gern anfingen, vermehrt zu arbeiten, hieß es auch: Sie nehmen den Männern die ganze Arbeit weg – das kannten Männer schließlich von zuhause, wo Frauen ungefragt die ganze Hausarbeit wegnahmen und so brutalst dafür sorgten, dass Männer bis heute vielfach den Geschirrspüler nicht finden können. Mittlerweile ist das Argument hinreichend widerlegt.

„Aber was sollten offene Grenzen denn bringen?“ Vielleicht die Beseitigung der Armut weltweit, eine ungefähre Verdoppelung des „Bruttoglobalprodukts“ (wie Wirtschaftswissenschaftler übereinstimmend berechneten) und durch Abnahme des Bevölkerungsdrucks eine friedlichere Welt…