Kolumne

Warum wir die wahren Helden der Weihnacht nicht erkennen!

„Haste mal’n Euro!“ spricht er mich an. Ich gebe ihm das Geld und kaufe noch einen „Straßenfeger“. Schließlich ist Weihnachten. Über seinem dampfenden Atem blitzen wache Augen. „Warum lebst du auf der Straße?“ frage ich. „Weil Obdachlosen die besseren Menschen sind,“ lautet die Antwort. Warum, will ich wissen. „Na, denk ma scharf nach. 1. Obdachlose sind die Speerspitze des Wohnungskampfes. Dadurch, dass wir keinen Wohnraum beanspruchen, können sich abgerissene Typen wie du gerade noch die Miete leisten. 2. Obdachlose kurbeln die Wirtschaft an. Jeden Euro, den wir kriegen, geben wir auch wieder aus. Wir sind der Motor der Konjunktur! 3. Obdachlose retten Delfine und Eisbären! Dadurch, dass wir kein Auto fahren, nicht heizen und kaum Ressourcen verbrauchen, retten wir das Klima. 4. Obdachlose stabilisieren die Rente. Durch unser intensives Leben werden wir nämlich nicht besonders alt.“

Er nimmt einen Schluck aus seiner Lambrusco-Flasche und fährt fort: „5. Obdachlose halten die Kommunikation im öffentlichen Raum aufrecht. Wer spricht den noch irgendjemand auf der Straße an und fragt, wie es finanziell aussieht oder ob noch jemand eine Zeitung benötigt? Die meisten Menschen der Digital-Ära sind durch echte menschliche Stimmen fast schon überfordert. 6. Obdachlose bringen Menschen auf der Straße mit lustigen Schildern zum Lachen. Etwa: „Brauche Treibstoff für meinen Privatjet!“ Einige haben sogar das Voting-Prinzip implementiert. Da stehen dann verschiedene Schalen mit entsprechenden Schildern: Für Bier! Für Whisky! Für Zigaretten! Für Hasch! Für den Puff! 7. Jesus war auch obdachlos. Einer, der obendrein aufgrund seiner Herkunft als Flüchtling aus dem Nahen Osten in Donald Trumps Amerika überhaupt nicht, aber auch nach Deutschland nur noch ganz schwer rein kommt. Frohe Weihnachten noch!“

Vielleicht sollten wir alle etwas obdachloser leben. Oder zumindest die Mutigen, die es tun, besser unterstützen. Helfen Sie Obdachlosen! Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!

 

Warum Morde geschehen!

„Ich habe mittlerweile zwei Jobs. Einer reicht nicht,“ erklärt mir ein Bekannter neulich. Was für eine Lüge! Niemand hat heute mehr zwei Jobs. Es sind 25! Mindestens! Denn die ganzen von der Digitalisierung vernichteten Jobs sind ja nicht wirklich weg. Es hat sie nur ein anderer. Nämlich ich. Und Sie!

Ich bin neben meinen Jobs als Kabarettist, Moderator, Journalist und Entertainer auch als Reisebüro meiner eigenen Reisen im Netz tätig. Ich bin auch die Rating-Agentur eines Reiseanbieters, weil ich die Reise jedes Mal bewerten muss. Ich bin außerdem das Flughafen-Check-In-Bodenpersonal sowie Bank-Sachbearbeiter – jedes Mal, wenn ich eine Online-Überweisung vornehme. Einen meiner Jobs hasse ich besonders: Den des Hotline-Restrukturierungs-Mitarbeiters – jedes Mal, wenn ich in der Hotline entnervt eine halbe Stunde warte, bis jemand an der Strippe ist, ermögliche ich irgendeinem Geizkragen, seine outgesourcte Telefonbude mit viel zu wenig Personal zu führen.

Ich bin des Weiteren der Steuerfachgehilfe meiner elektronischen Steuererklärung, Taxifahrer bei DriveNow und Car2Go, Fahrkarten-Auskunft-Finder, Hotel-Buchungsexperte, Rating-Agentur des Hotel-Buchungs-Service, Versicherungs-Anbieter-Vergleichsdienst, Rating-Agentur des Versicherungs-Anbieter-Vergleichsdienstes, Kellner im Selbstbedienungsrestaurant, Plastik-Tablett und Geschirr-Wegräum-Kraft im Selbstbedienungsrestaurant, Produktfinder im Supermarkt, Verpackungskraft im Supermarkt, Kassierer bei Ikea, Online-Produktfinder, Buchhändler im Online-Gebrauchtbereich, Rating-Agentur des Buchhandel-Online-Gebrauchtdienstes, Kaufmann im Online Gebrauchtsegment sowie Stromanbieter-Wechsel-Buchungskraft.

Genau wie Sie! Und wenn man dann völlig erschöpft von seinen 27 Jobs nach Hause kommt und der Partner sagt: „Schatz, bring doch mal den Müll runter…“ Das ist dann der Zeitpunkt, an dem Morde geschehen…

 

Warum sexuelle Geheimnisse so enthüllend sind!

Die AfD will Schluss machen mit dem „Gender-Wahn“ – jener ekligen Gleichberechtigung, welche die Frau unter dem Deckmantel der Gleichheit zur Arbeitsfron verdonnert. Wodurch die Damen der Schöpfung ihren eigentlich Zweck vergessen: das Kinderkriegen. Eine neue Ehebroschüre für Frischvermählte pflichtet der AfD eifrig bei. „Berufliches Arbeiten ist für die Frau unnütz!“ heißt es dort. Jawoll! „Im Arbeitsleben kann die Frau einen noch attraktiveren Mann als ihren Ehemann sehen und sich in ihn verlieben.“ Aus dem gleichen Grund werden übrigens auch Filme mit George Clooney demnächst verboten…

Weiter heißt es in dem Pamphlet: „Eine Frau, die sich nicht für ihren Mann zurechtmacht, ihrem Mann als Herren im Hause nicht gehorsam ist, kann geschlagen werden…Manchmal sind ein, zwei Schläge ganz nützlich, das wirkt wie Medizin. Der Ehefrau wird so in Erinnerung gerufen, wer das Sagen im Haus hat.“ Herrlich! Im wahrsten Sinne des Wortes! Dieses wunderbar unverkrampfte Anti-Establishment-gegen-den-Gender-Mainstream-Terror-Frauenbild… Endlich sagt mal einer wie es ist!

Wie bitte? Das ist gar keine Broschüre der AfD? Es handelt sich vielmehr um ein türkisches Machwerk, das obendrein fordert: „Für den Fall, dass die Frau zickig ist, sollte der Mann sich nicht sofort scheiden lassen, damit diese Frau nicht auch noch zum Verhängnis für einen anderen Mann wird. Stattdessen sollte der Ehemann eine zweite Frau ehelichen, damit sie die erste Ehefrau zur Vernunft bringt.“ Komm, das wäre doch auch für manchen Deutschen eine Option. Wie viel Leid bliebe uns allen erspart, wenn Bernd Höcke sowohl Frauke Petry als auch Beatrix von Storch ehelicht und die Zicken sich gegenseitig beruhigen…

Bei aller Show-Hetze sind sich Radikal-Islamisten und AfDler also im Grunde genommen sehr einig. Letztere stört nur, dass das Geschrei des Muezzins die „Wir sind das Volk“-Rufe ersticken könnten. Aber das kann man schließlich per Lärm-Verordnung klären: die einen schreien morgens, die anderen abends. Heißt ja auch Morgen-Land. Und Abend-Land…

Warum wir uns jetzt so gruseln können!

Früher musste man noch Geld ausgeben, um auf der Kirmes so richtig erschreckt zu werden. Mittlerweile gibt es das Gruselkabinett umsonst – jedenfalls in Donald Trumps Regierung. Nun ist Politik kein Schönheitswettbewerb, aber von einem Miss-Wahlen-Veranstalter hätte man sich ein bisschen mehr Ästhetik erhofft.

Sein Kabinett strotzt nämlich nicht nur so von hässlichen, alten Männern, es besteht fast durchweg aus schwerreichen Großindustriellen, die sich anschicken, die USA gründlich auszuplündern. Da passt es, dass mit Ölboss Rex Tillerson ein weiterer Klimakiller Außenminister wird. Obendrein einer mit besten Verbindungen nach Russland, was die Vermutung nährt, dass das sprechende Toupet doch nur Putins Maulwurf im weißen Haus ist. Nun ist auch mir eine Moskauer Marionette als US-Präsident erheblich lieber als ein Weltkrieg – unangenehm ist nur die perverse Umkehrung der Marx’schen Maxime: Das Proletariat ist tief zerstritten, aber die Kleptokraten aller Länder vereinigen sich!

Schuld an der Misere sind natürlich die Bayern! Trumps Großvater war ja ein deutscher Auswanderer aus Kallstadt in der Pfalz, der nach einigen Jahren in den USA wieder in seine damalige bayrische Heimat zurückkehren wollte. Das gelang jedoch nicht, weil die Bayern ihn ausgebürgert hatten nach dem Motto: Weg gegangen, Platz vergangen! Das Prinzip kennt man vom Oktoberfest. Mit etwas weniger bajuwarischer Dickköpfigkeit wäre Donald in der Pfalz aufgewachsen und heute einer der ärgsten Konkurrenten von Dieter Bohlen. Ich möchte mich im Namen aller Deutschen beim amerikanischen Volk entschuldigen und biete Markus Söder als Wiedergutmachungs-Geisel an.

Der weiß schließlich, wie man zusammen mit einigen wenigen Superreichen das Volk auszuraubt. Die weiße Arbeiterklasse der USA, die Trump an die Macht brachte, wird bald sehr viel Gleitcreme benötigen, um auffangen zu können, was dessen Gruselkabinett mit ihr vorhat…!

Warum die Wahrheit irrelevant ist!

Die Post ist nicht wirklich hip. Sie kommt sehr viel langsamer als „normale“ elektronische Post und enthält meist auch nur unangenehme Dinge wie Rechnungen oder Werbung, die man erst aus einer Plastikfolie befreien muss, bevor sie politisch korrekt getrennt entsorgt werden kann. Ähnlich geht es jetzt „Fakten“. Erinnert der Fakt doch stark an ein schmutziges Bild (Akt), das mit einem F-Wort kombiniert wurde. Und auch der Fakt wird jetzt politisch korrekt getrennt entsorgt.

Denn wir leben angeblich im „postfaktischen Zeitalter“. „Postfaktisch“ (jenseits der Fakten) hat es gestern sogar zum „Wort des Jahres“ geschafft. Leider kann ich mich nicht erinnern, jemals in einem „faktischen Zeitalter“ gelebt zu haben. Fakten waren schon immer unbeliebt. Sie stören. Sie sind das Elite-Wort für „Tatsachen“, und mal ganz ehrlich: „Tat-Sache“ ist ein Widerspruch in sich selbst. Eine Tat kann keine Sache sein und andersrum.

Fakten sind doof. So differenziert. Kompliziert. Deprimierend. Wir sind für kurze Zeit am Leben und im Grunde komplett irrelevant – Fakt. Wer will das hören? Deshalb haben wir noch nie in einem wirklich „faktischen“ Zeitalter gelebt. Allerdings ist das „Postfaktische“ mittlerweile derart populär, dass es sich schon fast um eine neue spirituelle Bewegung handelt: „Transzendentaler Faktizismus“ – die Überwindung der Tatsache durch den Glauben. Früher nannte sich das noch „Religion“.

Andererseits hat das „Postfaktische“ auch seinen Charme. Die meisten Steuererklärungen waren schon immer postfaktisch, fast religiöse Wunder, jedenfalls die von Hoeness und Mesut Özil. Auch in Beziehungsstreits kann man jetzt dem Partner an den Kopf schleudern: „Ach, hör doch auf mit deinen Fakten, die haben doch sooo einen Bart!“ „Also hast du also jetzt mit Uschi geschlafen?“ „Nein!“ „Lüge!“ „Keineswegs, es handelt sich um eine postfaktische Tatsache!“… Man kann auch Spaß damit haben.

Seien wir ehrlich: Faktisch waren wir noch nie. Das lange Zeitalter des „Prä-Faktischen“ dauert an. Bleibt zu hoffen, dass der Mensch eines Tages faktisch wird. Und damit erwachsen.

 

Warum Fußball jetzt noch teurer ist!

Fußball! Dieses große, ehrliche Gefühl der Verbundenheit mit einer großen Masse, in welcher der Einzelne sich auflöst und man gemeinsam „Schiri, wir wissen wo dein Auto steht“ intoniert. Fußball bringt Männer zum Weinen, die bei dem Bankrott ihrer Firma oder ihrer Ehe mit keiner Miene zucken. Die plärren wie kleine Kinder, wenn „ihr“ Torwart nicht hält. Man mag das für eine infantile Neurosen-Übertragung halten oder mit tiefer Stimme sagen: „Endlich weiß mal einer, was wirklich wichtig ist!“

Leider ist der Fußball nur noch Theater. Oder schlimmer: ein Finanzprodukt. Dirty Banking! Atletico Madrid kassiert laut „Football-Leaks“ für „ihren“ mittlerweile bei Manchester City spielenden Sergio Agüero jedes Mal 250.000 Euro, wenn der mehr als 15 Tore in einer Saison schießt. Das war bereits vier Mal der Fall – an so einer Überschussbeteiligung sollte meine Lebensversicherung sich mal ein Beispiel nehmen!

Cristiano Ronaldo bezahlt zwar einem Kind die Hirn-OP, zahlt aber auf 75 Millionen Euro Bildrechte-Einnahmen kaum Steuern, weil er den Großteil auf die British Virgin Islands, eine Steueroase, verschiebt. Damit verhindert er in seinem Land die Finanzierung von Krankenhäusern und die Hirn-OPs von ziemlich vielen anderen Kindern. Wenn man sich ansieht, wie viele Fußballer, Spielervermittler sich auf diese Weise dem organisierten Verbrechen nähern, was die Chancen armer, unschuldiger, junger Menschen auf ein gebildetes Leben auch in Großbritannien erheblich reduziert, stellt sich sowieso die Frage, warum es „Jungfraueninseln“ heißen und nicht „F**k British Virgins Island“.

Der Fußball-Fan ist dadurch vergleichbar mit jemand, der Einbrecher beim Ausrauben seines Eigenheims anfeuert: „Nimm den Fernseher mit, Ole, der nervt mich schon lang, ne o ne!“ Wann wird man im Stadion hören: „Ronaldo, wir wissen wo dein Konto parkt!“? Mein Gefühl ist: Das kann dauern!

 

Warum Heiligenverehrung wieder modern wird!

Pamela Anderson nimmt auf der dieses Wochenende stattfindenden „German Comic Con“ 50 Euro für ein Autogramm. Also eine Unterschrift! Natürlich ist es wünschenswert, dass auch handgemachte Blondinen mit großen Brüsten beweisen, dass sie des Schreibens mächtig sind, aber als ich das erste Mal meinen Namen schrieb, erhielt ich dafür einen Keks – und war vier Jahre alt. Seither unterschrieb ich umsonst. Pamela hingegen braucht nur 20.000 mal ihren Namen schreiben und ist eine Million Euro reicher!

Und die Baywatch-Nixe ist nicht die einzige, die sich ihre Unterschrift vergolden lässt – David Hasselfhoff nimmt ebenfalls Geld. Ebenso wie Danny Glover, Ron Perlman und zahlreiche andere. Der Einzige, der auf der Comic Con umsonst unterschreibt, ist vermutlich der Pförtner!

Interessant ist aber vor allem, dass es Menschen gibt, denen das so viel wert ist. Ursprünglich war diese Art von Verehrung ja Heiligen vorbehalten. Voraussetzung für eine Heiligsprechung war allerdings ein vorheriger Tod, am besten einer durch externe Gewalteinwirkung. Danach wurden die „Überbleibsel“, also „Reliquien“, sehr teuer gehandelt, weil Menschen es irgendwie schick fanden, Leichenteile von Folteropfern bei sich zu haben. Ärgerlicherweise hatten die Heiligen nix von dieser posthumen Verehrung – hätte Jesus sein Grabtuch bereits vor der Kreuzigung vermarktet, wäre ihm das viele „höchstens mal auf einem Esel reiten“ wohl erspart geblieben.

Diese Problemstellung hat die Ersatz-Religion „Trash TV“ klug umgangen. Zwar retten auch die Baywatch-Heiligen Leben, sichern sich aber die Vermarktung ihrer Reliquien sofort nach Hinrichtung durch die Sender-Bosse. So kann ein Serientod der Beginn neuen Lebens als Autogramm-Millionär werden. Heiligsprechung durch Quote. Und Instant-Reinkarnation als Autogramm-Idol. Nie war Religion angenehmer!

 

Warum wir keine Wahl haben!

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, besagt ein altes Sprichwort. Am lukrativsten ist natürlich Reden übers Schweigen – das ist mindestens Platin. Insofern legte die populäre SPD-Politikerin Hannelore Kraft wahres kapitalistisches Gespür an den Tag, als sie auf die sozialdemokratische Kanzlerkandidaten-Frage antwortete: „Ich weiß es, sage es aber nicht!“

„Ich weiß es, sage es aber nicht!“ – eine große Antwort der Menschheit, die sowohl Starrsinn ausdrücken kann („Angeklagter – wo haben Sie die Beute versteckt?“), als auch Solidarität („Ok, liebe Schüler, wer hat mir diesen Frosch aufs Lehrerpult gesetzt?“), als auch ein Schuldeingeständnis („Liebling, wer ist denn nun wirklich der Vater unserer Kinder?“). Im Fall der SPD ist es die Aufschiebung des Offensichtlichen – nur damit man diese Frage „ganz entspannt im Januar“ angeht. (Wobei das, was in der SPD als „ganz entspannt“ gilt, medizinisch gesehen mindestens als „chronischer Krampf“ in die Reha-Klinik gehört.

Buchmacher werden demnächst wahrscheinlich sogar Wetten auf die SPD-Kanzlerkandidatur anbieten. Diese werden vom Finanzmarkt aufgegriffen und in geldwerte Produkte verwandelt – eine Art „Kanzler-Emissions-Zertifikat“, welches im Fall der SPD allerdings nicht als „strukturiertes Produkt“ gelten kann, sondern eher als „Chaos-Option“.

Da gilt es jetzt, eine spannungsreiche Dramaturgie mit überraschendem Ende zu entwickeln. Wie wäre es, wenn nicht immer nur um Siggi Pop (Gabriel war Pop-Beauftragter der SPD) oder „EU-Marty“ im Rennen sind, sondern eine echte Überraschung? Vielleicht sogar eine Frau? Vielleicht sogar die große Dame der Sozialdemokratie – Angela Merkel! Das wäre ein Coup! Dann träte Merkel gegen sich selbst an… Vielleicht ist das sogar das Beste, denn dann geht es endlich nur noch um die Politik, die sie machen soll. Inhalte statt Slogans – das wäre mal ein echter Wahlkampf!

 

Warum Wahlen sich nicht lohnen!

Laut „Sachsen-Monitor“ hat über die Hälfte der Sachsen hat ein „gefährliches Gefühl der Überfremdung“, obwohl im Freistaat gerade einmal 0,1 Prozent der Bevölkerung zu Allah betet. Es gibt in Sachsen hundert Mal soviel Kühe wie Muslime – komischerweise aber kein Gefühl der „Über-Rinderung“. Vielleicht weil man Rindviecher in Sachsen als nicht wirklich „fremd“ empfindet…?

Die Hälfte der Sachsen ist auch der Ansicht, dass Demokratie nicht gut funktioniert. Vielleicht ist diese Staatsform angesichts der medialen Überforderung vieler Menschen auch nicht mehr zeitgemäß. Die CDU hat bereits reagiert und plant, die BRD in eine Art konstitutionelle Monarchie umzuwandeln, oder, um konkret zu sein, eine „Merkelarchie“, um populistische Tendenzen mithilfe einer populären Politikerin ins Leere laufen zu lassen. Immer nach dem Motto des Wettlaufes des Igels mit dem Hasen: „Ihr wollt die Demokratie abschaffen? Wir sind schon da!“ Dazu passt, dass der Bundespräsident theoretisch vom Volk gewählt wird – dem Volk wird aber überhaupt nur ein Kandidat präsentiert. Sogar in der ehemaligen DDR hätte man so etwas wohl als „scheindemokratisch“ verurteilt.

Auch in der SPD hat man sich mit der Abschaffung der Demokratie weitgehend abgefunden und präsentiert mit Martin Schulz dieser Tage schon den nächsten Außenminister, der unter Queen Angie zusammen mit dem dicken Siggi ab 2017 die Troika geben darf. Das spart allen Geld und Nerven – auf lange Sicht kommt es eh, wie es kommt. Oder, um den Ökonomen Maynard Keynes zu zitieren: Auf lange Sicht sind wir alle tot! Vielleicht ist die Menschheit ohnehin nur eine Computer-Simulation, die von einer 400.000 alten Actino-Baktierienkultur im sibirischen Permafrost zu Unterhaltungszwecken ferngesteuert wird. Und die fragen sich zu Recht: Warum machen die Eintagsfliegen so einen Lärm?

Chin Meyer mit neuem Programm „Macht! Geld! Sexy?“ heute und morgen live in den Wühlmäusen, www.chin-meyer.de

Warum Volkswagen bald zurückschlägt!

Alle meckern über VW. Dabei ist der Konzern jetzt im 80. Jahr seines Bestehens. Und trotzdem muss der rüstige Rentner weiterhin seinen Mann stehen, gegen die vier großen Feinde, die sich gegen ihn verschworen haben: Regierung, Umweltverbände, Konkurrenz und äh… der Kunde. Denn der Kunde hat, wenn man einem Interview des Vorstandschefs Müller Glauben schenken darf, nicht laut genug Elektro-Autos nachgefragt und ist daher mit Schuld am Diesel-Schlamassel.

Was fällt dem Kunden auch ein? Warum ist er denn nicht reif genug, eine VW-Kampagne namens „Clean Diesel“ zu ignorieren? „Clean wie ein VW-Diesel“, das war eine feine, unverstandene Ironie. Gemeint war: Clean Clean wie ein Sprung in eine Teergrube, Clean wie eine Luftkur bei Smog-Alarm, Clean wie ein Abend mit Donald Trump auf einer von Dominique Strauss-Kahn veranstalteten Party…

Und weil der Kunde eben zu dumm für diese Ironie war, trägt auch er die Verantwortung, dass VW weiterhin auf eine Technologie setzte, die in etwa so zukunftsweisend ist wie „Aderlass zur Behandlung bakterieller Infektionen“. Ein Aderlass ist jetzt auch bei VW nötig: 30.000 Stellen müssen gestrichen werden. Da kann man dem Kunden unmöglich entgegen kommen und ihn auch noch entschädigen, jedenfalls nicht den deutschen Kunden. Bei den US-Kunden ist das eine „völlig andere Ausgangssituation“, sagt Konzernchef Müller. Natürlich ist es das, die amerikanischen Kunden haben immerhin ein Produkt „Made in Germany“ inklusive tollem Image erstanden, die deutschen nur einen VW!

Und wenn die Kunden jetzt weiter meckern, dann kann der rüstige Rentner auch anders. Immerhin wurde in Wolfsburg in seiner Jugend auch die V1 produziert. Die Anlagen sind noch vorhanden. Und so eine fesche Transkontinental-Rakete, die findet zurzeit schnell Abnehmer. Man ist da gar nicht auf den deutschen Meckerer angewiesen!

Chin Meyer mit neuem Programm „Macht! Geld! Sexy?“ am 26. und 27.11. live in den Wühlmäusen, www.chin-meyer.de