Warum wir jetzt befreit sind!

Gestern feierte Berlin als einziges Bundesland einen neuen – und einmaligen – Feiertag: Den „Tag der Befreiung“. Oder, wie Björn Höcke vermutlich wutschnaubend sagen würde: „Tag der Schande und der Niederlage“. Aber das ist eben das Schöne an dieser Stadt: Seit der Geschichte mit der permanenten Nicht-Eröffnung des Flughafens werden auch Niederlagen gefeiert. Und wer schon mal ein schmerzhaftes Beziehungsende überstehen musste, weiß: Jeder Niederlage wohnt auch eine Befreiung inne.

Folgt man dem „Gesetz der Reihe“, dann müsste nach dem 8. März (Weltfrauentag) und dem 8. Mai („Befreiung“) im nächsten Jahr der 8. Juli dran sein – angeblich der „Tag des Videospiels“ oder der „Fake News“– vielleicht eine würdige Erinnerung an diese Corona Zeit? Denn was Feiertage angeht, hinkt Berlin mit 10-11 Feiertagen Bayern mit immerhin 13 Feiertagen immer noch hinterher. 2022 nehmen wir den 8. September dazu, der zeitgleich der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und der Physiotherapie ist – eine würdige Kombination: Geht doch die ständige Nutzung von Facebook und Instagram häufig einher mit der Notwendigkeit der Behebung von Haltungsschäden und Fingerproblemen. Der 8. November dann (ab 2023) ist mit dem „Weltputzfrauentag“ eine wichtige Ehrung des Niedriglohnsektors.

Schwierig wird es ab 2024, wo eigentlich der 8. Januar dran wäre. Der ist aber laut „Bibliothek der Welttage“ nirgendwo ein besonderer Tag… 2025 endlich kommen wir dann wieder am 8. März und Weltfrauentag an. Und empfinden es vielleicht als „Tag der Befreiung“, dass nicht andauernd ein neuer Feiertag dazu kommt. Schließlich fiel auch der zweifelsohne wichtige „Tag der Befreiung“ kaum auf – in diesen Zeiten der Quarantäne und des Lockdowns ist ein weiterer Tag mit geschlossenen Geschäften für viele Menschen nur: „Noch nicht mal mehr Aldi hat heut offen!“ So gesehen ist in den nächsten Wochen jeder Tag ein „Tag der Befreiung“, an dem auch mal wieder ins Café darf…!