Kolumne

Warum wir Silvester weiter knallen müssen!

Jetzt werden jetzt ein paar Spätfolgen von Silvester bekannt. Ein Fohlen ist an Stress gestorben. Zwei Pferde in einem Stall verbrannt, der vermutlich durch Böller in Brand gesetzt wurde. Viele Hunde, Katzen und Vögel erleiden ebenfalls tödliche Traumata.

Nun gibt es Städte, die verbieten privates Knallen in der Innenstadt. Hannover zum Beispiel. Aber Hannover, das weiß der Berliner, ist ja sowieso eher eine Strafe als eine Stadt. Und überhaupt, wie ein Bezirksrat aus Tempelhof twitterte: Wer ein Knallverbot will, solle sich nicht über weiteren Vertrauensverlust in die Politik beklagen – „Wer proletarische Kultur verachtet, wird zurück verachtet.“ – Genau. Mit einem ähnlichen Argument wird schon seit Jahren in einigen afrikanischen Gegenden die Genitalverstümmelung weiter praktiziert…

Natürlich werden in Deutschland jedenfalls in der Silvesternacht relativ wenig Genitalien verstümmelt werden. Dafür sprengt sich der eine oder andere die Hand weg. Auch das unterscheidet uns von „Scharia“-Gegenden – wir hacken keinen Dieben die Hände ab, sondern nur Idioten – und denen, die zu nah an solchen dran stehen.

Weshalb wird Silvester nochmal geknallt? Ach ja, da war dieser germanische Brauch, böse Geister zu vertreiben. Wenn man sich die Folgen ansieht, werden allerdings durch das Knallen erst die bösen Geister so richtig angelockt. Silvester führte in diesem Jahr in Berlin zu 36 teils schwer Verletzten. Und sorgt im Alleingang für etwa 15 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung, die der Straßenverkehr verursacht. Ohne Silvesterknallen könnte man also bundesweit wieder mit den alten Euro3 Dieseln im Autokorso durch die Innenstädte fahren – vielleicht sollte man das echten Männern mal als Alternative anbieten…

Warum Ribery Recht hat!

Fußballprofi Franck Ribery (Bayern München) hat gerade Ärger am Hals. Da ist einmal der „Tanz ums goldene Kalb“, also das goldüberzogene Steak, das er in Dubai freudig verzehrte. Da hieß es empört: Ist das nicht eine wahnsinnige Verschwendung kostbarer Rohstoffe? Wäre es nicht viel ökologischer gewesen, eine mit Blattgold überzogene Möhre zu verspeisen?

Diese Kritik brachte wiederum Frank Ribery samt Familie in Rage. Kurzentschlossen twitterte er zurück: „F….eure Mütter, eure Großmütter und euren gesamten Stammbaum!“ Das ist natürlich mal eine Ansage, die es Fans nicht grade leicht macht. Spätestens ab den Urgroßeltern nimmt die Ahnenreihe nämlich stark zu. Hat man noch acht Urgroßeltern, sind es bereits 16 Ururgroßeltern sowie 32 Urururgroßeltern! Und kostet es die allermeisten schon eine Riesenüberwindung, mit den eigenen Großmüttern ins Bett zu gehen, so möchte man sich gar nicht erst vorstellen, wie das erst bei den Urururururururur-Großmüttern sein wird, von denen es über 500 gibt. Addiert man die Zeit, die man mit der Friedhofs-Buddelei verplempert – ist das Stammbaumf….. ein sehr umfangreiches Hobby, für das man obendies eine gehörige Portion „Skeletto-Philie“ benötigt.

Die Empörung über diesen Spruch folgte umgehend. Doch ist die Sprache vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, forderte nicht eine ganze Reihe Propheten Ähnliches? Sagte nicht schon Gautama Buddha, man solle die mentale Anhaftung an die Familie loslassen und der Vergangenheit entsagen? Was ist das denn anderes als „den Stammbaum zu f…..“ Jesus sagte: „So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Lukas 14:26). Ist Ribery in Wirklichkeit ein Prophet der etwas anderen Art? Vielleicht nicht gerade „die Hand Gottes“. Sondern der „Ar… des Herrn“?

Warum wir Fachkräftemangel produzieren!

Bis 2025 sollen angeblich 6 bis 7 Millionen Fachkräfte fehlen. Horrorvorstellung: Ärzte fragen Patienten, ob sie Diagnosen selbst stellen können, weil neuerdings jeder als Arzt genommen wird, der Golf spielt. Klempner verschreiben bei Rohrbruch „Arnika C30“ – weil sie eigentlich Homöopathen sind. Und deutsche Ingenieure sind nicht mehr in der Lage, Diesel-Filter zu bauen…

Schon seit 2011 verfolgt uns dieses Szenario, in die Welt gesetzt vom damaligen Arbeitsamts-Chef Weise sowie vom VDI (Verein deutscher Ingenieure) und vom Verband der Industrie. 30 Milliarden Euro pro Jahr solle das die Wirtschaft kosten, sangen die Schwarzseher schon vor Jahren. Resultat: Ein massiver Zustrom junger Menschen ins Studium der MINT-Fächer (Mathe, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technische Fächer). Resultat davon: Viele arbeitslose Ingenieure. Auf jede offene Stelle kommen fast zwei Arbeitssuchende. Das ist, als ob sich jemand im Wald über einen Mangel an Bäumen beschwert. Es gibt also keinen wirklichen Mangel an Fachkräften. Es gibt nur einen Mangel an 26jährigen Fachkräften mit Doktortitel und zehnjähriger Berufserfahrung, die dringend für 24.000 Euro Jahresgehalt arbeiten wollen! Also ein Fachkräftebezahlwillenmangel! Oder weshalb wurde die Hürde, ausländische Fachkräfte einzustellen, von 66.000 Euro auf 36.000 Euro Jahresgehalt gesenkt?

Auch im heimischen Bereich herrscht Fachkräftemangel, beschwerte sich eine Bekannte neulich. Jedes Mal, wenn sie mit ihrem Mann ins Bett ginge, verspüre sie eklatanten Fachkräftemangel. Sie löste das Problem mittlerweile mit einer Methode, die man auch der deutschen Industrie ans Herz legen kann: Konsequente Weiterbildung. Das hat sogar finanzielle Einspareffekte durch Produktivitätssteigerung. Nachdem die Bekannte dem Mann eine Fortbildung im Bordell finanzierte, war sie endlich in der Lage, den Gärtner zu feuern…!

Warum wir im neuen Jahr keinen neuen Partner finden!

Zu Beginn des neuen Jahres stellt sich häufig die Frage: Was bringt mir dieses Jahr in Liebesdingen? Die große Liebe? Oder doch nur wieder haufenweise Liebes-Testversuche? Um die Suche nach der großen Liebe umfangreicher zu gestalten, gibt es eine Vielzahl passender digitaler Apps.

Man fragt sich zunehmend, wie die Partnersuche eigentlich vor der digitalen Ära überhaupt möglich war? Nun, früher gab es natürlich auch schon eine Dating-App. Die hieß nur anders, nämlich „Papa“. Der suchte den oder die Partnerin aus. In der muslimischen Welt ist das teilweise heute noch so, man begrenzt jedoch das Risiko einer falschen Partnerwahl (nur für Männer, klar), indem man auf Quantität setzt. Im Westen kam jedoch vor einiger Zeit die Vorstellung von der großen romantischen Liebe auf, von dem einen Partner, der einen glücklich macht. Früher war es völlig unwesentlich, ob man die Partnerin gut fand – Hauptsache, sie produzierte genug Bälger, die einen im Alter verpflegten. Kinder als Alterssicherung – weil dieser AfD-Traum dieser Tage grade in Afrika exzessiv praktiziert wird, haben wir dort unter anderem ein Ressourcen- und Mangel-Problem.

Aber die große romantische Liebe, der Seelen-Partner – das ist die Fantasie, die Herzen arm und Scheidungsanwälte reich macht. Heute vermittelt daher nicht mehr Papa den Partner, sondern der Algorithmus. Der Begriff „Algorithmus“ geht zurück auf einen Araber, nämlich Abu Dscha’far Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi, kurz „Al-Chwarizmi“, was dann zu „Algorismi“ und später zu „Algorithmus“ wurde. Herr Algorithmus verfasste 825, als die muslimische Welt noch führend in der Mathematik war, ein Werk „Über die indischen Zahlen“, welche man später in einem Akt islamischer Propaganda „arabische Zahlen“ nannte. Skandal: Dann ist also die Dating App nichts weiter als die Sehnsucht nach dem muslimischen Papa, den man nie haben wollte…!

 

Was sich die Deutschen für das nächste Jahr vornehmen!

Einer aktuellen Studie zufolge schauen die Deutschen so pessimistisch in die Zukunft wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Nur noch 17 Prozent stimmen der Aussage zu: „Dem kommenden Jahr sehe ich mit großer Zuversicht (…) entgegen.“ Man könnte sagen, die Deutschen leiden unter Realitätsverzerrung: Die Wirtschaft brummt, es gibt so wenig Arbeitslose wie seit Jahren nicht mehr, die Kriminalität sinkt, sogar die Ausländer sind netter – jedenfalls freuen sich viele Türken, dass jetzt Syrer die „Zuletzt-Angekommenen-A…-Karte“ haben.

Andererseits: Wozu gute Laune, wenn eh alles den Bach runter geht? Spätestens in fünf Milliarden Jahren ist dieser Planet am Ende – da ist jede Form guter Laune nur ein unreifer Ausbruch kurzfristiger, kindischer Hyperventilation. Optimismus ist für Anfänger und Amerikaner. Profis wissen: Wir sind Wurmfutter in Warteschleife. Fröhlichkeit ist nur ein Mangel an gründlicher Information. Und Hoffnung der Zement der Enttäuschung!

Die Studie belegt auch, dass die Deutschen nach Buddha leben. Denn der sagte: „Leben ist Leiden!“ So pflegen wir statt oberflächlicher Mittelmeer-Heiterkeit eine tiefgreifende nordische Depression. Der Pfad der Befreiung führt nun mal durchs tiefe Tal der Tränen. Wenn das nächste Mal ein Berliner miesgelaunt sagt: „Dit Wetta is heut wieda ma schwer exkrementiell“ – dann verbirgt sich hinter der rauen Maske ein deutscher Shaolin-Mönch auf dem Highway ins Nirvana.

Wahre Könner akzeptieren die Gnadenlosigkeit endlichen Seins. Dafür braucht es keine Zuversicht. Sondern nur ein gutes Bier. Oder zwei. Na gut, ein Sekt darf es auch noch sein. Zum Anstoßen. In der grimmigen Gewissheit: Es geht zu Ende. Aber vorher lassen wir die Korken knallen. In diesem Sinne: Ein frohes Neues! Ohne Zuversicht. Aber mit Hingabe an die lächerlichen Dinge, die unser Leben ausmachen: Liebe, Freunde, Kooperation – und der vorvorvorletzte Tanz auf der Titanic.

Wie Sie die Vorweihnachtszeit besinnlich erleben!

Jedes Jahr zu Weihnachten stellt sich die bange Frage: Wie komme ich zur Verwandtschaft? Fliegen fällt für alle flach, die etwas umweltbewusst sind und keine gesteigerte Freude dabei empfinden, permanent für einen Terroristen gehalten und von Fremden begrabbelt zu werden. Bleiben Autofahren und die Bahn. Das Auto suggeriert ein gewisses Maß an Kontrolle, die allerdings spätestens am Kamener Kreuz verloren geht. KFZ-Freunde tendieren zudem zu einer gewissen Glorifizierung ihres Transportmittels und rechnen sich häufig das Leben schön. So fällt die Zeit im Stau gerne einem milden Verkehrs-Alzheimer zum Opfer. Genau wie der Ärger über andere Verkehrsteilnehmer…

Ich fahre daher meist Bahn. Trotz ihrer miesen Ausreden: „Verspätung wegen Verzögerungen im Betriebsablauf“ – was genau soll das sein? Ist das bahndeutsch für „Trödeln“? Damit wäre ich aber früher nicht durchgekommen in der Schule: „Ich konnte erst zur zweiten Stunde kommen, weil es zwischen Zähneputzen und Frühstück Verzögerungen im Betriebsablauf gab.“ Kennen Sie irgendein anderes Berufsfeld, in dem das als Ausrede gilt? Was wäre von einem Chirurgen zu halten, der einem Patienten sagt: „Tut mir leid, dass die Narkose nicht über die ganze Operation wirkte – es gab Verzögerungen im Betriebsablauf“? Oder von der Polizei, die sagt: „Wir haben den Verbrecher nicht mehr erwischt – es gab Verzögerungen im Betriebsablauf“?

Aber die Bahn möchte sich bessern. Sie will demnächst erreichen, dass 85 Prozent der Züge pünktlich sind. Moment, dachte ich, was ist mit hundertprozentiger Pünktlichkeit, warum ist das noch nicht mal eine Option? Was würde man von einem Serienmörder halten, der ankündigt, er wolle in 85 Prozent aller Fälle nicht straffällig werden?

Doch wenn man dann im Zug sitzt, und er rollt, und es ist warm, und dann kommt die Verzögerung im Betriebsablauf – dann hilft vielleicht der Gedanke, dass das die einzige wirklich besinnliche Zeit der nächsten Wochen sein kann!

 

Warum wir Weihnachten bald mit Algorithmus feiern!

Bald ist Bescherungs-Zeit. Um das Schenken zu vereinfachen, besitzt Amazon ein Patent auf einen „vorausschauenden Algorithmus“. Der ermittelt, was Sie wohl als Nächstes bestellen. Das wird dann in ein Logistik-Zentrum in Ihrer Nähe geliefert, damit es schnell da ist. Wo geht diese Entwicklung hin? Wird Amazon demnächst auch ermitteln, was ich nach Weihnachten wieder zurückschicke? Heißt es dann: „Die Ware wird Ihnen leider nicht zugestellt, da Sie das sowieso zurückschicken. Um die Umwelt und unser Logistikzentrum zu schonen, bestellen Sie doch lieber ein Prime-Abo.“

Vielleicht warnt der baldige Geschenk-Monopolist sogar vor weihnachtlichen Fehlentscheidungen: „Sind Sie sicher, dass Sie Ihrem Gatten diesen Gutschein für einen Paar-Tanzkurs schenken wollen? Weiß Ihr Mann, dass Sie den Tanzlehrer Alessandro aus Costa Rica wahnsinnig scharf finden? Was geschieht, wenn bald jeder über so einen Algorithmus verfügt? „Liebling, das System hat errechnet, dass du mich am 4.Dezember 2021 mit dem Tanzlehrer Alessandro betrügst, woraufhin ich dich am 21. Dezember mit deiner besten Freundin Gabi „zurückbetrüge“ – um uns Lebenszeit zu sparen, habe ich mein Zurückbetrügen schon mal vorgezogen…“ Die Versicherungsbranche wird diese Planungssicherheit lieben. Beim Abschließen einer Lebensversicherung kommt dann die Meldung: „Wir können für 2022 leider keine Versicherung mit Ihnen abschließen. Der Algorithmus hat errechnet, dass Tanzlehrer Alessandro Sie am 22.12.21 erschießt…“

Extrem lästig wären dann natürlich Datenpannen. Wenn es auf einmal gefragt wird: „Sind Sie wirklich der Jürgen Kowalski, der in Pankow wohnt und 2011 eine heftige Sehnenscheidenentzündung hatte?“ „Nein, ich wohne in Marzahn wohnt und sehnte mich 2011 heftig nach einer Scheidung.“ „Oh, da müssen wir jetzt aber mal gucken, ob wir den Alessandro noch irgendwie erwischen…“

Warum der Horst jetzt schwitzt!

Das Wort des Jahres ist „Heißzeit“ – das ist übrigens keine heiß-erotische Nacht etwa mit Rihanna und auch kein unveröffentlichter Nena-Hit aus den 80gern. Es geht um die bevorstehende Klimaerwärmung, die den Bikini zum meistgetragenen Bekleidungsstück auf Grönland machen könnte. Den zweiten Platz belegt das Wort „Funklochrepublik“ – was dem Umstand geschuldet ist, dass man außerhalb deutscher Großstädte mit Rauchzeichen erfolgreicher kommuniziert als mit Mobiltelefonen.

Dann kommt der eigentliche „Wort des Jahres“-Sieger: Horst Seehofer! Denn Hotte ist gleich drei bis vier Mal im Wettbewerb vertreten: Einmal mit „Anker-Zentren“ (Platz 3). Was übrigens nicht bedeutet, dass man dort Anker werfen und auf ewig von Bord gehen soll – ähnlich wie ein „Konzentrationslager“ ja auch keine Heilstätte für Aufmerksamkeitsstörungen war. ANKER-Zentrum ist ein Akronym, das sich zusammensetzt aus den Anfangsbuchstaben für „An(kommen)“,“K(ommunale Verteilung),“E(ntscheidung) und R(ausschmeißen – also eigentlich „rückführen“, was aber aufs Gleiche hinausläuft).

Den vierten Platz belegt der Slogan „Wir sind mehr“ – diese Antwort auf rechte Ausschreitungen in Chemnitz steht in direktem Zusammenhang mit dem nächsten Platz (5) „strafbelobigt“, also die Beförderung des Verfassungsschutz-Präsidenten Maaßen, der auf Videos von Krawall-Nazis keine Krawall-Nazis erkennen konnte und für diese Fähigkeit befördert werden sollte – von Horst Seehofer…

Platz 10 geht wiederum an Seehofers „Mutter aller Probleme“, womit natürlich erneut die Migration gemeint ist. Übrigens ein ziemlich sinnloses Bonmot, denn die „Mutter aller Probleme“ ist natürlich die Mutter – hätte der Flüchtling keine, gäbe es ihn nicht, genauso wenig wie Horst Seehofer. 2018 war also die „heiße Zeit“ des Innenministers, der jetzt kurz vor dem politischen Aus steht – so „Heißzeiten“ laugen eben echt aus…

 

Warum wir jetzt mit Äpfeln zahlen!

Der Apfel als Zahlungsmittel hat eine gewisse Tradition – er war gewissermaßen erste Währung der Menschheit und laut Bibel Grund für den Rausschmiss aus dem Paradies. Da sollte man eigentlich hellhörig werden, wenn jetzt wieder mit Äpfeln gezahlt werden darf. Denn seit gestern gibt es Apple Pay – Bezahlung via iPhone.

Natürlich nicht überall. Ein Kumpel beichtete mir, dass es überhaupt nicht funktioniere, mit dem iPhone zu zahlen – ein Händler habe ihm gesagt, er könne sich auf den Kopf stellen, aber er kriege nun mal keinen VW-Golf für ein Telefon – „auch nicht für das iPhone XS“ und habe ihm im Gegenzug höchstens einen schrottreifen Diesel angeboten…

Andererseits: ein Apple-Bezahldienst – kennen wir das nicht schon? Bestand der bislang nicht darin, dass das iPhone alle paar Jahre den Geist aufgab und man für ein Neues bezahlen durfte? Jetzt jedoch kann man direkt mit dem iPhone oder Apple Watch zahlen und so das Portemonnaie daheimlassen. Diesen Dienst lässt sich Apple natürlich bezahlen – mit 0,15 Prozent des Umsatzes, den der Händler jetzt nicht mehr an Bank oder Kreditkartenbetreiber zahlt, sondern an den Apfel-Produzenten. Wenn also 10 Millionen Deutsche im Jahr 10.000 Euro mit iPhone bezahlen, ist die Firma aus Cupertino um 150 Millionen Euro reicher – man muss also gar nicht mehr Mitglied im FC Bayern München werden, um Steuer-Vermeider großzügig zu alimentieren!

Positiv wird bewertet, dass Apple Pay einen erstaunlich soliden Datenschutz hat und man genauso anonym einkaufen kann wie mit Bank- oder Kreditkarte. Also halt überhaupt nicht anonym (das schafft nur Bargeld) – aber zumindest speichert Apple (noch) nicht alle Finanzgewohnheiten. Eine Frage jedoch bleibt: Jetzt, wo Apple diesen neuen Bezahldienst hat – heißt das womöglich, dass das iPhone länger hält? Oder versucht hier doch nur eine Schlange, uns wieder mal einen Apfel schmackhaft zu machen?

Wie der Weihnachtsbaum uns reich macht!

In verschiedenen deutschen Großstädten gibt es kaum noch Weihnachtsmänner für die Bescherung, da viele Studenten keine Lust mehr haben, in lächerlicher Verkleidung kleinen Kindern ein „HoHoHo“ ins Gesicht zu schleudern. Stattdessen programmieren sie lieber am Heiligabend im kuscheligen Kreis der Familie weiter ihre Start-Up App.

Und das ist nicht mal die einzige weihnachtliche Gefahr: Was passiert, wenn Kinder aus dem Wohnzimmer rufen „Ok, Papa, den Weihnachtsbaum haben wir angezündet – was machen wir mit den Kerzen?“ Weihnachtsbäume fackeln immerhin mehr Wohnzimmer ab als islamistische Terroristen…

Gut, dass wenigstens das Finanzamt da einschreitet. Denn Weihnachtsbaum ist fiskalisch gesehen nicht gleich Weihnachtsbaum. Ein Weihnachtsbaum aus Kunststoff oder ein bereits fertig dekorierter Weihnachtsbaum kosten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Erstehen Sie den Weihnachtsbaum beim gewerblichen Händler, fallen 7 Prozent an. Kaufen Sie ihre Christ-Kiefer aus einer Plantage heraus, gibt es den landwirtschaftlichen Steuersatz von 10,7 Prozent. Vermittelt Ihnen der Förster einen „zufällig im Walde gewachsenen“ Baum, gilt wiederum der reduzierte landwirtschaftliche Steuersatz von 5,5 Prozent – außer, der Förster pflanzte mehr als 140 Bäume…

Am besten organisieren Sie in einem Anfall wahrer christlicher Nächstenliebe einen garantiert steuerfreien Weihnachtsbaum für die komplette Nachbarschaft: Überreden Sie (notfalls unter Einsatz größerer Alkoholmengen oder ihres attraktiven Körpers) einen NATO-General, damit der wiederum einen Förster belabert, für jeden einzelnen Soldaten seiner 35.000köpfigen Truppe je 140 zufällig in ausländischem Wald gewachsene Weihnachtsbäume zwecks militärischer Tarnung mit dem Vermerk „Umsatzsteuerbefreit nach Art. 67Abs. 3 NATO-Zusatzabkommen“ zu liefern…

Sie sehen, es gibt durchaus noch Weihnachtsmänner, die um die Bescherung kümmern. Sie tun es nur woanders: Nämlich im Finanzamt.