Author: Chin Meyer

Warum Briefkästen sich so lieben!

Ein Gewinner der EM steht jetzt schon fest: Cristiano Ronaldo besiegt Coca-Cola schon in der Vorrunde 2:0. Er blutgrätscht zwei unschuldige Cola-Flaschen vom Tisch, um Platz zu machen für Wasser. Daraufhin fällt der Aktienkurs von Coca-Cola um vier Milliarden – und Paul Pogba kickt eine Heineken-Bierflasche zur Seite, um auch diese Flanke zu verwandeln und nachzutreten. Die Getränkehersteller-Sponsoren scheiden also bereits in der Vorrunde aus – Volkswagen sowie Quatar Airways dürften heimlich zittern, ob die Profis im Achtelfinale nicht einen Golf Diesel sowie einen Airbus auf dem Spielfeld abfackeln, um nach der Kritik an Zucker und Alkohol ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen! Während Greenpeace sich schwarz ärgert, dass man nicht Ronaldo statt des Aktivisten auf dem Gleitschirm hat einschweben lassen…

So löblich man das Zeichen des Weltfußballers gegen Zucker-Wasser auch finden mag – die Freude wird getrübt durch einige andere Tätigkeiten des Juventus-Turin Profis. Ronaldo ist nämlich kein einfacher Kicker – er ist die bestbezahlte mobile Litfaßsäule der Welt, welche Millionen ihrer Werbe-Erträge über Steuerparadiese am Finanzamt vorbei schleuste und deshalb mit 23 Monaten Bewährungs-Haft auf der Reservebank der Justiz sitzt.

Außerdem ist CR7 nicht gegen alle Leber-Schädiger. Er kassiert jährlich über 15 Millionen Werbe-Euro von „Herbalife“ – einem von Korruptionsskandalen geschüttelten Unternehmen, das über diverse Produkte die Leber beeinträchtigen soll. Doch Herbalife hat seinen rechtlichen Sitz auf den Cayman Islands – und wie heißt es so schön? Eine Briefkastenfirma hackt der andern kein Auge aus!

Überhaupt ist Ronaldo ein findiger Unternehmer – so ist er unter anderem maßgeblich an einer Haartransplantations-Klinik beteiligt und sorgt schon jetzt dafür, nicht einst bekloppt wie Klopp seine Haartransplantation selbst zahlen zu müssen. Doch genug der Haarspalterei: Die EM 2020 ist vermutlich die erste Meisterschaft, während der Menschen aus Mitleid Cola trinken – und für Coke-Konkurrenten „Pepsi“ ist sie das günstigste Mitbewerber-Bashing der Welt!

Warum wir keine Motivation brauchen!

Immer, wenn es mir zu gut geht und ich ans „aus dem Fenster vor Glück springen“ denke, höre ich mir Motivationstrainer oder Life Improvement Coaches an, denn das holt mich zuverlässig wieder runter. „Schau auf dein Umfeld“ lautet dann so eine Standard-Coaching-Botschaft mit dem Subtext: Wenn die Leute, die dich umgeben, dich irgendwie runterziehen – dann such dir ein positiveres Umfeld. Ein Ratschlag, der vermutlich regelmäßig dafür sorgt, dass Menschen Partner, Kinder und Steuerberater verlassen, nur um auf Zypern Yoga-Lehrer zu werden und nebenher eine „Wie werde ich Yoga-Lehrer auf Zypern“-Akademie eröffnen.

„Gucke durch dein Telefonbuch“ ist ein anderer Tipp, der darauf abzielt, dass man Menschen findet, die einem noch einen Gefallen schulden und irgendwie weiterbringen können. Als erstes fällt mir dann auf, dass ich die Hälfte der Leute in meinem Telefonbuch überhaupt nicht kenne – und ihnen den Gefallen schulde, sie von meiner Kontaktliste zu streichen. Stunden später grübele ich immer noch, wer denn „Paul Müller“ sein könnte – und was um alles in der Welt der kryptische Vermerk „hatte was mit der Ex“ unter seinem Namen bedeuten soll.

„Lerne und wachse konstant“ wird einem auch gern gesagt – schlimm nur, wenn das einzige, was in einem lernt und konstant wächst, ein maligner Tumor ist… Aber dann kann man ja immer noch „zu einer Persönlichkeit werden“ – was auch immer das ist – und „richtig mit Stress umgehen“. Vorausgesetzt, man findet den „Switch“ zwischen seinem „Lower“ und „Higher Self“. Wenn ich so weit in die Materie eingetaucht bin, starre ich meist nur noch apathisch an die Wand und habe jegliche „vor Glück aus dem Fenster springen“-Energie verloren. „Last night a DJ saved my life“ hieß ein Hit in den 80gern. In meinem Fall ist es ein Motivationstrainer, der auf diese Art mein Leben rettet…

Warum der Jens wieder was zu verschenken hat!

„Spahn will Deutsche töten“ – so ähnlich kann man grob gesagt die Vorwürfe zusammenfassen, die dem Gesundheitsminister entgegenprasseln. Denn der Jens hatte im letzten Frühjahr haufenweis Masken eingekauft, die eigentlich keine waren, sondern nur minderwertiger Schund. Nun haben wir alle im letzten Frühjahr haufenweis Masken eingekauft, die eigentlich keine waren, sondern nur minderwertiger Schund – andererseits waren wir (Gottseidank) auch keine Gesundheitsminister.

Nachdem herausgekommen war, dass der auf die Masken gedruckte chinesische Sicherheitsstandard KN95 sich nicht mit FFP2 übersetzen lässt, sondern vermutlich so viel heißt wie „Maske mit gleicher Sicherheit wie Windows95“, wollte der Minister die nutzlosen Masken im Wert von rund einer Milliarde Euro irgendwie loswerden. „Wem könnte man die Masken schenken?“ wird er sich im stillen Kämmerlein gefragt haben. Um sich dann selbst zu antworten: Behinderte, Hartz4 Empfänger, Obdachlose – also Menschen, die als Wähler der Union nicht unbedingt in Betracht kommen. Unklar ist, ob auf seiner Liste auch FDP-Chef Lindner stand, der immerhin Mieter in einer von Spahns Immobilien ist – ein raffinierter und eleganter Weg der Entmietung, wenn man auf höhere Einkünfte spekuliert…

Doch all diese Vorwürfe zielen natürlich ins Leere, denn der Jens hat der Gesellschaft mit dieser Aktion einen Riesen-Gefallen getan. Serienmörder lassen sich jetzt schon in einem frühen Stadium entlarven, indem man bei ihnen Zettel findet, auf denen steht: Liste von Menschen, denen ich eine „Spahn-Maske“ schenke.

Und statt die etwa 300 Millionen Masken in die Bundesnotreserve einzugliedern, damit das Land auch auf die nächste Pandemie ähnlich schlecht vorbereitet ist wie auf die jetzige, bietet sich eine viel bessere Strategie an: Was wäre das für ein Zeichen der Versöhnung, wenn auf der nächsten Querdenker-Demo Mitarbeiter*Innen des Gesundheitsministeriums Masken verteilen mit dem Aufdruck: KN – Kein Nutzen!

Warum Deutsche nicht so gern bei „Deutsche Wohnen“ wohnen!

Ein neuer Immobilien-Gigant entsteht gerade in Berlin, denn der Immobilienkonzern Vonovia möchte gern den Immobilienkonzern „Deutsche Wohnen“ heiraten – im Gegenzug soll die Stadt Berlin 20.000 teils asbestverseuchte Wohnungen erwerben dürfen. Die SPD findet, dass das ein ganz toller Deal ist.

Um ein tieferes Verständnis der Angelegenheit zu erlangen, muss man die Geschichte der Konzerne kennen: Die Deutsche Wohnen war einst – was sonst – eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Ihr gelang es, 2013 die ehemalige landeseigene Wohnungsgesellschaft GSW zu übernehmen, die 2007 vom Senat (unter Klaus „Wowi“ Wowereit und Thilo Sarrazin) an eine Tochtergesellschaft von Goldman Sachs und einen Hedgefonds namens „Cerberus“ (also Höllenhund) verscherbelt wurde, für umgerechnet 29.908 Euro – pro Wohnung. Ein durchaus marktüblicher Preis, wie man ihn heute immer noch zahlt – vorausgesetzt, die Wohnung hat nur eine Fläche von insgesamt fünf Quadratmetern! Die SPD fand, dass das damals ein ganz toller Deal war.

Die Vonovia hingegen wurde einst von der britischen Annington Homes als „Deutsche Annington“ gegründet. Schon bald hatte sie bei Mietern einen Ruf, gegen den die Camorra als Streichelzoo durchgeht. Als das Image so tief im Keller war, dass nicht nur die Bewohner der verrotteten Wohnungen nasse Füße bekamen, sondern auch die Investoren, benannte sie sich flugs in „Vonovia“ um.

Jetzt wollen die beiden Wohnungs-Mafias gemeinsame Sache machen und grundanständig werden. Und nebenher die Asbest-Buden der Resterampe zu einem Super-Preis an die Berliner Bürger verticken. Einen Vorgeschmack gab es bereits 2019, als der Senat 3400 teils asbestverseuchte ehemalige GSW-Wohnungen in Spandau für 920 Millionen zurückkaufen durfte – also für gut 270.000 Euro pro Wohnung. Eine Rendite von fast 1000 Prozent. Deshalb sind Sozialisten so gefürchtet: Sie bringen Kapitalisten zum Heulen. Vor Freude!

Warum wir mit Jens reich werden!

„Süßer die Kassen nie klingen“ könnten die Betreiber von Corona-Schnelltest-Zentren auch außerhalb der Weihnachtszeit singen, denn: Schnell-Test gleich Schnell-Profit! Mit krimineller Energie rechnen einige Test-Zentren je vorgenommenem Test bis zu zehn Tests mit dem Gesundheitsministerium ab. Das unterscheidet sie von einigen Gastronomen, die bei zehn verkauften Mahlzeiten nur eine mit dem Finanzamt abrechnen…

Aber spätestens seit den „Masken-Provisions-Geschäften“ wissen wir: Im neuen Verein „Friends of Jens“ lohnt sich jede Pandemie. Die Einladung zum Betrug ist systemimmanent. Im Vergleich zur Spahn-Verordnung für Test-Zentren wirkt die Mietenpolitik des Berliner Senats solide wie eine Schweizer Uhr.

Es sind diese kriminellen Test-Zentren, in denen die Tests dann auch ziemlich schlampig ausgeführt werden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sagt über das Gefühl nach dem Einführen des Test-Stabes in den Rachen: „Wenn man ohne Würgereiz … rauskommt, kann es kaum gut gewesen sein.“ So schön es ist, dass durch Corona-Tests auch Männer mal erfahren, wie sich Porno-Darstellerinnen täglich fühlen, so tragisch ist es doch, dass Horoskope Infektionen verlässlicher bestätigen als viele Schnell-Tests!

Noch tragischer ist nur, dass die meisten von uns sowohl bei Masken-Provisionen als auch beim Test-Center-Reibach nicht dabei waren. Daher an dieser Stelle exklusiv für meine Leser eine Geschäftsidee: Ein demnächst auf Hawai bevorstehender Vulkan-Ausbruch wird die globale Temperatur um etwa 0,5 Grad absenken (kein Scherz!) – schon bitter, dass Vulkane das wieder richten müssen, was die Menschen verbocken. Es wird also spürbar kälter werden – und dagegen hilft bekanntlich nur konsequentes Autofahren. Wenn sie mir morgen meinen alten Diesel abkaufen, können Sie den in ein paar Jahren sicherlich gewinnbringend losschlagen…

Warum wir keine Steuern mehr brauchen!

Joe Biden, der Sozialist im Schafpelz – oder im Schlafpelz, wie Trump gern sagte („Sleepy Joe“), wollte doch tatsächlich eine weltweite Mindeststeuer von 21 Prozent für alle multinationalen Konzerne einführen! 21 Prozent auf alles, außer Tiernahrung vermutlich. Und natürlich auf Lizenz-Einnahmen und alle anderen Gewinne, die Starbucks und Amazon in Steueroasen erzielen. Klar.

Gottseidank sind diese sozialistischen Gedankenspiele vom Tisch. Jetzt sind es nur noch 15 Prozent, über die geredet wird. Das wäre ja auch noch schöner. Wo bleibt denn da die Gleichberechtigung, wenn die Kassiererin an der Supermarktkasse auf einmal weniger Steuern zahlt als Amazon? Hallo?!

Dies geschah, nachdem „Experten“ erklärten, 15 Prozent wären ein „realistischerer Wert“! Mal eben ein Abschlag von fast 30 Prozent! Da stellt sich natürlich die Frage: Welche Experten sind das – und kann man sie auch für die nächste Ehe-Scheidung buchen, damit sie auch dort „realistischere Werte“ durchsetzen?

Sogar die FDP war für diese globale Mindeststeuer. Vorausgesetzt natürlich, deutsche Konzerne dürfen ihre Einkünfte ebenfalls darauf reduzieren. Wäre ja ungerecht, wenn jemand extra den weiten Weg auf die Bahamas machen müsste, um „fair“ besteuert zu werden. Schon wegen der Umwelt! Deshalb wollte die FDP damals ja auch nicht in die Jamaika-Koalition – weil sie Fernreisen ablehnt. Jedenfalls Fernreisen des Geldes. Zusätzlich zum Geldwäsche-Paradies Deutschland möchte die FDP gern ein Steuerparadies Deutschland gründen – möglichst ohne Sozialleistungen und sozialer Hängematte.

Kennt man ja, diese Hängematte. Ganz Neukölln ist voll davon. Da hängen die Hartz-Empfänger zwischen den Häusern über den Straßen und schaukeln den ganzen Tag, anstatt arbeiten zu gehen. Teilweise liegen die Hängematten sogar unter den Brücken! Manchmal haben die Leute so viel Geld, dass die Hängematten durch Pappkartons ersetzt werden. Was für eine Umweltkatastrophe.

15 Prozent globale Mindeststeuer – endlich tritt nun im Steuerwesen das ein, was bei der Fußball WM noch nie vorkam: Ein Kombi-Sieg für Niedrigsteuerländer wie Irland und Malta!

Warum wir Realität nicht mehr brauchen!

Es gibt ein paar sehr gute Gründe, sich nicht gegen Corona impfen zu lassen – eine akute Grippe etwa. Oder wenn man gerade eine COVID-19 Erkrankung durchgemacht hat. Oder gegen einen der Bestandteile des Impfstoffes allergisch ist. Oder mitten in einer Chemotherapie steckt. „Das schränkt mir meine Freiheit zu sehr ein“ ist natürlich auch ein Grund, sich nicht impfen zu lassen. Aber ein ziemlich dummer.

Manche Mitmenschen haben wirklich erstaunliche Gedanken zu diesem Thema: „Ich setzte auf natürliche Immunisierung,“ sagte ein Bekannter neulich zu mir, worauf ich ihn freundlich anhustete, aber mangels Corona-Virenlast nicht weiterhelfen konnte. „Die Impfung tötet Tausende von Menschen“, raunte ein anderer Impf-Gegner. Fun Fact: Bis Ende April gab es etwa 500 Tote „in zeitlichem Zusammenhang“ mit einer Corona-Impfung. Wobei allerdings auch ein Altersschwäche-Tod mit 105 Jahren „in zeitlichem Zusammenhang“ mit der Geburt auftritt… Im Gegensatz zu den tragischen aber wenigen Impf-Toten gab es gut 85.000 Corona-Tote. Man könnte also genauso gut Kettenraucher werden, um der Tuberkulose zu entgehen.

Vertrauenswürdige Quellen berichten von Menschen, die nicht mehr zur Arbeit kommen, weil dort geimpfte Kollegen sind! Ein „Impf-Gegner“ kann nämlich nicht mit „Gechipten“ (gemeint ist ein angeblicher Nano-Chip, der diesen Verwirrten zufolge mit der Impfung injiziert wird und dafür sorgt, dass man Sklave von Bill Gates wird) zusammenarbeiten. Der gleiche Mensch arbeitet allerdings völlig sorglos mit einem garantiert „gechipten“ Windows-Computer zusammen, der schon seit Jahren dafür sorgt, dass man Sklave von Bill Gates ist…

Nun ist das Daheimbleiben auf den ersten Blick eine rationale Entscheidung. Denn im Büro lauern ja nicht nur die Geimpften – in Deutschland ersticken jedes Jahr mindestens 300 Menschen an auseinandergeschraubten Kugelschreibern, deren Kleinteile sie sich aus Nervosität oder Langeweile in den Mund stecken! Wer allerdings aus Angst vor den Geimpften daheim bleibt, hat ein fast 4000 Prozent höheres Risiko, durch einen häuslichen Unfall ums Leben zu kommen… Vielleicht ist Impfen doch das geringere Übel.

Warum wir gern Doktor spielen!

Doktorspielchen waren früher bei uns Kindern beliebt und von Eltern gefürchtet. Trugen sie doch dazu bei, dass Kinder sich mit Körperöffnungen beschäftigten, die den Aussagen Erwachsener zufolge entweder „Pfui“ oder „Igitt“ und meisten beides waren. Diese Spiele hinterließen als Nebenwirkung den Eindruck, dass wirklich jede*r mit einem selbstgebastelten Stethoskop es relativ leicht zum Doktor bringen könnte.

Seit diversen Plagiatsaffären, deren jüngste die von Franziska Giffey ist, wissen wir: das Stethoskop ist nicht nötig. Ein Doktortitel kann (oder konnte) eben mal nebenbei dahingeschlampt werden. Das ist für die Karriere in Berufen, wo es auf den Titel nicht so ankommt, etwa Bauarbeiter oder Spargelstecher und – ja – auch Kabarettist, kein Problem. Sogar in der Sexarbeit kommt frau (seltener man) mit Plagiaten (vielleicht sogar besonders) gut durch, verdient aber trotzdem mehr, wenn Doktorspielchen aus dem „effeff“ beherrscht werden…

In der Politik kommt es auf den Titel auch nicht so an – da wird er aber dummerweise überprüft. Franziska Giffey ist wahrscheinlich aufgrund ihrer 27 Plagiate ein Platz in der „Guttenberg Hall of Shame“ sicher. Wobei andererseits natürlich argumentiert werden kann, dass gerade in einer Doktorarbeit über Politik eine Vielzahl von Lügen eine gewisse Redlichkeit vermittelt…

Überhaupt kommt neuerdings auch in progressiven Kreisen ein gewisser mentaler Mut zur Lücke auf: Olaf Scholz kann sich an nix mehr erinnern, was irgendwie mit Cum Ex oder Wirecard zu tun hat, Annalena Baerbock vergisst, ihr Weihnachtsgeld anzumelden, und Franziska Giffey übersieht die Anführungszeichen. Und das auch noch im Wahlkampf! Vielleicht sind Linke einfach die Kassenpatienten der Politik. Das Doktorspiel geht dann so: 16 Jahre warten auf die Macht, um dann in wenigen Augenblicken abgefertigt zu werden…

Warum wir Tesla kaufen müssen!

„Ach, das ist doch bloß ein Märchenonkel!“ sagte meine Mutter gern über Leute, die übertreiben. Einer der bekanntesten Märchenonkel dieser Tage ist Elon Musk – ein Mann, der auf dem Mars sterben möchte. Allerdings nicht beim Aufprall, wie er gern betont – so wie die ersten vier seiner „Space X“-Raketen. Was er nicht so gern betont.

Eines der schönsten Märchen von Elon Musk ist „Tesla“. Tesla baut nette E-Autos, die allerdings immer wieder von sich reden machen, weil es ihnen mit dem automatischen Fahren ein wenig geht wie verzweifelten Bankräubern mit gestohlenen Autos: Sie können etwa stehende Streifen-Wagen nicht gut erkennen und rasen dann ungebremst in sie hinein. Oder fliegen mit überhöhter Geschwindigkeit aus engen Kurven, was gerade wieder tödlich endete.

Zudem ist die Firma in etwa so überbewertet wie Markus Söder als „Kanzlerkandidat der Herzen“. Im Januar hatte die Tesla-Aktie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 1700 – Aktionäre waren also bereit, 1700 Jahre auf den Gewinn aus ihrer Investition zu warten! Aber sie haben Glück: Elon arbeitet mit seiner Firma Neuralink an der Unsterblichkeit des Menschen! Dabei geht es allerdings um etwas, was Verschwörungstheoretiker gern Bill Gates in die Schuhe schieben: die Implantation eines Chips ins Gehirn! Es wird also mit der Unsterblichkeit ein wenig wie mit dem stark gelifteten Johnny Depp: unklar, welche Original-Teile beim Aufbruch in die Ewigkeit noch im Rennen sind!

Auch in der Krypto-Welt ist Elon Musk ein Kurs-Treiber. Als Tesla im Januar ankündigte, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, ging der Kurs durch die Decke. Auf einmal fiel Elon auf, dass der Bitcoin eine Umwelt-Bilanz hat, gegen die Shell ein Bioladen ist. Nun können Kriminelle ihre Lieblings-Währung doch nicht mehr gegen E-Autos tauschen – Ende der Kursrallye. Dafür preist Musk den Doge-Coin, eine einst als Satire auf den Bitcoin konzipierte Krypto-Währung. Schön für uns Komiker: Man kann in der Krypto-Welt auch mit Witzen zahlen! Oder mit dem neuen Coin: F***Elon (bitte Sternchen im Geist ersetzen)! „Felon“ heißt übersetzt: Schwerverbrecher! Der Kurs ist zwischenzeitlich um 1000 Prozent gestiegen. Und Elon Musk ist immer noch einer der drei reichsten Männer der Welt. Märchenonkel sind so hoch im Kurs wie nie!

Warum wir auf Patente pfeifen!

Es ist selten, dass gerade aus den USA eine Breitseite auf den Kapitalismus abgefeuert wird, aber im Fall der Aussetzung des Patentschutzes auf Impfstoffe scheint genau das der Fall zu sein. Dementsprechend hysterisch fallen auch die Reaktionen hierzulande aus.

Schreckliche Szenen bahnen sich an: Die Pharma-Branche tritt komplett in den Streik, niemand entwickelt mehr Medikamente, Eltern verbieten ihren Kindern das Studium der Pharmakologie unter Androhung der Enterbung, und an Straßenecken betteln arbeitslose und ausgemergelte Pharmazeuten um einen Schuss BionTech. „… dann ist das nicht mehr mein Land,“ ergänzt Angela Merkel, und die forschenden Pharma-Unternehmen tragen schwarze Särge durch die Innenstädte, auf denen „Innovation“ steht…

Leider haben Pharma-Riesen kaum Alternativen – immerhin erzielen sie im Schnitt 26 Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital. Mehr kann man nur im (illegalen) Drogenhandel erwirtschaften. Sollen sie jetzt in die Autobranche wechseln, die im Schnitt nur noch sieben Prozent verdient? Kommt jetzt das mit BionTech betriebene Forschungs-Verweigerungs-Mobil, das Fo-Ve-Mo („der mit dem Pieks!“), in dem das Wort „Einspritz-Motor“ eine völlig neue Dimension erhält?

Nun ist selten alles schwarz und weiß – auch im Fall der Pharma-Unternehmen gibt einige Argumente, die gegen eine völlige Patentschutz-Freigabe sprechen (China könnte rasant aufholen in einem Markt, in dem Europa noch führend ist. Und ob die Freigabe sofort die nötigen Produktionskapazitäten freisetzt, ist auch fraglich). Aber das Big-Pharma-Geschäftsmodell, das mit Fehlanreizen gepflastert ist wie die CDU mit Masken-Deals, das könnte eine Organisations-Restrukturierung ganz gut vertragen.